iRobot: Statement zum geplanten Verkauf von Roomba-Mapping-Daten

Wir berichteten diese Woche über die Roomba-Sauger von iRobot. Der CEO der Firma hat durchklingen lassen, dass die erfassten Mapping-Daten für andere Firmen interessant sein könnten und sich iRobot auch den Verkauf vorstellen kann. Das löste natürlich – völlig verständlich – eine Diskussion aus, was den Datenschutz und die Privatsphäre der Nutzer betrifft. Immerhin können die Roomba-Sauger dank Kamera und Sensoren sehr exakte Pläne eines Raumes erstellen, allerdings wurde auch bereits erklärt, dass man die Daten nicht ohne Einwilligung des Nutzers verkaufen wird.

Das bekräftigt man nun auch noch einmal in einem offiziellen Statement, das wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

iRobot-Statement:
iRobot hat keinerlei Pläne, Daten zu verkaufen. Für iRobot ist die Sicherheit der Daten seiner Kunden besonders wichtig, einschließlich derjenigen Daten, die von Netzwerkprodukten gesammelt werden. Daten werden nicht an Dritte verkauft. Ohne Einwilligungserklärung der Kunden werden keine Daten mit Dritten geteilt.

Derzeit erstellt iRobot Karten, mit deren Hilfe Roombas effizient und wirkungsvoll das Zuhause reinigen können. In Zukunft – die Erlaubnis des Kunden vorausgesetzt – könnten diese Informationen smarten Endgeräten dabei helfen, besser zu funktionieren.

Möchte beispielsweise ein Nutzer, dass sein Smart Home versteht, welche vernetzten Leuchten sich in welchem Raum befinden, damit das sprachgesteuerte Endgerät besser funktioniert, könnte der Roomba dies ermöglichen. Dies wäre lediglich möglich, wenn der Nutzer dem zustimmt. Zudem ist es noch unklar, welche – wenn überhaupt – “Firmen-Partnerschaften” dafür nötig wären.

Smart Home ist eine Gratwanderung zwischen Privatsphäre und Komfort. Man kann nicht alle Vorteile genießen wollen – die eben auch die Erfassung von Daten erfordern – gleichzeitig aber ein in sich geschlossenes System erwarten, dass alle Informationen für sich behält.

Dass Smart Home-Geräte eine gewisses Angriffspotential bieten, steht außer Frage. Das sollte man stets bedenken, wenn man sich einen Smart Speaker, einen Saugroboter oder andere Produkte in die Bude holt. Und auch der Verkauf oder die Nutzung der erfassten Daten ist an sich nichts schlimmes, wenn es denn mit Nutzereinverständnis passiert.

Das bedeutet auch, dass solche Dinge nicht in AGB versteckt werden oder der Nutzer diese ausdrücklich verbieten muss. So kann ein Unternehmen ganz schnell seine Chance verspielen, auf dem noch jungen Markt Bestand zu haben. Ist hier alles nicht der Fall und auch wenn mir immer wieder unkritischer Umgang damit von Kommentatoren vorgeworfen wird:

Ich denke, jeder ist sich bewusst, dass er sich mit solchen Produkten potentielle Wanzen ins Haus holt, da muss man nicht jedes Mal drauf rumkauen. Entweder man spielt mit der Gefahr (die ja eher theoretischer Natur ist) oder man lässt es bleiben, gezwungen wird keiner, solche Produkte auch zu nutzen.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Deliberation says:

    Oder man kauft sich einen Deebot. Der hat keine Raumerkennung und hat daher keine Daten, mit denen irgend jemand etwas anfangen könnte. 😉

  2. @Deliberation: Auch bei iRobot haben nur die Roombas der höchsten Preisklasse diese Raumerkennung…

  3. >Ich denke, jeder ist sich bewusst, dass er sich mit solchen Produkten potentielle Wanzen ins Haus holt, da muss man nicht jedes Mal drauf rumkauen.

    Falsch! Jemand, der sich „nur“ einen Saugroboter holt, weil er es sich bequem machen möchte, sich aber sonst nicht weiter mit der verbauten Technik geschweige dem Internetzugang des Teils beschäftigt, dem muss es alles andere als bewusst sein, dass er sich damit eine „Wanze“ ins Haus holt… muss man aber auch erstmal als „Nicht-Techie“ drauf kommen, dass so ein Teil derart beschriebene Daten übertragen kann. Daher kann und sollte man schon darauf „rumkauen“, wenn ein Saugroboter derartige Daten übertragen kann.

  4. Raumerkennung ist doch kein Problem. Wer muss den Roboter ans Netz hängen? Man tut ja so als würde der Roboter sich selber ins WLan einwählen. Oder kann der schon hell sehen mit welches Passwort das WLan hat? Oder bringt der gleich ne Mobilkarte mit?

