9-Euro-Ticket: Möglicher Nachfolger könnte ab Ende 2022 starten

Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr. Quelle: BDMV

Das 9-Euro-Ticket ist eines der großen Themen des Jahres. Da gibt’s allerlei Ideen und Forderungen, ob und wie es nun weitergeht. Kritiker sagen, dass das 9-Euro-Ticket oft nur denen hilft, die genug haben würden, um sich ein Ticket zu kaufen. Ebenso belaste das Ticket den Haushalt. Auf der anderen Seite gibt’s natürlich Fürsprecher, die ein solches Ticket wollen, am besten wäre aus vieler Fahrer Sicht natürlich der kostenlose ÖPNV – einfordern ist immer einfach und günstig, denn es kostet mittelbar erst einmal das Individuum nichts.

Anscheinend könnte es aber einen Umbruch in unserem System geben, denn ein Nachfolgeangebot für das Ende August auslaufende 9-Euro-Ticket ist laut Bundesverkehrsminister Volker Wissing Ende des Jahres oder Anfang 2023 möglich. Anfang November werden dem Minister Daten zum Ticket vorliegen, dann werde man schauen müssen, so Wissing gegenüber der dpa:

„Was sind die Erfahrungen damit? Welche Rolle spielt der Preis? Welche Rolle spielt das einfache Handling oder die deutschlandweite Geltung?“ Um solche Fragen werde es dabei gehen. „Da wird ja sehr viel gemutmaßt, aber so richtig weiß man es nicht. Darum brauchen wir die Ergebnisse der Evaluation.“

Er sei optimistisch, dass es schnell gehen könne, wenn man denn Einigkeit zwischen Bund und Ländern habe. Denn das habe die Vergangenheit ja gezeigt, dass man schnell aktiv werden könne.

Zur Halbzeit des 9-Euro-Tickets sieht Wissing wesentliche Ziele erreicht. „Wir haben damit etwas ausgelöst, was sehr wichtig war für den ÖPNV, nämlich einen Modernisierungsschub“, sagte er. „Der ÖPNV ist dadurch ein Stück digitaler geworden, er ist einfacher geworden, und er ist stärker auf die Fahrgäste ausgerichtet worden – und das innerhalb von wenigen Wochen.“

Dazu muss man natürlich sagen, dass das auch nur halb richtig ist. Kunden kaufen das Ticket irgendwo und steigen ein. Ohne Gedanken, wo sie vielleicht nachlösen müssen oder sonst irgendwas. Sie sparen vielleicht Zeit in fremden Städten, um ewig die passenden Tarife herauszusuchen, um dann minutenlang den Automaten zu verstopfen. Das ist aber auch alles.

Mal schauen, was da so kommt. Ein grundsätzliches Ticket wäre sicherlich fein, vielleicht könnten auch einfach mal einheitliche, simple Tarife bei den Verbünden helfen – als Ortsfremder blickt man ja eigentlich kaum noch durch.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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64 Kommentare

  1. Was mich bei den vielen Kritikern am meisten stört, sind die Aussagen zu den Kosten.
    Allein was das Ticket an weniger Belastung der Straßen bringt, weniger Schadstoffausstoß, mehr Platz für Radfahrer usw. wird völlig außer Acht gelassen. Es steigert die Lebensqualität derer, die täglich von den Automassen belastet werden. Aber offenbar sieht man immer nur, dass weniger getankt werden würde und demnach auch Steuern im Staatshaushalt fehlen.
    ÖPNV ist ein Zuschussgeschäft, es darf nicht gewinnorientiert sein, es ist Infrastruktur.
    Wenn man Straßen baut, bringen die auch kein Geld.
    Aber vermutlich sieht man wieder nur, dass man dann ja weniger Autos verkauft und ach die arme Autoindustrie…

    • Ja, wir sollten den öffentliche Nahverkehr genau wie andere Gemeinschaftsaufgaben (z.B. Feuerwehr) sehen und nicht als Unternehmen. Es gibt dazu ja gute Ideen, z.B. eine Art PKW-Maut für große Städte, die aber als Ticket für den ÖV gekauft wird. Wer in die Stadt mit dem Auto will, hat immer auch ein Ticket gekauft – im Zweifel für Anwohner dann eben ein Jahresticket, und so hast du neben einer zusätzlichen Finanzquelle eben auch den Anreiz, den Wagen stehen zu lassen. Wozu du aber ein Auto besitzen musst, ist in großen Städten immer fragwürdiger – es reicht doch, wenn eins verfügbar ist, wenn du es mal brauchst (Car2Go oder was auch immer), wozu soll es immer in den Straßen rumstehen. Es wird auch in Zukunft immer Autos geben, aber wir sollten endlich aufhören, unser Leben um die Autos herum aufzubauen.

      • Könnten wir stattdessen nicht einführen das Feuerwerk und Polizei kostendeckend arbeiten müssen?

