Edward Snowden nutzt wegen angeblicher Spionage-Software kein iPhone

24. Januar 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Warum Whistleblower und NSA-Schreck Edward Snowden kein iPhone benutzt? Weil es angeblich mit einer Spionage-Software ausgestattet ist, die ohne Zutun des Nutzers aktiviert werden kann und entsprechenden Stellen Informationen über den Nutzer liefert. Das berichte The Independent und zitiert dabei Snowdens Anwalt. Anatoly Kucherena teilt mit, dass Snowden nur ein einfaches Handy nutzt, da das iPhone mit einer speziellen Software ausgestattet ist, die Informationen über den Nutzer preisgibt.

iPhone

In den bisher veröffentlichten NSA-Dokumenten findet sich allerdings kein Hinweis auf den Einsatz einer solchen Software. Jedoch sollen viele der Dokumente auch noch gar nicht veröffentlicht worden sein. Bekannt ist, dass NSA und GCHQ Nutzer anhand der UDID getrackt haben, dies ist aber im Prinzip mit jedem Gerät möglich, nicht auf das iPhone beschränkt.

Apple selbst startete nach den Enthüllungen eine Zero-Knowledge-Politik. Daten werden verschlüsselt und sind nur vom Nutzer einsehbar. Selbst wenn Behörden mit einem Gerichtsbeschluss kommen, kann Apple keine Auskunft geben, da der Konzern keine Möglichkeit hat, die Daten zu entschlüsseln (zumindest in der Theorie, wie es praktisch aussieht ist Geheimnis der Unternehmen). Diese Methode, die auch von anderen eingesetzt wird, um sich gegen die Überwachung zu wehren, ist Politikern bereits ein Dorn im Auge und sie fordern uneingeschränkten Zugang zu verschlüsselter Kommunikation.

Diese Zero-Knowledge-Politik widerspricht natürlich den Aussagen zu einer speziellen Spionage-Software. Fakt ist natürlich, dass man mit einem Smartphone mehr Informationen über sich hergibt als mit einem normalen Handy. Natürlich kommt es auch hier darauf an, wie man die Geräte einsetzt. Ob man sich davon abschrecken lassen sollte? Nun, die Snowden-Enthüllungen haben zwar für einen kurzen Aufreger gesorgt, aber anscheinend wird es von den Menschen toleriert. Weder setzen sich spezielle Verschlüsselungstechniken durch, noch verlieren Internetaktivitäten an Attraktivität. Verschlüsselung ist für viele ein nice-to-have, aber es ist eben auch nicht schlimm, wenn nicht vorhanden. Insgesamt eine recht traurige Situation, vielleicht auch, weil man als Einzelner relativ machtlos ist und die Masse ihre Energie lieber dafür investiert, Kindern in der dritten Welt mit einem Klick auf den Like-Button das Leben zu retten.


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Sascha hat bereits 9376 Artikel geschrieben.