Unbedingt anschauen: Neue Activity-Timeline und Werbeeinstellungen von Google

GoogleLogo150Google weiss, was du letzten Sommer gemacht hast. Kein Geheimnis. Doch Google hat auch zig Seiten, über die man das Gespeicherte einsehen oder gar löschen kann. Stolpert man als Otto Normal-Surfer wahrscheinlich nicht so häufig drüber, Leser dieses Blogs sollten aber eigentlich Bescheid wissen. Da ist zum Beispiel der Standortverlauf oder der gespeicherte Verlauf eurer Sprachbefehle. Google weiss so ziemlich alles und fasst eure Informationen – sofern ihr angemeldet seid – schön zu einem Profil zusammen. Auf Basis dieses Profils bekommt ihr beispielsweise Werbung zu sehen, allerdings konnte man schon damals in den Kontoeinstellungen einstellen, welche Art von Werbung man sehen will und welche nicht.

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Nun hat Google eine neue Activity-Seite (ehemals History) an den Start gebracht, die euch so einiges darüber verrät, was Google über euch weiss. Ebenfalls könnt ihr hier einige Schalter umlegen, ich empfehle, das Ganze mal ein paar Minuten unter die Lupe zu nehmen. Viele werden ausflippen, wenn sie das sehen – ich empfinde es als transparente Vorgehensweise.

Suchbegriffe kann man filtern

Suchbegriffe kann man filtern

Wer mag, der kann natürlich von vornherein abwägen, was er gespeichert haben möchte. Einige Dinge sind ja nicht nur dazu da, um ein Profil für passende Werbung zu bauen, stattdessen werden die gesammelten Informationen genutzt, um euch ein besseres Gesamterlebnis zu bieten.

Aktivitäten lassen sich löschen

Aktivitäten lassen sich löschen

Google speichert von sich aus Web- und App-Aktivitäten, Sprach- & Audioaktivitäten, Geräteinformationen, den YouTube-Wiedergabeverlauf und den YouTube-Suchverlauf. Man bietet über das verbesserte Activity-Center mit der Timeline auch direkt einen Privatsphärecheck an, in dessen Verlauf man auch die eben erwähnten Punkte deaktivieren kann. Zu finden unter Punkt 6 im Privatsphärecheck „Google-Nutzung personalisieren“.

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In Sachen Werbung solltet ihr auch einmal schauen, hier gibt es ebenfalls einen neuen Punkt, der hier zu finden ist. Hier zeigt Google die euch zugeordneten Themen an, was natürlich nicht immer stimmen muss. Ihr könnt Themen abwählen oder neue hinzufügen. Ich mein….was habe ich wohl mit Kaninchen und Nagern zu tun? Ebenfalls lässt sich hier die interessenbezogene Werbung komplett deaktivieren. Dadurch verschwindet Werbung nicht, es wird dann auf Basis Land oder Stadt Werbung eingeblendet, weniger relevant halt, da Google nicht auf Basis eurer Daten Werbung anzeigt.

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Auch lässt sich nun besser regeln, welche Werbung angezeigt wird, wenn man auf Nicht-Google-Seiten unterwegs ist.

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Hier gibt es für den Nutzer eine Menge zu lesen und einzustellen – ich persönlich habe mich bisher immer überhaupt nicht darum gekümmert, denn entweder fällt mir gute Werbung auf oder ich bin eh blind dafür. Dennoch könnte der folgende Punkt für einige interessant sein – Remarketing fällt dabei offensichtlich raus. Heißt: Wer auf einer Jeanshosenseite war, wird auf späteren Seiten nicht mehr automatisch aufgrund des vorherigen Besuchs mit Jeanshosenwerbung bombardiert.

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Wie erwähnt: Nehmt euch mal – vielleicht am Wochenende – ein paar Minuten und schaut in die verlinkten Beiträge und Seiten von Google. Prinzipiell sollte man bei Google immer folgende Bookmarks im Hinterkopf haben: Die Übersichtsseite mit dem Account. Die neue Seite für verschwundene Smartphones. Mindestens einmal sollte man sich die 2FA zu Gemüte geführt haben und vielleicht das Smartphone zum Schlüssel machen. Und nun kommt dazu halt der oben verlinkte Bereich mit eurem Verlauf, den ihr justieren solltet – denn ein gelöschter Verlauf im Browser sorgt nicht dafür, dass eure Aktivitäten online bei Google gelöscht werden.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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16 Kommentare

  1. Einer der Gründe, weshalb ich Google als recht vertrauenswürdig einschätze. Klar sammeln Sie Daten. Das tun aber Seiten wie Facebook (auch außerhalb des eigenen Portals) sowie tausende von Trackern auch.

