Google Pixel: Deshalb gibt es EIS statt OIS – auch für 4K-Aufnahmen

11. Oktober 2016 Kategorie: Android, Google, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Google App Artikel LogoTrotz bester Werte im DxOMark Kameratest, ein großer Kritikpunkt an der „besten Smartphone-Kamera“ in den Google Pixel-Smartphones bleibt bestehen: Das Fehlen von OIS. Google setzt statt auf eine optische Bildstabilisierung auf eine elektronische (EIS), das heißt, die Software übernimmt den Job, Verwackler aus Bildern und Videos zu entfernen. Dass dies nicht zwingend ein Nachteil sein muss und sich langfristig sogar als Vorteil erweisen kann, versucht Google nun zu erklären. Warum man sich nämlich für EIS oder OIS entscheidet, hängt ganz davon ab, welches Ziel man mit der Stabilisierung verfolgt.

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OIS wird in der Regel verwendet, um Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern. Eine längere Belichtung bedeutet grob heruntergebrochen ein besseres Bild. Allerdings sind Stabilisierungen durch OIS vorrangig für Fotos gedacht, die optische Bildstabilisierung zeigt hier einen stärkeren Effekt als bei Videoaufnahmen. Und die möchte Google eben mit EIS verbessern. Das Problem, das sich daraus allerdings ergibt: Es muss mehr Video aufgenommen werden als benötigt wird.

Auf diese Weise kann dann ein bestimmter Rahmen auch bei Wacklern erhalten werden. Beim Nexus 6P – ebenfalls mit EIS ausgestattet – sorgt dies dafür, dass EIS nur bei Aufnahmen mit 720p oder 1080p eingesetzt werden konnte, 4K-Aufnahmen können nicht stabilisiert werden. Das ist bei den Pixel-Smartphones nicht der Fall, auch 4K-Aufnahmen werden via Software stabilisiert, was wiederum bedeutet, dass mehr als 4K-Auflösung aufgenommen wird.

Warum setzt Google aber nicht einfach dennoch auf OIS? Hat laut Google einen einfachen Grund: Es wird nicht benötigt. Durch die verwendete Pixelgröße gibt es auch bei Low-Light-Aufnahmen genug Licht und EIS bietet einen entscheidenden Vorteil. Da es sich um einen Algorithmus handelt, kann dieser im Laufe der Zeit sogar verbessert werden, etwas, das bei OIS nicht möglich ist.

Es klingt eigentlich recht schlüssig, was Google da erklärt. Bleibt nur zu hoffen, dass der Algorithmus auch gut funktioniert und am Ende nicht frustrierte Kunden zurückbleiben, die sich das nächste Software-Update herbeisehnen. Um schlechte Bilder sollte man sich keine Gedanken machen müssen, Google zeigte zur Präsentation der Pixel-Smartphones bereits, was die Kamera kann.

Funktionen wie HDR+ sollten gute Bilder liefern, auch wenn man kein Profifotograf ist. Und auf gute Bilder, die dem Auge des Betrachters gefallen, kommt es ja letztendlich an. Welche Technik zum Ziel führt, dürfte den meisten Nutzern schlichtweg egal sein.

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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