Wir haben die 2010er-Jahre: 5 Top-Filme bei Amazon Prime Video

Gestern ist ja mein Beitrag zu meinen persönlichen Top 5 Filmen der 2010er-Jahre bei Netflix online gegangen. Da fehlt natürlich noch das Pendant für Amazon Prime Video. Dieses Mal ist meine Riege dann etwas massenkompatibler, was aber auch schlichtweg daran liegt, dass die Auswahl an Favoriten beim Netflix-Konkurrenten für mich etwas geringer ausfiel.

So hätte es wenig Sinn ergeben, etwa den Top-Platzierten der Netflix-Liste, „Drive“, nochmals hier in das Sammelsurium zu hieven. Der Film mit Ryan Gosling steht aber auch bei Prime Video zur Verfügung. Gerne hätte ich auch Filme wie „Scott Pilgrim vs. the World“ oder „The End of the Tour“ in diese Auflistung geschoben – beide sind aber bei Amazon Prime Video nur zum Kaufen bzw. Leihen zu haben. Wie immer gilt, dass meine Top 5 subjektiv sind und ich vielleicht ja sogar den ein oder anderen Kracher übersehen habe.

Teilt also gerne in den Comments doch eure Favoriten mit, denn ich bin da immer offen für Neues. Und sicherlich freut sich auch der ein oder andere Leser über Anregungen für den nächsten Streaming Abend

5. Dredd

Die Comicfigur Judge Dredd hat es im Kino schwer: Eine erste Leinwand-Umsetzung mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle sorgte in den 1990er-Jahren für unfreiwillige Komik und veranlasste Fans zum Facepalm. Die Neuauflage mit Karl Urban als Dredd aus dem Jahr 2012 begeisterte wiederum Fans, denn dank eines R-Ratings bzw. der Altersfreigabe ab 18 Jahren durfte der Cop aus der Zukunft ähnlich erwachsen zuschlagen, wie in den Comics. Leider erreichte der Film damals jedoch im Kino nur ein Nischenpublikum. Schade, denn „Dredd“ ist ein gradliniger Actionfilm, der sich peinliche Momente spart und ohne Reue reinballert.

So wird „Dredd“ sicherlich keinen Preis für eine komplexe Story oder dreidimensionale Charaktere gewinnen. Doch der Film gibt eben auch nie vor etwas anderes zu sein als ein handwerklich erstklassig gemachter Action-Kracher für Erwachsene. Und als solcher funktioniert der Streifen einfach wunderbar.

4. Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (Extended Edition)

Ich bin riesiger Fan der „Herr der Ringe“-Trilogie, sehe die „Der Hobbit“-Trilogie aber im abgeschwächter Weise ähnlich wie die Star-Wars-Prequels: Regisseur Peter Jackson drehte sozusagen vor den schönsten Greenscreens von Neuseeland und ersetzt atemberaubende Landschafts-Panoramen durch reine CGI, tolle Charaktere durch ausschweifenden Slapstick und eine kohärente Geschichte durch gestrecktes Herumgepolter. Versteht mich nicht falsch, ich finde die Star-Wars-Prequels allesamt furchtbar, während die Trilogie zu „Der Hobbit“ bei mir eher unter „geht in Ordnung“ läuft. Aber „geht in Ordnung“ ist zu wenig, wenn man die „Herr der Ringe“-Filme kennt – wohl eine der besten Film-Trilogien aller Zeiten.

Warum ich hier dann trotzdem „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ nenne? Der erste Teil der Reihe zeigt noch die meisten Landschaftsaufnahmen und bietet meiner Meinung nach am ehesten eine Atmosphäre, die an die „Herr der Ringe“-Trilogie anknüpft. Hingegen wirken da Teil 2 und 3 künstlich viel gestreckter, was sicherlich auch daran liegt, dass Jackson ursprünglich nur zwei Filme drehen wollte, dann aber doch zu einer Trilogie umschwenkte.

So ist „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“, speziell die ersten 20 Minuten des Films, immer noch ein gelungener Film, den besonders Fans der „Herr der Ringe“-Trilogie nicht versäumen sollten. Die Extended Version ist zwar kein „Muss“, wertet den Film aber doch in einigen Belangen auf.

3. Source Code

Erinnert sich noch jemand an die Serie „Zurück in die Vergangenheit“ („Quantum Leap“) aus den späten 1980er- bzw. frühen 1990er-Jahren? Wer damals an der Zeitreise-Serie Gefallen gefunden hatte, sollte sich „Source Code“ ansehen. Der Science-Fiction-Film mit Jake Gyllenhaal bietet eine tolle Mischung aus intelligenter Science Fiction und Action. Außerdem kommt der Streifen von Duncan Jones („Moon“) in nur 93 Minuten angenehm auf den Punkt – in einer Zeit der aufgeblähten Blockbuster mit Spielzeiten, die oftmals an der Drei-Stunden-Marke kratzen, ist das eine angenehme Abwechslung.

