Brave und DuckDuckGo umgehen AMP (Accelerated Mobile Pages)

Gleich zwei Unternehmen sprechen sich gegen AMP (Accelerated Mobile Pages) aus. AMP wurde im Herbst 2015 vom AMP Project unter Federführung Googles herausgebracht. AMP-Seiten sollen für kürzere Ladezeiten von Webseiten auf mobilen Geräten sorgen. Hierbei wird unter anderem nicht das festgelegte Theme der Seite geladen und angezeigt, stattdessen kommt spezieller HTML-Code sowie eine eigene JavaScript-Bibliothek (AMP JS Library) zum Einsatz. Es gibt aber auch viel Kritik, da viele AMP u. a. als Methode von Google sehen, das offene Web zu zerstören.

Die Entwickler des Browsers Brave führen eine neue Funktion namens De-AMP ein, die es Brave-Nutzern ermöglicht, von Google gehostete AMP-Seiten zu umgehen und stattdessen direkt den Herausgeber des Inhalts zu besuchen.

Wo es möglich ist, schreibt De-AMP Links und URLs um, um zu verhindern, dass Nutzer AMP-Seiten überhaupt besuchen. Und in Fällen, in denen dies nicht möglich ist, beobachtet Brave, wie Seiten abgerufen werden, und leitet Nutzer von AMP-Seiten weg, bevor die Seite überhaupt gerendert wird, um zu verhindern, dass AMP/Google-Code geladen und ausgeführt wird.

De-AMP ist jetzt in den Nightly- und Beta-Versionen verfügbar und wird in der kommenden 1.38 Desktop- und Android-Version standardmäßig aktiviert sein und bald darauf auch für iOS veröffentlicht werden.

Auch bei DuckDuckGo handelt man nun so. Deren Apps & Erweiterungen schützen jetzt vor Google AMP-Tracking. Wenn Nutzer eine Google-AMP-Seite irgendwo aus DuckDuckGo-Apps (iOS/Android/Mac) oder Erweiterungen (Firefox/Chrome) laden oder teilen, wird die Webseite des ursprünglichen Herausgebers anstelle der Google AMP-Version verwendet.

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12 Kommentare

  1. I am AMP’ed to try this out, aber nur mit DuckDuckGo

  2. Ich fand am Anfang die AMP-Seiten sehr nützlich, da sie keine Werbung enthielten und wirklich nur das Nötigste hatten ohne bells and whistles.
    Nun haben sie auch Werbung.

  3. Ich hasse AMP. Und das nicht nur weil Google damit noch mehr Daten abgreift sondern weil man Webseiten oft 2-3x laden muss bis alles wie gewünscht funktioniert mit Kommentaren…

  4. Flitzpiepe says:

    Endlich.

  5. Das Schlimmste an den AMP Seiten ist das du zum Teil dann gar nicht mehr direkt zu der echten Webseite kommst zumal die Ladezeiten nicht wirklich schneller sind.
    AMP ist einfach nur Müll, den sich Google ausgedacht hat und mithilfe seiner Macht eingeführt hat.

  6. Hrhr wie gegen einen Anbieter vorgegangen wird weil so nervig. Ich gehöre noch zur alten Schule in die URL Leiste zu schauen und anderen nicht meine verseuchten Links weiter zu geben oder von anderen ungefilter zu öffnen. Da ist AMP auch nur die Spitze des Eisbergs.

  7. Kiwi Browser hat eine de-amp Funktionalität schon sehr lange integriert. Hab so schon ewig keine AMP (um)leitungen mehr sehen müssen

  8. AMP ist eine Pest. Dutzende Seiten laden einfach nicht oder die Seite hängt sich auf. Gerade mit Opera auf’n Smartphone brauche ich die Beglückungnit AMP nicht da der Browser eh auf datensparen und Werbung blockieren eingestellt ist ..und lieber nehme ich mittlerweile eine Werbung in der Seite in Kauf als viel Zeit zu verlieren durch direkte Anwahl der eigentlichen URL

  9. Gut so. Leider spät!
    AMP hätte von den Kartellbehörden direkt 2015 unterbunden werden sollen…

  10. Bromite entfernt AMP auch „remove click-tracking and AMP from search results“

  11. AMP Seiten haben nicht nur – auch heute noch – weniger Werbung, nicht selten kann man dort auch Artikel komplett lesen, bei denen man beim Besuch der „richtigen Seite“ nach der Einleitung vor einer Paywall steht. Ich weiß nicht, ob in diesem speziellen Fall Google wirklich das größere Problem für das „offene Web“ ist…

    • Spontan habe ich auch gedacht, dass das „offene Web“ von ganz anderen Umständen zerstört wird.

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