Libratone Track+ im Kurztest

Das dänische Unternehmen Libratone wurde hier im Blog schon recht häufig erwähnt, immerhin liefert jenes regelmäßig stylische und zeitgemäße Soundlösungen ab, die wir auch hin und wieder im Test haben. Nachdem man dort mit den Q Adapt eine kabelgebundene In-Ear-Variante mit Active Noise Cancelling (ANC) auf den Markt geworfen hatte, stellte Libratone pünktlich zur letzten CES auch eine kabellose Version namens Track+ vor, die ich mir nun auch mal ein paar Tage anschauen und vor allem anhören durfte.

Die Libratone Track+ sind dabei allerdings nicht einfach reine In-Ear-Stöpsel, wie es anderswo so oft der Fall ist. Sie setzen auf eine Art Nackengurt aus Silikon, der nicht nur eine Menge des eh schon geringen Gesamtgewichts (28 Gramm) abnimmt, sondern vor allem bei sportlichen Aktivitäten für einen zusätzlichen Halt sorgen soll. Was auf den ersten Blick noch etwas gewöhnungsbedürftig aussieht, stellte sich später als angenehm zu tragende Lösung heraus, die keineswegs störend ist.

  • Preis: 199 €
  • Typ: In-Ear
  • Bauform: geschlossen
  • Leistung: 105dB @ 1mW, 1kHZ
  • Reichweite: 20-20kHz
  • Besonderheiten: ANC, aptX, Nackenband, spritzwassergeschützt nach IPX4
  • Kabelfernbedienung
  • Laufzeit: bis zu acht Stunden (Ladezeit: rund eine Stunde)
  • Verbindung: per Bluetooth
  • Libratone-App für ANC-Einstellungen und Equalizer-Profile notwendig
  • Ladeanschluss: microUSB (mit Schnellladefunktion)

Apropos erster Blick: die Track+ bestehen aus einem Materialmix aus eloxiertem Aluminium und Silikon und beziehen auch daher ihr geringes Gewicht. Dem Lieferumfang liegen neben dem Gerät auch zusätzliche Flügel (Wings), die beim Sport für sicheren Halt sorgen sollen, als auch vier unterschiedliche Silikon-Ohrstecker bei, damit auch wirklich für jedes Ohr der passende Stöpsel gefunden werden kann. Was dem Lieferumfang fehlt, ist eine Tragetasche. Der Kopfhörer soll sich zwar ohne weiteres zusammenknüllen und in der Hosen-/Jackentasche mitführen lassen, ohne zu verknoten, dennoch finde ich es komfortabler, das Gerät in einer separaten Tasche zu können.

Farblich könnt ihr die Track+ entweder in Stormy Black oder Cloudy White erwerben. Das Gerät kostet allerdings aktuell auch noch immer 199 €. Um Außengeräusche unterdrücken zu können, sprich das ANC der Track+ vernünftig einstellen zu können, müsst ihr die kostenlose Libratone-App des Herstellers verwenden. Dort könnt ihr nicht nur verschiedene Soundprofile (mehr Bass, mehr Höhen, etc.) anwenden, ihr dürft eben auch aus vier Stufen der Geräuschunterdrückung wählen.

Das eigentliche Noise Cancelling tritt dabei erst ab Stufe 3 und 4 in Kraft. Stufe zwei deaktiviert das ANC und setzt vollends auf die passive Unterdrückung durch das Material. Stufe 1 wiederum verstärkt dann sogar die Außengeräusche, was je nach Situation durchaus hilfreich sein kann. Im Automatik-Modus nutzt die App den Beschleunigungssensor des Smartphones, um herauszufinden, ob ihr euch gerade bewegt oder nicht und dann je nach Situation stufenlos automatisch zwischen den ANC-Levels hin und her zu wechseln.

Was beim Radfahren auch noch ganz gut funktioniert, zeigte dann seine Schwächen beim täglichen Spaziergang, wo zwar Bewegung festgestellt wurde, die Erkennung war aber scheinbar fehlerhaft. Beim Gehen behalte ich im Normalfall fast immer dieselbe Geschwindigkeit bei, außer ich muss stillstehen – klar. Dennoch wechselte das ANC-Profil für meinen Geschmack zu oft hin und her. Ansonsten gefällt mir die Geräuschunterdrückung im Alltag sehr gut, aber eben jene, die ich per Profil eingestellt habe.