  5. fast niemand ist sich über die ignorierte wanzengefahr im klaren und natürlich sollte man jedesmal drauf rumkauen weil es wichtig ist und in einen solchen blog einfach reingehört. und wenn „immer wieder“ unkritischer umgang damit vorgeworfen wird könnte wohl was dran sein.

  6. Es gibt ja auch keine. Weil Online muss man doch selber einrichten. Wer das tut muss doch wissen das da Daten gesendet werden?

    Oder glaubt jemand Online wird Kaffee gekocht?

  7. „Ich denke, jeder ist sich bewusst, dass er sich mit solchen Produkten potentielle Wanzen ins Haus holt, da muss man nicht jedes Mal drauf rumkauen. Entweder man spielt mit der Gefahr (die ja eher theoretischer Natur ist) …“

    Doch, auf solche Dinge kann und muss man unbedingt immer wieder aufmerksam machen. Denn nicht alle technikinteressierten Menschen sind Nerds und lesen sich durch sämtliche Blogs. Bei den Samsung Fernsehern mit Sprachsteuerung sind bestimmt auch 90% der Käufer davon ausgegangen, dass die Erkennung im TV stattfindet und nicht jedes im Raum gesprochene Wort an Samsung geschickt wird. Genauso wenig wie die Übermittlung von Daten über die Videos und Programme, die angesehen werden.

    Und auch wenn der Nutzer sich Gedanken machen sollte, warum sein Staubsauger eine Internet-Verbindung haben will – vielleicht behauptet der Hersteller ja, das wäre für „Firmware-Updates“ o.ä. Wer vermutet denn dan, dass ein Grundriss der Wohnung und Fotos vom Inhalt übermittelt werden?!?

    „[iRobot CEO] Angle told Reuters that iRobot, which made Roomba compatible with Amazon’s Alexa voice assistant in March, could reach a deal to sell its maps to one or more of the Big Three in the next couple of years.“

    „iRobot-Statement: iRobot hat keinerlei Pläne, Daten zu verkaufen. “

    Passt irgendwie nicht zusammen.

  8. „„Ich denke, jeder ist sich bewusst, dass er sich mit solchen Produkten potentielle Wanzen ins Haus holt“

    Außerhalb der Nerdblase weiß das genau niemand, wenn ich einen Staubsauger in Wlan hänge um den mit dem Smartphone steuern kann geh ich als Normalo nicht davon aus dass es ein Potentielle Wanze inkl möglichkeit des missbrauchs von dritten ist.
    Das gilt für den ganzen „IoT always Online Cloud based“ Schrott den es zu kaufen gibt vom Kühlschrank bis zu den Lampen.

  9. Sascha Ostermaier says:

    Hmhmhm. Verstehe. Wie könnte man das denn passend realisieren? Mit einer Disclaimer-Box, die auf die theoretische Gefahr hinweist in jedem Smart Home-Artikel? Oder ist das dann schon wieder zu wenig hervorgehoben?

  10. @Sascha
    Bei Apps aus dem Playstore wird mir ja auch vor Installation mitgeteilt, auf was die alles Zugriff haben.
    Beim Telefongespräch mit einer Kundenhotline wird mir vorher gesagt „das Gespräch wird mitgeschnitten“
    Bei Bestellungen in Onlineshop muss mitgeteilt werden „ihre Daten werden bei uns gespeichert“

    Warum soll also auf einem Fernseher / Staubsauger nicht auf der Schutzfolie aufgedruckt sein: „gesprochene Befehle, Videobilder der Gestensteuerung sowie das Benutzerverhalten (konsumierte Programme und Filme) werden per Internet an Samsung übermittelt“ oder „der vom Staubsauger ermittelte Grundriss ihrer Wohnung sowie Fotos der Zimmer werden bei Internetverbindung an den Hersteller gesendet“?
    Mal sehen, wieviele Leute sich dann diesen Schrott noch kaufen.

    Ich sehe diese immer weitergehende Spionage sehr kritisch.
    Vielen ist es wohl egal – wie so vieles in diesem Lande……..

  11. Herzlichen Dank Roomba
    Dass war der entscheidende Input um von einem Kauf Abstand zu nehmen 🙂

    Ach so das gilt natürlich auch für alle anderen, ich glaube nicht dass andere Anbieter besser oder seriöser sind
    Nochmals, vielen Dank

  12. Eisenhorn says:

    „Smart Home ist eine Gratwanderung zwischen Privatsphäre und Komfort. Man kann nicht alle Vorteile genießen wollen – die eben auch die Erfassung von Daten erfordern – gleichzeitig aber ein in sich geschlossenes System erwarten, dass alle Informationen für sich behält.“

    Dem möchte ich wiedersprechen. Die Daten sind nützlich für Komfort Funktionen, müssen aber nicht zwangsläufig das Lokale Netzwerk verlassen!

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