    Google geht damit halt sehr transparent um und lässt dem Nutzer weitgehend die Entscheidung, was er möchte und was nicht.

  2. Ich hatte alles abgeschaltet und werde mal schauen ob das so geblieben ist.
    Wird auch Zeit, dass man nach Kauf eines Produktes dieses nicht mehr penetrant in der Werbung angezeigt bekommt. Man hat’s ja schon.

  3. Ich finde das sehr wichtig, dass ich a) Einsicht in meine Daten bekommen, diese b) auch mitnehmen kann und gegebenenfalls c) Nutzung für bestimmte Bereiche untersagen kann.

    Grundsätzlich freue ich mich doch, wenn ich beispielsweise „gescheite“ Werbung bekomme – soll Google doch daran was verdienen. Lieber davon genervt werden als von unpassender Werbung …

  4. Danke für den Tipp. Ich finde die Übersicht die Google gewährt auch sehr gut – ich kann mich entscheiden was gespeichert wird und mein Nutzungsverhalten anpassen. Bei mir hat das letztlich dazu geführt, dass ich viele Dienste von Google nicht mehr Nutze und auf datenschutzfreundlichere Alternativen umgestiegen bin. Für mich ist das einfach die Kontrolle dafür, ob die Einstellungen die ich vorgenommen habe auch so funktionieren wie ich das will.
    Wäre schön wenn MS sowas für Windows anbieten würde…

  5. Diese Einstellungen zu Werbung, wenn ich abgemeldet bin, tauchen bei mir gar nicht auf…

  6. P. S.: Den Teaser habt Ihr direkt von Androidpolice übernommen, was? 😉

    https://plus.google.com/+AndroidPolice/posts/cZKLAxSXuKT

  7. Ich finde es gut, dass Google einem das so schön aufbereitet. Ein wenig erschreckend, aber andererseits sehr interessant, was alles so gespeichert wird. Mir war zum Beispiel nicht bewusst, dass aufgezeichnet wird, wann und wie oft ich welche Apps auf meinem Smartphone verwende.

  8. General Failure says:

    Diese Einstellungen und deren Reichweite hat Google in den letzten ein bis zwei Jahren stark verbessert. Ob aus eigenem Antrieb oder auf Druck von Außen sei dahin gestellt – das Ergebnis zählt. Für mich ist das sehr überzeugend, Google bekommt von mir alles, trotzdem wische ich hier manchmal feucht durch. Von dieser Transparenz können sich alle anderen großen Techfirmen eine Scheibe abschneiden, oder auch zwei bis drei. Ich kenne kein gleichwertiges Beispiel.

  9. Diese Art der Transparenz und Kontrolle finde ich sehr gut. Schade, dsss das nicht auch andere machen.

  10. @Hotti
    Ich hatte auch alles schön abgeschaltet, und das waren eben bei der Kontrolle auch noch genauso.

  11. Das ist ja interessant… die Web- und Appaktivitäten waren nicht mehr deaktiviert. Naja, ich bin eh die allermeiste Zeit abgemeldet, aber trotzdem komisch.

  12. Oh man, bin einer von denen dem das nicht passt. Gibt’s überhaupt noch ein mobiles OS was nichts trackt? Oder anders gefragt, was für ein Smartphone kann man sich noch kaufen, wenn man so wenig wie möglich von sich preisgeben möchte? Überhaupt noch ein Smartphone?…

  13. @max
    Android und Firewall ohne Root.

    https://play.google.com/store/apps/details?id=app.greyshirts.firewall&hl=de

    Da kannst Du jedem und alles den Internet Hahn abdrehen. Auch Filter und nur zu gewissen Adressen.

  14. die gesammelten daten sind zwar beängstigend, die transparenz aber vorbildlich

    auch wenn man die internen Algorithmus-Zusammenhänge im Hintergrund natürlich nicht kennt, sieht man so wenigstens was Google alles weiß. Das Sammeln lässt sich eh nicht komplett vermeiden. Mich würde auch mal interessieren was Facebook alles weiß. Die sind da nicht so transparent

  15. Ich finde es sehr vorbildlich von Google, diese Daten so offen und transparent dem Nutzer vorzulegen. Meiner Meinung nach genau der richtige Weg – da könnten sich Konzerne wie Amazon oder Facebook ein Beispiel nehmen.

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