Nuki bekennt sich zu Matter und bringt 2023 Matter-fähige Geräte

Am 3. November ist es so weit und die Connectivity Standard Alliance, zu der namhafte Player der Tech-Branche wie Apple, Amazon und Google zählen, gibt den Startschuss für den Smart-Home-Standard „Matter“. Vor knapp drei Wochen hat man für Matter Version 1.0 fertiggestellt und das Zertifizierungsprogramm ins Rollen gebracht. Im Rahmen des Events in Amsterdam werden dann bereits erste zertifizierte Produkte von Herstellern und vielleicht auch die eine oder andere Neuvorstellung erwartet.

Mit Nuki meldet sich ein weiterer Hersteller vom Smart-Home-Markt mit froher Kunde. Auch der österreichische Smart-Lock-Hersteller bekennt sich zu Matter, insbesondere aufgrund seiner Interoperabilität und der Verzahnung diverser Hersteller und Gerätschaften. Mehr als 400 Unternehmen sind an Matter beteiligt, darunter Signify, Eve – und nun auch Nuki. Mit kompatibler Hardware wird es für Matter im Fall von Nuki aber noch bis 2023 dauern.

Matter:

Matter basiert als Standard auf drei Technologien: Bluetooth LE für das Set-up, Wi-Fi für die Benutzung, wenn hohe Bandbreiten erforderlich sind, z. B. Videostreaming über eine Kamera, und das noch junge Protokoll Thread für beispielsweise Bewegungssensoren und andere Szenarien, in denen wenig Bandbreite benötigt wird (Lampen von Nanoleaf, Eve-Hardware und den HomePod mini als Border-Router hatten wir schon einige Male erwähnt). Oberflächen von Apps für die Automatisierungen werden arbeiten wie bisher, nur unter der Haube soll bestenfalls alles kompatibel werden.

Nuki hat nun einen ersten Prototyp seines smarten Türschlosses auf Matter-Basis gezeigt:

Im Video zeigt man unter anderem den Einrichtungsprozess, der spielend einfach über den Matter-QR-Code funktioniert. Ist das Gerät, wie in diesem Falle das Nuki Smart Lock, auf einem System (hier: Google Home mit Google Assistant) eingepflegt, dann lässt es sich auch mit Apple Home und Siri nutzen. Mit Amazon Alexa wird das Ganze ähnlich vonstattengehen. Im derzeitigen Stadium erkennt Matter da auch nur die Zustände offen und zu – nicht aber abgesperrt.

In Version 1.0 sieht Matter die Geräteart Smart Lock bereits vor. Türklingeln und Saugroboter werden erst in künftigen Versionen unterstützt werden. Zum Start werden nur die hier beschriebenen Gerätearten unterstützt. Auch das Feature-Set wird zu Beginn (wie oben beschrieben) noch etwas dünn ausfallen, da müssen wir mal schauen, wie schnell und stetig sich der Standard letztlich weiterentwickeln wird.

Die Anbindung an Apple HomeKit, Google Home und Amazon Alexa bringt Nuki bekanntlich ohnehin „out of the Box“ mit. Spannender dürfte da eher die Verzahnung mit anderen Herstellern werden, wobei man sich da mit der Nuki Bridge API seit jeher offen zeigte. Die eigene API will man vonseiten Nuki auch weiterhin regelmäßig erweitern und anpassen. So sieht man für das Smart Lock 3.0 Pro ab 2023 die Anbindung über das lokale MQTT-Protokoll vor, welches eine einfache Anbindung an diverse Systeme, wie den Home Assistant, erlaubt. Derzeit befindet sich der MQTT-Standard bei Nuki noch im Beta-Stadium, 2023 will man aber das reguläre Update veröffentlichen.

Im Falle von Nuki befindet man sich derzeit in Gesprächen zur letztlichen, vollständigen Matter-Zertifizierung. Dies erfordert „hohe Anforderungen an Mikroprozessoren“, weshalb sicherlich manche Geräte Matter erst mit einer kommenden Gerätegeneration unterstützen werden. So auch Nuki. Dies geht dann beispielsweise auf Kosten der HomeKit-Integration, aber zugunsten von Matter – welches Apples Home-App dann auf diese Weise wieder anbindet.

Bedeutet im Falle von Nuki, dass man im kommenden Jahr neue, Matter-fähige Nuki-Hardware veröffentlichen wird. Mit ersten kompatiblen Geräten rechnet man in der zweiten Jahreshälfte von 2023.  Bedeutet auch: Derzeitige Smart Locks werden wohl nicht per Update mit Matter sprechen, vielleicht ja dann aber die Nuki Bridge? Muss man mal schauen, wie Nuki das künftig realisiert und ob da auch Thread mit von der Partie sein wird. Zum aktuellen Zeitpunkt äußert man sich nämlich noch nicht zur technischen Umsetzung und dem konkreten Funktionsumfang.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Lehrer. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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5 Kommentare

  1. Na auf der Begründung, dass der Mikroprozessor es nicht schafft, werden sicher viele Hersteller ihre Geräte nicht mehr upgraden und lieber neue Hardware verkaufen wollen. 😉

    • Thorsten G. says:

      Ging mir auch als Erstes durch den Kopf, dass das wohl eine willkommene Ausrede ist. Matter ist nur interessant für mich wenn es auch auf möglichst viele Altgeräte kommt. Beim Nuki kann ich allerdings am ehesten darauf verzichten.

  2. natürlich begrüße ich Matter sehr, aber bei Türschlössern? ich hab es gerade bei nuki immer als Vorteil erachtet, dass dies in seiner eigenen Bluetooth Insel verweilt. ich habe schon mit der Bridge etwas Bauchschmerzen, um Zugriff aus dem Internet zu schaffen, an Akexa/Home würde ich sie nicht anhängen wollen.
    wenn man es Nuki-seitig darauf beschränken könnte, dass der Zustand abgefragt wird, OK, alles andere wäre mir hier zuviel des Guten!

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