      • Ich denke es kann durchaus hier Luxusangebote geben – genauso wie es neben Feuerwehr und Polizei auch Private Anbieter gibt die die öffentlichen Anbieter entlasten (wie Taxis bei ÖPNV bisher – ein paar Subventionen sind hier ok… Beispielweise ist ein Jobticket mit KVB Rad und anderen Specials etwas was über den AG trotz 9 Euro Ticket weiter sinn macht

  2. Zu was führte das 9€ Ticket?

    Ich fahre nicht oft, aber was ich bei der letzten Fahrt erlebt habe möchte ich nicht unbedingt mehr haben…
    Und es interessiert die Betreiber null das die Kapazitäten nicht vorhanden sind, sie kassieren Ja so der so….

    • Die Betreiber sind alle auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet, die können selbst wenn sie wollten nicht mal eben mit einem Wagon mehr fahren, da sie den schlicht nicht haben.

    • Die S-Bahn war die ersten zwei Wochen übervoll, chaotische Zustände, inzwischen hat es sich gelegt…

  3. Das 9€ Ticket sorgt für ein gutes Gefühl weil man sich eben keine Gedanken mehr machen muss ob sich nun ein Tages Ticket oder eher eine einfache Fahrt lohnt. Und es sorgt dafür das man auf Strecken wo es zeitlich Attraktiv ist, doch mal das Auto einmal mehr stehen lässt.

    Was neben dem Preis aber auch noch besser werden muss: Die Qualität & die Fahrzeiten. Wenn ich alleine mit dem ÖPNV 60 Minuten brauche um zum Bahnhof zu kommen oder 60 Minuten (statt 15-20 Minuten mit dem Auto) zur Arbeit dann überzeugt der ÖPNV nicht grade Leute umzusteigen.
    Grade das Thema Fahrzeiten ist aber echt schwer zu verändern, insbesondere wenn der ÖPNV darauf ausgerichtet ist das die Leute in die Innenstadt fahren. Sobald von von Außenbezirk in einen anderen Außenbezirkt will braucht man nahezu immer mind. 60 Minuten.
    Da braucht es neue Mobilitätskonzepte, die dann aber bitte nicht nur da verfügbar sein dürfen wo der ÖPNV schon gut getaktet ist.
    Ich denke daran, anbieter von Leihrollern oder Leihfarrädern dazu verpflichten die Außenbezirke zu erschließen.
    Bei mir ist nämlich eine große Hürde der Zubringer zur Straßenbahn. Der Bus fährt nur 2x die Stunde und braucht 10 Minuten. Die StraBa fährt wesentlich häufiger und ist von mir 1,5km entfernt.
    Oft gehe ich die Strecke zu Fuß (ein Zeitgewinn habe ich dann nicht, aber besser als an einer Haltestelle rumsitzen und warten)
    Ich könnte diese Strecke aber wunderbar mit dem Rad oder Roller (Am liebsten Fahrrad) überbrücken, blöd nur das an der StraBa haltestelle auch der Einzugsbereich von Tier, Nextbike & co endet.

    • Hallo DerDa, man sollte hier nie vergessen: ÖPNV ist auch für die da die weder Auto, Rad oder Roller fahren können und auch nicht mehr gut zu fuß sind: ältere odr berhinderte Personen, und behinderte Personen erhalten auch erst ab einem relativ hohem GdB eine Freifahrt im ÖPNV . Es braucht also schon echten, d. h. ÖPNV der einen färht und nicht einen der darauf setzt daß man bestimmte Strecken selber färht . Fahrräder gehören m. E. zum Individualverkehr und sind nicht teil des ÖPNV. ÖPNV ist immer dann wenn sich mehrere Menschen ein von Dritten zur Verfügung gestelltes und betriebenes Fahrzeug zur Fahrt zu einem gemeinsamen Ziel teilen. Deine Idee klingt gut läßt aber gerade die menschen, die mangels Alternative eh schon unter schlechtem ÖPNV wirklich leiden , weiter hinten an stehen.

  4. „als Ortsfremder blickt man ja eigentlich kaum noch durch.“

    So etwas ähnliches hat Herr Wissing auch gesagt. Und da halte ich ein bundesweites System tatsächlich für einen riesen Fortschritt. Man denke nur einmal, es gäbe nicht mehr die Notwendigkeit, in einer neuen Stadt das Ticketsystem verstehen zu müssen. Für mich ist das ähnlich, wie das EU-Roaming, es funktioniert einfach und man kann es nutzen. Das nenne ich eben Kundenorientierung oder eine gute User Experience. Aktuell habe ich mich für die zahlreichen Apps in den Städten registriert, die ich häufiger besuche. Und das ist schon die bequeme Variante. Früher musste man sich erst einmal einen Automaten suchen und hoffen, dass darauf eine verständliche Anleitung des Zonensystems ist.

    Das ist zwar nicht Deutschland, aber bei solchen Überlegungen muss ich immer an das Ticketsystem in Tokyo denken:

    https://www.dreamstime.com/tokyo-japan-november-ticket-machines-toei-subway-station-tokyo-toei-subway-tokyo-metro-have-stations-have-million-image125051161

    Sieht grauenhaft unübersichtlich aus, ist aber eigentlich ganz einfach. Überfordert ist man aber dennoch erst einmal.

