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Jimmy JV85 im Test: Handstaubsauger ohne Schnörkel

Ende November hatte Benny den Handstaubsauger Jimmy JV85 Pro getestet. Schon in seinem Review verwies er ja darauf, dass es mit dem „normalen“ JV85 auch ein günstigeres Modell gibt. Letzteres habe ich mir nun einmal für euch zur Brust genommen. Dabei gibt es sowohl einige Gemeinsamkeiten als auch wichtige Unterschiede zum großen Bruder.

Offensichtlich ist natürlich zunächst einmal der Preisunterschied: Während der Jimmy JV85 Pro außerhalb von Angeboten ca. 290 Euro kostet, ist der Non-Pro bei ca. 200 Euro unterwegs. Ihr erahnt es: Da hat man also etwas abgespeckt. Zunächst einmal ist die Saugleistung gesunken: Sie liegt nun bei 185 AW bzw. 23.000 pa. Die Pro-Version setzt da mit 200 AW und 25.000 pa höher an. Die Lautstärke ist etwas höher und die Akkulaufzeit etwas kürzer.

Außerdem wurde der Lieferumfang ebenfalls zusammengestutzt. Der Flexschlauch fehlt nun genau so wie die weiche Bürste. Zusätzlich verfügt der Jimmy JV85 Pro über den Kniff, dass sich das Verlängerungsrohr bei Bedarf um 90° abknicken lässt, um beispielsweise leichter unter Schränke zu kommen. Auch dieses Feature fiel beim günstigeren Jimmy JV85 der Schere zum Opfer.

Jimmy JV85 – Technische Daten

  • Saugleistung: 185 AW / 23 Kpa
  • Leistung: 500 Watt
  • Kapazität des Staubbehälters: 0,6 Liter
  • Lautstärke: ca. 85 dBA
  • Laufzeit mit elektrischer Bürste: 12 / 20 / 45 Minuten (Max/ Stark / Normal)
  • Laufzeit ohne elektrische Bürste: 13 / 23 / 60 Minuten (Max/ Stark / Normal)
  • Aufladedauer: ca. 5 Stunden
  • Maße / Gewicht: 675 x 248 x 200 mm / 3,6 kg
  • Lieferumfang: Handstaubsauger, Ladestation, Ladekabel, Verlängerungsrohr, elektrische Bodenwalze, elektrischer Bürstenkopf, 2-in-1-Aufsatz, Ecken-Saugaufsatz, Akku, zusätzlicher Walzeneinsatz für Teppiche
  • Preis: ca. 200 Euro

Im Ergebnis gibt es da also merkliche Einschnitte beim regulären JV85. Die Besonderheiten des höherwertigen Pro-Modells haben es von der Konkurrenz abgesetzt. Dagegen ist der JV85 also mehr ein Handstaubsauger unter vielen. Allerdings muss das ja nicht unbedingt schlecht sein, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Jimmy JV85 ist in Hellblau gehalten, was ich persönlich optisch schon einmal verträglicher finde, als das Lila des Pro-Modells. Die Verarbeitung ist dabei immer noch sehr gelungen. Der Hersteller hat sogar das Display beibehalten. Auf dem kleinen LED-Screen ist jederzeit die Restladung des Akkus zu erkennen. Außerdem zeigt euch der Bildschirm den gewählten Saugmodus an. Ansonsten ähnelt das Design frappierend dem JV85 Pro. Etwa funktioniert auch die Leerung des Staubbehälters identisch. Ihr müsst den Sauger dazu quasi zur Seite drehen.

Der weitere Lieferumfang des Jimmy JV85

Gleich geblieben ist ebenfalls, dass ihr während des laufenden Betriebs glücklicherweise nicht permanent einen Knopf gedrückt halten müsst. Stattdessen drückt ihr den Powerbutton und es geht los. Ein beherzter, erneuter Druck schaltet den Handstaubsauger dann ab. Neben dem An- und Ausschalter findet ihr noch einen zweiten Button zum Wechseln zwischen den drei Saugmodi: Normal / Stark / Max.

Lobenswert finde ich, dass sich der Akku beim Jimmy JV85 entnehmen lässt. Er ist also nachträglich austauschbar. Direkt vornweg etwas zur Laufzeit: Die Herstellerangaben kommen gut hin. Ich habe den JV85 meistens auf der maximalen Stufe genutzt, nach dem Motto „viel hilft viel“. Da ich den Sauger hauptsächlich als Ergänzung zu einem Saugroboter genutzt habe, dem 360 S9, ist es kein Problem, dass die Laufzeit dann nur bei ca. 15 Minuten liegt.

Der Griff des JV85 ist sehr ergonomisch, der Staubbehälter öffnet sich seitlich.

Gut gefällt mir auch der Griff des JV85, auf den sich Jimmy sogar spezielle Patente gesichert hat. Statt den Sauger wie eine Art übergroße Pistole zu halten, fasst ihr ihn von oben an – deutlich bequemer. Insgesamt gibt es hier an Design und Ausstattung entsprechend auch nichts Wesentliches auszusetzen. Gewünscht hätte ich mir lediglich, dass der Staubbehälter komplett und geschlossen abnehmbar wäre, so wie es etwa beim Anker eufy HomeVac S11 Infinity der Fall ist. Das würde die Leerung vereinfachen.

