Digitalisierung der Schiene würde Milliarden kosten

Deutsche Bahn AG

Eine aktuelle Machbarkeitsstudie des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr zeigt aber den erheblichen finanziellen Aufwand für die Digitalisierung des deutschen Schienennetzes. Bis zum Jahr 2029 würden Bundesmittel in Höhe von etwa acht Milliarden Euro benötigt. Die Investitionen in die digitale Infrastruktur nehmen bereits jetzt deutlich zu. Im Jahr 2024 flossen insgesamt 622 Millionen Euro in die Modernisierung der Schiene. Der Bund trägt davon 357 Millionen Euro. Diese Summe übersteigt die Aufwendungen des Vorjahres erheblich, als insgesamt 505 Millionen Euro investiert wurden, wovon 213 Millionen Euro aus Bundesmitteln stammten.

Ein Kernpunkt der Modernisierung ist die Ausstattung des bundeseigenen Eisenbahnnetzes mit zeitgemäßer Leit- und Sicherungstechnik. Die DB InfraGO AG erhält dabei weitreichende Handlungsfreiheit. Im Rahmen der sogenannten Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III kann das Unternehmen eigenständig die Planung und den Bau digitaler Stellwerke vorantreiben. Diese unternehmerische Autonomie ermöglicht schnellere Entscheidungsprozesse, da nicht jede einzelne Maßnahme mit dem Bund abgestimmt werden muss. Für Projekte außerhalb dieser Vereinbarung gelten gesonderte Finanzierungsvereinbarungen, heißt es. Diese werden individuell zwischen der Bahn und dem Bund ausgehandelt. Die Bundesregierung unterstreicht mit diesem Vorgehen die Dringlichkeit der technischen Modernisierung des Schienennetzes.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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11 Kommentare

  1. Wer hätte das gedacht? Jahre lang nichts investiert und jetzt jammern ? Wenn man halt meint, das ganze Geld in veraltete Technik zu investieren und Firmen wie z.B. VW meinen retten zu müssen, nur das die Vorstände dicke Gehälter kassieren können……..

    • Natürlich. Den Neubau übernimmt der Steuerzahler, Instandhaltung die Bahn selbst. Und Erfolge schlagen sich in den Boni der Vorstände nieder.
      Sie machen in ihrem Sinne alles richtig.

  2. Und was kostet es auf die digitalisierung zu verzichten?

    Ich denke die Frage ob wir zeitgemäße Leittechnik installieren sollen stellt sich nicht ernsthaft.

  3. Das wäre nicht passiert, wenn die Bahn nicht auf analoge Weichentechnik gesetzt hätte, die Erhardt selbst eingeweiht hatte, weil es eben noch funktioniert. Dann haben die Strecken stillgelegt, weil die Sanierung zu teuer gewesen wäre und nicht die Strecke nicht retabel.

  4. Pavlos Schlotter says:

    Jahrelang nicht investiert und instand gehalten. Daneben dient der Vorstand der Bahn als Abstellgleis für ausgemusterte Politiker. Was will man da erwarten?

  5. Es hilft ja nicht über die Vergangenheit zu jammern. Die läßt sich nämlich nicht rückwirkend ändern.
    Wichtig ist daß jetzt modernisiert und ausgebaut wird.
    Und daß stillgelegte Strecken nicht nur wieder aktiviert, sondern in diesem Zuge auch zeitgemäß nachgerüstet werden, damit man nicht in zehn Jahren wieder nachbessern muß.
    Und den Jammerern von wegen schlechter mobiler Internet-Dienst an Bahnstrecken: zuerst mal muß die bestmöglichste Leit- und Sicherungstechnik und aktuelle digitale Kommunikation für den bahnbetrieb sichergestellt sein.
    Das nützt dem Fahrgast mehr als wenn er unterwegs youtube mit 4k sehen kann. Erst mal Brot und Butter – wenn das da ist gern auch nen Stück Wurst für alle.

