Internet: Fast 68 % haben mindestens 50 MBit/s zur Auswahl

Kleines Feedback aus einer Umfrage, die wir die Tage im Blog hatten. Ich bin neulich drauf gekommen, dass wir 2013 eine Aussage der Bundesregierung vorliegen hatten, die davon sprach, dass 2018 jeder deutsche Haushalt mehr als 50 MBit/s Bandbreite zur Verfügung haben soll. Das war natürlich ein Ziel, welches mich damals schon hat schmunzeln lassen. Die Realität ist eine andere, ob die Regierung nun Schuld ist oder die Anbieter, sei mal dahingestellt.

Wir fragten also unsere Leser, was sie so nutzen können. Über 2.600 gaben uns Antwort, was bei ihnen so daheim anliegen könnte. Bedeutet: Wenn jemand nur 16 oder 32 MBit/s nutzt, theoretisch aber +50 MBit/s nutzbar wären, dann würde er angeben müssen, min. 50 Mbit/s geboten werden. Die wohl gute Nachricht: Zum Zeitpunkt meiner Auswertung kamen rund 68 Prozent auf mindestens 50 MBit/s via DSL oder Kabelanschluss. Fast 19 Prozent habem allerdings nicht das Glück, könnten aber theoretisch mit LTE mehr nutzen. Aber will man das sackteure LTE?

Dann aber gibt es noch erschreckende 13 Prozent von Nutzer, die weder 50 MBit/s via DSL noch Kabel haben – und zudem kein LTE nutzen können. Ich sag mal so: Wer nur im Internet zockt und streamt, der kommt sicher auch gut mit 32 MBit/s klar. Höhere Auflösungen und immer mehr Geräte im Haushalt wollen aber Bandbreite haben – und diese dauerhaft und bezahlbar. Es nutzt keinem eine 100 MBit/s-Leitung etwas, die im Ballungsgebiet zwischen 17 und 23 Uhr nicht mehr benutzbar ist.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. Tele Columbus bzw. jetzt PYUR Berlin von versprochenen 200 MBit/s Downstream tatsächliche 90 MBit/s, maximal 100 MBit/s.

  2. Ich habe eine 100er Leitung bei der Telekom von der ca. 82-84 Nutzbar sind egal welcher Uhrzeit. Generell finde ich klassische Leitung haben nicht so hohe Schwankungen als die alten Kabelanbieter. Zumindest nach nachfragen bei Nachbarn und Freunden.

  3. Zwei Anmerkungen:
    Das Problem ist in der Regel nicht bei den „nur 32mbit“ Anschlüssen – sondern bei 2mbit oder weniger.
    Die Aussage alle 50 MBit bis 2018 gab es nicht erst 2013 sondern zwei Legislatur Perioden vorher…(die groko vor schwarz gelb)
    Es wurde also 12 Jahre lang zu wenig getan (in der Regel lieber 50 auf 100 ausgebaut, als 2 auf 16…)

  4. Man hätte lieber fragen sollen, was MÖGLICH wäre, nicht, was man HAT.
    Möglich wäre hier dank FTTH so einiges, ist mir aber einfach zu teuer. So bleibt nur VDSL25.

  5. Wieso eigentlich immer diese Fokusierung auf den Downstream? Wenn, dann machen nur symetrische Zugänge Sinn. Und selbst das Ziel 50MBit ist Humbug. 1GBits symetrisch muss das Ziel sein. Dass wir das nicht haben ist ein rein politisches Problem, kein technisches.

  6. Typisches Ergebnis einer Zweidrittelgesellschaft, ein Drittel fällt immer durch das Rost.

    Manchmal frage ich mich, wozu es eine Bundesnetzagentur gibt? Diese müsste Versprechungen und Dienstleistungen der ISP viel konsequenter hinterfragen und im Bedarfsfall abstrafen.

  7. Das ist eben das Kernproblem. In Hamburg bei meinem Bruder kommt zu stoßzeiten oft überhaupt nicht mehr als eine 6000er Leitung rum am Abend. Auf die 200.000 kam er nur morgens um halb 6. Für streaming schon zu wenig.

    Mag sein, dass wir immer öfter hohe Leitungen angeboten bekommen. Aber es muss noch ordentlich ausgebaut werden und zwar überall. Und symmetrische Leitungen sollten wir in Zeiten der Cloudanbieter auch haben. In der Schweiz quasi selbstverständlich. Für meinen Vater darf ich derzeit knapp ein TB an Bildern in die Cloud hochladen. Ich bin schon ein paar Wochen dabei… 230GB hab ich schon.

