Yeedi Vac 2 Pro: Saugroboter mit Selbstreinigungsstation im Test

Der Hersteller Yeedi bringt mit dem Yeedi Vac 2 Pro einen neuen Saugroboter auf den Markt, der auch zur bereits erhältlichen Selbstreinigungsstation kompatibel ist. Letztere hatte Benny bereits in einem Test hier im Blog vorgestellt, auch ich werde sie aber im Rahmen des Berichts kurz berücksichtigen.

Wer nach einem Saugroboter mit Laser-Navigation sucht, sollte im Übrigen auf andere Modelle blicken: Der Yeedi Vac 2 Pro arbeitet mit einem optischen Sensor zur Navigation. Jene Kamera hilft im Übrigen auch bei der Ersteinrichtung, denn sie kann einen in der offiziellen App generierten QR-Code scannen, was die Verknüpfung vereinfacht. Funktionierte bei mir dann auch tadellos.

Technische Daten Yeedi Vac 2 Pro

  • Maximale Saugleistung: 3.000 pa
  • Kapazität des Staubbehälters: ca. 420 ml
  • Kapazität des Wassertanks: ca. 180 ml
  • Saugmodi: Automatisch, Leise, Standard, Maximal, Maximal +
  • Betriebsdauer: 90 bis 220 Minuten, je nach Modus
  • Aufladedauer: ca. 6,5 Stunden
  • Lautstärke: bis zu 67 dBA
  • Akku: 5.200 mAh
  • Besonderheiten: 3D-Objekterkennung, Teppicherkennung, Raum- und Zonenreinigung, Kartenerstellung, Wischfunktion, oszillierende Mops, Erstellung von Reinigungsplänen, Teppicherkennung, Sprachsteuerung
  • Maße: 350 x 350 x 77 mm
  • Lieferumfang: Saugroboter, Seitenbürste, Staub- und Wasserbehälter, Wischmop, HEPA-Filter, Reinigungswerkzeug
  • Preis: ca. 449,99 Euro

Die technischen Daten des Yeedi Vac 2 Pro lesen sich durchaus ansprechend. Etwa verbucht dieses Modell die 3D-Objekterkennung und oszillierende Mops als Bonuspunkte auf seiner Seite. Beides sind leider noch keine Standardfunktionen. Durch die Objekterkennung kann der Saugroboter auch kleinere Gegenstände, z. B. Schuhe oder Kinderspielzeuge, erkennen und gezielt umfahren. Die vibrierenden Mops wiederum erlauben ein deutlich verbessertes Wischen.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Yeedi Vac 2 Pro verzichtet auf Laser-Navigation, wodurch sich ein Vorteil ergibt: Die Bauhöhe liegt bei nur 77 mm. So kann der Saugroboter unter den meisten Möbeln hindurchschleichen und Wege erkunden, die Konkurrenten vielleicht verwehrt bleiben. Die Verarbeitung ist generell sehr gut, zeigt aber auch ein paar Kritikpunkte.

Der Deckel des Roboters ist sehr dünn geraten und wirkt mit seinen lockeren Plastikscharnieren wenig robust. Mit einem flotten Handgriff bin ich sicher, dass er locker brechen würde. Außerdem ist die Kapazität des Wasserbehälters am separat anbringbaren Wassertank mit 180 ml knapp geraten. Zu loben ist dafür, dass Yeedi die Akkukapazität gegenüber dem „normalen“ Vac 2 (ohne Pro) von 2.600 auf 5.200 mAh verdoppelt hat.

Der Yeedi Vac 2 Pro kann über den anbringbaren Wasserbehälter mit Mopp auch wischen.

Einen Nachteil der Kamera sehe ich noch darin, dass sich auf der Linse natürlich leicht Verschmutzungen ansammeln können, gerade falls ihr den Yeedi auch mal in die Dunkelheit unter dem Bett manövrieren lasst. Ansonsten gibt es beim Design im Grunde keine Auffälligkeiten. Ich selbst bevorzuge die hier gebotene Entnahme des Staubbehälters nach oben heraus, da man so nicht, wie beim seitlichen Herausnehmen, unter den Roboter langen muss, um den Verschluss zu lösen.

Praxistest

Mit 3.000 pa kurvt der Yeedi Vac 2 Pro auf der höchsten Stufe durch euere Wohnung und reinigt dann freilich am gründlichsten. Ich selbst lasse für Tests Saugroboter meistens auf diesem Setting laufen. Schließlich will ich auch einmal die bestmöglichen Reinigungsergebnisse begutachten. Die Lautstärke ist dabei ab der Stufe Maximal nicht von schlechten Eltern, zumal der Vac 2 Pro auch ein hochfrequentes Pfeifen erzeugt, das man selbst durch Türen in Nebenzimmern wahrnimmt.

Witzig: Manchmal verweist die Yeedi-App auf die Deebot von Ecovacs.

