Xiaomi Mi Band 4 im Test: Nun wird es bunt

Xiaomi feiert mit seinen Fitness-Armbändern nicht nur in seinem Heimatmarkt China anhaltende Erfolge. Daran knüpft auch das aktuelle Mi Band 4 an, das sich laut dem Hersteller bereits innerhalb kurzer Zeit über 1 Mio. Mal verkauft hat. Offenbar stößt die neue Generation auf reges Interesse. So bietet das Xiaomi Mi Band 4 etwa als erstes Modell der Reihe ein AMOLED-Farbdisplay. Ich habe das Mi Band 4 einige Zeit als konstanten Begleiter im Alltag getestet.

Dazu muss ich gleich offen angeben: Ich hasse jegliches Klimbim am Handgelenk. Egal ob Uhr oder Armband, ich würde nichts auf Dauer tragen. Das gilt auch für das Mi Band 4, liegt aber nicht am Gerät an sich. Denn selbst ich als jemand, der schnell von Armbändern genervt ist, konnte das leichte Wearable gut über den Tag (und die Nacht) ertragen. Das erwähne ich auch deshalb, weil der Bildschirm des Mi Band 4 deutlich größer ist als jener der Vorgängermodelle.

Vielleicht zögert deswegen der ein oder andere Besitzer eines Mi Band 3, der (so wie ich) ungern ein größeres Accessoire am Handgelenk trägt. Da kann ich eben Entwarnung geben: Das Xiaomi Mi Band 4 trägt sich angenehm und hat mich tatsächlich fast nur beim Tippen am PC gestört. Dann habe ich es tatsächlich lieber abgenommen. Damit ihr wisst, was euch beim Kauf erwartet, sind hier noch einmal die wichtigsten Eckdaten.

Technische Daten des Xiaomi Mi Band 4

  • 0,95 Zoll AMOLED-Farbdisplay mit 120 x 240 Pixeln
  • Bluetooth 5.0
  • Kompatibel zu Apple iOS ab Version 9.0 und Android ab Version 4.4
  • Sprachen: Englisch, Chinesisch
  • Wasserdicht: 5ATM
  • Akku: 135 mAh
  • Laufzeit: ca. 20 Tage
  • Aufladedauer: ca. eine Stunde
  • Features: Vibrationsmotor, Pulsmesser, Schlaftracker, Schrittzähler, Wecker, Musikwiedergabe-Steuerung, Stoppuhr, Timer, Workout-Tracking
  • TPU-Armband
  • Maße / Gewicht: 3,2 x 1,79 x 1,2 cm / 23 Gramm
  • Lieferumfang: Mi Band 4, Armband, USB-Ladeschale, mehrsprachige Anleitung
  • Preis. ca. 30 Euro

Ausstattung, Verarbeitung und Funktionen

Benny hatte erst Ende 2018 das Mi Band 3 getestet und im Bezug auf Design und Verarbeitung bleibt das Mi Band 4 der Reihe treu. Trotz des günstigen Preises macht das Mi Band 4 nämlich keinen „billigen“ Eindruck. Das schlichte Silikonarmband kann man bei Bedarf austauschen, die ovale Haupteinheit ist unaufällig. Bemängeln könnte man, dass über und unter dem AMOLED-Bildschirm recht viel Platz verbleibt, so dass es durchaus Spielraum gebe die Einheit kleiner zu gestalten.

Unter dem Screen findet ihr einen kapazitiven Button, mit dem ihr das Touch-Display bei Bedarf aktivieren könnt. Ist der Bildschirm aktiv, führt ein Wischen nach unten oder oben durch die Menüs. Wischt ihr zur Seite, kommt ihr zur Steuerung der Musikwiedergabe. Dann seht ihr den aktuell laufenden Song bzw. Interpreten und könnt die Lautstärke senken / erhöhen, das aktuelle Lied pausieren bzw. wieder starten und zwischen Stücken vor- und zurückschalten. Hat bei mir in Verbindung mit Spotify einwandfrei funktioniert.

