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Hand- und Bodenstaubsauger Jimmy JV85 Pro im Test

Dem Markt mangelt es sicher nicht an Handstaubsaugern. Bekannt ist hier vor allem das Unternehmen Dyson, doch auch aus China erreichen den hiesigen Markt regelmäßig neue Geräte – darunter auch Produkte von Jimmy. Die Marke ist (wie mittlerweile so viele andere) mit Xiaomi verbandelt. Nun will man mit dem Jimmy JV85 Pro die Messlatte wieder eine Stufe höher setzen. Meine Frau und ich haben den JV85 Pro hier nun schon eine geraume Zeit im Einsatz, weshalb ich euch hier nun unseren Eindruck schildern möchte.

Nach dem Auspacken des Staubsaugers fiel natürlich zuallererst dessen Farbgebung ins Auge, an die sich der eine oder andere vermutlich erst einmal gewöhnen muss: Lila und Grau in Kombination. Da mir bei dem Jimmy vor allem dessen Funktionen wichtig sind, interessieren mich die Farben wenig bis gar nicht, aber ich wollte es nur einmal angesprochen haben. Im Lieferumfang befinden sich neben dem Hauptgerät allerhand unterschiedliche Aufsätze für diverse Oberflächen, aber auch zwei motorisierte Aufsätze: der Milbenaufsatz und die Bodendüse, bei der sich die weiche Walze im Inneren auch noch mit einer Walze aus Borsten und Gummilippen auswechseln lässt.

Spezifikationen laut Hersteller:

Preis: rund 300 Euro
Saugkraft: 200 AW / 25.000 pa
Display: LED, zeigt an: Saugstufe und Akkulaufzeit in Prozent
Akku: austauschbar, 3.000 mAh (ausschließlich über Wandvorrichtung aufladbar)
Ladezeit: rund 4,5 Stunden
Lautstärke: maximal 82 dB
Gewicht: 1,9 kg
maximale Gesamtlänge als Bodenstaubsauger: 1,14 m
seitlich angebrachte Staubkammer: 0,6 l
Laufzeit: „Max“ bis zu 15 Minuten, „Turbo“ bis zu 30 Minuten, „Eco“ bis zu 70 Minuten / mit motorisierter Bodenwalze: „Max“ bis zu 13 Minuten, „Turbo“ bis zu 25 Minuten und „Eco“ bis zu 55 Minuten
Sonstiges: CE-Kennzeichnung in der internationalen Version, HEPA-Filter einzeln entfernbar, Saugrohr mit praktischer Knick-Funktion
Aufsätze: Bodendüse mit integrierter Softwalze für harte Böden, Misch-Walze für Teppich, Milbenaufsatz, Fugenaufsatz, Bürstenaufsatz, Bürstenaufsatz länglich, Flexschlauch, Verlängerungselement
Wandhalterung: zum Aufladen, inkl. Montagezubehör

Mit immerhin 200 Airwatt rockt der Jimmy JV85 definitiv bei den Großen mit und hält zumindest laut Hersteller auch noch ausreichend lange durch. Nachdem ich mir alle Aufsätze mal für den Testeinsatz beiseite gelegt hatte, kam die Frage auf, ob sich der Sauger auch mal eben schnell per Kabel und eben nicht an der Ladestation laden lässt. Das muss ich leider verneinen, den Sauger könnt ihr ausschließlich an der Station laden – dafür sollte diese idealerweise an eine Wand montiert sein. Einen separaten Ladeanschluss gibt es am Gerät leider nicht.

Natürlich ist auch der Jimmy JV85 Pro modular aufgebaut, kann demnach als kurzer Handstaubsauger für Treppen und Co. genutzt werden, lässt sich aber auch problemlos in einen längeren Bodenstaubsauger umbauen – alles nur ein paar Klicks entfernt. Die motorisierten Düsen sind aufgrund der notwendigen Stromzufuhr nur am Hauptgerät oder aber am Rohr nutzbar, die anderen Aufsätze können einigermaßen „wild“ angebracht werden. Wer um Ecken saugen muss, dem hilft der bis auf 90 Grad knickbare Adapter oder aber man greift zum Flexrohr, das sich nicht nur biegen, sondern auch noch ein kurzes Stück strecken lässt.

Das lange Saugrohr setzt hier auf einen besonderen Clou, der dem einen oder anderen Nutzer garantiert sehr entgegenkommt: Das Rohr lässt sich auf Wunsch durch Betätigen eines kleines Buttons bis auf 90 Grad einknicken und arretiert sich beim Geradeziehen wieder von alleine. Der Mechanismus ist dabei so „empfindlich“, dass das Rohr hier im Test dann schon von allein knickt, sobald es mit wenig Kraft gegen eine Kante geschoben wird. Ich unterstelle hier einfach mal, dass das so gewollt ist, da der Verschluss nicht darunter zu leiden scheint und dieser Prozess sogar ganz gut in die Handhabung passt. So komme ich problemlos ohne großartiges Bücken mit dem Sauger unter Schränke und Co.

