Magic: The Gathering startet mit „Rivalen von Ixalan“ ins Jahr 2018

Caschy, Sascha, Benny, Olli und ich verantworten hier zwar ein Tech-Blog, doch trotzdem schauen wir hin und wieder gerne über den Tellerrand. Dabei schmeißen wir meistens den Blick auf nerdige Themen – das liegt nunmal in unserer Natur. Beispielsweise habe ich euch immer mal wieder neue Editionen des Trading Card Games Magic: The Gathering vorgestellt. Seit ich zarte 14 Jahre alt gewesen bin, zocke ich das TCG mit unterschiedlicher Intensität. Es ist bis heute mein liebstes Kartenspiel geblieben, denn die taktischen Möglichkeiten sind schier grenzenlos. Mit „Rivalen von Ixalan“ erscheint nun die erste Edition des Jahres 2018 und schließt den Ixalan-Block ab.

Die Edition „Rivalen von Ixalan“ folgt der Edition „Ixalan“ nach und bewegt sich somit im selben Setting: Dinosaurier, Piraten und verborgene Schätze ergeben eine illustre Kombination, welche auch ein wenig an die deutschen Rollenspiele der Serie „Risen“ von Piranha Bytes erinnert. Somit bleiben auch die neuen Fähigkeiten und Karten wie Erzürnen, Entdecken, Überfall und die Schätze zentrale Spielelemente. Auch die doppelseitigen Karten, von denen eine ein legendäres Land ist, bleiben erhalten.

Somit baut „Rivalen von Ixalan“ in erster Linie auf „Ixalan“ auf und erweitert die Kartenbasis. Das ist natürlich auch alles andere als untypisch für die zweite Edition eines Blocks in Magic: The Gathering. Eine neue Fähigkeit stößt jedoch auch hinzu: Aufstieg (Ascend). Kontrolliert ihr zehn oder mehr Permanents, also Karten auf dem Spielfeld, erhaltet ihr den Segen der Stadt. Klingt ja erst einmal nett. Doch was soll das in der Praxis bringen? Nun, das variiert je nach Spielkarte.

Beispielsweise lässt euch die Karte „Geheimnisse der Goldenen Stadt“ („Secrets of the Golden City“) normalerweise zwei Karten ziehen. Verfügt ihr aber über den Segen der Stadt, dann zieht ihr stattdessen drei statt zwei Karten. Habt ihr den Segen der Stadt übrigens einmal in einem Match erhalten, dann behaltet ihr ihn auch bis ihr entweder gewinnt oder verliert. Selbst wenn die Karte mit Aufstieg vernichtet wird, kann euch der Segen der Stadt also nicht wieder genommen werden.

Im Grunde powert der Segen der Stadt also automatisch Karten auf, die ihr ausspielt. Entsprechend sinnvoll ist es, diesen Bonus möglichst früh in einer Partie zu erhalten. Wer den Segen der Stadt bzw. die Mechanik Aufstieg ausnutzen will, wird also vermutlich ganze Decks drumherum stricken müssen. Es bieten sich freilich Decks an, die auf vielen Kreaturen, Artefakten und Verzauberungen mit möglichst geringen Manakosten aufbauen.

Zudem gibt es nun einen neuen Ältesten-Kartentyp (Elder): Statt der Ältesten-Drachen kommen die wohl nicht ganz so entfernten Verwandten, die Ältesten-Dinosaurier, ins Spiel. Ein Beispiel wäre „Zacama das Urchaos“. Dieser legendäre Ältesten-Dinosaurier kostet sechs farblose plus jeweils ein rotes, grünes und weißes Mana. Das 9/9-Ungetüm verfügt zudem über Wachsamkeit, Reichweite und Trampeln. Kommt „Zacama das Urchaos“ regulär ins Spiel, enttappt der Beschwörer zudem alle seine Länder. Im Grunde kann man also gleich die nächsten Karten raushauen.

Auch die weiteren Fähigkeiten von „Zacama das Urchaos“ sind nicht zu verachten: Für zwei rote Mana fügt der Dino einer Kreatur drei Schadenspunkte zu, für zwei grüne Mana zerstört er ein Artefakt oder eine Verzauberung nach Wahl und für zwei weiße Mana spendiert er dem kontrollierenden Spieler drei Lebenspunkte.

Ob die mächtigen Ältesten-Dinosaurier aufgrund ihrer hohen Beschwörungskosten Eingang in viele Decks finden werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Definitiv peppen sie die Atmosphäre auf. Da es sich um die ersten Kreaturen handelt, welche als Älteste (Elder) gelten und keine Drachen darstellen, öffnet das auch für die Zukunft Potential für eventuelle, neue Themendecks. Auch Elfen-Älteste, Engel-Älteste oder natürlich Vampir-Älteste kann ich mir wunderbar in zukünftigen Editionen vorstellen. Das kreative Team von Wizards of the Coast weiß hier seit jeher immer wieder das Flair von Magic: The Gathering gekonnt aufzupeppen.

Storymäßig geht es in „Rivalen von Ixalan“ nun darum, welcher der vier Stämme die Kontrolle über die Stadt Orazca übernimmt. Dabei haben sich die Wizards sogar einen neuen Kniff überlegt: Die Community kann über den Verlauf der Geschichte mitentscheiden. Dafür soll es Abstimmungen bei Facebook geben und auch eine Geocoaching-Aktion steht ins Haus. Im Februar will man dann ein Abschluss-Event in Spanien in Bilbao abhalten und  dort den Sieger der Stämme verkünden. Weitere Informationen dazu erhaltet ihr auch hier.