Auch das Mi Band 4 bietet an der Unterseite einen Pulsmesser, der aber nicht auf die kontinuierliche Messung ausgelegt ist, sondern punktuell den Herzschlag erfassen soll. Wie genau der Puls erkannt wird, hängt vom Sitz des Armbands ab. Ich habe im Testzeitraum mal parallel den Puls über die Jabra Elite Sport und das Mi Band 4 gemessen und die Ergebnisse wichen zwar minimal voneinander ab, deckten sich aber im Großen und Ganzen. Das muss natürlich nicht zwangsweise heißen, dass beide Geräte total akkurat messen, nur weil sie ähnliche Werte ermitteln. Medizinische Genauigkeit sollte man nicht erwarten, man erhält aber eben eine grobe Orientierung.

Wie auch die Vorgängermodelle, so kann euch natürlich auch das Mi Band 4 daran erinnern, dass ihr mal den Arsch hochkriegen solltet. Sitzt ihr also zu lange untätig rum, kann das Armband vibrieren. Wie die meisten Funktionen, etwa auch die Benachrichtigungen und den Pulsmesser, könnt ihr das Feature aber auch abschalten. Das gilt auch für das typische Wearable-Feature, welches das Display automatisch aufleuchten lässt, wenn ihr den Arm hebt. Ist praktisch, wenn man kurz auf die Uhr schauen möchte – so spart man sich das Antippen.

Es gibt des Weiteren etwa auch einen Nachtmodus, der die Helligkeit des Bildschirms nach von euch festgelegten Zeiten automatisch senkt. All das konfiguriert ihr im Übrigen über Xiaomis eigene App Mi Fit. Dort könnt ihr auch die Bildschirmeinstellungen für euch optimieren. Lasst ihr euch z. B. die Benachrichtigungen oder das Wetter ohnehin nie am Armband anzeigen, könnt ihr jene Punkte ausblenden. Auch als Smart-Lock-Gerät lässt sich das Mi Band 4 erneut einrichten.

Firmware-Updates bezieht ihr ebenfalls über die App, in meinem Testzeitraum trudelten innerhalb weniger Tage gleich zwei ein. Eine Aktualisierung soll später auch dafür sorgen, dass das Mi Band 4 in deutscher Sprache läuft – aktuell gilt das nur für die App. Am Mi Band 4 selbst müsst ihr euch mit englischen Texten begnügen. Da sich der Umfang der Texte in Grenzen hält, kann man damit leben. Dafür prangen auf der Verpackung und in der Anleitung der internationalen Version des Wearables sogar deutsche Beschreibungen.

Sport und Schlaf mit dem Xiaomi Mi Band 4

Das Armband des Mi Band 4 sollte beim Sport fest sitzen, damit der Puls verlässlich gemessen werden kann – kennt man auch von den Vorgängern. Ich hatte allerdings beim Tracking zunächst Probleme: Ich startete am Mi Band 4 mein Workout für das Outdoor-Laufen und hatte natürlich mein Smartphone mit aktiviertem GPS dabei. Die Laufstrecke von ca. 5 km Länge wurde aber zunächst am Band falsch erfasst – das Mi Band 4 meinte, ich sei nur 2,4 km gelaufen. Zur Kontrolle lief ich die selbe Strecke anschließend direkt noch einmal – und siehe da, der Wert passte im neuen Anlauf.

Spannenderweise behob sich er Fehler von selbst, als ich die Daten zwischen dem Mi Band 4 und Mi Fit synchronisierte – die erste Strecke tauchte in meinem Trainingsverlauf nicht mit den falsch gemessenen 2,4 km, sondern korrekt mit knapp 5 km auf. Schwer zu sagen, woran der Bug also gelegen hat. Ich habe das Ganze daraufhin natürlich beobachtet und hatte anschließend keine Chance das Problem zu replizieren. Solltet ihr aber drauf achten, falls ihr das Mi Band 4 kauft.

