Google Home Hub: Ein erster Blick auf das neue Smart Display

Google hat zu seinem Event im Oktober nicht nur neue Smartphones vorgestellt, sondern auch ein eigenes Smart Display namens Google Home Hub. Dabei handelt es sich nicht um das erste seiner Art, denn Lenovo und andere Hersteller haben bereits seit längerem derlei Geräte am US-Markt platziert. Genau wie diese Displays ist auch der Google Home Hub aktuell nur in den USA verfügbar, ich habe mir das Gerät aber vorab schon einmal für euch angeschaut. Der Assistant läuft ebenfalls aktuell nur auf Englisch, die Funktionsweise ist auf Deutsch aber genau dieselbe.

Zuallererst muss ich erwähnen, dass ich überrascht war, wie klein die Box doch ist, bis mir einfiel, dass der Google Home Hub nur mit einem 7 Zoll (ca. 18 cm) Display daher kommt, aber dazu später mehr. Drin befindet sich nicht viel mehr als der Home Hub, ein Netzteil und etwas bedrucktes Papier.

Design und Technik

Das Design ist schnell beschrieben. Der Nutzer sieht nur ein 7 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1024 x 600 Pixeln, weil es in einem schmalen, weißen Rahmen sitzt und zur besseren Lesbarkeit leicht abgeschrägt in dem Sockel sitzt, der vom selben Bezug geschützt wird, der auch schon beim Home Mini und beim Google Home benutzt wird.

Oberhalb des Displays sitzt ein Umgebungslichtsensor und zwei Fernfeld-Mikrofone. Im Sockel selbst wurde ein Lautsprecher mit einem Schalldruckpegel von 80 dB, gemessen aus einem Meter Entfernung, verbaut. Auf der Rückseite befindet sich noch ein Regler zum Ausschalten der Mikros, eine Lautstärke-Wippe und der Eingang für den Stromanschluss. Im Großen und Ganzen ist die Konstruktion somit 178,5 Millimeter breit, 118 Millimeter hoch und 67,3 Millimeter tief und damit nicht wirklich ein Riese, das Gewicht beträgt 480g.

Zu den Innereien hält sich Google auf der Produktseite bedeckt. Es ist lediglich bekannt, dass das Betriebssystem nicht auf Android Things, sondern auf der Cast-Plattform basiert. Der Home Hub funkt mit WLAN 802.11b/g/n/ac (2.4GHz/5Ghz) und verbindet sich mit externen Lautsprechern oder anderen Geräten mit Bluetooth 5.0. Eine Kamera findet sich dort nicht, Google hebt das Feature in puncto Privatsphäre hervor. Hat jedoch den Nachteil, dass Google Duo-Anrufe zwar funktionieren, ihr euer Gegenüber auch seht, euer Gegenüber euch aber nicht.

Home Hub in der Praxis

Im Vergleich zum neuen Echo Show ist der Hub ein Winzling. Schade, wenn man bedenkt, dass ihr Fotos darauf betrachtet und Google-Käufer sogar 6 Monate YouTube Premium obendrauf bekommen. Ihr solltet also nicht zu weit vom Gerät entfernt sein, um Inhalte noch erkennen zu können. In der Küche auf der Arbeitsplatte oder im Flur macht sich der Hub aber. Eingerichtet wird das Gerät genau wie jedes andere Google-Gerät auch über die Google Home-App. Geführte Installation, die im Nu erledigt ist.

Ein Bilderrahmen mit Google Assistant!

Das ist so ziemlich die treffendste Beschreibung für das Gerät. Aufgrund der fehlenden Kamerafunktion entfällt die Video-Telefonie und auch zum längeren Schauen und Streamen taugt das Gerät aufgrund der Größe nicht wirklich. Dennoch ist es nett, seine Google Foto-Bibliothek als Diashow und nützliche Informationen wie Wetter und Uhrzeit auf einem Blick zu sehen.

Bei dieser Nutzung macht der Umgebungslichtsensor einen wirklich guten Job. Das Display passt seine Farbe so an, dass es in den Raum passt, dabei sehen die Inhalte dann wirklich aus, wie Fotos und nicht wie ein digitales Display. Hier gibt es dennoch einen Punkt, den man verbessern kann: Fotos werden nicht gestreckt, sondern mit einem schwarzen Rand angezeigt, wenn das Seitenverhältnis nicht stimmt. Ich würde mir eine gefüllte Darstellung wünschen, mit Fokus auf das Gesicht oder wenigstens eine Einstellung dafür.

Der Haupt-Anwendungszweck von dem Ding ist natürlich in erster Linie der Google Assistant, der genau wie auf allen anderen Geräten einen sehr guten Job macht. Auf Englisch noch mehr, da dort die durchgängige Unterhaltung funktioniert und man nicht immer von Anfang an Fragen stellen muss. Ihr könnt also Allerwelts-Fragen stellen, euer Smart Home kontrollieren, Streaming-Dienste ansprechen und vieles mehr.

Wo wir gerade beim Punkt Streaming-Dienste sind: Netflix funktioniert auf Smart Displays nicht. Es bleibt also bei YouTube und Musik-Streaming, was meiner Meinung nach, ein großer Negativpunkt ist. Aber vielleicht passiert mit Netflix ja in Zukunft noch etwas.