Und wie spielt sich die neue Edition „Rivalen von Ixalan“ nun? Wie eingangs erwähnt, setzt Wizards of the Coast mit den neuen Karten noch stärker als in vergangenen Blöcken auf die Vorgänger-Edition, „Ixalan“, auf. Mir gefällt eben vom Flavor her sehr, dass die Dinosaurier quasi nun besonders pompöse Obermotze bekommen haben. Ich würde mir wünschen, dass dies in Zukunft für andere Kreaturen weitergeführt wird. Jedenfalls habe ich durchaus Lust bekommen die Ältesten-Dinosaurier zu horten und ein Themendeck mit ihnen zu basteln. Besonders spielstark wäre jenes vermutlich nicht, aber darum geht es bei Themendecks ja auch nicht primär.

Ich habe von Wizards of the Coast zum Anspielen übrigens das Planeswalker-Deck zu „Vraska, heimtückische Gorgo“ erhalten. Hier hat der Vertrieb Fortschritte gemacht: So musste ich noch bei meinem Bericht zu etwa „Kaladesh“ feststellen, dass ziemlich viel Ausschuss in den vorab zusammengestellten Decks zu finden gewesen ist. Klar, auch jetzt sind die Decks noch für Optimierungen reif. Doch das Gebotene ist besser abgestimmt und bereits in sich schlüssig – es sind quasi keine Karten mehr integriert, bei denen einem sofort ein Fragezeichen im Gesicht erscheint. „Vraska, heimtückische Gorgo“  fokussiert sich dabei auf Vampire und kann fast schon als Themendeck durchgehen.

Kleines Fazit unter „Rivalen von Ixalan“? Die Fähigkeit Aufstieg ist interessant, erfordert aber wie so viele andere Neuheiten der letzten Edition, etwa das Improvisieren aus „Äther-Rebellion“, auch ein genau darauf abgestimmtes Deck. Insgesamt ist „Rivalen von Ixalan“ aber nach meinem Eindruck ein sehr schöner Schlussstrich unter den Ixalan-Block. Als nächstes wird nun im April „Dominaria“ folgen und den ersten komplett neuen Block des Jahres 2018 einläuten. Erstmals sollen die Blöcke dabei nicht mehr aus zwei Sets bestehen, sondern aus einem einzigen, großen. Ich bin gespannt.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Also wenn man das Spiel nicht kennt, versteht man hier doch kein Wort… und wenn man das Spiel kennt, das letzte Spiel aber mal locker 20 Jahre her ist, versteht man übrigens auch kaum ein Wort 😉

  2. Kommen eigentlich noch Bücher heraus?

  3. MtG – Die Mutter aller Trading Card Games…
    Ich spiele selber viel Commander (Magic Variante) und finde im Ixalan Block vor Allem die Transform Länder sehr flavourful. (Lotus Vale, Gaea’s Cradle)
    MtG mag vielleicht nicht allen gefallen, aber wer eine Spielgruppe (bei mir 7-10 Leute, alle 25 Jahre +) hat, der kann auch ohne Turniere und Standard sehr viel Spass haben. Nur bin ich die deutschen Karten nicht gewohnt. Ich finde „Ascend“ oder „Raid“ besser.
    Und zum Thema Flavour und wer sich an Nekrataal erinnert: Chupacabra!!!

  4. André Westphal says:

    @me

    Ja, Magic ist bei uns im Blog natürlich ein wenig Nische, aber da ich tatsächlich nun wieder ab und an mit Kumpels spiele und es irgendwo doch ganz gut in unseren Geek-Bereich passt, mache ich halt zu den neuen Editionen immer eine kleine Vorstellung :-).

    @Quanar

    Sieht bei mir ähnlich aus wie bei dir – eher spielen im Freundeskreis und auf Turnieren bin ich auch nicht aktiv. Da kann man auch mit weniger Karten und ohne große Geschäftemachereien seinen Spaß haben. Ein wenig vermisse ich auch die Zeit von damals, als das Kaufen von Einzelkarten noch nicht die Dimensionen hatte wie heute.

    Mir gefiel auch das Oldschool-Kartendesign besser von früher, aber da war der ganze Stil ja noch deutlich comichafter. Die Zeichnungen haben sich ja auch in eine ganz andere Richtung entwickelt. Die neuen Spielmechaniken sind heute wiederum aus meiner Sicht besser als früher, wo es teils sehr chaotisch lief ^^.

  5. Wir haben MtG Mitte der 90er oft gespielt, vierte Edition, die Karten schön in diesen Klarsichttütchen geschützt. Das Regelwerk war damals schon sehr komplex, ich müsste heute nach 23 Jahren wohl wieder fast bei null anfangen und sie noch mal lernen.

    Hat Spaß gemacht damals, aber genau wie die Simpsons ist das für mich eine abgeschlossene Periode, die vor 20 Jahren endete.

  6. Und wieder ein Mal „Nur zur Edition ein Bericht“ und irgendwie trotz WoTC Bemusterung kommt sowas nicht im Transparenzbericht ( http://stadt-bremerhaven.de/transparenz/ ) vor. Ich würde mir dort eine Kategorie für Bemusterungen außerhalb des Techbereiches wünschen… Generell spricht ja nichts dagegen wenn Andre auf mein Feedback hören würde auch mal außerhalb der Editionen über MTG in Verbindung mit dem Tech Bereich zu schreiben. Zb gibt es tolle Apps, die App von Magicshibby hätte mal vorgestellt werden können, Es gibt eine Scanner App über Kickstarter und und und… Mal diverse Lifecounter, Sammlungsapps etc zu vergleichen wäre doch sinnvoller als sporadisch zu jeder Edition was zu veröffentlichen und dann es zu „vergessen“ 😉

    Konstruktives Feedback halt!

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