Bundesregierung will gegen Routerzwang vorgehen

Das Wahljahr lässt die Bundesregierung und vor allem den zuständigen Minister für Technologie Philipp Rösler in letzter Zeit häufig zu aktuellen Netzthemen Stellung nehmen. Insbesondere die Netzneutralität ist ihm ein wichtiges Thema, auch wenn es kein eigenes Gesetz für die Netzneutralität geben soll wurde inzwischen von ihm ein erster Entwurf einer Netzneutralitätsverordnung (NNVO) auf den Weg gebracht. Darin ist auch ein interessanter Absatz enthalten, der sich gegen den Routerzwang einzelner Netzbetreiber richtet.

Routerzwang Netzneutralität

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Konkret heißt es im §4 der Verordnung folgendermaßen:

Der Netzabschluss muss grundsätzlich über ein vom Nutzer frei wählbares Endgerät technisch zugänglich sein.

Dies verwundert ein wenig, da die Bundesregierung erst kürzlich dazu äußerte, dass sie keine Veranlassung dazu habe den Routerzwang einiger Netzbetreiber abzuschaffen. Für den einfachen Endkunden wird dies in der Regel zwar keine Rolle spielen, da die Einrichtung und der Support durch die vorgegebene Hardware möglichst vereinfacht werden soll, allerdings hindert es ihn auch daran fortschrittlichere Technik anderer Hersteller mit mehr Funktionen einzusetzen. Jedoch werden dem Kunden immer häufiger die Herausgabe der notwendigen Zusatzdaten verweigert. Unter anderem der Hersteller AVM sieht sich hier natürlich in einer benachteiligten Situation.

Der Entwurf soll jetzt möglichst schnell dem Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt werden. Bis es tatsächlich so weit ist wird also noch ein wenig Zeit verstreichen. Dennoch in jedem Fall der richtige Weg die bisherige Praxis der Netzbetreiber hier zurechtzurücken, denn die Auswahl des Gerätes, mit welchem ich ins Netz gehe, sollte jedem freigestellt sein.

Bildquelle: Router, Earth and patchcord. 3d rendered. Isolated on white background. von 3Dstock

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29 Kommentare

  1. @FlyingT
    Leider geht das nicht bei meinem KDG Daten.

    Ich freue mich über so einen Vorstoß, dann bring ich KDG deren CrapBox persönlich vorbei und kack nochmal vor die Tür.

  2. „Der Netzabschluss muss grundsätzlich über ein vom Nutzer frei wählbares Endgerät technisch zugänglich sein.“ Bedeutet aber nicht Unbedingt eine Abkehr vom Router zwang. Die bisherige Argumentation war ja das der Roter den Netzabschluss darstellt und man dahinter jedes vom Nutzer frei wählbare Endgerät verwenden könne.
    ps. Und AVM sollte nicht zu laut schreien bei Unitymedia KabelBW und meines Wissens auch bei anderen Kabel Provider wird man als Kunde „gezwungen“ eine (vom Provider kastrierte und voll kontrollierte) FRITZ!Box Cable zu verwenden. Zwar habe ich auch zuvor am DSL Anschluss AVM Hardware verwendet aber über meine FRITZ!Box 7390 hatte ich im Gegensatz zur 6360 die volle Kontrolle. Das heißt ich konnte bestimmen wann Firmware Updates installiert werden, Telnet Aktivieren, beliebige VoIP Anbieter eintragen …

  3. @FlyingT Das hat bei mir leider nie funktioniert. Vielleicht hab ich mich aber auch nur zu blöd angestellt.

  4. @Michael: ja diese Fritzbox kenne ich aber dann hört es auch schon fast auf.
    @Martin: so mache ich es momentan auch.

    Was mich bei der Kabelmodem-Sch**** ein wenig stört, dass die IP fast statisch ist (ja, ist vom Gerät unabhängig). Und wenn ich einen Reconnect forciere (MAC-Wechsel am Router und Neustart des Kabelmodems), wird man auf einmal vom Modem ausgesperrt und solche Scherze..

