Facebook testet in Kürze in Europa Abomodelle in Instant Articles

21. Oktober 2017 Kategorie: Mobile, Social Network, geschrieben von: André Westphal

Facebook beginnt innerhalb der nächsten Wochen damit, Abonnements in den Instant Articles unter Android zu testen. Auch wenn man unter Android beginnt, will man auch an anderen Geräten bald damit loslegen, so schreibt es das soziale Netzwerk in einer Mitteilung. Der Test beginnt zeitgleich sowohl in den USA als auch Europa. Facebook führt die Abonnement-Möglichkeit in erster Linie auf Drängen der Partner ein, was man in seiner Mitteilung auch so zugibt.

Dabei erklärt Facebook, dass es den Medienhäusern am wichtigsten sei, die Kontrolle über die Preisgestaltung, die konkreten Angebote und die Beziehungen zu den Abonnenten zu behalten. Dem werde man mit dem aktuellen Test dann auch gerecht.

Zudem sollen 100 % des Umsatzes über die Abonnements in Instant Articles an die Verlage gehen. Facebook selbst hält also nicht die Hand auf. Bei der Entwicklung haben folgende Facebook-Partner direkt mitgewirkt: Bild, The Boston Globe, The Economist, Hearst (The Houston Chronicle und The San Francisco Chronicle), La Repubblica, Le Parisien, Der Spiegel, The Telegraph, Tronc (The Baltimore Sun, The Los Angeles Times und The San Diego Union Tribune) und The Washington Post. Der Testlauf soll nun dazu dienen gemeinsam Rückmeldungen der Nutzer zu erhalten und die Annahme zu sondieren.

In den Instant Articles von Facebook sind also ab sofort Paywalls oder Metered-Modelle durch Verlage anwendbar. Bei den Metered-Modellen legt Facebook aber erst einmal ein Maß von zehn kostenlosen Artikeln für alle fest. Hier könnten die Verlage aber später noch weiteren Spielraum erhalten. Auch Freemium-Modelle stehen Verlagen nun offen. Was hinter eine Paywall wandert, entscheiden die Verlage. Facebook hält sich also raus.

Schließt ihr ein Abonnement ab, werdet ihr aus den Instant Articles übrigens zur Website des jeweiligen Anbieters geleitet. Dort bezahlt ihr dann abseits von Facebook über die jeweilige Zahlungsmethoden des Verlags. Entsprechend sollen die Abonnements natürlich nicht auf die Instant Articles beschränkt sein. Wer abonniert, erhält, wie andere Abonnenten auch, den üblichen Zugriff zu den bezahlten Artikeln auf der Websites oder die entsprechenden Apps.

Falls ihr schon bei einem Magazin / einer Zeitung ein Abonnement habt, könnt ihr es in Instant Articles verifizieren lassen und habt dann direkt auch dort den vollen Zugriff. In den Instant Articles sollen aber Neukunden über die neuen Buttons für „Abonnieren“ gewonnen werden. Der neue Button wird den „Gefällt mir“-Button rechts oben im Artikel ersetzen.

Was verspricht sich Facebook davon, wenn man doch am Umsatz unbeteiligt bleibt? Das ist klar: mehr Traffic und längere Nutzungszeiten. Nun werden Facebook und Partner sicherlich gespannt wie ein Flitzebogen sein und hoffen, dass die Abo-Funktion in den Instant Articles Freunde findet.

(via Facebook)

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei
Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich
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