    • Ernsthaft, du schließt dich der Argumentation eines Herrn Wissing an, der ganz offensichtlich noch nie in seinem Leben selbst öffentlichen Verkehr genutzt hat und sich auf das Nachplappern von Schlagwörtern (Tarif-Wirrwarr, Digitalisierung, Flexibilität) beschränkt?

      Wer in einer fremden Stadt den Nahverkehr nutzen will, erhält überall (!) eine Tageskarte und muss nur noch mit kurzem Blick auf den Zonenplan beurteilen, ob ihm die Kernzone/Innenstadt reicht. Mehr nicht.

      Menschen, die der Nahverkehr überfordert, habe ich am Wochenende selbst erlebt. Manager, die in einen Zug nach München steigen, obwohl sie nach Berlin wollen, trotz Hinweis des Zugbegleiters, er solle aussteigen und den Zug am Gleis gegenüber nutzen, bis zum Schließen der Türen sitzen bleiben und danach lautstark dem DB-Personal die Schuld daran geben, im falschen Zug zu sitzen.

      Das sind dieselben Leute, die dann überall rumjammern, sie würden ja gerne ÖPNV nutzen, aber das sei alles viel zu kompliziert, unzuverlässig und langsam, weil sie nicht eine Sekunde selbst den Verstand einschalten, sondern wohl blind abhängig sind von Mitarbeitern, die bei Reisen für Sie das Denken übernehmen.

      Und die wird es immer geben – auch in Zeiten des 9-Euro-Ticket. Der Rest der Menschheit nutzt eine Ticket-App, die ihm sagt, wie man von A nach B kommt und was es kostet. Und zwar schon seit Jahren – nicht erst wegen des 9-Euro-Tickets, wie ein der Thematik unkundiger Verkehrsminister es darstellt.

      • Vom Einzelfall auf die Masse zu schließen ist nie gut. Ich kann nur von Erfahrungen aus dem Freundeskreis berichten und alle sind begeistert einfach einsteigen und losfahren zu können. Gerade wenn ich jetzt in Hamburg oder Berlin war. Ich muss halt nicht auf die Zonen achten und vielleicht entscheide ich mich nach der ersten Fahrt in Zone 1 dann doch dazu spontan etwas in Zone 2 zu machen und schon muss ich ein Zusatzticket buchen. Mit dem jetzigen Ticket alles kein Problem und so entspannt! Man muss nicht immer alles schlecht reden.

      • Hallo Alex, „Ticket-App, die ihm sagt, wie man von A nach B kommt und was es kostet. Und zwar schon seit Jahren “ ah sind wir jetzt bei der Pflicht , ein Smartphone zu besitzen und es ständig mit sich hzu führen um bus und Bahn zu nutzen , angekommen ? Gehts noch ? Ich erwarte ein Umfeld in welchem ich mein Leben auch noch leben kann, ohne Tablet, smartphone oder laptop ständig mit mir zu führen. Und ich erwarte zu jeder Zeit in Bahnen , bussen, Bahnhöfen, aber auch an jedem anderen ort wo Kund:innendienst gefragt wird – Bank , Krankenkasse Amtsstube usw. – noch von Menschen kompetent beraten und bedient zu werden – auch dann wenn ich nicht online bin oder nicht online gehen mag. Offline sein und dinge erledigen können ist ein menschenrecht. Ja ich bin auch online – aber ich will die Wahlfreiheit !

        • Alex scheint die Welt damit zum Besseren verändern zu wollen, indem er alle anderen Leute für blöder als sich selbst hält. Meine Erfahrung: das ist die Wurzel des Übels, nicht die Lösung.

          Ich fühle mit den Leuten mit, die im BVG ihr Ticket nicht abgestempelt hatten und deshalb Strafe zahlen mussten. In anderen Städten muss man die gleiche Ticketart eben nicht stempeln. Solche und andere Fehler sind menschlich. Und die vermeidet man nicht mit Tiraden über die Blödheit der Leute, sondern indem man den Prozess immer besser macht. Und Vereinheitlichung halte ich hier für einen Schritt in die richtige Richtung.

  5. Leider hat es die Bahn (nicht der ÖPNV) noch nicht so mit der Digitalisierung. Ein Hundeticket für die Bahnfahrt muss nach wie vor direkt vor Ort gekauft werden oder wird per Analog-Post zugeschickt. Hoffe, da tut sich bald mal was.

    • Gab es da mal nicht eine Werbung, das wenn der Hund in eine Tasche passt, das er dann Umsonst fährt? In so eine Ikea Tasche müsste doch auch eine Doggee rein passen!

  6. Find ich ok, abwarten. Nicht jedem kann man hier gerecht werden, so wird es eh wieder Kritik geben.
    Nur eines müsste dann Pflicht (für die Bahn) werden: Transport von Fahrrädern.
    Derzeit ist eine Planung kaum möglich. Schon auf dem Weg zur Arbeit muss man Angst haben aus der Bahn geworfen zu werden.