  6. Die Bahn gehört dem Bund. Die vermeintliche Privatisierung in eine AG hat man aus politischen Gründen durchgeführt. Ein Börsengang war verfassungsrechtlich nie möglich. Es ging in Wahrheit darum die Verantwortung auf einen Bahnvorstand abschieben zu können der für die ständigen Schuldzuweisungen aus der Politik großzügiges „Schmerzensgeld“ bekommt und dafür dabei mitmacht.

    Ohne die Finanzierung vom Staat kann halt nicht investiert werden.

    Die Leute ahnen ja nicht wie es da in der Fläche aussieht. Auf Regionalbahnstrecken gibt es noch sogenannte Formsignale, die sind nicht einmal elektrisch und Stellwerke an Bahnhöfen mit Seilzug, da legt der Fahrdienst mit Muskelkraft große Hebel um, damit Signale und Weichen umgestellt werden.

    Aufgrund der ausgeklügelten Regeln der Bahn und der gut ausgebildeten Lokführer ist trotzdem alles sicher, denn bei jeder Störung gilt einfach, dass langsam gefahren oder angehalten werden muss, Sicherheit geht vor.

    Und das ist die Hauptursache der ständigen Verspätungen. Weil das Netz zugleich seit den 90er verkleinert wurde um Geld zu sparen, aber mehr Züge darüber geschickt werden als je zuvor, schaukeln sich Verspätungen dann auch quer durch das ganze auf, weil verspätete Züge alle Nachfolger ausbremsen und keine Gleise für Überholfahrten mehr existieren usw.

    Den ganzen alten Schrott der teilweise über 100 Jahre alt ist komplett raus reißen und auf den modernsten Stand zu bringen wäre ein großer Schritt.

  7. GooglePayFan says:

    Wenn vernünftig digitalisiert wird, dann sollte eigentlich ein höherer Takt und mittelfristig sogar autonomes Fahren möglich sein?

    Damit ließe sich zum einen mehr Umsatz generieren und zum anderen massiv Personalkosten einsparen (man muss ja nicht einmal Personal abbauen, sondern nur weniger neu einstellen).

    Würde mich wundern, wenn man mit den Investitionen nicht mindestens Renditen erreichen kann, die über der Inflationsrate liegen.

    • Die Bahn ist, wie Eric richtig schreibt ein Teil der Daseinsvorsorge.

      Sie muß keine Renditen erwirtschaften. Sie muß verläßlich und sicher die anstehenden Transportaufgaben für mensch und Güter erbringen können.

      Oder kennst du eine Straße, Bundesautobahn oder Brücke, die Renditen abwirft?

      Bei alles was der öffentlichen Daseinsvorsorge dient, ist das Wort „Rendite“ fehl am Platz und gehört endlich aus dem Denken gestrichen.

      • GooglePayFan says:

        Ja. KFZ- und Mineralölsteuer (bzw. Energiesteuer) sowie LKW-Maut werfen jedes Jahr deutlich mehr Geld ab, als der Straßenbau kostet!

  8. Eigentlich wollte ich eben folgendes schreiben: die Bahn ist essentielle Infrastruktur und muss nicht kostendeckend arbeiten sondern Mehrwert für die Gesellschaft & die Wirtschaft ermöglichen; also ein kostengünstiger und verlässlicher Transportweg sein.

    Und dann lese ich zufällig bei heise: „Interne Aufnahmen enthüllen: Bahn streicht bei der Digitalstrategie“ und da kommt es dicke – wichtige Zukunftsprojekte abgesagt, Entlassungen stehen an…

    Naja, solange die Dinge für die NATO-Drehscheibe Deutschland erledigt werden, gerät die Kriegsvorbereitung wenigstens nicht aus dem Takt :-/ Das muss dann wohl dieser „geheime Bundeswehr-Plan zur Vorbereitung der Bahn, Lufthansa usw. auf den Ernstfall“ sein, wie WELT vor ein paar Tagen berichtete… auweia!

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