Was die Akkulaufzeit betrifft, gibt Xiaomi ja ca. 20 Tage an – trotz größerem Farbdisplay also identisch zu bisherigen Generationen. Die Laufzeit hängt aber natürlich sehr stark davon ab, was ihr mit dem Mi Band 4 so anstellt. Wer alle Vibrations-Benachrichtigungen anknipst, den Pulsmesser regelmäßig messen lässt und oft auf den Bildschirm starrt, muss das Band natürlich eher aufladen, als jemand, der hauptsächlich mal ein Workout erfasst.

Welche Apps euch Benachrichtigungen auf das Wearable schicken sollen, legt ihr übrigens in der Mi-Fit-App selbst fest. Emojis erscheinen dabei immer noch als Fragezeichen und es wäre schön, wenn man unter dem Menüpunkt für die Notifications nicht nur lesen würde welche App wie viele Benachrichtigungen schickte, sondern auch nochmal den Inhalt abrufen könnte. Der ploppt aber nur beim ersten Erscheinen komplett mit rein.

Als Workouts erkennt das Mi Band 4 übrigens: Outdoor-Running, Indoor-Running, Radfahren, Walking, Gewichtheben und Schwimmen. Eine automatische Erkennung gibt es nicht, ihr müsst die Aufzeichnung manuell starten. Benny bemängelte da übrigens im Test des Vorgängermodells die Lesbarkeit des Displays bei Sonneneinstrahlung, was leider auch immer noch auf das laut Xiaomi hellere Mi Band 4 zutrifft. Als ich an der sonnigen Kieler Förde beim Joggen zwischendurch auf das Display luschern wollte, erkannte ich die Werte nur im Schatten.

Das Schlaf-Tracking macht ebenfalls einen guten Eindruck. Mich ermahnt man früher ins Bett zu gehen und ruhiger zu schlafen. Das passt durchaus gut, da ich tatsächlich im Zeitraum des Tests innerlich unruhiger gewesen bin als sonst und sich das bei mir immer als erstes auf meinen Schlafrhythmus auswirkt. Tatsächlich erfasst das Armband aber keine Mittagsruhen, da sich das Tracking, wie schon beim Mi Band 3, nach der Systemzeit ausrichtet.

Ein Blick auf den Schrittzähler des Xiaomi Mi Band 4 verrät mir dann zusätzlich prominent meine täglich zurückgelegten Schritte. Passt ebenfalls und zählt sowohl unterwegs als auch in der Wohnung gut mit. Was neu ist: Ihr könnt das Zifferblatt deutlich umfangreicher anpassen als bei Vorgängermodellen und zahlreiche neue Varianten herunterladen. Das neue Farbdisplay bietet da natürlich auch eine interessantere Plattform für optische Spielereien. Wer also auf Anime-Charaktere steht, bekommt da gleich einige Möglichkeiten geboten. Aber auch neutralere Versionen stehen zur Auswahl und sollen stetig erweitert werden.

Fazit

Das Xiaomi Mi Band 4 ist ein deutlicheres Upgrade, als es noch beim Wechsel vom Mi Band 2 zum Mi Band 3 stattgefunden hat. So bietet das vergrößerte, farbige AMOLED-Display mehr Übersicht und auch mehr Anpassbarkeit für das Zifferblatt. Ansonsten sind die Funktionen aber zum Mi Band 3 im Wesentlichen identisch geblieben. Im Wesentlichen profitiert ihr also von einem deutlich besseren und vielseitigeren Screen, was angesichts des immer noch günstigen Preises aber schon ein enormer Mehrwert ist.

Für viele Nutzer dürfte das Xiaomi Mi Band 4 somit die ideale Eintrittskarte in die Welt der Fitness-Armbänder sein. Fortgeschrittenen wird eine kontinuierliche Pulsmessung, GPS und die automatische Erkennung von Workouts fehlen. Da muss man dann eben doch mehr Geld für höherwertige Modelle auf den Tisch legen.