Praxistest

Am Jimmy JV85 ist mit im Testzeitraum besonders die Ergonomie positiv aufgefallen. Das mag im Bezug auf einen Handstaubsauger etwas merkwürdig klingen, schließlich nutzt man ihn typischerweise nicht über Stunden. Doch das Design des Griffs erleichtert es wirklich, Böden und Polster abzusaugen. Lediglich beim Absaugen von Wänden / Decken, um etwa Staubflusen aus Ecken zu entfernen, sehe ich die „Pistolen“-Designs von Modellen wie dem Dreame V11 vorne in der Handhabe. Sobald der Jimmy JV85 aber nach unten gerichtet ist, saugt es sich mit dem abweichenden Griff dieses Modells deutlich angenehmer.

Der untere Button schaltet an / aus, der obere wechselt zwischen den drei Saugstufen.

Doch wie sind die Saugergebnisse? Nun, wie ich schon angedeutet habe, sauge ich meistens auf der höchsten Saugstufe – viel Power aber wenig Laufzeit. Da bekommt der JV85 den Schmutz dann auch richtig gut weg. Sauge ich z. B. mein Sofa oder Decken ab, reicht auch die niedrigste Stufe aus, sonst geraten leichtere Stoffe ohnehin nur in das Rohr oder verheddern sich in der Walze. Was mich nach dem Saugen dann doch etwas gestört hat, ist der Ladevorgang: Der Sauger muss dafür in der Ladestation Platz nehmen, welche ihr idealerweise an der Wand anbringt. Es ist also nicht möglich, einfach ein Kabel an die Saugeinheit zu klemmen. Nervt mich persönlich etwas.

Das Display finde ich hingegen ganz praktisch, da es den Akkustand nicht nur mit einem wenig aussagekräftigen Balken, sondern tatsächlich in Prozent anzeigt. So kann man auch nach etwas Nutzung ganz gut abschätzen, ob man noch für ein oder zwei Saugrunden mit dem Akku auskommen wird oder das Gerät lieber wieder an die Ladestation hängt. Die besten Saugergebnisse erzielt ihr dabei mit dem Jimmy JV85 auf Flächen wie Dielenböden, Parkett, Laminat oder Fliesen. Wer mit so einen Handstaubsauger sein reguläres Modell ersetzen will, sollte vielleicht noch einmal überlegen: Meiner Meinung nach sind diese akkubetriebenen Lösungen eher die ideale Ergänzung zu einem Saugroboter – oder natürlich fürs Reinigen des Autos beispielsweise. Wer vorwiegend Teppiche absaugen will, ist aber immer noch mit einem leistungsfähigeren, kabelgebundenen Staubsauger besser bedient.

Insgesamt sind die Saugergebnisse des Jimmy JV85 aber sehr gut und insbesondere, wenn man den Preis von ca. 200 Euro bedenkt, erhält man hier eine wertige Alternative, wenn man denn zu einem chinesischen Modell greifen möchte. Klar, das Pro-Modell ist in vielen Punkten überlegen, vor allem durch das abknickbare Rohr, doch wer nach einem Handstaubsauger ohne große Schnörkel sucht, der erhält hier ein gut verarbeitetes Modell mit sehr guter Saugleistung und solidem Lieferumfang.

Fazit

Auch wenn der Jimmy JV85 auf dem Papier schwächer ist als sein großer Bruder, der Jimmy JV85 Pro, so bietet er ein gutes Gesamtpaket. Zu vermissen ist vor allem das automatisch abknickbare Saugrohr, das es sehr erleichtert unter Möbeln zu saugen. Die etwas geringere Saugleistung und höhere Lautstärke sehe ich persönlich nicht als große Minuspunkte an.

Die Saugergebnisse sind immer noch sehr gut und 185 AW bzw. 23.000 pa sind definitiv sehr konkurrenzfähig – insbesondere zum ausgerufenen Preis. Wo wir dabei sind: Zur Verfügung gestellt wurde mir das Testmuster von Geekmaxi, welche den Jimmy JV85 aktuell für 189,99 Euro mit Versand aus der EU anbieten (Code: JV85SBDE).

Empfehlenswerte Konkurrenzmodelle wären hier z. B. der bereits erwähnte eufy HomeVac S11 Infinity oder der Dreame T20, die allerdings beide preislich eher auf dem Niveau des Jimmy JV85 Pro liegen. Solltet ihr also weniger als 200 Euro für einen akkubetriebenen Handstaubsauger ausgeben wollen und nach einem leistungsstarken Modell mit ergonomischem Griff suchen, dann kann der Jimmy JV85 durchaus ein echter Tipp sein.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Bitte passt auf mit dem ganzen Akkuzeugs in Eurer Wohnung! Meinem Nachbar ist gerade die Hütte abgebrannt, während so ein Staubsauger geladen wurde. Nicht umsonst lassen de facto alle Dienste, die Lagerraum vermieten, keine Akkus zu – auch nicht ohne dass dieser dort geladen wird. Diese Technik ist oft im wahrsten Wortsinne brandgefährlich!

  2. Die Akkulaufzeit ist verdreht, oder? Die Laufzeit bei Normal ist doch nicht kürzer als bei Max?

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