  5. Endlich nimmt man sich des Problems mal an! Es ist wirklich furchtbar. In anderen ländern klemm ich mir einfach ein VDSL Modem ran und lasse irgendwo meine PPPoE Pakete her kommen. Und hier? Nix.
    Fragt man beim Provider nach den Leitungsparametern wissen die garnicht wovon man redet und verweisen immer auf andere.
    „Das ist EURE Leitung also sagt mir welches Signal ihr da drauf sendet!“ – „Ja, DSL“. *hust*

    Es ist zum Mäusemelken. Von oben kommt die Anordnung: „keine Fritzbox, kein Support“. Man stelle sich einmal vor, man kommt an eine Tankstelle und an der Zapfsäule sind 4 Zapfhähne ohne Beschriftung und bei Nachfrage sagt der Tankwart „Ja, Sprit“.

    Wir leben doch nicht im Jahr 1980 in dem nur die Post an die TAE Dose durfte und andere als „Post Telefone“ bei Strafe verboten waren. Was ein Käse!

  6. Wahlkampf-Bla Bla. Darauf kann man doch keinen Pfifferling geben. Die stürzen sich jetzt plötzlich (!!!) auf alle Themen die eine große Masse interessiert und im Moment eben verstärkt Technikthemen um eben auch noch als modern zu gelten. Noch 2012 hätte das keinen gejuckt und nächstes Jahr ist wieder alles vergessen. Wahlversprechen oder Themen die vor einer großen Wahl als wichtig angesehen werden sind nichts als Schall und Rauch. Befasse mich damit gar nicht, reine Zeitverschwendung in meinen Augen. Man wird ja wie immer nach der Wahl sehen wie gut sich die Politiker an ihre Versprechen (nicht) erinnern…

  7. Erstens funktionieren soweit mein Kenntnissstand die meisten DSL Anschlüsse auch mit jeden Router.

    Gut hier mag es die ein oder andere Einschränkung geben, aber wer sich hier ein wenig näher mit die Technik beschäftigt wird dies auch zum reibunglosen Laufen bringen.

    Die Router vom Provider haben 2 Vorteile.

    Zu einem ist die Einrichtung sehr einfach so das selbst Laien dies schaffen

    Einzig Aspekt bei der mann aufpassen muss ist die Notruf Funktion bei ein IP Telefonanschluss.

    Wer hier kein „Provider Router“ nimmt und hier auch die entsprechende Daten nicht richtig einträgt, der kann damit Probleme haben.

  8. Vielleicht sollten die Nörgler mal darüber nachdenken wie viele Leute sich in Deutschland tatsächlich mit einem Router beschäftigen (können/wollen). Ich gehe soweit und würde behaupten, dass locker 95% NICHTS an dem ihnen gestellten Router vom Provider auszusetzen haben.
    Wir, die Leser solcher Blogs oder Fachmagazinen sind eine Minderheit. Wir gehen den Providern am Arsch vorbei….finden wir uns damit ab, es wird NIEMAND daran was ändern. Natürlich wird in Zeiten des Wahlkampfs gerne mal die größerwerdende Internetcommunity gelockt, nach der Wahl will niemand mehr was davon gehört haben.

    Ich würde meine Steuergelder gerne in anderen Themen angelegt wissen.

  9. In vielen Fällen steht in den AGB der Zugangsanbieter, dass dem Kunden die Zugangsdaten schriftlich mitgeteilt werden (z.B. O2). Wird dann die Herausgabe der Daten verweigert, verstößt der Anbieter ggn. seine eigenen AGB und kommt somit seinen eigenen Pflichten nicht nach (Vertragsbruch?).
    Trotzdem ist es sinnvoll, das mal auf eine ordentliche Basis zu stellen, denn im TKG habe ich auf die Schnelle nichts gefunden, dass die herausgabe der ja notwendigen ZD bzw. die Möglichkeit zum Anschluss von „Fremdgeräten“ regelt.

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