Stelle ich das Profil mit der App ein, dann habe ich halt den Nachteil, dass ich ohne diese beim erneuten Nutzen der Track+ auf die zuletzt eingestellte Stufe festgelegt bin und ohne Software auch nichts daran ändern kann. Ich habe die Track+ für meinen Test auch mal auf den Crosstrainer mitgenommen, um herauszufinden, ob das Gerät dann bei sportlichen Aktivitäten auch wirklich den versprochenen tollen Halt bietet oder ob ich das Nackenband bereits aber der ersten Sekunde hassen würde. Links und rechts am Band findet ihr die Steuerelemente des Kopfhörers. Auf der linken Seite befindet sich dabei lediglich der Powerbutton, die restlichen Buttons sind rechts angebracht.

Dank IPX4 sind die Track+ sowohl gegen Schweiß als auch Spritzwasser geschützt. In die Dusche oder einen kräftigen Regenschauer würde ich mich damit dann allerdings auch wirklich nicht wagen. Mit den beiliegenden Wings und dem Nackenband hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Gefahr bestand, die Track+ könnten verloren gehen oder sich irgendwie lösen. Das Gewicht der Dinger ist wirklich angenehm gering. Der Tragekomfort wird natürlich auch hier bei jedem von euch anders ausfallen, dennoch ist das Versprechen von Libratone meiner Meinung nach sehr gut eingehalten worden.

In der App findet sich eine Einstellung, mit der ihr festlegen könnt, ab wann sich die Track+ bei Nichtbenutzung automatisch abschalten sollen. Das soll Akku sparen, ist allerdings von Haus aus auf 30 Minuten eingestellt. Ich habe hier für mich mit fünf Minuten den für mich besser passenden Wert gefunden, der vermutlich auch ein wenig mehr Akkuausdauer herausholen kann. Laut Libratone kommt ihr mit den Track+ auf insgesamt rund acht Stunden Laufzeit. In niedrigen bis mittleren Lautstärken und mit aktiviertem ANC (Stufe 3) kam ich damit auch durchweg auf diesen Wert. Wer regelmäßig sehr hohe Lautstärken fährt und das ANC voll ausreizt, dürfte vermutlich mit fünf bis sechs Stunden hinkommen.

Der Klang der Libratone Track+ hat mich im Test größtenteils überzeugt. Die Soundprofile in der App sind meiner Meinung nach nicht so perfekt abgestimmt, wie es erst den Eindruck macht. Dennoch klingen sowohl Höhen, als auch Mitten und Tiefen sehr klar und gut voneinander trennbar. Auch in höheren Lautstärken ließ sich nur ein geringes bis gar kein Verzerren feststellen. Das trifft dann auch für mit dem Gerät geführte Telefonate zu. Meine Gesprächspartner attestierten mir ebenso eine sehr gute Audioqualität, was auch daran liegen wird, dass die Track+ auch beim Telefonieren die beiden Mikrofone zur Geräuschunterdrückung nutzen.

Abschließend kann ich den Libratone Track+ dann aber doch ein recht positives Fazit aussprechen. Ja, sie sind mit 199 € alles andere als günstig und auch die fehlende Tasche und die durchschnittliche Akkulaufzeit sind Negativpunkte, die man nicht außer Acht lassen darf. Möchte man aber ein Sportheadset haben, welches neben gutem Tragekomfort und einer klasse Verarbeitung auch noch ANC und guten Klang bietet, dann darf man durchaus einen Blick auf die Track+ riskieren. Ohne ANC findet man allerdings auch Kopfhörer dieser Art für den Bruchteil des Preises -alternativ haben wir schon Testberichte zu Jabra-Sportkopfhörern in petto. Für Reisen und ähnliche “Aktivitäten” setze ich dann aber weiterhin lieber auf Over-Ear-Geräte, gerne ohne Kabel.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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