Wirklich schick ist die Smart Home Steuerung, große, übersichtliche Elemente lassen euch zu den verbundenen Kameras springen oder Lampenhelligkeit und -farbe, Thermostate und vieles mehr einstellen. Dazu wischt man von oben nach unten und kann die verschiedenen Elemente auswählen. Um zurück zum Hauptbildschirm zu kommen, wischt man von links nach rechts. Irgendwie inkonsistent, wenn man bedenkt, dass Google auf Androiden den Wisch von unten etablieren möchte. Dort liegen beim Hub aber die Einstellungen für Helligkeit und Lautstärke. Da sollte Google noch nachbessern.

Die Kamerastreams funktionierten in meinem Fall nicht immer zuverlässig und hatten Bildfehler oder brachen ab. Getestet habe ich das mit einer verbundenen Nest IQ und drei Logi Circle 2. Wer eine Nest Hello-Klingel hat, kann auch mit dem Hub antworten.

Sonst macht die Benutzeroberfläche mit den großen Karten viel her. So sieht man zum Beispiel auch recht übersichtlich das Wetter und den Kalender für den aktuellen Tag. Der Assistant erklärt euch euren Tagesablauf auf Wunsch auch ziemlich detailliert.

Ihr könnt mit dem Hub übrigens auch Kochen. Der Assistant führt euch nach und nach durch die von euch ausgewählten Rezepte, per Sprachbefehl könnt ihr zum nächsten Schritt springen.

Wer mit den Fähigkeiten des Assistant noch nicht vertraut ist, findet das komplette Repertoire auch in einem separaten Menü und kann sich dort aufschlauen.

Taugt der Hub als Lautsprecher?

Nein, nicht wirklich. Die Soundqualität ist etwas über dem Niveau eines Home Mini, in höheren Lautstärken geht dann also recht schnell die Luft aus. Ein Echo oder Echo Show klingt um Welten besser. Hier hätte Google wenigstens auf dem Niveau eines Google Home bleiben können. Wenn man bedenkt, dass der Hub auch Teil eines Multiroom-Systems sein kann, ist das wieder eine vergebene Chance. Wer Musik also etwas lauter hören möchte, verbindet den Hub mit einem Bluetooth-Lautsprecher oder greift demnächst auf die Sonos-Integration zurück.

Mein vorläufiges Fazit zum Google Home Hub

Nach meiner ersten Testphase mit dem Home Hub bin ich hin- und hergerissen. Der Assistant verrichtet gewohnt gut seinen Job und die Bilderrahmenfunktion mit dem anpassbaren Display ist auch sehr gut. Die kleine Größe ist für den ein oder anderen eventuell sogar ein Plus, zum Medienstreaming taugt der Hub damit aber wenig. Weiterhin bin ich von der Soundqualität doch etwas enttäuscht und hatte mir mehr erwartet. Auch die fehlende Kamera kann sowohl als Plus- als auch als Minus-Punkt angesehen werden. Wer wert auf Privatsphäre legt, findet das sicher gut, für Videotelefonie ist das jedoch ein Todesstoß.

Wenn man Google unterstellt, den Hub als Bilderrahmen mit einer tollen Smart Home-Zentrale verkaufen zu wollen, dann ist die Mission erfüllt. Stellt man den Echo Show jedoch daneben und betrachtet Punkte wie Medienstreaming, das größere / bessere Display und den viel besseren Sound, dann wird man vom Hub wohl eher enttäuscht sein.

Letztendlich kommt es immer auf den Preis an und die Entscheidung, in welches Ökosystem man möchte: Google oder Amazon?

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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14 Kommentare

  1. Julian Schmid says:

    Habe ihn auch zuhause. Inzwischen hat sich einiges bei den Smart Displays getan. Ich hatte vor vier Wochen noch das Lenovo Smart Display – das konnte zwar deutsch, dafür konnte man es noch nicht in eine Lautsprechergruppe integrieren.
    Ich hoffe der Home Hub kann bald auch wieder deutsch. Es ist sonst sehr schwer die Lampen im Wohnzimmer einzuschalten 😉

  2. Und was kostet das Teil?

  3. Möglich das ich das überlesen habe, aber kann man das Display abnehmen oder ist dieses fest verbaut? Vermute mal ja. Wäre schön gewesen wie eine Art Docking, das man damit auch mal ne runde surfen kann oder so.

  4. Läuft darauf ein Android bzw. ist es möglich eigene selbstgeschriebene Android-Apps auch darauf auszuführen? Das wäre für mich dann das perfekte Gerät.

  5. Hallo kann man dem Google Home hub jetzt schon auf deutsch umstellen?

  6. Mervyn Bickerdyke says:

    Wie habt ihr denn das Gerät mit deutschem Markenstrom versorgt? Meiner ist auch hier, ich hab aber die Lupe noch nicht gefunden um die hellgrau-auf-weiß-Beschriftung auf dem Netzteil zu entziffern ob das bei 220V die Grätsche macht.

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