Beats Fit Pro im Test

Ich habe mir in der letzten Zeit bei der Arbeit und beim täglichen Training die Beats Fit Pro angehört. Zeit für ein paar Worte. Bei den Beats Fit Pro ist der Name Programm. Die In-Ears sollen sich besonders gut zum Sport eignen. Das Apple-Unternehmen Beats setzt auf ein Design, welches die Hörer etwas tiefer in den Gehörgang bewegt. Für festen Halt sollen da die flexiblen Wingtips sorgen. Bei der aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) arbeiten nach außen und nach innen gerichtete Mikrofone zusammen, um Umgebungsgeräusche durch gezielte Geräuschunterdrückung zu begrenzen, selbst wenn sich die Geräusche um den Nutzer herum ändern. Sie verfügen über einen neuen Hauterkennungssensor, der gerade erst in der dritten Generation der AirPods eingeführt wurde. Der soll für eine präzisere automatische Wiedergabe/Pause sorgen, wenn man die Hörer aus den Ohren nimmt.

Im Adaptive-EQ-Modus bietet jeder Ohrhörer 7 Stunden Hörzeit und 30 Stunden mit dem Case. Ansonsten für Sportler: Die Fit Pros sind nach IPX4 wasser- und schweißbeständig, was für Trainingszwecke ausreicht.

Apple liefert fast alles mit, was ihr zum Glücklichsein benötigt. Die Hörer, das USB-C-Kabel und drei Aufsätze. Ohren sind unterschiedlich: Es gibt Menschen, die kommen mit den drei mitgelieferten Größen vielleicht nicht zurecht, andere müssen pro Ohr eine andere Größe nutzen – und dann gibt’s für mich die Option Standard. Mir passt eigentlich immer das Mittelding. Wobei ich selbst in der Vergangenheit Probleme mit Hörern hatte, die ohne Wings oder Steg daherkamen. Gab ja mal eine Zeit der möglichst kompakten kabelgebundenen Hörer im Bullet-Format, die fand ich ganz furchtbar. Die ersten AirPods waren damals dahingehend für mich eine Erleuchtung und Hörer mit Wingtips waren dann Gamechanger für meine Ohren. Beats Studio Buds kamen deshalb für mich nie infrage.

Ich mache keinen Hehl daraus: Ich nutze meistens die AirPods zum Sport, aber auch manchmal die kabelgebundenen Powerbeats. Und nein, kein Hörer davon ist perfekt. Muss man ab und an die AirPods noch einmal in die Hülle stecken, weil nur ein Ohr erkannt wurde? Jau. Hatte ich schon mal das Problem, dass sie trotz Verbleib in der Hülle nicht luden? Ja. Dass sich einer entleerte? Ebenfalls. Die kabellosen Powerbeats hatten damals identische Probleme. Lediglich die kabelgebundenen können davon nicht betroffen sein – sie sind heute noch mein Tipp für Sport, da hat man aber eben das Kabel. Ich gehe also mit genug Kenntnis möglicher Probleme in den Test.

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Bevor ich zum Klang komme, lege ich mal direkt bei der Optik und Haptik los, denn da gibt’s einiges zu sagen. Ich mag es sehr, dass die Beats Fit Pro auf die Wingtips setzen. Bei den Powerbeats hat man ja einen Haken, also Earwing, um das Ohr. Das fällt nun weg. Aus meiner Sicht gibt’s da keine großen Probleme bei der „Festigkeit am Ohr“. Im Gegenteil, ich kann die Hörer einfacher und flotter einsetzen. Beim Laufen draußen und auf dem Laufband saßen sie bombenfest. Aber da machen selbst die AirPods extrem selten Probleme. Also musste ich ein wenig headbangen, um den Sitz zu beurteilen. Einwandfrei, man sollte mit normalem Sport auf der sicheren Seite sein.

Das Design ist optisch für mich geschmackvoller, das Ganze kompakter. So sind die Beats Fit Pro ideal für den Sport und „das normale Leben“. Bei den Powerbeats mit Haken fand ich, das war nur bedingt der Fall. Also ich hätte die ungern dauerhaft im Alltag verwendet. Wo wir beim Sitz sind: Es gibt Hörer, da fand ich die Wingtips nach längerer Nutzung nervig, da gab es sogar leichte Schmerzen im Ohr. Das habe ich bei den Beats Fit Pro nicht. Aber so etwas ist subjektiv.

Die Fit Pro werden in einer Hülle geliefert, die im Grunde eine verkleinerte Version der Powerbeats-Pro-Hülle ist. Frustrierend, dass der Kasten, der um einiges größer ist als das Behältnis der AirPods Pro, nicht drahtlos geladen werden kann. Das finde ich beim Preis von 230 Euro enttäuschend, denn ich lege meine Hörer gerne auf meine Ladestation auf dem Schreibtisch. Ja ich weiß, muss man nicht oft machen, aber beim kabellosen Laden ist es so wie bei vielen anderen Dingen: Haben ist besser als brauchen.