    • Die Bahn ist in erster Linie ein Transportmittel für Personen und nicht für deren Fahrräder und sonstiges Gelump, was man meint mitschleppen zu müssen. Fahrräder und große Gepäckstücke haben im Personenwagen nichts zu suchen. Sowas sollte an einem Counter abgegeben und separat verladen werden. Am Endpunkt der Reise kann man es dann wieder am Counter abholen. Um die ganze Geschichte planbar zu machen sollte eine digitale Voranmeldung von Fahrrädern und großen Gepäckstücken verpflichtend sein. Selbstverständlich sollte der Transport von Fahrrädern und großen Gepäckstücken dann nicht im Ticketpreis für den Personentransport beinhaltet sein.

      • Das gab es schon mal! Da war die Bahn noch 100% Staatseigentum und keine AG.

        • Die Bahn ist auch jetzt 100% Staatseigentum und ob man als AG oder sonst irgendwas geführt wird ist prinzipiell auch egal. Die Frage ist nur was erwartet der Besitzer (Staat). Die letzten Jahre waren es Dividenden, da wird natürlich gespart.

      • Hallo Mr. T.,
        „Die Bahn ist in erster Linie ein Transportmittel für Personen und nicht für deren Fahrräder und sonstiges Gelump, was man meint mitschleppen zu müssen. Fahrräder und große Gepäckstücke haben im Personenwagen nichts zu suchen. Sowas sollte an einem Counter abgegeben und separat verladen “ so sehr ich Dir in Sachen Fahrrad recht gebe, widerspreche ich in Sachen Gepäck. Daß große Gepäckstücke nicht mehr in heutige Wagen passen ist dem neu-Design der Züge geschuldet, namentlich der unsäglichen Doppelstockwagen (fahren ja sogar leider als IC inzwischen = Regionalzugneveau zum IC-Preis!!!) und nicht der Tatsache daß Reisegepäck nicht zum üblichen Transportgut in Personenzügen gehört. Ich war viele jahre lang Fahrschüler auf einer Internatsschule, mehrere 100 km vom Wohnort der Eltern . Da gab es noch „D-Züge“ mit den bekannten 6-er-Abteilen, über jedem sitz zwei stabile Gepäckablagen aus vollmetall, eine flachere für den „kleinen Rucksack“ und eine die den Luftraum bis zur Waggondecke ausnutze wo man einen großen Reisekoffer bequem und so, daß eer niemand störte, unterbringen konnte. Passte für heimfahrtswochenenden die gesammlte wäsche für die Waschmaschine zu hause rein, also wirkklich ein richtiger Koffer und kein „Diplomatenköfferchen“. Und das gehörte da ganz selbstverständlich dazu zum Reisenden. Also Gepäck gehört zur person, ohne Gepäck reisen ist ja sinnlos. wenn es ein bissche weiter und länger weg geht von zu hause. Übrigens: auch die N-Wagen, die sog. „Silberlinge“ die im nahverkehr fuhren , hatten in den Abteilwagen – war da meist erste Klasse – und den Großraumwagen auch über den Sitzbänken solche Gepäckablagen. Klar sie dienten als Zubringer zu den Fernzügen bzw. so mancher Kurort war nur über diese „Silberlinge“ zu erreichen. Auch einige Schullandheimfahrten mit dem nötigen Gepäck haben wir in solchen Zügen absolviert. Bevor man als – wahrscheinlich jüngerer mensch – von den Unzulänglichkeiten des heutigen Fahrzeugbaus darauf schließt daß Gepäck nicht in personenwagen gehört, nur weil es beim Fahrzeugdesign „übersehen“ wurde, frag mal Opa und Oma wie das so war mit dem Reisen und wie ein vernünftiger Reisewagen gebaut zu sein hat.

        • Im Flugzeug funktioniert es doch auch mit großen Gepäckstücken. Die werden am Check-in-Counter abgegeben und separat in den Flieger eingeladen. Bei der Ankunft wieder ausgeladen und am Gepäckband abgeholt. Warum sollte das, wenn die Infrastruktur für Gepäck an Bahnhöfen ausgebaut wird, nicht auch funktionieren? Auch andere Dienstleister könnten das Gepäck von zu Hause abholen und zum „Verladebahnhof“ befördern. Reisen ohne sich selbst ums Gepäck kümmern zu müssen wäre doch ’ne tolle Sache.

          Oma und Opa hat es auch nix ausgemacht wenn der Zug von einer schnaubenden Dampflok gezogen wurde. Da war der Lifestyle eben noch ein ganz Anderer.

    • Hallo Markus, aber nur wenn keine Menschen mit Kinderwagen, rollstühlen oder Gehwagen die Bahn (oder auch den bus ) nutzen wollen. Für Schwerbehinderte, die ihr Mobilitätshilfsmittel in Bus oder Bahn mitnehmen wollen sind Radfahrer , die die öffentlichen Verkehrsmittel als Transportvehikel für ihre Verkehrsgeräte ge- oder mißbrauchen ein Quell ständigen Ärgernisses. Es hat schon Fälle gegeben daß Rollifahrer auf den nächsten bus warten mussten weil Fahrräder die Stellplätze blockierten . Rad fährt man freiwillig, und ein Rad kann man z. B. auch eine Treppe hochtragen. Niemand sistz freiwillig im Rollstuhl oder schleppt einen Gehwagen mit sich rum. Bevor also Beförderungspflichten eingeführt weerden, dann Rollstühle, Gehwagen , Kinderwagen immer an _erster_ Stelle – M. E. müssten sogar Radfahrer die Bahn/den bus räumen wenn menschen im rollstuhl oder mit Gehwagen den platz benötigen.

