Google Wifi ausprobiert: Mehr als nur ein Repeater mit Google-Logo

Vor ziemlich genau einer Woche – genauer am 20. Juni 2017 – bin ich einer Einladung von Google nach Hamburg gefolgt, um mir eine Produktpräsentation zu einem neuen Gerät für den deutschen Markt anzuschauen. Wie die meisten der geladenen Medienvertreter wohl auch, ging ich zuerst noch davon aus, dass es sich hier vermutlich um Google Home handeln könnte. Eine Mail später erfuhr ich dann aber, dass es sich zwar nicht um Home, dafür aber um ein (für mich) nicht wirklich minder interessantes Produkt handeln würde: Google Wifi.

Ben Brown – Senior Product Manager bei Google – demonstrierte uns via Hangouts-Konferenz, wie Googles Mesh-System funktioniert, was es kann und vor allem, wann es für uns hierzulande erhältlich wird. Doch nicht nur davon möchte ich euch an dieser Stelle berichten – natürlich gab es auch Testgeräte mitzunehmen, die ich in der Zwischenzeit daheim auf Herz und Nieren ausprobieren konnte.

Kommen wir vielleicht zuerst einmal zu den wohl wichtigsten Fakten gleich zu Beginn – den Preisen und der Verfügbarkeit.

Die Bundles (Einzel- sowie Doppelpack) sind ab dem heutigen 26. Juni erhältlich und können außer über den Google Store noch bei Saturn, MediaMarkt, mobilcom-debitel, Vodafone, Conrad, tink, Cyberport, EP und Medimax erworben werden. Das Einzelpack kostet dabei 139 €, für ein Zweierpack werden 249 € fällig.#

Technische Daten gemäß Hersteller
  • AC1200-Router 2×2 Wave 2-WLAN
  • 360-Grad Antenne
  • Erweiterbares Mesh-WLAN
  • Gleichzeitiges Dualband-WLAN (2,4 GHz und 5 GHz) mit Unterstützung für IEEE 802.11a/b/g/n/ac
  • Zwei 1-Gigabit Ethernet-Ports pro Google Wifi-Zugangspunkt, WAN und LAN auf dem primären Google Wifi-Zugangspunkt; auf zusätzlichen Geräten agieren beide Ports als LAN-Anschlüsse
  • WPA2-PSK
  • Google Wifi-App benötigt mind. Android 4 oder höher bzw. iOS 8 oder höher

Google verfolgt mit seinem Google Wifi verschiedene Ziele. Zum einen möchte man ein WLAN-Gerät bieten, dass sich allein vom Design durchaus zu präsentieren lohnt. Viele WLAN-Geräte fristen ja in den meisten Haushalten eher ein verstecktes Dasein – Funktion vor Optik eben. Google will an dieser Stelle beweisen, dass man auch beides kombinieren kann.

Und ganz ehrlich? Ich finde das Gerät wirklich schick, minimalistisch und mit einem stylischen LED-Ring drumherum. Die Kabelführung lässt alle Kabel dezent nach hinten heraus verschwinden, wobei das Netzwerkkabel im Grunde nur beim Primärgerät angeschlossen werden muss, jeder weitere zusätzliche Zugangspunkt benötigt lediglich das USB Typ-C-Stromkabel. Entsprechend dezent kommt auch der Lieferumfang daher.

Ein weiteres Problem vieler einfacher WLAN-Lösungen ist, dass zum einen die Sendeleistung drastisch mit jedem Meter Entfernung zum Router/Repeater abnimmt, viele Ecken in Häusern und Wohnungen teils gar keine Abdeckung mehr haben. Zum anderen leidet die Leistung vom Netz ebenfalls daran, wenn zu viele Geräte auf dieses zugreifen.