Das Aufladen selbst ging bis jetzt fehlerfrei vonstatten, also ich hatte nicht das Problem, dass nur ein Hörer geladen worden wäre oder so. Vielleicht ist dies dem Magnetmechanismus zu verdanken, der die Hörer in die Hülle zerrt. Die Hülle selbst informiert auch über ihren Zustand: Ist die LED rot, wird es Zeit, an das Kabel zu gehen.

Hüllen. AirPods 3, AirPods Pro und Beats Fit Pro

Beats hat seine Ohrhörer mit 9,5-mm-Treibern ausgestattet, die laut meiner Ohren eine sehr gute Klangqualität liefern, die ich über den AirPods Pro einordnen würde. Es ist immer schwer, so etwas zu beschreiben, aber die Beats Fit Pro bieten für mich die breitere Bühne über die Genres hinweg. Da geht’s nicht nur um die Extraportion Bass, für die man früher verschrien war. Insgesamt betrachtet, war der Klang voluminöser und satter. Den besten Klang hatten sie für mich tatsächlich, wenn die Rauschunterdrückung an war. Jene erledigt einen guten Job, sowohl an der Straße als auch an meinem Endboss, dem Laufband. Jenes ist schon recht laut, wenn man nebenher noch Serien schauen möchte.

Vom Gelaufe bekommt man dank der Beats Fit Pro dann aber nichts mehr mit. Da ich die Beats Fit Pro eigentlich dauerhaft in diesem Modus betrieb, kam ich auch nicht auf die maximale Akkulaufzeit. Wenn ANC ausgeschaltet ist, bezeichnet man dies als „Adaptive EQ“-Modus. In diesem Modus ist die Akkulaufzeit am längsten: sieben Stunden ununterbrochene Wiedergabe und bis zu 30 Stunden inklusive Aufladen im Case. Wenn ihr nicht dauerhaft auf voller Lautstärke hört, solltet ihr mit ANC aber bis zu sechs Stunden erreichen. 90 Minuten im Case pumpen die Beats wieder voll. Allerdings kann man aus einer kürzeren Ladezeit schon viel Spielzeit herausholen – wenn es mal flotter sein muss.

Meine Serien schaue ich am iPad und da kommt mir dann Apples verbaute Technologie entgegen. Apple setzt auf den H1-Chip, der freihändig „Hey Siri“ erlaubt. Dazu gibt’s dann die automatische Geräteumschaltung zwischen iPhone, iPad und Mac, die ebenfalls automatische Synchronisierung mit all den vorhandenen iCloud-Geräten, dynamisches Head-Tracking für räumliches Audio, Audio Sharing in iOS sowie die Integration von „Wo ist?“, also dem Find-my-Netzwerk von Apple.

Beats weist darauf hin, dass viele Funktionen – ANC, Transparenzmodus, Fast Pair oder auch Apple Music Spatial Audio (ohne Head Tracking) – unter Android genauso gut funktionieren wie unter iOS. Allerdings wird dort die Beats-App benötigt. Beats funktionieren also problemlos in beiden Welten. Doch Apple-Nutzer haben da ein Quäntchen mehr an Komfort.

So, genug der Erklärerei und Zeit, an ein Fazit zu kommen, welches für mich gilt, dies logischerweise aber nicht für euch tun muss.

Ich ordne die Beats Fit Pro klanglich etwas über den AirPods Pro ein, aber das ist nur für mich relevant, wenn es ans Eingemachte geht – im lauteren Bereich. Ich mag die Konfigurierbarkeit der Tasten an den Beats Fit Pro. Klar, ich kann beim Laufen draußen auch mit Siri sprechen. Ganz ehrlich, das fand ich bei den AirPods schon nur so semi-funktionierend für mich. Wahrscheinlich versteht der Sprachassistent nicht, wenn das 95-Kilo-Schnauforchester im Park oder am Deich den Halbmarathon abreißt.

Da tippe ich dann tatsächlich lieber auf das „b“ links oder rechts. Da kann man nicht nur ANC oder Siri konfigurieren, sondern auch die Steuerung der Lautstärke alternativ aktivieren. Einen Tod muss man allerdings sterben, denn alles zusammen geht nicht. Also entweder Lautstärkeregelung oder Siri / ANC. Telefonieren unterwegs klang auch bei Wind gut, dennoch würde ich jetzt nicht Menschen, die beruflich über den PC telefonieren, die Beats Fit Pro empfehlen. Da gibt’s dann professionellere Lösungen. Für den Normalgebrauch aber absolut ausreichend.

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Die Beats Fit Pro sind für mich unter dem Strich die derzeit beste Lösung, die sowohl Sport als auch Alltag abdeckt, klanglich wie optisch und funktionell. Wer sportlich gesehen mit den AirPods bisher Probleme hatte, sollte den Blick auf die Beats Fit Pro richten. Wer Bock auf die Beats Fit Pro hat, der ist mit 229,95 Euro dabei. Das ist eine ordentliche Stange Geld, gerade, wenn man bedenkt, dass das Case nicht drahtlos aufgeladen werden kann.