      • Klar nehme ich mein Fahrrad freiwillig in der S-Bahn mit – ansonsten würde ich mir ein Auto kaufen müssen, gar kein Problem. Oder ich stelle das Fahrrad am Bahnhof ab, dann erledigt sich das Problem ganz schnell von selbst…

        • Hallo , ja und beide Möglichkeiten hat weder ein Rollstuhl- noch ein Gehwagennutzer . Insofern doch klar wer den Vorrang hat wenn Platz in den entsprechenden Abstellbereichen knapp ist, oder ? ansonsten laß Dir doch einfach das Rückenmark durchtrennen, ganz freiwillig, und tausche Dein Fahrrad gegen einen Rollstuhl. dann merkst Du vielleicht was für ein bedauernswert unselnsibles und gegenüber behinderten menschen respektloses Argument du da gerade bringst.

          • Was ist das wieder für eine dumme Diskussion? DIE HABEN BEREITS JETZT VORRANG vor Fahrrädern. Das das nicht funktioniert wird liegt a) an blöden Menschen und b) an Personal, welches sich nicht durchsetzt. Das Problem sind aber nicht die Fahrräder an sich.

    • Kauf doch ein Klapprad.
      Ein Fahrrad nimmt in der Bahn den Platz von drei Personen und blockiert oft dazu noch den Weg.

  7. Ehrlich gesagt habe ich nie verstanden, warum ich eine Monatskarte habe und dann noch in einer anderen Stadt bezahlen muss. Ich kann – wenn ich weg bin – die Karte ja zu Hause nicht nutzen. Ich persönlich habe mit dem Ticket etwas co2 eingespart, da ich tatsächlich das Auto ab und an hab stehen lassen. Wenn der Umweltgedanke im Vordergrund steht, kann es nur gut sein. Vielleicht ist es für die Innenstädte auch gut. Mehr Leute kommen rein, „ohne dass es sich auch lohnen muss“

    • Tom Bongers says:

      Na, weil in der anderen Stadt eine andere Firma den ÖPNV betreibt und es zwischen den Firmen bisher keine Kooperation gibt.

      • Wenn du zu Hause eine lokale Tageszeitung abonniert hast, würdest du auch nicht im Urlaub erwarten, dort eine andere lokale Tageszeitung kostenlos zu bekommen, weil du deine zu Hause gerade nicht nutzen kannst, oder?

        Warum sollte die Firma X in Y eine Gratisleistung anbieten, wenn du Kunde bei Firma A in B bist?

        • In anderen Branchen nennt es sich Roaming und es wird sogar gesetzlich vorgeschrieben, dass man im Ausland keine extra Kosten im Roaming hat.
          Warum können sich zwei Nachbarstädte nicht einigen?

  8. Ein Überall erhältliches in ganz DE gültiges Ticket, ohne Suche nach dem „richtigen“ Tarif wäre schon ein großer Fortschritt. Endlich wäre die Zeit vorbei, in der jeder Nahverkehrsverbund und jedes Nahverkehrsunternehmen sein eigenes Waben- oder Kringelsüppchen kocht. Der nächste Schritt muss eine zentrale Organisation des ÖPNV in DE sein. Es gilt kundenorientierte Mindestanforderungen zu definieren und umzusetzen, um auch in ländlichen Gebieten die ÖPNV-Nutzung zu garantieren. Regelmäßig kontrollieren „ÖPNV-Kommissare“ ob die Mindestanforderungen eingehalten werden und ob sie verbessert werden müssen. Die Finanzierung des ÖPNV kommt in die Hand des Bundes und im Gegenzug müssen die Länder, Städte und Gemeinden eben auf einen Teil ihrer Zuwendungen verzichten. Sie sparen sich ja die LNO, die sowieso teilweise aus nur einem Mitarbeiter besteht. Die „Fürstentümer“ Verkehrsverbund müssen Geschichte werden, denn sie haben bewiesen das sie dem Kunden, außer regelmäßiger Preiserhöhungen, kaum etwas bringen.
    Bleibt noch die Frage, was so ein bundesweit gültiges Ticket kosten darf? Ich war mit dem 69€-Vorschlag einverstanden und bin es immer noch. Einzelfahrten dürfen gerne verteuert werden.

  9. Am Ende entscheidet der Preis ob das zukünftige Ticket angenommen wird oder nicht. Für mich persönlich wären 69€ einfach zu viel und ich würde wieder wie vorher mit dem Auto fahren. Daher muss ein Preis gefunden werden, der für alle ein no-brainer ist. Nur so wird die Verkehrswende gewubbt. Mal Hand aufs Herz, Deutschland schmeißt die Steuereinnahmen nur so aus dem Fenster und dann wird wegen einem leicht vergünstigtem Ticket so ein riesen Aufriss gemacht.