Beiden Problemen tritt Google mit seinem „Wifi“ entgegen. Ein einzelner Zugangspunkt allein reicht laut Google für knapp 130 Quadratmeter Wohnfläche, um diese flächendeckend mit einem kräftigen WLAN-Signal auszustatten. Alles darüber benötigt mindestens zwei, wenn nicht sogar drei der Geräte. In unserem Haus (Drei Etagen, zuzüglich Keller, Wohnfläche rund 134 Quadratmeter) funkten im Test erst drei, später nur noch zwei der Zugangspunkte, da mir das von der Abdeckung vollkommen ausgereicht hat. Tatsächlich gibt es in den Wohnetagen keine Bereiche mehr, in die kein WLAN strahlen würde. Lediglich der Keller scheint zu stark durch das Fundament und den Stahlbeton abgeschirmt zu sein – hier bekomme ich gerade mal noch im Niedergang ein Signal. Das ist für mich aber vollkommen in Ordnung.

Da Google Wifi Wave 2-WLAN unterstützt, bietet jedes der Geräte auch MU-MIMO-Support. Hierbei handelt es sich im Longtitle um „Multi User, Multiple Input, Multiple Output“, was nichts anderes bedeutet, als dass die Leistung des WLAN kaum Einbußen erfährt, wenn sich zahlreiche Geräte an diesem anmelden.

Simple Einrichtung erspart Ärger

Nur für das Grundverständnis: Google Wifi ist keine einfache Erweiterung eures bestehenden WLAN, sondern wird als Zusatzgerät an den LAN-Port eures Routers geklemmt und richtet dann ein eigenes, sogenanntes „vermaschtes (Mesh-) Netzwerk“ ein, in welches ihr eure Geräte dann neu einwählen müsst. Zusätzlich zur versprochenen besseren Signal-Abdeckung sorgt der integrierte Netzwerkassistent dafür, dass ihr immer mit dem Zugangspunkt verbunden werdet, der euch gerade das beste Signal liefern kann. Der Wechsel soll anstandslos und vor allem ohne dass ihr es bemerkt vonstatten gehen.

Ich habe den primären Zugangspunkt also mit unserem vom Provider bereitgestellten Router via LAN-Port 1 verbunden und das Gerät ans Stromnetz gebracht. Der LED-Ring um den Zugangspunkt herum beginnt zu leuchten und wartet auf die Einrichtung über die Google Wifi-App (iOS und Android).

Direkt nach dem Start der App geht es bereits mit der Einrichtung los. Das Smartphone verbindet sich dabei via Bluetooth mit dem primären Zugangspunkt. Die weitere Einrichtung wird unmissverständlich Schritt-für-Schritt erklärt. Der QR-Code auf der Rückseite des Zugangspunkts muss nur noch eingescannt werden und schon weiß die App, wie sie das Gerät mit eurem Netzwerk verbinden muss. In meinem Fall bestand beim ersten Versuch nicht sofort eine Internetverbindung, doch auch hierfür werden dem Nutzer Hilfen angeboten, wie man das Problem beseitigt. Das klappte dann bei mir auch direkt beim folgenden Anlauf. Die finale Einrichtung des ersten Zugangspunktes kann dann am Ende noch einmal 30 Sekunden bis zu einer Minute in Anspruch nehmen.

Anschließend möchte die App wissen, ob noch weitere Zugangspunkte eingerichtet werden sollen. Hier werden dann ausgesprochen flott und simpel das Zweit- ,Dritt- oder Viertgerät in das nun bestehende Netz eingebunden und dieses damit entsprechend erweitert.

Doch nicht nur zur Einrichtung kann man die App verwenden, sie enthält auch eine Menge Untermenüs und vor allem Hinweise des Netzwerkassistenten, wie man das eigene Netzwerk noch besser einrichten/gestalten kann.

Über die App lassen sich des Weiteren unter anderem zahlreiche Statistiken und Informationen zum bestehenden Netzwerk aufrufen oder aber man überprüft, welche und wie viele Geräte aktuell mit dem Netzwerk verbunden sind. Ein Gast-WLAN lässt sich hier ebenso einfach einrichten wie man auch einzelnen verbundenen Geräten temporär das WLAN entziehen kann. Diese Funktion richtet sich in erster Sicht an Eltern, die beispielsweise noch mit dem Tablet zockende Kinder an den Mittagstisch „zwingen“ wollen 😉

Gut gefällt mir persönlich die Möglichkeit, ein „priorisiertes Gerät“ festlegen zu können. Wer beispielsweise am Abend einen Film am heimischen TV streamen möchte, der priorisiert den Fernseher und der Netzwerkassistent sorgt dafür, dass diesem durchgehend die beste Netzleistung garantiert wird. Andere Geräte werden zu dem Zeitpunkt dann natürlich ein wenig „benachteiligt“, was mir zumindest an unseren Smartphones oder dem Tablet nicht aufgefallen ist.