Gehe ich von Normalpreisen aus und nicht von Angeboten, dann würde ich auf jeden Fall gegenüber den AirPods der dritten Generation immer noch ein paar Euro drauflegen und zu den Beats Fit Pro greifen, gerade als aktiver Mensch. Ich bin da eigentlich schwer zu befriedigen, doch die Beats Fit Pro haben in meinem Test bisher nichts gemacht, für das ich sie abstrafen müssen würde. Daumen geht nach oben! Hier findet ihr die Homepage der Hörer.

Da war ja noch was! Richtig, wir haben noch weitere Testberichte aus diesem Bereich für euch:

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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18 Kommentare

  1. Hat man – außer der extra App – keine Nachteile wenn man die Hörer mit Android nutzen möchte?
    Codecs oder anderweitige Einschränkungen etc?

  2. Hi Carsten,
    danke dir für den Test, aber könntest du vielleicht noch einen Mützentest (Stirnband) machen? Also ob die b-Tasten auslösen beim tragen/anziehen und ob du ein „kratzen“ hörst?
    (Habe leider bei den Airpods Pro das Problem, dass die Mütze am schwarzen, äußeren, Gitter beim Joggen reibt.)

    Und vielleicht noch etwas zur Lautstärkeregelung sagen, also wie fein kann diese dosiert werden bzw. wie schnell wird es beim gedrückt halten leise bzw. laut (zu laut).

    Danke dir und auch Anderen mit Erfahrungsberichten hierüber (:

  3. Hab mir die Fit Pro ebenfalls letzte Woche gegönnt.
    Ich finde die Schaniere des Case etwas billig. Im allgemeinen wirkt das Case nicht ganz so hochwertig.

    Bzgl. Lautstärkeregelung:
    Man muss den Knopf für ne Sek. gedrückt halten, dann verändert sich die Lautstärke langsam. Für mein Gefühl könnte man die Sek. weglassen da die Taste ja keine weitere Funktion hat (gedrückt).

    Sitz/Passform finde ich optimal. Ich hatte Probleme mit AirPods (Pro). Die Wings sitzen gut und drücken nicht.

  4. Never Inear again.

  5. @caschy

    Kannst du etwas zum Tritthall sagen? Gerade beim Laufen / Joggen sind meine Sony WF-1000xm4 schlicht unbrauchbar, da sie beim jedem Auftritt einen dumpfen Ton über die Ohren schicken. Fällt beim normalen Gehen nicht auf, aber Joggen geht gar nicht.

    Suche ernsthaft In Ears genau für diesen Anwendungsfall. Der Preis ist mir fast egal, da ich das als so störend empfinde. Derzeit neige ich zu den Airpods 3.

  6. Habe die Kopfhörer auch seit Release-Day und bin zufrieden! Zuvor hatte ich schon AirPods Pro und Gen. 3 getestet und beide haben mir leider nicht vernünftig gepasst.

  7. Hallo Caschy!
    Wie sieht es bei der Verwendung mit Haube oder Stirnband aus?
    Meine Teufel Airy Sports drücken mit der engen Haube ganz schön ins Ohr.
    Gibt es Fehlbedienungen mit der Haube?
    lg Peter

  8. Ich habe vor kurzem einmal die Beats Studio Buds gegen meine bisherigen Sennheiser Momentum True Wireless (1. Generation) getestet.
    Die Beats waren vom Klang her meilenweit den Sennheiser unterlegen und sind sofort wieder züruckgegangen.
    Die klangen total flach im Gegensatz zu den Sennheiser.

    Sind diese Beats hier im Klang anders?

  9. Ich hatte die Beats Fit bereits kurz nach Release in den USA (Import). Nach einigen Sessions habe ich sie entnervt verkauft. Sobald ich sie länger als 30-40 Minuten getragen haben drückten die Flügel äußerst unangenehm. Hier würden mich Deine Erfahrungen interessieren.

  10. Hallo,
    können die Beats auch für Teams/Skype Calls verwendet werden?

  11. Habe mir die auch geholt, weil die Airpods Pro immer rausrutschten. Ich habe offenbar sehr große Ohren, bei mir halten die Gumminasen gerade eben. Halten tun sie ansonsten ganz gut, der Rechte rutscht aber gern mal raus, wenn es feucht wird. Trittschall habe ich vernehmbar, anders als bei den Airpods Pro. Liegt vermutlich am fehlenden Druckausgleich.

  12. Ich bin super zufrieden. Sitzen besser als die AirPods Pro. Es drückt nichts. Man muss natürlich den passenden Aufsatz nutzen. Gefühlt sind die Mikrofone auch besser. Gesprächspartner finden die Qualität besser als bei den AirPods Pro.
    Vom Klang, Laufzeit, Sitz. Die besseren AirPods Pro. Nur das Case enttäuscht mit der Größe. Aber damit kann ich leben.

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