Wer aber als Hobby-Sportler manuell seine Workouts tracken möchte, täglich Schritte zählt und auch Benachrichtigungen und Uhrzeit gerne unaufällig am Handgelenk im Blick hat, der erhält mit dem Mi Band 4 ein schönes Einstiegsmodell zu einem sehr fairen Preis.

Das Xiaomi Mi Band 4 haben wir von Gearbest bekommen: Xiaomi Mi Band 4 Smart Bracelet International Version – Black, 35,52€ with coupon: GBXM3999

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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48 Kommentare

  1. Solltest vlt. selbst testen, bevor ein unangemessenes Kommentar schreibst.
    Die Mi Band 3 und 4 sind einer der besten Tracker und dein Kommentar ist völlig falsch! Allerdings nicht nur die, sondern andere Billig-Geräte um 6-8 Euro sind schon sehr gut und erfassen Armbewegungen nicht als Schritte! Ich selbst habe auch eine Kopie des Mi Band 3 um nur 5 US$ !!! im Test und Funktioniert in dieser Hinsicht sehr sehr gut, wobei ich es dennoch gar nicht mit einem orig. Mi Band 3 oder 4 vergleichen will…

  2. Bernd Matzkowski says:

    Hallo, vielleicht kann mir jemand ja weiterhelfen, weil meine Internetrecherche nichts Relevantes zu Tage gefördert hat. Ich habe mit dem Mi Band 4 ein Radtraining aufgezeichnet. Die Aufzeichnung habe ich direkt am Mi Band gestartet. Das Band war mit meinem Smartphone Huawei P30 mit aktiviertem GPS und laufender Mi Fit App verbunden. Wenn ich mir in der Mi Fit App die Aktivität anzeigen lasse, so sind Zeit, Durchschnittsgeschwindigkeit und Puls korrekt erfasst worden. Höhengewinn, Höhe, Höhenmeter Bergauf und Bergab werdenn allerdings gar nicht angezeigt. Weiß jemand, wie ich die Anzeige der Höhendaten in der Mi Fit App hinbekomme? Muss ich dafür irgendeine spezielle Einstellung wählen? DANKE.

    • Das gleiche Problem habe ich auch. Würde auch gerne mehr dazu wissen.
      Ich denke aber, dass der Tracker die Daten nicht erfassen kann, da er keinen barometrischen Höhenmesser hat!?

  3. Meine Frau wünscht sich zur Motivationssteigerung ein Fitnessband.
    Bei meinen Recherchen bin ich auf auf das Mi-Band 4 gestoßen.
    Das Band selbst erfüllt, nach Studium der technischen Daten, alle Erwartungen, bis auf das Fehlen der Einstellbarkeit der Displayanzeigezeit.

    Kaufen würde ich, wenn:

    1. Die Registrierung des Mi-Accounts funktioniert*. Bislang kam bei fünf Registrierversuchen mit verschiedenen Emailadressen kein Registrierungslink, jeweils versucht mit PC und Phone.

    2. Die Mi-App nur zur Konfiguaration und Firmwareupdates gebraucht würde, sprich die Daten auf dem Phone verbleiben, keine Recordings auf einem Chinaserver landen und die Auswertung mit Gadgetbridge auf dem Handy erfolgen kann.

    *Eine Amazfit Cor 2 ging wegen eines Defekts und mißglückter Registrierung zurück.

    Vielleicht kann mir jemand zu den beiden Punkten etwas sagen, was mir bei der Entscheidung hilft.
    Danke!

    Peter

  4. Wird bei gekoppeltem Smartphone auch die Rufnummer bzw. der Name bei eingehendem Anruf auf dem Mi Band angezeigt?

    • Bernd Matzkowski says:

      Bei mir wird bei Koppelung des Huawei P30 mit dem Mi Band 4 der Name des Anrufers angezeigt, der natürlich im Telefonbuch des Smartphones vorhanden sein muss.

  5. Hallo,
    Bei meinem Mi Band4 bekomme ich beim Radfahren nach jedem km eine Sprachinfo in Englisch,wie kann ich das ausschalten?

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