BKA: Bilanz zu Ermittlungen gegen Nutzer der Kommunikationsplattform Anom

Das Bundeskriminalamt hat aktuell einen Bericht zum Kampf gegen Organisierte Kriminalität veröffentlicht. Seit März 2021 ermittle man im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) gegen Personen, die im Verdacht stehen, schwerste Straftaten im Bereich der Organisierten Kriminalität begangen zu haben.

Basis des Ermittlungskomplexes sind laut Aussagen des BKA Daten zu rund 2.700 Nutzern mit Deutschlandbezug des Anbieters „ANOM“, die von US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden im Wege internationaler Rechtshilfeverfahren der ZIT übermittelt wurden.

„ANOM“ (Kommunikations-App auf speziell präparierten Smartphones) wurde als Kommunikationskanal genutzt, um kriminelle Aktivitäten zu koordinieren – vom internationalen Drogen- und Waffenhandel bis hin zum Auftragsmord. Letzten Endes war das Ganze ein trojanisches Pferd des FBI. Das FBI entwickelte in Zusammenarbeit mit der australischen Bundespolizei ab 2019 eine die Verschlüsselungs-App namens ANOM mit einer Backdoor weiter und etablierte diese über Jahre im kriminellen Milieu. In den Chats wurde offen über die Planung und Durchführung der Straftaten kommuniziert. So erhielten die Behörden Informationen über Lokalitäten, Preisabsprachen, Art und Weise des Handelns und zahlreiche Bilder der gehandelten Ware. Vor der Abschaltung waren rund 12.000 Endgeräte in über 90 Ländern in Asien, Südamerika und Europa aktiv.

Bisher wurden in intensiver Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden der Länder in Deutschland knapp 1.000 Nutzer identifiziert, über 280 Ermittlungsverfahren eingeleitet und über 130 bereits bestehende Ermittlungsverfahren mithilfe der aus „ANOM“ stammenden Informationen unterstützt.

Bei über 90 Verfahren wurden bereits polizeiliche Einsatzmaßnahmen wie Festnahmen, Sicherstellungen und Durchsuchungen durchgeführt. Hierbei wurden:

  • knapp 140 Haftbefehle vollstreckt,
  • knapp 1.300 Kilogramm Cannabis, über 1.500 Kilogramm synthetische Drogen, vier Kilogramm Heroin, 20 Kilogramm Kokain sowie fünf Labore zur Herstellung von Rauschgift sichergestellt,
  • rund 55 Schusswaffen und über 2.400 Schuss Munition aus dem Verkehr gezogen sowie
  • Vermögen im Wert von über 1,8 Millionen Euro vorläufig gesichert.

Dennoch ist hier noch nicht Schluss, die Ermittlungen dauern weiterhin an, so die Behörden.

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9 Kommentare

  1. Nicht gerade beeindruckende Zahlen…

    • da stimme ich dir leider vollkommen zu… Das beschlagnahmte Geld steht in keinerlei Relation zu den eigenen Kosten und möglich gemacht wurde es durch die USA… Starke Performance was wir hier abliefern 😀

      • Davon abgesehen, dass Strafverfolgung keine Gewinnabsicht erzielen sollte, stelle ich mir die Frage, welche Kosten dem BKA denn letztendlich wirklich entstanden sind, sofern man sich nicht an der Entwicklung der App beteiligte.

        Viel interessanter finde ich allerdings die Frage, warum man so eine App einstellt?

    • MeinNametutnichtszurSache says:

      Hab ich mir auch gedacht. Wäre spannend, was davon übrig bleiben würde, wäre Cannabis endlich legal.

  2. Wahnsinn was für enorme Mengen an Drogen und an Drogengeld allein mit dieser App beschlagnahmt wurden. Ich hoffe das die Polizei weiterhin so trickreich handelt und wünsche viel Glück (gehört wohl auch dazu) um diese Versager dingfest zu machen.

    • Bob,auch du wirst irgendwann einsehen,dass die Prohibition von Drogen einfach sinnlos ist.

      • Synthetische Drogen, deren Wirkung und Nebenwirkungen nicht genau bekannt sind, sollen also freigegeben werden? Tolle Idee!

        • MeinNametutnichtszurSache says:

          1. Wäre spannend, was unser BKA denn unter „synthetischen Drogen“ versteht… wahrscheinlich sind es nur Schlaftabletten gewesen…
          2. Deren Wirkung und Nebenwirkungen sind bekannt. Die Zusammensetzung aufgrund der Illegalität nicht.

    • Ich würde dir mal raten mit dem Alkoholverbot in den USA vor etwa 100 Jahren und den folgen der Aufhebung zu beschäftigen, die sind nämlich nicht ganz unschuldig am Verbot von Gras in Deutschland.

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