Im Gegensatz zu älteren Modellen des Herstellers, wie z. B. dem Yeedi K650, prescht der Vac 2 Pro nicht mehr ganz so forsch voran. Schoben die K650 und K700 etwa auch unverhohlen Mülleimer und andere leichtere Objekte aus dem Weg, tastet sich der Vac 2 Pro vorsichtiger heran. Parallel ist die Navigation natürlich deutlich cleverer. Beispielsweise navigierte sich der Saugroboter auch problemlos aus einer engen Konstellation aus Tisch und Stühlen zunächst hinein und dann auch auf demselben Weg wieder heraus, ohne doppelte Irrwege einzuschlagen.

Die Kartenerstellung dauert allerdings länger als bei Laser-Modellen und ist auch nicht sofort in der App zu sehen. Zudem sind die erstellen Karten ungenauer. Couch, Tisch, Regale, etc. könnt ihr dort leider nicht erkennen. Auch wenn Yeedi argumentiert, man könne mit optischer Navigation weit kommen, würde ich mir daher immer noch ein LiDAR-Modell wünschen. Die App ist hingegen sehr gebräuchlich und erlaubt auch die Verknüpfung mit Sprachassistenten wie Alexa oder dem Google Assistant.

Es ist nur eine Seitenbürste am Vac 2 Pro verbaut. Ab und an kommt es daher vor, dass er auch mal einen Krümel hinfort wirbelt und liegen lässt. Generell sind die Saugergebnisse aber richtig gut und die 3.000 pa machen sich bezahlt. Erstklassig: Auch bei mehrfachem Absaugen eines Langflor-Teppichs im Badezimmer blieb der Saugroboter niemals hängen. Das Umfahren von kleinen Gegenständen funktionierte so semi-gut. Ich stellte dafür beispielsweise zur Probe mal Schuhe mittig in den Raum – die wurden dann doch ein paar cm verlagert und umgekippt.

Um die Wischergebnisse zu verbessern, zieht der Yeedi Vac 2 Pro nicht einfach wie die meisten Konkurrenzmodelle einen nassen Lappen hinter sich her. Vielmehr vibrieren die Mops 480-mal in der Minute, um so laut dem Hersteller auch hartnäckigere Flecken zu beseitigen. Das kennen wir ja auch von Konkurrenzmodellen wie dem Roborock S7 MaxV Ultra. Meiner Ansicht nach solltet ihr als Nutzer auch hier mit gedämpften Erwartungen arbeiten. Ja, die Wischergebnisse sind besser durch die Vibrationen. Doch eingetrocknete Flecken rubbelt auch der Yeedi Vac 2 Pro nicht mal eben weg – nicht einmal mit der Zonenreinigung. Da müsst ihr doch die menschlichen Muskeln spielen lassen.

Dann wäre da noch die Selbstentleerungsstation, welche identisch zum durch Benny vorgestellten Modell geblieben ist. 2,5 Liter passen also in einen der Beutel. Letztere sind nicht gerade billig – für drei Stück möchte Yeedi satte 17 Euro von euch haben. Wie rasch ihr die Beutel tauschen müsst, hängt natürlich von eurem Saugverhalten, also der Regelmäßigkeit und dem sich in eurer Bude ansammelnden Schmutz ab. Bis zu 30 Tage könnt ihr den Dreck im Beutel sammeln, bevor dieser laut Hersteller ausgetauscht werden sollte.

Auch ich kann Bennys Aussage bestätigen, dass der Absaugvorgang ein echter Krachmacher ist. Hier übertrifft man selbst die höchste Saugstufe des Roboters. Bereitet euch also darauf vor, es sei denn ihr wollt mal jemanden richtig dadurch erschrecken, dass nach dem Saugvorgang nicht die erwartete Ruhe einkehrt, sondern noch mehr Radau gemacht wird.

Insgesamt liefert der Yeedi Vac 2 Pro sehr gute Saug- und überdurchschnittliche Wischergebnisse ab. In Sachen Navigation sehe ich Laser-Modelle aber weiterhin vorne.

Fazit

Der Yeedi Vac 2 Pro merzt einige Kritikpunkte aus, die Benny etwa an dem Yeedi Vac Max moniert hatte, der ebenfalls mit der Absaugstation kombinierbar ist. So kann das neuere Modell dank oszillierender Platten deutlich besser wischen. Leider sind aber Staub- und Wasserbehälter etwas geschrumpft. Der Vac 2 Pro kann außerdem auch kleine Objekte wie Spielzeuge oder Schuhe erkennen, das funktionierte im Test aber nicht ganz perfekt. Die Kartenerstellung und automatische Raumaufteilung sind wirklich gut, auch wenn ich Laser-Navigation aufgrund des höheren Detailgrades der Karten immer noch bevorzuge.

Zu seinem Preis von 449 Euro ist der Yeedi Vac 2 Pro ein empfehlenswertes Modell, denn die Kritikpunkte schmälern das Gesamtergebnis nicht. Die Akkulaufzeit passt, die Reinigungsergebnisse auch und die App gefällt mir ebenfalls. Die Kompatibilität zur Entleerungsstation ist ein toller Bonus, schade nur, dass die Beutel so kostspielig sind. Solltet ihr da alternative Lösungen im Blick haben, dann könnt ihr den Preis dieses Saugroboters und der Station ja einmal beobachten. Vielleicht lohnt es sich, dieses Modell in die engere Auswahl zu nehmen.

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