In US-Reviews wurde teils bemängelt, dass der automatische Wechsel zwischen den einzelnen Zugangspunkten je nach Gerät noch immer zu lange dauern würde, als dass es als „störungsfrei“ zu betrachten wäre. Entweder hat Google seitdem noch an der Hard-/Software gefeilt oder aber ich hatte einfach nur Glück. Zwei Axon 7-Androiden, ein Lenovo-Tablet, mein iPhone SE und auch das Windows 10-Notebook machten überhaupt keine Anstalten, zwischen den Stationen zu wechseln. Kaum ließ die Empfangsleistung beim Bewegen nach, sorgte der Netzwerkassistent für den flotten Wechsel. Keine Beanstandung meinerseits.

Ein paar Fragen musste sich Ben Brown nach seiner doch recht ausführlichen Vorstellung dann aber doch noch stellen. So wollten wir zum Beispiel wissen, ob es noch ein zusätzliches Web-Interface geben würde, damit man seine Google Wifi-Settings auch vom Rechner aus ändern oder überwachen könnte. Ben verneinte und begründete seine Entscheidung, dies nur über eine App anzubieten unter anderem mit dem Aspekt der Sicherheit. Webbrowser bieten ihm demnach zu viel Angriffsfläche, was für den Zugriff auf ein gesamtes Heimnetzwerk keineswegs förderlich wäre.

Apropos Sicherheit: Natürlich blieb auch die Frage nach Datenverschlüsselung und Googles genereller Betrachtung von persönlichen Nutzerdaten nicht unbeantwortet. Sämtlicher Datenverkehr findet laut Ben vollständig verschlüsselt statt, Google selbst sei außerdem keineswegs an irgendwelchen Verbindungsdaten oder anderen Anschluss-relevanten Informationen interessiert, sondern sammle lediglich Informationen zur Stabilität und Funktionalität des Zugangspunktes. Dies diene dazu, um das Produkt auf Dauer nur noch besser zu machen.

Da es sich beim vermaschten Netzwerk von Google Wifi um ein zusätzliches Netz handelt, sollten Nutzer darauf achten, wo sie ab sofort welches Gerät einbinden. Per Netzwerkkabel angeschlossene Drucker sollten natürlich auch an einen der freien LAN-Ports eines Zugangspunktes angeklemmt werden, sonst werden diese euch wohl keinerlei Dienste mehr anbieten. Generell ist es zu empfehlen, sein „altes“ WLAN auf längere Sicht zu deaktivieren, damit sich die Geräte nicht immer wieder automatisch dort einwählen. Alternativ können fortgeschrittene Nutzer auch mit dem Bridge-Modus herum experimentieren.

Mein aktuelles Fazit

Sicher, für eine vernünftige Bewertung müsste man Google Wifi auch deutlich länger testen. Dazu fehlte mir bisher die Zeit, aber vielleicht hab ich ja noch ein wenig länger mit den Testgeräten, mal schauen. Dann melde ich mich gern noch einmal mit einem späteren Eindruck zurück (des Weiteren wird Caschy sicher auch was dazu schreiben, sein Feedback war, dass der Durchsatz im ersten Test wohl in seinem Umfeld an die FRITZ! 7490 herankommt).

Aus derzeitiger Sicht lohnt sich Googles neues System nur für Anwender, die mit ihrem derzeitigen WLAN derart unzufrieden sind, als dass sich der Preis von mindestens 139 € rentieren würde. Die Hardware ist klasse, keine Frage. Der Netzwerkassistent funktioniert und macht das Gerät sowohl alleine als auch im Verbund zu einer wirklich großartigen Lösung. Für ein Haus sind aber mindestens zwei Stationen einzuplanen, um auch wirklich bis in die letzte Ecke ein WLAN-Signal zu pressen.