Die Handlung dreht sich in „Source Code“ um den von Gyllenhaal gespielten Soldaten Colter Stevens, der in einem Zug sitzt, ohne zu wissen, wie er dort hin gelangt sein könnte. Der Zug explodiert, doch Stevens lebt weiter und erwacht in einer Art Cockpit. Ihm wird vermittelt, dass er sich in einem Computerprogramm befunden hat, das es ermögliche, die letzten acht Minuten eines Menschen perfekt nachzustellen. Colter soll also die Rolle eines Zugpassgiers im sogenannten Quellcode übernehmen und in der Simulation herausfinden, wer die Bombe im Zug gezündet hat. Denn derjenige plant nun einen weiteren Anschlag…

Klingt ein wenig verkompliziert, ist in „Source Code“ aber eben gerade alles sehr schnörkellos gelöst. Am Ende gibt es auch einen Twist und die Geschichte entwickelt sich nicht nur zur spannenden Jagd nach einem Terroristen, sondern auch zu einer Erzählung über Leben und Tod und alternative Realitäten. Kann ich sehr empfehlen!

2. Der Fantastische Mr. Fox

Wes Anderson mag als Regisseur vor allem Fans von schrägen Indie-Filmen ein Begriff sein, doch auch bei Amazon Prime Video macht er es sich mit einem grandiosen Film gemütlich – und landet folglich erneut in meiner Liste. „Der Fantastische Mr. Fox“ ist ein Stop-Motion-Film auf Basis einer Geschichte von Roald Dahl. Dahl ist für seine Kinderbücher bekannt, war aber auch bei Erwachsenen für seinen schwarzen Humor beliebt. Und so ist auch „Der Fantastische Mr. Fox“ ein Animationsfilm, der auch und gerade für Erwachsene geeignet ist. Kinder werden sich an der fantasievollen, verspielten Welt erfreuen, während Erwachsene viele Nuancen zwischen den Zeilen erkennen. Sogar ein bisschen Philosophie schwingt mit, gewagt für einen Familienfilm, wenn Mr. Fox den Tod einer Ratte nihilistisch kommentiert und die Existenz einer Seele anzweifelt.

Typisch für einen Film von Wes Anderson bietet „Der Fantastische Mr. Fox“ einige Schauwerte, schräge Charaktere und bei den Sprechern im englischen Original eine Star-Besetzung rund um George Clooney als Hauptdarsteller. Mit von der Partie sind auch Bill Murray, Meryl Streep, Willem Dafoe und mehr. Dabei muss ich aber zugeben, dass auch die deutsche Synchronisation in diesem Fall sehr gelungen ist.

Die Story des Films dreht sich um den fantastischen Mr. Fox, der als Familienvater und Zeitungsredakteur den Sinn seines Lebens hinterfragt und noch ein einziges mal einen großen Coup landen will, so wie in seinen alten Zeiten als diebisches Raubtier. Zunächst scheint sein Plan aufzugehen und er entkommt der Midlife-Crisis. Doch rasch kommen ihm die Bauern Boggis, Bunce und Bean auf die Schliche. Das bringt nicht nur Mr. Fox und seine Familie, sondern auch andere Tiere in große Gefahr. Reinschauen lohnt sich!

1. Kick-Ass

2010 war eines der besten Jahre für Geeks und Nerds: Nicht nur „Scott Pilgrim vs. the World“ beehrte die Lichtspielhäuser dieser Welt, sondern auch „Kick-Ass“ trat dem Publikum in den Hintern. Nach dem Erfolg von „Deadpool“ sind Comicverfilmungen mit R-Rating mittlerweile populärer geworden. Vor rund 9 Jahren hat das aber noch anders ausgesehen. Das gilt gleich doppelt, wenn man bedenkt, dass eine der Hauptfiguren in diesem Fall ein 11-jähriges Mädchen ist, das Gangster blutig aufschlitzt und übelste Schimpfwörter vom Stapel lässt.

Unter der Regie von Matthew Vaughn wurde aus „Kick-Ass“ ein herrlich subversiver Streifen, der Superhelden-Filme nicht nur mit einem Augenzwinkern parodiert, sondern zugleich auch eine liebevolle Hommage darstellt. Mir persönlich gefällt der erste Film um den Jugendlichen Dave Lizewski (Aaron Johnson), der sich unbedingt trotz mangelnden Talents zum Superhelden aufschwingen will, sogar besser als die Comicvorlage.

Auch die Fortsetzung ist im Übrigen bei Amazon Prime Video zu finden. Sie konnte im Kino aber nicht an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Mir gefällt auch Teil 2, allerdings ist das erste Leinwand-Abenteuer von „Kick-Ass“ doch insgesamt deutlich gelungener.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. Prime der letzte Mist für alte Filme auch noch zahlen.

    • Klaus Mehdorn Travolta says:

      Ja, ja in der Videothek früher konntest du ältere Filme immer alle per Monatsbeitrag mitnehmen.

      • Ja. Also die Ansprüche die manche stellen. Unglaublich. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende von Filmen und Serien. Alt und neu. Frei verfügbar. Für wenig Geld. Wenn man Filme will, die gerade aus dem Kino kommen, muss man halt zu Sky wechseln und halt dementsprechend mehr (für weniger Filme und Serien) bezahlen.

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