    • dir ist aber schon klar, dass dein Auto mehr kostet als nur Treibstoff? Steuern, Versicherung, evtl. Parkgebühren, Wartungskosten usw.
      ein durchschnittliches Auto kostet 20-35 ct/km.

    • Bob: Du meinst, weil es Autofahrer gibt, die sich ernsthaft vorlügen, die Nutzung des Autos sei günstiger als 69 Euro im Monat?

      Die finden ja selbst bei 9-Euro-Ticket noch Ausreden, warum sich das nicht rechnet. Hauptsache, sie finden eine Rechtfertigung, an der eigenen Bequemlichkeit festzuhalten.

      • Es soll Menschen geben, die das Auto nicht gleich verkaufen, nur weil sie zur Arbeit jetzt mit dem Zug fahren können. Daher kann man schon sagen, dass ein gewisser Preis zusätzlich zum Auto, was ohnehin finanziert werden muss, zu teuer ist. Bei mir wären es 30€ im Monat wo ich mir das Ticket kaufen würde, wird es teurer nutze ich halt das Auto als den ÖPNV oder entscheide mich mal für einzelne Fahrten.

  10. Ja, super Ende 22 / Anfang 23 und was kaufe ich mir jetzt im September für ein Ticket? Ein Abo für ein Jahr und dann gibts Ende des Jahres doch was vernüftiges :(…

    • Mach dir keine Illusionen, es wird auf absehbare Zeit nicht kommen. Wir leben in einem Land der Bedenkenträger, Meckerer und Verhinderer. Schau dir die aktuellen Verlautbarungen der Politikerkaste an. „Wir müssen erst mal klären wieviel Geld für irgendwelche Entlastungen da ist.“

  11. Mir bringt eselbst ein kostenloses Ticket nichts, wenn ich keine brauchbare ÖPNV-Anbindung hier habe.
    Um zur Arbeit zu kommen, muss ich 3mal umsteigen und bin rund 2 Std. unterwegs, mit dem Auto fahre ich die Strecke in 35min.

    69,- EUR halte ich für einen guten Preis für ein Dauerticket, man sollte mal bedenken, das der ÖPNV eh ein gewaltiges Zuschussgeschäft ist und die Fahrpreise nur einen Teil der Kosten decken, der Rest wird aus anderen Quellen quersubventioniert bzw. von Steuergeldern finanziert.
    Und selbst das günstigste Monatsticket hier bei uns im VRR kostet im Abo bereits 72,- und gilt nur eine Tarifstufe, daher ist der Preis mit 69,- in Ordnung.

    Ein Abo-Ticket ist für mich aber eh unsinnig, weil ich es aufgrund von HomeOffice nur wenig nutzen würde, da müssen andere Tarifmodelle her – „Zahle was du nutzt“, aber eine Einzelfahrt ist derzeit viel zu teuer.

    • Habe eine ähnliche Perspektive. Als HomeOffice-Gelegenheitsnutzer sind Einzeltickets für mich sinnvoller als ein 69€-Ticket. Aber alle, die hier (Berlin) eine Monatskarte haben würden sich über 69€ bundesweit freuen, denn dasselbe zahlen sie aktuell nur für Berlin. Wenn sich erst einmal ein 69€-Ticket durchgesetzt hat ist aber der gedankliche Weg frei für ein 29€-Bundesland-Ticket und ein 19€-Städte-Ticket. Und dann können auch endlich alle Ringe, Waben usw. entfallen.

  12. „Kritiker sagen, dass das 9-Euro-Ticket oft nur denen hilft, die genug haben würden, um sich ein Ticket zu kaufen. Ebenso belaste das Ticket den Haushalt.“
    Wer so argumentiert, hat echt den Verstand verloren.
    Denn genau das ist mit dem 9€-Ticket NICHT der Fall. Es können sich endlich NICHT nur Leute leisten, die eh genug haben, sondern jeder (anders als bei irgendeinem 69€-Ticket oder sonst was.
    Und durch das günstige Ticket erleben so manche Städte und Läden regelrechte Booms, weil die Leute mehr Geld dafür haben und es sich auch lohnt dort hin zu fahren. Und das wiederum bringt dem Staat mehr Geld ein.

  13. Ich wurde am letzten Wochenende in 2 Züge nicht reingelassen – wegen übervoll. Danke 9€-Ticket.

  14. Hoffentlich gibt es keinen Nachfolger für dieses Kack Ticket…
    Ich Pendel seit 8 Jahren jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit. So schlimm wie jetzt war es noch nie.
    Ekelhafte Mitmenschen, völlig überfüllte Züge und noch unpünktlichere Züge. Ich zahle gerne mehr wenn das alles wieder Rückgängig gemacht wird…