Ja, Google Wifi ist nicht das erste Mesh-System auf dem Markt, meiner Meinung nach aber trotzdem immer noch das beste und schönste. Denn auch den optischen Aspekt darf man wohl heutzutage nicht vernachlässigen, ich möchte keinen hässlichen Klumpen überall im Haus aufstellen müssen.

Wer das nötige Geld übrig hat und wie bereits erwähnt wirklich Bedarf nach einer Verbesserung hat, der kann hier mit absoluter Empfehlung meinerseits zuschlagen. Der Rest von euch lässt sich sagen: Insofern euer WLAN keine Probleme verursacht, dann lohnt der Umstieg nicht wirklich. Bei mir gab es hingegen eine 180-Grad Wendung. Unser VF-Router spackt vorn und hinten, wechselt im Minutentakt die Kanäle und wirft sämtliche verbundenen Geräte parallel raus. Diese müssen sich dann immer wieder mit neuer IP anmelden, was durchaus dauern kann. Google Wifi ist für mich ein Segen, denn per Kabel mit dem Router verbunden funktioniert das ganze System für mich einfach vollkommen perfekt und aufeinander abgestimmt.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog / Mastodon

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

42 Kommentare

  1. Eine schöne paid (Werbe)Story für Google.

    Ich vermisse die technischen Fakten, den Benchmark mit dem Markt und vor allem ansatzweise Kritik.

  2. @evkios ja, genau. Das Netz bildet sich dann eben über Lan statt WiFi. Hauptpuck -> Switch -> nächster Puck

    Im Vergleich zu eine 7390 und einem repeater hat der OnHub bei mir deutlich bessere Ergebnisse erzielt.

  3. Benjamin Wagener says:

    @Benjamin Hermann Was ist das denn bitte für ein Vergleich? Die 7390 ist inzwischen 7 Jahre auf dem Markt, hat nur n-WLAN über 2,4Ghz unterstützt, natürlich auch kein MU-MIMO und ein Repeater ist halt auch was ganz anderes, als ein Mesh. Ist klar, dass da die Lösung von Google besser ist.

  4. Es ist nur eine Info. Zudem hab ich mich vertipp: um genau zu sein … ich habe eine 7490 und zwei 1750e im Einsatz. Die 1750er hängen per Lan an der Fritzbox. Jetzt die Info: der OnHub war als Ersatz besser.

  5. Nichts für Ungut, mein AVM-Router für 140,- Schlappen bei Amazon Warehousedeals ist wesentlich mächtiger, günstiger und im Schrank. Und Google sammelt nur Funktionsdaten… Warum sammeln die überhaupt welche? Das ist übrigens nicht abschaltbar. Wer Router für Deko hält…

  6. Zitat: „Ja, Google Wifi ist nicht das erste Mesh-System auf dem Markt, meiner Meinung nach aber trotzdem immer noch das beste und schönste.“
    Wirst du von Google bezahlt für so Aussagen? Wie kann ein System, das seit heute offiziell auf dem Markt ist immer noch das beste und schönste sein?
    Hast du schon mal andere Systeme versucht, zB Ubiquiti AmpliFi?
    Das ganze liest sich wie eine Verkaufsveranstalltung 🙁

  7. @evkios
    Powerline + WLAN hat du wahrscheinlich schon in Betracht gezogen?

  8. @Rolf, wie gesagt, ich habe eine komplette LAN Verkabelung im Haus inkl. einiges an Infrastruktur im Netzwerk. So langsam dämmert mir, dass Google Wifi für solche Häuser nicht gedacht / gemacht ist. Damit kann man alte Häuser ohne Netzwerk ausstatten.

    Wahrscheinlich investiere ich nun doch in den ein oder anderen 1750E von AVM.

  9. @Benjamin Wagener: Wie groß mag denn die Zielgruppe sein, die durch einen „Nur-Router“ angesprochen wird? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Nachfrage nach solchen Geräten im Konsumer-Bereich besonders groß ist, insofern kann ich schon nachvollziehen, wenn ein Hersteller sich von einem Produkt löst, was voraussichtlich nicht in nennenswerter Stückzahl umgesetzt werden kann.

