ACE: Amazon, Netflix und Co. gründen Allianz gegen illegale Inhaltsangebote

14. Juni 2017 Kategorie: Streaming, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Online-Piraterie digitaler Inhalte eindämmen, ein Traum, den wohl jeder Content-Ersteller träumt. Nun haben sich 30 Entertainment-Unternehmen zusammengeschlossen, um diesen Traum vielleicht Wirklichkeit werden zu lassen. Alliance for Creativity and Entertainment, kurz ACE, nennt sich der Zusammenschluss, der sich dieser Aufgabe künftig widmen soll. In den vergangenen Jahren ist der digitale Verbreitungsweg exponentiell gewachsen, Nutzer können Inhalte von über 480 Anbietern legal streamen. Dem stehen 5,4 Milliarden Downloads illegaler Kopien von Inhalten gegenüber, außerdem wurden „Piracy“-Seiten 21,4 Milliarden Mal besucht.

ACE sieht das nicht nur als Gefahr für die Anbieter, sondern auch für die Nutzer und sogar für die Wirtschaft. Denn die Kreativ-Industrie sorgt für 5,5 Millionen Jobs. Außerdem wird über Seiten von Anbietern illegaler Downloads auch gerne Malware verteilt, ein Drittel der Seiten sei davon betroffen.

Nun schließen sich also Amazon, AMC Networks, BBC Worldwide, Bell Canada and Bell Media, Canal+ Group, CBS Corporation, Constantin Film, Foxtel, Grupo Globo, HBO, Hulu, Lionsgate, Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), Millennium Media, NBCUniversal, Netflix, Paramount Pictures, SF Studios, Sky, Sony Pictures Entertainment, Star India, Studio Babelsberg, STX Entertainment, Telemundo, Televisa, Twentieth Century Fox, Univision Communications Inc., Village Roadshow, The Walt Disney Company und Warner Bros. Entertainment Inc. zusammen, um dem Ganzen Einhalt zu gebieten.

Was allerdings weiterhin unklar bleibt: Wie genau ACE die Online-Piraterie unterbinden möchte. Das ist ja kein neues Phänomen, wohl aber eines, dass nie wirklich in den Griff bekommen wurde, egal, welche Bemühungen angestellt wurden. Denn was ACE als Vorgehensweisen nennt, ist auch nicht neu. Eine enge Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden, aber auch Vereinbarungen auf freiwilliger Basis möchten die Mitglieder erwirken.

Mal sehen, ob es etwas bringt, ich glaube nicht daran, dass man Inhalte irgendwann einmal nicht mehr spätestens ein paar Tage nach offiziellem Release auch anderweitig bekommt. Ebenso wenig, wie ich daran glaube, dass diese Form der Piraterie einen tatsächlich messbaren Schaden anrichtet. Offenbar reicht es ja auch mit Raubkopien, dass es dem Sektor nicht schlecht geht und dass er 5,5 Millionen Jobs generieren kann.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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