In unserem Haushalt leben neben meiner Frau, unserem Sohn und mir auch noch drei Katzen, zwei davon Kater mit anstrengendem Winterfell. Demnach ist im Haus nicht nur reichlich Krümelei zu finden, es sind recht viele Haare, die sich in Teppichen und Polstermöbeln gerne festkrallen und bei denen es schon etwas mehr Saugleistung benötigt, um sie wirklich aufzusaugen. Hier hat sich der Jimmy JV85 Pro ziemlich gut geschlagen, auf Polstern und Teppichen muss ich hier aber schon zwingend auf die maximale Stufe umschalten. So verbleibt mir knapp eine Viertelstunde in dem Modus. Der akkuschonende Eco-Modus lässt hier bis zu 70 Minuten zu, sofern man nicht durchgehend mit einer der beiden motorisierten Bürsten arbeitet. Damit kam ich im Test auf knapp eine Stunde, also etwas mehr, als es der Hersteller angibt.

Das Umschalten der drei einzelnen Modi erfolgt über einen Taster in Daumenreichweite, das Ein- und Ausschalten des Geräts funktioniert über den Schalter daneben. Anders als bei vielen anderen Saugern der Kategorie, wird der Jimmy hier nicht über eine Art Pistolenabzug gestartet und angehalten, sondern bleibt nach dem Einschalten auch an, beziehungsweise muss über ein weiteres Tippen dann wieder ausgeschaltet werden. Für diese Methode wird es sicher nicht nur Fans geben, mir ist die Bedienung so einfach lieber, da ich nicht noch zusätzlich einen Knopf durchgehend gedrückt halten muss.

Das Laden dauert hier so knappe viereinhalb Stunden, was durchaus im Rahmen liegt, natürlich aber nicht dafür sorgt, dass ihr das Gerät rasend schnell wieder einsatzbereit habt. Mit dem Laden selbst habe ich allerdings das eingangs erwähnte Problem, dass sich der Jimmy nicht schnell mal per Kabel, sondern nur an seiner Station laden lässt, was ihm ein wenig den „Wind der Flexibilität aus dem Segel“ nimmt.

Das Aufsaugen von Kleinmaterialien wie Blumenerde oder Krümeln funktioniert mit dem Jimmy JV85 Pro sehr gut. Es kommt hin und wieder vor, dass doch einzelne Krümel liegen bleiben – dann war ich mal wieder etwas zu schnell mit dem Sauger unterwegs. Die separate Milbenbürste dürfte für Allergiker durchaus interessant sein, alles in allem unterscheidet sich das Aufsatz-Sammelsurium aber nicht wirklich von dem anderer Geräte. Anders ist dagegen die Anordnung der Saugkammer am Hauptgerät.

Diese sitzt hier quer im Gerät, wird zur Seite hin per Deckelverschluss geöffnet, damit man den Inhalt entleeren kann und lässt sich auf der anderen Seite per Drehmechanismus öffnen, um unter anderem den HEPA-Filter zu reinigen oder auszuwechseln. Ich persönlich hantiere mit dem Jimmy so ganz gerne, beim Auskippen des Saugerinhalts wird das Gerät allerdings auf einer Seite etwas zu schwer, als dass man es problemlos mal eben aus dem Handgelenk auskippen könnte. Aber das ist definitiv meckern auf hohem Niveau.

Das Display auf der Oberseite lässt erkennen, wie lange ihr noch im jeweiligen Modus saugen könnt und gibt einen Aufschluss darüber, welchen Modus ihr überhaupt ausgewählt habt. Beim Aufladen kann darin natürlich der Ladezustand des Akkus abgelesen werden. Leise ist der Jimmy JV85 Pro beim Saugen dann aber auf keinen Fall, bis zu 82 dB gibt der Hersteller hier für die maximale Lautstärke an.

Und tatsächlich muss ich sagen, dass ich allein schon aufgrund meines etwas empfindlichen Gehörs viel häufiger im Eco-Modus saugen als es vielleicht der Fall sein müsste. Das mag für jeden unterschiedlich aussehen, mir ist das Gerät dann aber hin und wieder einen Deut zu laut.

An der Saugleistung habe ich wenig zu bemängeln, lediglich in den Teppichen bleiben – unabhängig von der Wahl der Walze – dann doch noch das ein oder andere Katzenhaar oder auch mal ein größerer Krümel hängen. Bei uns punktet der Sauger aber vor allem auch wegen seiner Flexibilität. Dazu zählen der erwähnte Knick-Mechanismus, aber auch das mitgelieferte Flexrohr und auch der knickbare Adapter, wodurch es nur noch sehr wenige Bereiche gibt, an die man mit dem Jimmy JV85 Pro nicht herankommt.

Als Handsauger ist mir der Hauptkörper des Saugers etwas zu „bulky“, also zu breit und sperrig, als dass ich ihn überall so problemlos verwenden könnte. So würde ich im Auto hier grundsätzlich immer zusätzlich das Flexrohr und einen der Aufsätze verwenden.

