Amazon soll in Italien wegen Missbrauchs seiner Marktstellung 1,13 Mrd. Euro Strafe zahlen

Amazon soll in Italien laut einem Bericht von Reuters eine Strafe in einer Rekordhöhe von 1,13 Mrd. Euro zahlen. Ursache sei der Missbrauch seiner Marktstellung im Bereich des Online-Handels. Ob Amazon aber am Ende tatsächlich zur Kasse gebeten wird, ist noch offen. Der Online-Riese hat bereits einen formalen Widerspruch angekündigt.

Laut Amazon sei die Strafe, die von den zuständigen Wettbewerbshütern in Italien verhängt worden ist, ungerechtfertigt und auch unverhältnismäßig. Konkret findet sich der Stein des Anstoßes hier in Amazons Marketplace-Initiative „Fulfillment by Amazon“ (FBA), wozu man die unabhängigen Marketplace-Händler gedrängt habe. Das sei geschehen, indem man exklusive Vorteile, etwa den Einsatz des Prime-Labels, an FBA gekoppelt habe. Dadurch seien Händler, welche ihre Logistik über Amazon abwickeln, deutlich bevorzugt worden.

Kunden achten mittlerweile auf das Prime-Label, weil es für sie Versand und auch Retouren vereinfacht. Entsprechend setzen Händler, die FBA nutzen, meistens auch mehr um. Amazon wisse dies genau und schiebe die Marketplace-Anbieter so zu seinem Dienst. Amazon wiederum bestritt dies und bezeichnete FBA als „komplett optionalen Service“, den das Gros der Marketplace-Händler auch gar nicht nutze.

Die EU-Kommission hatte sich an der Untersuchung in Italien beteiligt, damit Konsistenz garantiert ist. Denn es laufen auch noch EU-weite Überprüfungen von Amazons Geschäftspraktiken.

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3 Kommentare

  1. Mal ganz „dumm“ gefragt: falls Amazon zahlen müsste, auf wen werden wohl die Kosten abgewälzt? Zahlen das die Aktionäre oder letzendlich wir, die VerbraucherInnen , über höhere preise bei Amazon? Gibt es da Regelungen die ein überwälzen von Strafzahlungen , die von Wettbewerbsbehörden eigentlich ja zum ‚Wohle der VerbraucherInnen erlassen weerden, verhindern? Sonst wäre das letzlich ja kontraproduktiv – denn es zahlt jeder und jede von uns dann anteilig diese Strafe. Ich halte das bis jetzt für zu undurchsichtig kommuniziert als daß ich mich als Verbraucher über solche Strafandrohungen wirklich freuen könnte. Und ja ich denke als Verbraucher: da will ich einfach nur bequem und möglichst preiswert und unkompliziert kaufen. Was das mit irgendwelchen „anderen“ interessen macht ist mir als Endkunden egal, um ein Kohlwort zu zitieren : „entscheidend ist was hinten rauskommt“

    • André Westphal says:

      Letzten Endes ist es für dich als Kunden immer schlecht, wenn ein Händler zu viel Macht hat. Gedankenspiel: Amazon kriegt alle Marketplace-Händler mit seiner Taktik nach und nach dazu FBA zu nutzen – was jene ja auch etwas kostet. Also erhöht sich das Preisniveau. Du zahlst mehr, weil die Händler an Amazon mehr zahlen müssen – Letztere sind der einzige Gewinner und haben den Wettbewerb erschwert, da Marketplace-Händler ohne FBA, auch wenn sie niedrigere Preise anlegen, keine Chance mehr haben.

      Die Strafe zahlt Amazon, nicht du. Die haben genug Geld in der Portokasse ;-). Aber nun geht es ja voraussichtlich eh erstmal weiter mit Auseinandersetzungen, da Amazon Widerspruch einlegen will.

      • Hallo Andre, ja, aus diesem Blickwinkel sicher sinnvoll. Dennoch ist das für mich als Prime-Kunden dann ein Rechenexempel: kostenlose Lieferung – dafür etwas teurer oder eben lieferung gegen zusätzliches Lieferentgelt – da muß dann immer der Rechenstift her. Ganz abgesehen davon das es u. U. eben einfacher ist Reklamationen oder Rüccksendungen abzuwickeln wenn ich nur einen Ansprechpartner hab. Aber Du hast Recht: gut wenn noch eine Auswhal da ist und auch da bleibt.

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