    Weiterhin weist Du darauf hin, dass ein Repeater was anderes ist als ein Mesh. Soweit gehe ich diesen Weg auch mit Dir, auf der anderen Seite aber macht das in der Praxis für die Masse doch der Nutzer keinen Unterschied – oder habe ich was entscheidendes übersehen?

  10. @Stefan Google Wifi ist seit heute in deutschland verfügbar, es gibt ihn aber schon eine ganze Weile in den USA, deswegen kann man schon „solche „Aussagen machen 😉

    Und wenn du diesen Blog schon länger ließt weißt du sicher Auch das die Jungs hier NICHT für solche Aussagen bezahlt werden geschweige denn sich belzahlen lassen würden 😉

  11. Benjamin Wagener says:

    @Chris R. Ich denke, dass relativ viele gerne so einen Router nutzen, besonders bei Kabel-Kunden. Da sind die vom ISP gelieferten Router überwiegend Mist was WLAN betrifft, andererseits brauchst du diese aber, wenn es zu Problemen mit der Verbindung kommt, weil sie nur über die eigenen Router entsprechende Messungen vornehmen können. Da ist es also praktisch, wenn du den ISP-Router als Bridge schalten lässt, wo auch noch das Telefon dran hängt und das Heim-Netzwerk über einen Extra-Router laufen lässt. Etliche machen das aber auch bei VDSL so, weil sie gerne Internet-Router und Heimnetzwerk-Router getrennt halten. Praktisch ist diese Lösung auch, wenn du weiß, dass du demnächst umziehen wirst, aber noch nicht weißt welche Art von Anschluss du in der nächsten Wohnung zur Verfügung haben wirst. Vor der Situation stehe ich auch gerade. Wenn alles glatt läuft, werde ich innerhalb des nächsten Jahre umziehen und an der nächsten Adresse ist es relativ wahrscheinlich, dass ich einen reinen Glasfaser-Anschluss habe. Derzeit bin ich bei Vodafone Kabel Deutschland. Da wäre es Irrsinn sich jetzt nochmal nen Kabelrouter anzuschaffen, zumal das halt auch Wartungen unnötig verkompliziert. Wenn es diese Zielgruppe nicht gäbe bzw. diese so minimal wäre, würden ASUS, Netgear, TP-Link und Co. ja auch nicht so massenhaft viele Geräte für diese produzieren. Leider erreichen die aber in der Regel nicht AVM-Niveau von der Qualität her oder aber sind übermäßig stark für eine einfache Wohnung und auch viel zu teuer.

    Und was den Repeater betrifft, so bremst der bei nem älteren n-WLAN schon relativ massiv aus. Eine 200-Mbit-Leitung kannst du dann selbst bei optimaler Verbindung zum Repeater nicht mehr soll ausnutzen. Bei schwächerer Verbindung wird es auch schon bei einer 100-Mbit-Verbindung eng. Im Mesh kommunizieren die Geräte über eine gesonderte Frequenz und belasten das WLAN für die Clients nicht und mit AC ist natürlich auch mehr Geschwindigkeit drin als mit n. Daher ist da der Unterschied von der Geschwindigkeit schon sehr erheblich, besonders wenn du über das WLAN nicht nur das Internet nutzt, sondern auch auf ein NAS zugreifst oder dergleichen.

  12. Ich nehme an, die Teile haben nichts dagegen, wenn man an einen der Mesh-Knoten per LAN einen Switch anschließt? Habe hier mindestens vier Geräte, die mangels WLAN per Kabel ins Netzwerk integriert sind.

    Mesh klingt jedenfalls schon mal ziemlich gut. Die Handover bei meiner Lösung mit einem devolo DLAN Adapter mit integriertem Repeater zur Fritzbox sind nicht wirklich einwandfrei. A pro pos Mesh und starkes WLAN…

    …wie sieht es eigentlich mit dem Stromverbrauch aus? USB C braucht ja 5V/3A, wie auch dem Typenschild der Geräte auf Benjamins Fotos zu entnehmen ist. 15 Watt sind ja im Vergleich zu einem AVM Repeater etwa der doppelte Verbrauch, aber etwa 10-15 Watt weniger wie der Verbrauch einer halbwegs aktuellen Fritzbox (Angaben lt. Netzteil-Typenschild oder Datenblatt von mir entnommen). Und bei dem, was die Teile technisch können sollen, finde ich das ohne große Vergleiche zu haben, gar nicht mal übel.
    (Mir ist klar, dass eine FB gewöhnlich nicht 24/7 100% Leistung zieht.)

