Amazon Deutschland: Fortschritte beim Kampf gegen Fake-Rezensionen

Ab und an gibt Amazon mal Informationen preis, wie es denn um den Kampf gegen die Fake-Bewertungen steht. Meist geschieht dies global, heute aber hat man mal speziell auf den deutschen Markt geschaut. Wir erinnern uns: In der letzten Zeit flogen einige Händler bei Amazon raus, da diese gegen Amazons Richtlinien verstoßen haben. Bei den Rezensionen und der Masse der Anbieter erscheint es mir oftmals, als müsse Amazon einen Kampf gegen Windmühlen führen – als Randtipp kann man da wohl nur empfehlen, auch einmal die kritischen, ausführlichen Bewertungen zu lesen, nicht nur die guten. Doch wie schaut es aus bei Amazon Deutschland?

Amazon engagiere sich laut eigener Aussagen seit langem gegen den Rezensionsmissbrauch und hat in seinem Kampf vor Gericht gegen Anbieter von gefälschten Kundenrezensionen in Deutschland zuletzt deutliche Fortschritte erzielt. Im Laufe der Zeit Habe Amazon

  • 9 solcher Akteure gezwungen, ihr betrügerisches Angebot infolge der Verfolgung durch Amazon zu ändern oder ganz einzustellen,
  • 17 einstweilige Verfügungen und über 150.000 Euro an Ordnungsgeldern gegen solche Akteure erwirkt, die nicht authentische Kundenrezensionen veröffentlichten,
  • 2 Entscheidungen von Oberlandesgerichten mit grundsätzlicher Bedeutung für den gesamten Onlinehandel erwirkt, wonach Rezensionsvermittler offenlegen müssen, dass die Rezensionen gegen eine Gegenleistung erbracht wurden,
  • kürzlich erstmals Informationen über Verkaufspartner:innen erhalten, die gefälschte Rezensionen erworben hatten; diese wird Amazon für die Durchsetzung von Richtlinien in unserem Store nutzen.

Den kompletten Bericht von Amazon kann man hier einsehen, da geht’s dann auch ein bisschen um den Blick ins globale Geschehen.

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26 Kommentare

  1. Na super, dann sind wir von 82,1734% Fake-Rezensionen auf 82,17335%! Voller Erfolg voraus! 😀

    • Genau so ist es. Es gibt so viele offensichtliche Rezensionen, die gefaked sind, dass es mich wundert, wieso die überhaupt jemals von Amazon veröffentlicht wurden.

      Gerade im Bereich angeln gibt es so viele Rezensionen 5 Sterne: „Köder sieht toll aus – habe ihn aber verschenkt“ oder 5 Sterne: „Freue mich schon, den Köder bald das erste Mal ausprobieren zu können“.

      Bei anderen Artikeln hat jede Rezension 5 Sterne und ein Bild oder Video und ganz klar ist, dass das Bild oder Video eine der Bedingungen war, damit man für die Rezension entlohnt wird. Auch da könnte man mit einem Mitarbeiter ganz schnell unbeschadet zig hundert Bewertungen auf einmal löschen.

      • Manchmal habe ich auch das Gefühlt, dass Amazon da nur bedingt vorgehen möchte..

        • Wieso sollten sie auch energisch dagegen vorgehen? Ist gar nicht gewollt.
          Kostet doch nur Geld (weniger Provision, nur das nötigste dagegen tun).

  2. Gefühlt sind 90% der Rezensionen, gerade bei chinesischen Herstellern, komplett fake.
    Und wenn eine Rezension von einem „Vine“ User ist, lass ich die sofort unbeachtet.

    Amazon sollte auch gegen die Schreiberlinge der Fake Rezensionen vorgehen und bei Wiederholungstätern die Konten sperren oder zumindest Rezensionen sperren.

    Es ist einfach unrealistisch, dass ein Billig-Produkt, wo man schon auf den Bildern die schlechte Qualität sieht, teils über 1.000 Bewertungen mit meistens 4-5 Sternen abgegeben werden. Da sind die schlechten Rezensionen in der absoluten Minderheit. Ich schaue mittlerweile nur noch auf Bewertungen mit 3 oder weniger Sternen, weil diese meist von tatsächlichen Käufern stammen und sehr häufig auch der Realität entsprechen.

    Wirklich traurig das ganze, weil einfach enorm viele Kunden getäuscht werden und auch Amazon hat ja nicht viel von enttäuschten Kunden, die dann womöglich auch die Artikel noch zurücksenden.

    Das ganze ist auch erst seit wenigen Jahren so krass, seitdem immer mehr chinesische Händler, die vorher auf Aliexpress oder eventuell eBay waren, auf Amazon vorgedrungen sind.

    • Ich sehe bei dem Vine Programm auch eine Mitschuld. Man hört das man teure Produkte testen und behalten darf für „eine Rezession“. In Betracht gezogen wird man nur wenn man ein aktives Mitglied ist. Und so schreibt man zu jeden Produkt eine Bewertung. Dies artet in Arbeit aus und man schreibt immer kürzere und schlechtere Bewertungen. Und wenn man am zweifeln ist das irgendwann noch etwas wird, wird man von irgendjemand angeschrieben ob man nicht Bewertungen für kostenlose Produkte schreiben möchte, aber es muss eine 5* Bewertung sein…

    • Ich spring auch immer direkt zu den 3-Sternern.

    • So ähnlich mache ich es auch. Prinzipiell werden auch eher negative Bewertungen geschrieben, weil man ja „Dampf“ ablassen will.
      Aber positive Bewertungen mit Bildern und ausführlichem Text (sofern nicht Vine-Rezension) schaue ich mir auch an. Wenn nicht zu viel Lobhudelei dabei ist, dann kann man so einer Bewertung trauen.