  15. Bevor man das (grundsätzlich begrüßenswerte) Prinzip der erschwinglichen ÖPNV-Tickets in die nächste Runde schickt, wäre es jetzt erstmal an der Zeit, die untragbaren Zustände in den Zügen zu beseitigen, die das 9-Euro-Ticket schonungslos offen gelegt hat. Ich bin jetzt einige Male seit der Einführung mit der Bahn unterwegs gewesen, meine Frau pendelt täglich mit derselben – und aus diesen Erfahrungen kann ich nur sagen: Wer als Politiker unter den derzeitigen Bedingungen den öffentlichen Nahverkehr als das Verkehrsmittel der Zukunft bejubelt, der hat entweder seinen Verstand verloren, oder ist schlicht komplett entkoppelt von der Lebenswirklichkeit der meisten Menschen im Lande. So wie es jetzt läuft, wird die Mobilitätswende jedenfalls definitiv nicht gelingen und daran kann kein Ticket etwas ändern, sondern nur massive Investitionen in die Infrastruktur, vor allem im Bereich Schienennetz.

  16. „…Auf der anderen Seite gibt’s natürlich Fürsprecher, die ein solches Ticket wollen, am besten wäre aus vieler Fahrer Sicht natürlich der kostenlose ÖPNV – einfordern ist immer einfach und günstig, denn es kostet mittelbar erst einmal das Individuum nichts…“

    Unmittelbar d.h. scheinbar kostet es nichts, mittelbar wird über Steuern gezahlt. Wie immer bei solchen politischen Großunternehmungen werden die Kosten explodieren und die Qualität wird sinken.

    • Abgesehen davon, dass Infrastruktur den Staat durchaus etwas kosten kann: siehst du Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen (Verkehr, Gesundheit, Internet…) als tatsächlich positiven Schritt?

  17. Solange ein MNS im ÖPNV vorgeschrieben ist, werde ich es nicht nutzen. Ich fahre dann lieber Fahrrad oder Auto. Ich bin kein Maßnahmen oder Impfgegner, aber diese Pflicht ist einfach nicht mehr zeitgemäß und auch Quatsch.

    • Genau. Stundenlang in einem Großraumabteil dicht an dicht mit Dutzenden von Menschen zusammensitzen, die reden, husten etc. Wie kann man da nur auf die absurde Idee kommen, da sei eine Infektion mit CoVid-19 möglich?

      Insofern weder Quatsch noch „nicht zeitgemäß“ (welche neuen Erkenntnisse zur Weitergabe des Virus und Infektiösität liegen dir da vor?), sondern dringende Notwendigkeit.

      #nichtsgelernt

    • Lieber Robert,
      nein diese Maßnahme ist weder unzeitgemäß noch ist sie Quatsch.
      Ich bin aktuell zum Glück nicht darauf angewiesen täglich mit der Bahn fahren zu müssen, muss es aber dennoch mehrmals im Monat tun (beruflich).
      Nach jeder, ja JEDER, fahrt mit der Bahn habe ich eine tiefrote Corona WarnApp, da sich wieder jemand im Zug aufgehalten hat, der nachweislich infiziert gewesen ist.
      Nur durch das tragen meiner FFP2 Masken bin ich somit bisher einer Infektion entkommen, würde jeder ohne MNS in den Zügen fahren, wären diese die reinsten Superspreader.

    • Echt jetzt? Unter welchem Stein hast Du die letzten Jahre gelebt? Unzweifelhafter als der Nutzen eines MNS (idealerweise FFP2) ist nichts an der ganzen Coronageschichte. (ich bin kein XYZ, aber…. kommt in sehr vielen abstrusen Geschichten vor)

  18. Das große Probleme bei so einem Thema ist, es soll allen recht gemacht werden. Das geht schlicht nicht! Es müssen klare Ziele formuliert werden, die mit einem günstigen Ticket erreicht werden sollen. Wenn dabei die freie Fahrt nach Sylt oder eine bessere Anbindung eines Dorfes mit 100 Einwohnern erstmal nicht umgesetzt werden können, dann ist das in meinen Augen nicht weiter schlimm. Ziel soll es doch sein, viele Menschen vom Auto in die Bahn zu bekommen. Wer auf dem Dorf wohnt, den wird man mit als letztes in die Bahn bekommen. Die meisten Menschen haben sich bewusst für das Dorf entschieden und irgendwo hört die Verpflichtung des ÖPNV mit guten Anbindungen halt auf. Oft ist da das Auto unschlagbar und wird daher auch genutzt. Ist doch ok. Es gibt eine große Bevölkerungsgruppe die aber in der Nähe von Bahnhöfen oder in der (Vor-)Stadt wohnt, diese Menschen muss man erreichen. Hier gibt es Potenzial das Auto zu ersetzen und wenn es nur für die Fahrten zur Arbeit ist. Viele haben jetzt auch 2-3 Tage Homeoffice, ein Monatsticket rechnet sich dann aber schon nicht mehr. War bei mir der Fall und da wird dann das Auto genommen, wenn es nicht das Rad ist.
    Grundsätzlich ist die Aussage doch beruhigend. Man wartet die Auswertung ab und auf Grundlage der Daten wird entschieden. Wäre schön, wenn diese Daten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Danach lässt sich weiter diskutieren

  19. Ingo Podolak says:

    Ich nutze Öffis generell aus verschiedenen Gründen nicht, wohl aber im Ausland wo es oft einfacher ist.
    Daher würde ich mir wünschen das es einen Deutschlandweiten einheitlich Tarif gibt der sowohl am Automat als auch App gekauft werden kann.