    Optisch finde sind die Dinger jedenfalls um Welten besser, als die meisten WLAN Repeater und Router. Den Startknoten per Kabel an die FB, deren WLAN deaktiviert und ab damit in einen Schrank oder in ein dekoratives Element der Wahl. Google Wifi oben drauf und das hässliche AVM Gerät verschwindet aus dem Ambiente. Finde das sehr wohl einen nicht zu unterschätzenden Faktor. Denn warum sollen praktische Geräte nicht auch schick aussehen können?

    Ich würde übrigens mein letztes Hemd darauf verwetten, dass die Geräte eine Weboberfläche haben. Die wird für uns nur offiziell nicht zugänglich sein. Die Argumentation finde ich nämlich auch ziemlich schwach und nicht wirklich glaubwürdig. Damit soll sicher eher verhindert werden, dass die Käufer sehen können, was da so abgeht.
    Was mich zu dem Gedanken bringt, mittels Wireshark/Nagios den Traffic der Teile zu sniffen und zu schauen, wie viel die wohin senden. Also nach draußen. Alexa muss sich dem auch in Kürze stellen, wenn ich meinen Nagios Pi so im Netz habe, dass er sämtlichen Datenverkehr mitschneidet.
    Google und Amazon können viel behaupten. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Bei meinem Nexus 5X weiß ich zwar auch nicht, was Google neben den von mir offiziell erlaubten Meta-/Daten noch sammelt. Bei Hardware für daheim hat das meiner Ansicht nach gar nicht, nur optional per Opt-in und vor allem transparent zu erfolgen. (Deshalb liegt Alexa auch noch ungenutzt getrennt vom Strom auf meinem Schreibtisch.) Auch der Teilnahme bei der Übertragung von technischen Daten zur Verbesserung von Produkten darf nicht zwangsweise erfolgen.

    Aber naja, momentan habe ich eh nicht das Geld, mir zwei von den Teilen in die Bude zu stellen. Im Auge behalten werde ich es allerdings äußerst interessiert, weil es technisch echt nicht übel klingt. Und wenn alles für die Katz ist, frage ich eben einen Kumpel. Der hat für seine Masterarbeit irgend ein Projekt mit Mesh-WLAN mittels einem Dutzend RasPi realisiert. Die liegen mit 10 Watt auch moderat im Verbrauch und können relativ leicht in dekorativen Elementen versteckt werden. Notfalls sogar in Deckenleuchten.

  13. Das mit dem zweiten Netzwerk ist nicht zu Ende gedacht von Google. Normalerweise kann man durch die Vergabe von der gleichen SSID und Passwort aus dem bestehenden Netzwerk, sein Netzwerk dazu bringen dass sich die Geräte automatisch in den nächstbesseren Zugangspunkt ein loggen, egal von welchem Hersteller dieser Accsesspoint kommt. Dass das nicht geht finde ich ein Armutszeugnis. Eine anständige Implementierung in mein Netwerk wird so nicht funktionieren. Die sehen nett aus das war es auch schon.

  14. @Benjamin Wagener: Ich kann das natürlich nicht genau beziffern, glaube aber dennoch nicht, dass sowas im *privaten* Sektor in großen Stückzahlen verkauft wird – einfach basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre. Und dass ein Mesh sich auf die Geschwindigkeit der Datenübertragung innerhalb des Netzwerkes auswirkt, etwa beim NAS-Zugriff, ist unbestritten, aber auch die Zahl der Nutzer, die sich sowas hinstellen, ist verhältnismäßig gering. Dennoch werden diese Geräte sicher ihre Abnehmer finden.

    @Peter: Bzgl. der Möglichkeit, den Datenverkehr seitens des Herstellers mitschneiden zu können, mache ich selbst mir gerade bei Anbietern wie Amazon und Google keine Sorgen. Das würde sich sehr schnell rumsprechen, aber wie Du schon sagst: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

    @Legomio: Nett auszusehen reicht oft schon, um etwas zu verkaufen, auch in anderen Bereichen.

