Spotify Familienplan: GPS-Abfrage kann noch unterdrückt werden

Spotify zieht die Daumenschrauben härter an. Man möchte keine Nutzer in Familienplänen, die nicht unter einem Dach wohnen. Prüfte man früher Postleitzahl und Adresse, so werden jetzt viele Nutzer mit der Aufforderung beglückt, ihren Standort freizugeben, GPS-Check quasi (wir berichteten).

Das soll jene rauskegeln, die nur befreundet sind und die, die nicht zusammen wohnen. Wochenendbeziehung? Kein Spotify Familienplan, wenn man der GPS-Unterstützung zustimmt, wenn man nicht in der Wohnung ist, in der der Spotify „Familien-Admin“ wohnt. Internat? Ebenso. Im Urlaub? Da sollte man auch eher nicht bestätigen.

Falls ihr einen Familienplan habt, derzeit aus irgendwelchen Gründen nicht per GPS euren Standort durch Spotify bestimmen lassen wollt – was wohl deren gutes Recht ist, um die AGB greifen zu lassen – dann könnt ihr in der Mail, am besten mobil, auf „Über GPS bestätigen“ klicken, euch anmelden und wenn euer System dann fragt, ob Spotify auf GPS zugreifen soll, dann sagt ihr „Nicht erlauben“.

Danach braucht ihr nur die Postleitzahl eingeben. Die muss ja dann natürlich mit der des Spotify „Familien-Admin“ übereinstimmen. Dann sollte man erst einmal Ruhe haben – mal sehen, wie lange. Bin auch gespannt, wie der Support mit den Anfragen umgeht – kann mir vorstellen, dass viele ihren Standort bestätigen, obwohl sie vielleicht auf Arbeit oder unterwegs sind – zumindest nicht da, wo der Admin wohnt. Dürfte ja Probleme geben.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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61 Kommentare

  1. > was wohl deren gutes Recht ist

    @caschy Es gibt kein ‚gutes‘ Recht.

    ‚Gut‘ ist eine Wertung, wie ’schlecht‘. Das Recht ist aber wertfrei. Eine Handlung oder ein Vertrag ist entweder rechtskonform oder sie/er ist es nicht. Wenn man sich darüber streitet und sich nicht einig wird, landet das ganze dann vor einem passenden Gericht.

    Wenn Spotify versuchen würde, die GPS Daten zu erzwingen, würden sie gegen die DSGVO, EU-Recht und deutsche Recht verstoßen. Da würden ihnen auch ‚passende‘ AGB nicht helfen.

    Im übrigen kann es einem bestehenden Kunden eigentlich auch egal sein, welche AGB *heute* gelten. Der Vertrag läuft zu den Bedingungen die am Tage des Vertragsabschlusses galten. Welche rechtlichen Hürden bei nachträglichen AGB-Änderungen bestehen, beschreibt Solmecke ganz anschaulich: https://www.wbs-law.de/e-commerce/wie-unternehmen-nachtraglich-ihre-agb-andern-konnen-32479. Zusammenfassend: das gerne genutzte ‚wenn Sie den Dienst ab jetzt weiter nutzen, gelten ab morgen für sie die neuen AGB‘ ist in den allermeisten Fällen BS.

  2. Ich frage mich, ob Spotify wirklich mit dem juristischen Begriff der Familie operieren darf . Denn der ist an Verwandtschaftsbeziehungen durch Blutsverwandtschaft oder Anheirat gebunden. Vor Gericht besteht ein familiäre Zeugnisverweigerungsrecht ja auch dann, wenn die Familienangehörigen nicht zusammen wohnen. Darf da Spotify den Begriff „Familie“ eigentlich neu definieren ? Wäre gut wenn Verbraucherschützer da mal eine Musterklage durchziehen. Übrigens ist auch das zwangsweise teilen von GPS-Daten m. W. nicht mit dem deuschen Recht vereinbar . Spotify müsste dann eben statt Familienplan sowas wie „Wohnsitzplan“ oder so einführen. Familie endet nicht durch Auszug! Und Ehe und Familie stehen in DL sogar unter Grundrechsschutz!

    • Grundrechte sind Abwehrrechte gegen den Staat und haben, mit Ausnahme der mittelbaren Drittwirkung, bei privatrechtlichen Verträgen zwischen Privaten keine Wirkung.

  3. Ich bin Premium Kunde und habe auch die Mail bekommen, werde dem nicht zustimmen. Gegenüber Spiegel Online wurde auf Nachfrage geantwortet das dies „keine Konsequenzen“ haben wird. Sollten die mir trotzdem kündigen werde ich zu Apple Music wechseln und dort meine € 15 im Monat lassen. Pretty easy 😉

    http://spiegel.de/netzwelt/games/spotify-will-gps-standort-abfragen-streaming-dienst-verunsichert-seine-nutzer-a-1228721.html

  4. Wenn man die Kommentare liest, wäre es wohl sinnvoll, wenn Spotify das Abo umbennent in „Spotify Home“ oder so.

    Der aktuelle Name „Family Plan“ ist auch meiner Meinung nach sehr irreführend. In den Nutzungsbedingungen steht meines Wissens kein Wort davon, dass es sich überhaupt um Familienmitglieder handeln muss. Ein Zusammenschluss mehrerer Studenten in einem Wohnheim wäre zum Beispiel vollkommen in Ordnung solange alle Beteiligten im gleichen Haus des Wohnheims wohnen. Alle Bewohner eines Hochhauses könnten sich auch völlig AGB-konform in 6er Gruppen zu einem Family Plan zusammenschließen.

    Der Name Family Plan suggeriert halt, dass man seine Familienmitglieder einladen kann. In Wahrheit ist es aber so, dass die AGB an keiner Stelle eine Verwandtschaft voraussetzt.

  5. Also, mag sein, das ich es nicht richtig lese, aber es heißt „Alle Nutzer haben die gleiche Anschrift.“
    Selbst wenn das Kind in Ausbildung oder Studium ist und den Erst-/Zweitwohnsitz zu Hause hat, hat es die gleiche Anschrift. Das ist m.E. keine Verletzung der AGB. Da nutzt es m.E. nix die GPS Daten des Gerätes abzufragen.

  6. Spotify geht mein Standort nix an, egal wofür. Wird es pflicht fliegt Spotify raus.
    Gibt ja mittlerweile genug Alternativen.

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