    Bspw.

    Jahresticket 365€ Nah+Fern
    Monatsticket 50€ Nah 100€ Nah+Fern
    Wochenticket 15€ Nah 45€ Nah+Fern
    Tagesticket 5€ Nah 20€ Nah+Fern
    Einzelfahrt 1€ Nah

    Das müsste dann über einen Anbieter laufen „Bundesbahn“ und alle Betreiber melden an diesen ihre kosten und werden Bezahlt.
    Damit diese dann nicht Phantasiezahlen nennen muss man eben einen gesetzlichen Rahmen stellen, was die Betreiber bieten müssen und was sie verlangen dürfen.
    Die Differenz zum eingenommenen ist dann Steuergeld.

    Wenn man zusätzlich Leihräder/Roller inkludieren würde, könnte man den Verkehr in der Stadt auch besser verteilen.

  20. Hallo Mr. T. , wie soll das im Personennahverkehr (das ist ja Thema dieses Threads) gehen – der ist ja nicht nur „Pendlerzug“ sondern , wie ich schon schrieb auf vielen Strecken Zubringer für den Fernverkehr oder auf mittellangen Strecken sogar Alternative hierzu. fliegen und Bahnfahren waren schon immer ein ganz unterschiedliches Reisen. Beim fliegen muß ich eine gewisse Zeit – meist eine stunde oder mehr – vor Abflug am flughafen sein und auch am Zielflughafen noch eine längere Zeit für das von Dir geschilderte Procedere einplanen. Bahnfahren funktioniert so: hingehen, evtl. fahrkarte kaufen, einsteigen, losfahren. Am Zielbahnhof : aussteigen, zur Taxe gehen , weg. Kein Kofferraufgeben , kein Sicherheitscheck, selbst die Sperren an den Bahnsteigen , wo die Reisenden nochmal nach einer Fahr- oder bahnsteikarte gefragt wurden , wurden mit den bahnsteigkarten zusammen abgeschafft . In diese Struktur passen keine Kofferbänder, Gepäckabgabenusw. rein. Wie soll das bei diesem Ablauf einer Bahnreise eingebaut werden? Und wie soll der Transportdienstleister aussehen der sagen wir auf einer Strecke von 150 km , 1 Umstieg von Regionalzug a zu b – dir die Koffer „hinterherträgt“? ein LKW auf der Straße? Oder sollen an jedem Bahnhof , ja jedem Haltbahnhof leute stehen die einen Gepäckwagen teil- ent- und beladen – denn immer müssen ja ein paar Koffer rein und raus expediert werden, und es muß dafür gesorgt werden daß dem Passagier der koffer beim Umstieg auch am kleinsten bahnhof folgt und vom einen in den anderen Zug verbracht wird …. Zeig mir mal diese Logistik für jeden der tausenden Bahnöfe in Deutschland. wir reden ja eben nicht nur vom ICE auf der Langstreckenreise sondern auch vom ÖPNV also regionalem Reisen . Aber auch zum „verlängertem wochenende“ bei der Oma die 60 km und eine Regionalzugfahrt entfernt wohnt muß ich einen Koffer mitnehmen, zumindestens einen nicht zu kleinen Rucksack. Deine Idee ist mit dem spontanen Charakter des Bahnreisens nicht vereinbar. Übrigens bietet die Bahn einen solchen Service über beauftragte Spediteure an: dann muß man das Gepäck aber _Tage_ vorher abgeben damit es dann am Urlaubsort am Ankunftstag des Reisenden abgeliefert wird und hat es auch erst _Tage_ nach der Heimkehr dann wieder am eigenen Wohnort . Und übrigens : die von Dir so belächelten Züge mit Dampf- oder dieselloks aus „Omas“ Zeiten fuhren auch in Wind, Wetter, Schnee und Eis, „alle reden vom Wetter, wir nicht“ war mal Slogang der damals Deutschen Bundesbahn. Züge die noch nicht High-Tech waren und eben 160 km/h als höchste Reisegeschwindigkeit hatten kamen ohne WLAN – man hatte sein transistorradio dabei -, Klima-anlage – man konnte Abteilfenster öffnen – und Superhighttech-Klos aus – man machte durch eine Klappe auf die Gleise. Aber sie kamen an , zu Zeiten z. B. einer Hitzewelle wie heute hatte die Bahn es nicht nötig im Voraus zu warnen daß der Bahnbetrieb eingeschränkt sein könnte. Diese von Dir belächelte Bahntechnik fuhr sogar im II. Weltkrieg … Stell dir mal einen Hich-Tech-ICE oder auch nur Regionalexpress unter solchen Bedingungen vor … nein ich will keinen krieg aber ich finde in manchen Dingen hat die Übertechnisierung der Bahn und das Streben nach immer kürzeren Reisezeiten dazu geführt daß das Gesamtsystem Bahn unzuverlässiger geworden ist.

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