OnePlus Buds Z: TWS-Kopfhörer mit kräftigem Sound zum schmalen Preis

Mit den OnePlus Buds Z nimmt OnePlus in diesem Jahr, nach den OnePlus Buds, bereits einen zweiten Anlauf in Sachen True-Wireless-Kopfhörern. Bei den OnePlus Buds Z fällt nicht nur der Preis mit 59 Euro geringer aus, man setzt auch auf ein anderes In-Ear-Design: Statt Plastik setzt man nun auf Gummi an den Ohrhörern. Ersteres ist natürlich Geschmackssache, sagte aber sowohl Caschy und auch mir wenig zu. Das verspricht mit den Buds Z besser zu sein – werfen wir einen Blick auf das neue Modell. Vorab nochmals die technischen Daten:

OnePlus Buds Z

  • Abmessungen: 
    • Earbuds: 3,8 cm x 2,3 cm
    • Case: 7,5 cm x 3,6 cm x 2,9 cm
  • Gewicht: 
    • Earbuds: 4,35 g
    • Ladecase: 40 g
  • Treiber: 10 mm (dynamisch)
  • Wasser- und Staubzertifizierung: IP55
  • Konnektivität: Bluetooth 5.1 (10 m Reichweite)
  • Akku:
    • Earbuds: je 40 mAh
    • Case: 450 mAh
  • Akkulaufzeit:
    • bis zu 5 Stunden Musik
    • bis zu 3 Stunden Anrufe
    • 10 Minuten Aufladen für 3h (Case + Earbuds kombiniert)
  • Ladeanschluss: USB-C (am Case)
  • Modell: E502A
  • Farbe: Weiß / Steve Harrington Edition
  • Preis: 59 Euro

Sowohl die Kopfhörer, als auch Case kommen in einem weißen glänzenden Plastik daher – Geschmackssache. Ebenso dürfte nicht jedem der „Zahnbürsten-Look“ zusagen. Ein paar Worte zum haptischen Gefühl vom Ladecase vorab: Die Kopfhörer rasten problemlos und magnetisch in das Case ein. Gibt es bei anderen Kopfhörern in diesem Preissegment ein oftmals eher klappriges Gehäuse dazu, kann man das von jenem der OnePlus Buds Z nicht behaupten: Der Deckel bleibt ordentlich geöffnet und das Case schließt magnetisch sicher ab. Den Ladezustand des Cases sowie den Status des Koppelvorgangs kommuniziert man über eine LED an der Front.

Die erste Einrichtung erfolgt problemlos und intuitiv. Zumindest dann, wenn man die Ladeschale der Kopfhörer das erste Mal neben einem OnePlus-Smartphone aufklappt, erhält man in Air-Pod-Manier eine direkte Meldung zum Koppeln. Die Kopfhörer werden nach Aufklappen des Case auch automatisch mit dem Smartphone verbunden, somit entstehen keinerlei Wartezeit, falls man die Bluetooth-Verbindung am Smartphone ohnehin dauerhaft aktiv hat. Der Ladezustand des Ladecase wird hier leider nur bis zum Herausnehmen der Buds kommuniziert, danach ist am Smartphone lediglich der Zustand der TWS-Kopfhörer selbst ersichtlich. Jene hat man auf OnePlus-Smartphones zur Verwaltung in ein schickes, bebildertes Untermenü in den Bluetooth-Einstellungen gehabt – für andere Smartphones steht da eine separate App zur Verfügung.

Allzu viel zu sehen und zu bieten gibt es in den Einstellungen jedoch nicht. Jene zeigen direkt die limitierten Steuerungsmöglichkeiten auf: Auf jedem Earbud lässt sich lediglich eine Aktion für den Doppeltipp hinterlegen. Jener funktioniert dann aber immerhin zuverlässig. Ansonsten gibt es nur noch die Möglichkeit durch lautes Klingeln einen Earbud in der Nähe aufzuspüren. Den Standort, wo sich die Kopfhörer zuletzt mit dem Smartphone verbunden hatten, speichert man auf Wunsch ebenfalls ab. Das war es dann auch schon an technischen „Schmankerln“: Dinge wie eine Multi-Device-Unterstützung, einen Equalizer oder Transparenzmodus und derartiges gibt es nicht. Ebenso wenig wie aktive Geräuschunterdrückung – kann man zu diesem Preis aber auch nicht unbedingt erwarten, bringt uns aber zum Hauptpunkt der Kopfhörer – dem Sound.

Durch das In-Ear-Design mit den Silikon-Tips dichtet man ordentlich zur Umgebung ab, auch ohne aktive Geräuschunterdrückung. Da lassen sich dann doch bereits einige Umgebungsgeräusche zumindest dämpfen – kein Vergleich zu den OnePlus Buds. Aus den 10 mm großen Treibern lässt sich dann auch ordentlich was hören: An Lautstärke mangelte es mir definitiv nicht, sodass für meinen persönlichen Geschmack bereits bei etwa der Hälfte Schluss war. Im Umkehrschluss heißt das für „Lauthörer“ wohl: Da ist noch Luft. Bei AAC ist – wie auch bei den teureren OnePlus Buds – leider Schluss.