  8. Vodafone bietet ‚bis zu 50Mbit/s‘, bring die aber nicht annähernd.

  9. Ich glaube nicht, dass das Ergebnis hier übertragbar ist auf die gesamte Bevölkerung. Tatsächlich dürften die Haushalte, die 50 MBit/s oder mehr nutzen können, deutlich in der Minderheit sein.

  10. Markus Licht says:

    Wie hieß doch gleich der ‚Minister für digitale Infrastruktur (und Verkehr)“ und was war sein mit Abstand wichtigstes Projekt der letzten Legislaturperiode?

    Alexander Dobrind und die Ausländer-Maut.
    Noch irgendwelche Fragen? OMFG!

  11. Das Problem sind die unter 16Mbit Anschlüsse. Hier sind nur 2-3 Mbit per DSL zu haben und selbst per LTE lässt es sich nur bis 16 aufstocken … wobei davon nur ca. 5 Mbit ankommen. Man müsste die Umfrage also anders aufbauen…

  12. Ja mann müsste sich erst mal um die ganz langsamen kümmern. Bei einem Freund der zwar offiziell eine 16 MBit Leitung hat, kommt halt nur knapp die Hälfte an und das benutzt dann eine ganze Familie. So wirklich Spaß macht des mit der Leitung nicht.

  13. „Es nutzt keinem eine 100 MBit/s-Leitung etwas, die im Ballungsgebiet zwischen 17 und 23 Uhr nicht mehr benutzbar ist.“
    Erinnert mich an meinen tollen unitymedia Vertrag über damals superschnelle 100 Mbit, von denen aber oft auch nur maximal 50 ankamen. Nachdem ich dann für 5 € mehr im Monat zu 1&1 gewechselt war, war es besser – 100 mbit im Download und 30 im upload (was eigentlich 40 sein sollten, aber damit kann ich leben).

    Ich finde aber auch, dass 32 mbit aktuell noch kein größeres Problem darstellen. Ich habe selbst Bekannte, die maximal DSL 2000 und kein LTE haben. Das müsste erst mal dringend geändert werden.

  14. Das ist doch sowieso Augenwischerei. Entweder zählt man nur die Festnetzanschlüsse, oder man bietet LTE Tarife unbegrenzt an. Erst dann sind die Angebote halbwegs vergleichbar, wobei der Tarif über die Mobilfunkschnittstelle technisch bedingt natürlich immer im Nachteil sein wird.

  15. Bei MagentaHybrid hat man per LTE kein Begrenzung! Wer also nur 16 Mbit DSL bekommt, aber guten LTE Empfang hat kann trotzdem in den Genuss von 50 oder mehr Mbit kommen.
    Und für ca. 70% in Bevölkerung in Deutschland sollten eh ein Kabelanschluss möglich sein, welche alle mehr als 50 Mbit bieten.

  16. Haha 32Mbit/s die Realität ist leider noch viel ernüchternder: 5,6Mbit und dann ist Schluss.
    Laut Telekom ist das ganze Dorf mit VDSL erschlossen und 100MBit verfügbar. Nur komisch, das hier keiner über einen entsprechenden Anschluss verfügt ^^

  17. Ich stelle solange nicht auf IP-Anschluss (und damit die maximal verfügbaren 50Mbit), solangs hier auf dem Dorf noch zu massig Ausfällen davon kommt. Und damit meine ich nicht nur DSL, sondern auch gleich Telefon (und ggf. TV) dazu. Da bleib ich lieber auf 6Mbit sitzen.

  18. Bei uns gibt es 1000 MBit/s (FTTH) für 129€ im Monat. Aber das ist mir zu teuer. Mir reichen 50 MBit/s locker aus

  19. Und der Rest hat es wegen ihren 384kBit/s nicht geschafft an der Umfrage teil zu nehmen 🙂

  20. Markus Licht says:

    Der zuständige „Minister für Digitale Infrastruktur“ hieß die letzten vier Jahre *Alexander Dobrind* (CSU). Der hatte nur seine schwachsinnige Ausländermaut im Kopf.

    Mehr braucht man im Grunde nicht wissen, um das langsame Internet und den mangelnden Breitbandausbau in Deutschland zu erklären. ^^

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