Amazon wegen langsamer Prime-Lieferungen in Washington verklagt

Irgendwie kommt das sicherlich dem einen oder anderen Prime-Kunden bekannt vor. Amazon sieht sich in Washington D.C. mit einer Klage konfrontiert. Der Generalstaatsanwalt des District of Columbia, Brian Schwalb, wirft dem Unternehmen vor, Prime-Kunden in einkommensschwachen Gebieten absichtlich langsamere Lieferzeiten zugemutet und dies gegenüber den Betroffenen verschleiert zu haben. Erinnert in Teilen an unseren Beitrag vor kurzem.

Konkret geht es um zwei Postleitzahlgebiete im Osten des Anacostia Rivers, in denen Amazon seit Mitte 2022 die „letzte Meile“ der Zustellung nicht mehr mit eigenen Fahrern, sondern ausschließlich über Drittanbieter wie USPS oder UPS abwickelt. Laut Schwalb führt dies zu deutlich längeren Lieferzeiten, ohne dass Amazon die Kunden darüber informiert oder die Prime-Gebühren entsprechend angepasst hätte, so Ars Technica.

Amazon argumentiert, die Umstellung sei aus Sicherheitsgründen für die Fahrer erfolgt. In den betroffenen Gebieten habe es gezielte Übergriffe auf Amazon-Zusteller gegeben. Man betont zudem, die Kunden würden beim Bestellvorgang transparent über die voraussichtlichen Lieferzeiten informiert. Schwalb wiederum bezweifelt diese Aussage und verweist auf Beschwerden von Kunden, die sich über die längeren Lieferzeiten wunderten und von Amazon mit nichtssagenden Antworten abgespeist wurden.

Der Generalstaatsanwalt fordert nun eine einstweilige Verfügung gegen Amazons irreführende Werbung für Prime-Lieferungen in den betroffenen Gebieten. Außerdem sollen die betroffenen Kunden entschädigt werden. Das Unternehmen zeigt sich kämpferisch und will die Vorwürfe vor Gericht entkräften. Man ist überzeugt, dass schnelle Lieferzeiten und die Sicherheit der Fahrer kein Widerspruch sein müssen.

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Nordlicht, Ehemann und Vater. Technik-verliebt und lebt fürs Bloggen. Außerdem: Mail: benjamin@caschys.blog / Mastodon

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13 Kommentare

  1. Als ich noch mein Prime Abo hatte habe ich das auch vermehrt festgestellt. Früher kam die Ware zu 99% am nächsten Tag. Zuletzt waren 2-3 Tage die Regel, wenn man etwas ländlicher wohnt. Den Versandvorteil von früher sehe ich einfach nicht mehr. Ich bin jetzt bei einem deutschen Versandhandel mit 9,99 Euro pro Jahr premium Versand. Da spart man auch die Versandkosten. Angebote sind ähnlich, wenn auch vielleicht nicht so umfangreich. Aber hier klappt das liefern irgendwie besser.

  2. dito – Lieferzeit ist deutlich schlechter geworden vs. dem Versprechen

    ok, man muss sich Fragen was braucht man so dringend?!?

    Aber ist schon strange das man z.B. Adventskalender nicht mehr zum 1.12 geliefert bekommt, obwohl man 4 Werktage vor dem 1. bestellen will
    und das durchgängig über alle Sorten von Kalender!
    Früher konnte man die Quasi noch am Vorabend bestellen und hatte sie pünktlich

    nächstes Jahr ist das ABO weg, kaum mehr Vorteile…

    Versandkosten: kann man auch anders sparen

    Lieferzeit:
    da ist AMAZON schlechter geworden und die anderen besser

    Prime Gaming:
    dünnes Angebot

    Prime Foto:
    Enteignung über die eigenen Bilder? nein danke!

    Prime Video:
    danke Werbung habe ich nicht bezahlen wollen und dem nicht zugestimmt, Angebot auch mittlerweile mau

    Handy-App:
    danke die Bestell-KI will ich nicht und nervt nur
    die Suche egal ob Web oder APP und die anschließenden Treffer sind mittlerweile ein Grauen

    Primeday/Black-Friday: Leute Verar… meist davor schon gleich teuer oder nach Weihnachten dann auch zu den Preisen

    Alexa-Hardware:
    Sticks sind mittlerweile Werbevermüllt, Tablets und Screens sind mittlerweile auch immer schwerer „frei“ zu nutzen und dafür ist die Leistung im Vergleich zum Preis nicht mehr wirklich nen Schnapper

    Einzig die Retourenabwicklung ist noch sehr gut; unkompliziert und schnell.

    Ok, vieles war gesponsert und man muss Profit und Gewinne generieren:
    Dann lieber weniger halbgares, dafür aber richtig.