  15. Überragend wichtiger Test für mich – vielen Dank! Eine für mich noch wichtige Frage blieb bisher offen: Kann Google WiFi neben dem Heimnetzwerk auch ein Gästenetzwerk (WiFi) zur Verfügung stellen? Ich weiß nicht, ob das ein gängiges Problem bei allen WLAN-Routern ohne eingebautes Modem ist – mein vorhandener Apple AirPort Extreme jedenfalls kann das nicht, wenn ich diesen im Bridge-Modus (neben einer FritzBox) betreibe. Ich kann das Gästenetzwerk zwar aktivieren und kann mich damit auch vernetzen, jedoch funktioniert keine Internetverbindung (ein bekanntes Problem laut Apple). Also abschließend nochmal die Frage: Kann Google WiFi auch ein WiFi-Gästenetzwerk zur Verfügung stellen?

  16. Oceanwaves says:

    @Tom: Artikel ganz lesen, dann muss man weniger fragen 😉

    „Über die App lassen sich des Weiteren unter anderem zahlreiche Statistiken und Informationen zum bestehenden Netzwerk aufrufen oder aber man überprüft, welche und wie viele Geräte aktuell mit dem Netzwerk verbunden sind. Ein Gast-WLAN lässt sich hier ebenso einfach einrichten wie man auch einzelnen verbundenen Geräten temporär das WLAN entziehen kann.“

  17. @Chris R.
    Geht mir einfach auch mal drum, die eigene Unsicherheit diesbezüglich zu beseitigen.
    Bin normalerweise dafür, so wenige solcher Geräte in die Bude zu stellen, wie möglich. Gewisse Spielereien wecken dann andererseits Begehrlichkeiten. Und es geht mir einfach auf den Senkel, dass alle samt – egal ob pro oder contra Lager – unbedingt ganz exakt zu 1000% sicher unausweichlich genau wissen, wie der Hase da nun läuft.
    Ich bin zumindest so realistisch, dass ich es weder das eine noch das andere beweisen kann und behaupte demnach auch nichts dergleichen. Bleibe also erstmal skeptisch und schaffe mir Fakten. Dann wird es sich zeigen. Denn bisher hat mir keiner seine Aussage mit einem Trafficprotokoll seiner Geräte belegen können.

  18. Klingt alles erstmal spannend.. Avm bastelt doch angeblich auch an einer mesh Lösung. Ich hab hier im Augenblick Probleme mit meinem Avm Repeater. Mein plex server wird über den Repeater nur als indirekt verbunden angezeigt. Vielleicht hab ich aber auch einfach was falsch konfiguriert.

  19. Habe für unsere 80m2 Wohnung das Doppelpack geholt was völlig ausreicht. Seit gestern habe ich Google Wifi installiert: Rund um die Fritzbox nun ehr 70-80 Mbit aber dafür überall sonst im Haus 30- 35 Mbit.

    Das reicht für meine Anwendung völlig aus. Ich habe für unser Haus zwei Zugangspunkte. Evtl. wäre es ja bei dreien noch schneller. Aber das brauche ich gar nicht.

  20. Hallo, folgendes Setup bei mir:
    – drahtgebundenes LAN an Fritzbox 7390 (192.168.178.x)
    – (gestern) Google WiFi (3 Stationen) in dieses LAN integriert, die Google WiFi Basisstation
    — bezieht ihre IP im LAN von der Fritzbox (DHCP)
    — spannt ein eigenes WiFi auf (192.168.86.x)

    Jetzt scheint es so, all kann man aus dem WiFi Netz 192.168.86.x zwar jeden Knoten im LAN (192.168.178.x) erreichen, aber nicht umgekehrt.
    Ist das prinzipbedingt? Wenn ja, wären WiFi Drucker für die Benutzung aus dem LAN nicht verfügbar, WiFi Laptops ebenfalls nur noch teilweise integriert.
    Denkfehler? Konfigurationsfehler?
    Danke vorab für Kommentare

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.