Bei der Beurteilung des Sounds spielt natürlich auch ordentlich mein subjektives Empfinden mit. Tendenziell empfand ich die Buds Z eher als (zu) basslastig, wodurch man Mitten und Höhen etwas verdrängt, da der Bass klar im Vordergrund steht. Insbesondere die Höhen könnten für meinen Geschmack etwas klarer sein. OnePlus bewirbt die Buds Z mit „mehr Bass“ und dem wird man durchaus gerecht. Insbesondere kann man die OnePlus Buds Z also Personen nahelegen, die Musik-technisch eher in basslastigen Genres unterwegs sind. Dennoch ist auch beim teils verwaschenen Bass Luft nach oben: Bei den Jabra Elite 75t beispielsweise – ja, das ist auch eine ganz andere Preisliga, ist der Bass wesentlich prägnanter sowie „punchiger“ aber alles in allem dennoch balancierter. Für den aufgerufenen Preis liefert man bei den OnePlus Buds Z ein ordentliches und volles Klangbild ab – das geht mehr als nur in Ordnung. Bei Telefonaten konnte ich keinerlei Schwierigkeiten feststellen, mein Gegenüber konnte mich problemlos verstehen. Fürs Telefonieren reichen die verbauten Mikrofone also aus.

Mindestens genauso wichtig wie der Klang: Der Tragekomfort. Da konnten die OnePlus Buds aufgrund Hartplastik im Ohr nicht gerade (bei jedem) punkten. Das sieht nun bei den Buds Z wesentlich besser aus, dank Gummi-Aufsätzen. Die sorgen nicht nur, wie eben erwähnt für eine bessere Abdichtung, sondern auch für einen besseren Sitz. Alles in allem spürt man die TWS-Kopfhörer kaum im Ohr, was bei mir manchmal das Gefühl beschleicht, dass ich da hingreifen und nachjustieren müsse. Dies ist aber nicht der Fall, denn auch starkem Kopfschütteln halten sie noch stand. Das dürfte sie in Verbindung mit der IP55-Zertifizierung für einige auch zum Sport brauchbar machen.

Was bietet man für den schmalen Taler sonst so an? Nimmt man die Kopfhörer aus dem Ohr, so pausiert die Musik. Solltet ihr da aber mit den Kopfhörern dann weiter in der Hand mit herumspielen, so ist fehlerhaftes Anhalten oder Fortsetzen der Musik unvermeidbar. Zudem ist es möglich, dass man sowohl den rechten, als auch den linken Earbud eigenständig verwendet – das ist nicht bei allen Kopfhörern, insbesondere in dieser niedrigen Preiskategorie, gegeben.

Die Verbindung erfolgt, wie bereits erwähnt, über Bluetooth. Da setzt man mit Bluetooth 5.1 und kann mit niedrigen Latenzzeiten auch beim Filmgenuss punkten. Im Übrigen war ich zudem überrascht von der Reichweite: Da konnte ich mich in der Wohnung bereits einige Zimmer entfernen, bevor es zu einem Verbindungsabbruch kam.

Beim Akku hält man einige Stunden durch. OnePlus gibt hier je nach Nutzungsszenario zwischen 3 und 5 Stunden an und das ist durchaus realistisch. Ich, als Nutzer, der nie lange Zeit am Stück hört, sondern die Kopfhörer zwischendurch ins Ladecase packt, tat mich schwer damit, hier wirklich völlig auszureizen. Sicherlich gibt es da Kopfhörer, die länger durchhalten. In Verbindung mit dem Case und meinen Nutzungsgewohnheiten konnte ich jedoch problemlos durch mehrere Tage kommen. Aufgeladen wird (zeitgemäß) über USB-C. 10 Minuten Aufladung sollen bereits wieder für 3 Stunden kombinierter Nutzung aus Earbuds und Case ausreichen. Drahtloses Aufladen dürfte in diesem Preisspektrum eher weniger zu erwarten sein, gibt es auch nicht. Eine Bemerkung möchte ich noch zum Case machen: Aufgrund der „Zahnbürsten-Bauform“ fällt jenes nicht gerade kompakt aus, da sind beispielsweise die Galaxy Buds wesentlich kleiner unterwegs. Dennoch passte das Case noch ohne Probleme in eine (Männer-) Hosentasche.

Zusammenfassend? Ist man auf dem Papier schlechter unterwegs als bei den OnePlus Buds, so hinterlassen die günstigeren OnePlus Buds Z bei mir einen wesentlich runderen Gesamteindruck. Insbesondere der Sitz stimmt hier nun. An vielen Stellen waren mir die Buds Z zu basslastig, wer daran Gefallen hat, der ist hier wohl aber goldrichtig (für diesen Preis). Insbesondere darf man aber nicht vergessen, dass OnePlus lediglich 59 Euro aufruft: Allzu viele Features und Spielereien darf man da nicht erwarten. Dennoch hätte ich mir zumindest mehr Bedienmöglichkeiten gewünscht.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

Ein Kommentar

  1. Tolles Review. Hifi oder Pa Artikel sind immer schwer zu beschreiben aufgrund der subjektiven Einschätzung vom Sound.

    Aber ich fand die beschreibung hilfreich.

    Ps mittlerweile gibt es in der Preisklasse die Cambridge Audio melomanias für 78.

    In der preisklasse bis 150€ sind das die besten true wireless Ohrhörer die ich je gehört habe.

    Schlagzeug ist Nen bisschen dumpf. Und gerade weibliche stimmen sind nicht ganz so differenziert wie bei hochwertigeren oder kabelgebunden Kopfhörern.
    Desweiteren taugen sie nichts um Musik zu analysieren weil die Ohrhörer die Musik nicht mit so ner großen Dynamik und leicht Bass betont abspielen sodass man Fehler im Song nicht so schnell raushört.( aber hört sich dadurch immer harmonisch an)

    Aber das ist ja selbst bei den beats und den momentums so.

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.