Für seinen Preis von 300 Euro macht der Jimmy JV85 Pro schon verdammt viel richtig, und das nicht zuletzt auch wegen seiner Knick-Mechanik. Es gibt zusätzlich für einen etwas geringeren Preis das Lite-Modell, den Jimym JV85. Dieser erreicht dann statt 200 „nur“ 185 AW, der Akku fasst 2.500 mAh und besitzt dadurch natürlich auch die etwas kürzere Laufzeit. Zudem soll der Lieferumfang etwas kleiner ausfallen, so fehlt beispielsweise das Flexrohr. Ach: Und er ist hellblau statt lila, vielleicht auch noch ein Argument?

Meiner Meinung nach spielt das Pro-Modell aber durchaus in einer Liga mit den großen Konkurrenten und ist dann im Vergleich auch gar nicht mehr so teuer. Beim Blick ins Netz lässt sich unter anderem bei AliExpress auch ein Angebot für den Akku finden, wonach dieser als Ersatz aktuell bei rund 90 Euro kostet.

Der Jimmy J85 Pro wurde uns für diesen Test von GeekMaxi zur Verfügung gestellt, welche den Staubsauger derzeit für 249,99 Euro mit Versand aus der EU anbieten. Dafür solltet ihr im Warenkorb den Code „JV85PROSB“ verwenden.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. Warum soll ich mir denn einen chinesischen Staubsauger kaufen? Wenn ich unbedingt was teures haben will, kann ich doch was aus „Deutschland“ nehmen. So viel mehr Geld ist es dann auch wieder nicht. Aber ich würde eh nicht 300 Euro für eine Staubsauger ausgeben. Da hab ich andere Hobbys und meine Frau zum Glück auch.

    • Hobby ist also, sich Beiträge durchzulesen, bei denen vorher klar ist, dass es nichts ist und dann auch noch einen Kommentar dazu verfassen? Ja, das Hobby hab ich auch 😉
      Und stimmt, Produkte aus Deutschland kaufen ist ja jetzt patriotische Pflicht!

  2. Im Vergleich zu einem neuen Dyson-Modell würde ich auf jeden Fall wohl den hier zumindestens ausprobieren, den mehr als 350 Euro würde ich niemals für einen Staubsauger ausgeben.
    Ober ob ich den hier einem gleichteuren älteren Dyson V8 bevorzugen würde? Ich denke nicht.

  3. Ich musste 3 Mal hinschauen und habe immer noch nicht ausschließen können ob es nicht doch ein Dyson ist 😀
    Die Chinesen kopieren immer besser, nicht nur Chinesische Autos sehen unseren immer ähnlicher.

    Übrigens, lässt Dyson nicht auch in China produzieren?
    Ich meine da etwas gelesen zu haben. Dann ist ja sämtliches Know How eh in China.

  4. Mein Makita Handstaubsauger hat ohne Akku 34,99 gekostet. Für 300,- muss ein anderer mindestens die Hausaufgaben der Kinder mitmachen!!1elf!!

    • Was soll ich sagen, ich hab mir Anfang des Jahres einen für 500 € einen gekauft und meine beiden(!) Kinder (13 und 8 Jahre) haben im Juni ihr Abi bestanden.

  5. China Böller ohne eine Zulassung für Deutschland darf überhaupt nicht verkauft werden wer so ein China Müll kauft hat die kontrolle über sein Leben verloren.

  6. chilibrenntzweimal says:

    Für 300 Euro kriegt man auch einen Bosch Akku Sauger, das gute daran, es nutzt standartisierte Akkus wie vom Akkubohrer und die lassen sich leicht nachkaufen und so mit separatem Ladegerät für die Akkus, die man als Handwerker sowieso hat schnell nachladen.

    • Richtig, für 300 ,- Euro erhält man auch einen Bosch Akku Sauger. Habe zufällig einen, der ist sogar billiger.
      Nur ist da ebenfalls nichts standardisiert, sondern schön intern eingebaut, kein Akku zum wechseln wie beim Akkubohrer.

      Einerseits wird sich drüber aufgeregt billiger China Müll. Andrerseits wird sich genauso drüber aufgeregt wenn er 300 Euro kostet, damit er Qualität und Leistung liefert.
      Und nebenbei denken hier viele in den Beiträgen China sei immer noch ein dritte Weltland. Dabei ist China gerade dabei Europa wirtschaftlich zu überholen.
      Wenn dieser Kontinent mal nicht gerade mit sich selbst beschäftigt ist und mit seinem Finger auf andere zeigt, kann es sein, dass die EU in dreißig Jahren selbst zu einem dritte Weltland agiert und somit die gesamte Bevölkerung. Nichts ist in Stein gemeißelt. Wohin dies führt, durfte die Welt gerade jahrelang unter Trumps Regentschaft erfahren.

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