„Lost Judgment: The Kaito Files“: DLC-Erweiterung angespielt

Das Spiel „Lost Judgment“ (hier mein Test) hat mich 2021 schwer begeistert. Ich bin großer Fan der „Yakuza“-Reihe und so wird es Stammleser wohl auch nicht wundern, dass ich „Lost Judgment“ zu meinem persönlichen Xbox-Spiel des Jahres 2021 gekürt habe. Mittlerweile ist mit „The Kaito Files“ eine Story-Erweiterung erschienen. Der DLC kostet satte 29,99 Euro und enthält vier zusätzliche Kapitel. Ob sich der Kauf lohnt, verrate ich euch in meinem Anspielbericht.

Schon der Name des DLCs verrät es euch: Dieses Mal schlüpft ihr nicht in die Rolle von Yagami, sondern sein loyaler Partner Masaharu Kaito ist der Hauptcharakter. Das führt auch zu einigen Anpassungen des Gameplays. Etwa kann Kaito nur auf zwei unterschiedliche Kampfstile (Bruiser, Tank) zurückgreifen. Auch hantiert er nicht mit unzähligen Gadgets, um sich detektivisch zu betätigen. Vielmehr verlässt er sich eher auf sein Bauchgefühl bzw. seine Intuition („Primal Focus“).

Die Geschichte ist zeitlich nach den Ereignissen des Hauptspiels angesiedelt. Yagami ist nicht in der Stadt und Kaito schlägt sich daher mit im Detektivbüro auflaufenden Fällen herum. Ein Fall wirkt besonders lukrativ: Es winken 20 Mio. Yen für das Auffinden der Ehefrau eines wohlhabenden Firmen-CEOs. Allerdings wird es komplizierter, als sich herausstellt, dass die besagte Ehefrau auch eine Ex-Freundin von Kaito ist. Zumal ihr Sohn behauptet, dass Kaito sein echter Vater ist…

Dazu ist zu sagen, dass „The Kaito Files“ das Rad im Gameplay nicht neu erfindet, das wäre jedoch auch eine zu hohe Erwartung an einen DLC. Auch wenn man nun etwa die Detektivwerkzeuge neu überschreibt, sind die Auswirkungen doch die gleichen. Zückte Yagami etwa einen Geräuschverstärker, handhabt das Kaito über sein Primal Ear – nennt sich anders, ist spielerisch aber identisch.

Kaitos Kampfstil Bruiser ist dabei auf aggressive Angriffe mit rasantem Ausweichen ausgelegt, während Tank euch viel einstecken lässt, nur um dann mit sehr harten Gegenangriffen die Lebensenergie der Feinde rasant nach unten zu treiben. Zusätzlich verfügt Kaito über mehr als 70 Skills, die ihr erlernen könnt. Neben der Hauptgeschichte gibt es leider dieses Mal aber keine amüsanten Nebenaufgaben, nur ein paar Sammeleien, denen ihr euch in der Stadt widmen könnt.

Dafür bietet der DLC euch im Rahmen der Story eine ähnliche Vielfalt wie das Hauptspiel: Mal untersucht ihr den Ort eines Verbrechens, mal müsst ihr euch mit Gegnern prügeln und mal geht es eher darum, jemanden gezielt zu verfolgen. Auch die Stealth-Einlagen kehren zurück, wobei Kaito dabei etwas rabiater vorgehen darf. Ihr seid bei „The Kaito Files“ allerdings auf Tokyo beschränkt – Kaito darf keinen Ausflug nach Yokohama unternehmen.

Im Grunde kann man „The Kaito Files“ als eine Art Mini-„Yakuza“ verstehen. In etwa 6-8 Stunden erlebt man eine packende Story, welche einen durchaus emotionalen Rückblick auf die Vergangenheit von Yagamis Sidekick Kaito wirft. Es fehlen aber eben die humorvollen Sidequests, die für mich persönlich dieses Franchise sonst so perfekt abrunden. Generell sind auch die Rätsel etwas zu simpel und meist fix gelöst.

Mit fast 30 Euro empfinde ich den Preis, selbst als Fan, zudem als etwas zu hoch gegriffen. 20 Euro hielte ich eher für angemessen, wenn man bedenkt, dass man schon das Hauptspiel teilweise für 30 Euro ergattern konnte. Allerdings bleibt mir zu sagen, dass „The Kaito Files“ schönen Nachschub mit einer guten Geschichte liefert, welche das Hauptspiel definitiv aufwertet. Wer also schon in „Lost Judgment“ viel Zeit gepumpt hatte, der wird auch mit dieser Erweiterung viel Spaß haben.

„The Kaito Files“ ist für die PS4, PS5 und Xbox-Konsolen über den PlayStation Store bzw. den Microsoft Store erhältlich.

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