    • Das von dir (subjektiv) empfundene Versprechen, stelle ich jetzt mal als Pendant zur sog. garantierten Lieferung gleich, folglich hier meine Frage:
      Wie kann denn die Lieferzeit ggü. einem Versprechen schlechter werden?
      Im Wirtschaftsleben geht es nicht um Gefühle oder ähnliche Befindlichkeiten, hier gilt als oberste und einzige Priorität Markt-/Wettbewerbsfähig zu bleiben.
      Ich stimme zu, dass es Menschen gibt die auf den ersten Blick rücksichts- und gewissenlos Marketing betreiben…

      Denkanstoß:
      Niemand mag in Filmen den Bösewicht. Warum? Aufgrund der Handlungen in der Geschichte? Nein, sondern weil die Person, welche die Rolle spielt dich von Ihrem fiktiven Charakter überzeugen kann.

      …aber hier gibt es zahlreiche kausale Hintergründe, welche nicht ausschließlich am Ergebnis erkennbar sind.
      Kommen weitere „Trigger“ (im Falle von amazons Produkt-/Angebots-Portfolio) entsteht bei Menschen, die Dinge nur im Ergebnis beurteilen der zuvor erwähnte subjektive Eindruck alles wäre „schlecht“ oder würde schlechter werden.
      Ergänzend zu meiner anfänglichen Frage finde ich es äußerst interessant, dass alle „Leistungen/Produkte“ nur einseitig argumentiert werden und somit nur Frust signalisiert. Vielleicht ist dieser direkt bei amazon besser platziert(?).

      Übrigens:
      Der Black-Friday steht nicht für bessere Angebote, sondern markiert lediglich den Start für das kommerzielle Weihnachtsgeschäft. Wird aber oft so ausgelegt, als gäbe es nur an diesem Tag und drum herum diese Angebote.
      → somit hat der Bösewicht dich von seiner Rolle bereits überzeugt

      • Du schreibst BS. „einzige Priorität Markt-/Wettbewerbsfähig zu bleiben“. Genau das ist Amazon nicht mehr.
        Und der Black Friday ist der Freitag und vielleicht noch der Cyber Monday; seitdem sind viele Preise wieder angestiegen weil der Run auf Weihnachten läift und die Zeit knapp wird.

  3. Nachdem sich Jeff auf die Seite des zukünftigen Präsidenten der USA gestellt hat, wird das Verfahren bestimmt eingestellt.

  4. Nicht die Lieferzeiten sind länger geworden, sondern die garantierte Lieferzeit. Erst letzte Woche Freitag etwas bestellt, garantierte Lieferung bis Mittwoch (früher hätte da der nächste Tag gestanden). Gekommen ist es, oh Wunder, am nächsten Tag, also Samstag. Die bauen also wahrscheinlich genau wegen sowas einen Sicherheitspuffer ein. Das hat den Nachteil, dass man sich nicht mehr auf die zugesagten Daten verlassen kann. Ich bin nämlich nicht jeden Tag zu Hause und teure Sachen (hier über 1000€) lasse ich nicht neben das Haus legen.

    • Deswegen lasse ich die Pakete immer an unsere DHL Postbox schicken. Das nervt so extrem, das die Pakete häufig ein 1-2 Tage eher ankommen und man nicht da ist.

      Bei DHL bekomme ich die Pakete dann auch jedes mal vor 12uhr, die Amazon Fahrer tauchen oft erst zwischen 18-21uhr auf.

  5. Kann ich nicht bestätigen. Die Lieferungen (auf dem Land) sind so schnell wie noch nie. Früher war ausschließlich DHL für die Auslieferung der Bestellungen zuständig, sprich, wenn 10-11Uhr rum war, DHL war durch, kam auch nichts mehr.

    Heute ist es normal, dass selbst wenn ich um 21-22Uhr was bestelle, die Ware ankommt. Dann aber mit Fremdfirmen. Meist alle Arten von Transportern die teilweise dann auch erst 20Uhr ausliefern.

  6. Ich habe letzte Woche wegen Black Friday, Prime mal wieder gebucht (wg. günstigen Channels für 3 Monate und Bestellungen wegen Xmas) bestelle 2 Sachen, kommt in etwa die Meldung: Artikel A kommt am 8. Dez., Artikel B am 11. Dez. ob ich was dagegen hätte zu warten damit Artikel A & B zusammen verschickt werden können um Karton/Lieferung zu sparen. Hab ich so auch zum ersten mal gesehen & gemacht.
    Und heute ein Teil (4€) bestellt und hätte ich noch 3 andere Teile bestellt hätte ich 3% Rabatt bekommen. War mir auch neu.

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