    • Der bisherige Kurs hat Amazon anscheinend gut gepasst und nicht wesentlich gestört.

  3. Herr Hauser says:

    Und das hat man alles gegen China-Verkäufer/Vermittler in China erwirkt? Hier in Deutschland?

  4. Bleiben nun noch 70 Prozent „dumme“ Rezensionen der Marke „Unverschähmt, Artickel kamm kaputt bei mich an – nie wieder (1 Stern)!“

  5. Dann bitte auch noch diese Vine-Rezensionen entfernen. Immerhin werden diese Werbe-Rezensenten auch als solche deklariert (Vine). Aber wenn man in Produkt geschenkt bekommt, dann berichtet man doch auch positiv darüber (selbst wenn es nix taugt), denn man bekommt ja das nächste Produkt auch bald wieder geschenkt.

  6. Die Vine Rezensionen sind echt eine Zumutung. Kannste komplett ignorieren.
    Ebenfalls schwer bedenklich finde ich, dass die Kommentarfunktion für Bewertunbgen einfach mal so rausgenommen wurde. Das war nämlich früher oftmals sehr hilfreich! Aber Amazon wird schon wissen, wieso sie das nicht mehr möchten.
    Fakt ist. dass der ganze Rezensionskram echt für die Füße ist.

    • Ja, die Kommentarfunktion war echt sehr hilfreich. Bei meinem TV gab es sogar Vorschläge zum Einstellen des Bildes, welche dann wirklich besser war als der Standard (wenn man von den Einstellungen keine Ahnung hat ist sowas Gold wert).
      Auch konnte man Nachfragen lesen und hat gemerkt, dass die Rezension echt war, da darauf auch vernünftig geantwortet wurde.

    • Amazon wird das machen was mehr Kohle bringt.

  7. Ich habe bis vor 3 Jahren ausführliche und gute Bewertungen bei Amazon geschrieben. Oft auch mit Updates nach ein paar Monaten/Jahren der Nutzung. Dann hat Amazon mich gesperrt, weil ich gegen die Communityregeln verstoßen haben soll, alle meine Bewertungen wurden dabei gelöscht. Ich habs erst bemerkt, als eine Bewertung updaten wollte, die aber nicht mehr da war. Rückfragen nach dem warum konnten nicht beantwortet werden. Schön ist auch, dass ich deswegen keine (öffentlichen) Fragen zu einem Artikel mehr stellen darf. Ich war zu der Zeit viele Jahre Primekunde mit hohen Umsatz (500-1000€ pro Monat), ich habe nicht jeden Artikel mit einer kurzen Sinnlosbewertung versehen, sondern nur Artikel bewertet zu denen ich auch etwas sinnvolles sagen konnte. Keine Ahnung warum die KI mich als Fakerezensent ausgesucht hat, aber bei Amazon kann das ja angeblich weder irgendwer anschauen noch rückgängig machen.

    Ich hab daraus gelernt, dass ich mir die Mühe mit Bewertungen nicht mehr mache, egal ob bei Amazon oder irgendwo anders. Und bei Amazon kaufe ich nur noch, wenn ich es schnell brauche, und keinen anderen Händler finde der schnell liefert. Einen günstigeren Händler als Amazon zu finden ist ja idR eh kein Problem.

  8. Nützlicher Tipp bei diesem Thema: ReviewMeta.com: („ReviewMeta analysiert Amazon Produktrezensionen und filtert die Rezensionen heraus, die von unserem Algorithmus als potentiell unecht eingestuft werden.“)

    • Selbst das hilft nur bedingt. Selbst nach dem Filtern sind da viele Bewertungen, die in meinen Augen sehr unglaubwürdig erscheinen. Ich denke die China-Händler sind da auch etwas schlauer geworden und sagen den „Rezensenten“, welche Wörter und Sätze nicht genutzt werden sollen, wie lang/kurz die Bewertung sein soll und mischen auch 4 Sterne Bewertungen drunter. Die Algorithmen filtern halt hauptsächlich Rezensionen, die eine gewisse Länge haben und die sich auch anderweitig sehr ähneln (Wortwahl etc.).

  9. Die haben sich wohl schon etwas neues einfallen lassen. Man stellt ein (billiges/einfaches) Produkt ein das mit hoher Wahrscheinlichkeit viele positive Bewertungen erzeugt und wechselt dann einfach das Produkt (mit gleicher ID). Anders konnte ich mir es nicht erklären warum zB bei elektronischem Insektenvernichter zB 5-Sterne-Bewertungen sind in denen von Vogelfutter oder Vogelhäuser geredet wird. Nur die wenigen 1-Sterne Bewertungen bezogen sich auf das Gerät

    • Ja, das ist mir auch schon mehrfach aufgefallen.

    • Und was unternimmt Amazon dagegen?
      Sowas ist ja nicht gerade gut fürs Image und ein lösbares Problem.

    • Wolfgang D. says:

      „warum zB bei elektronischem Insektenvernichter zB 5-Sterne-Bewertungen sind in denen von Vogelfutter oder Vogelhäuser geredet wird“

      Ich dachte immer, das Amazon System ist zu doof um sauber aufzuräumen und ordnet Bewertungen öfter mal den falschen Produkten zu. Ist das mit der Produkt ID bestätigt, bevor man eine Verschwörung konstruiert?

  10. Ich lese grundsätzlich nur die schlechten Bewertungen (1-3 Sterne), weil ich davon ausgehe das die keine fake sind.

    • Eher die 3er-Sterne-Bewertungen lesen, die 1er könnten von der (eigenen chinesischen) Konkurrenz sein. 😉

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