Google: Smart Home wird ab September mächtiger

Ich hatte es schon vermutet: Google würde auf seinem “Hey Google” Smart Home Summit vermutlich keine Hardware zeigen, stattdessen auf neue Möglichkeiten für Entwickler eingehen. So ist es dann auch gekommen, denn mittlerweile ist die erste Messe ja gelesen, ein entsprechendes Video des Streams auf YouTube zum Abruf verfügbar.

Ein paar der geteilten Informationen warten bereits im Vorfeld bekannt geworden, beispielsweise die Tatsache, dass Google neue Gerätetypen unterstützt. Jede Geräteklasse unterstützt ja unterschiedliche Eigenschaften, also müssen sich Befehle an den Google Assistant auch immer auf die entsprechenden Geräte beziehen.

Bereits vor ein paar Monaten kündigte Google eine Reihe von SHED-Typen (Smart Home for Entertainment Device) an, die Geräte wie Set-Top-Boxen, Lautsprecher und Konsolen von Marken wie Xbox, Roku, Dish und LG umfassen. Nun macht Google diese Schnittstellen für jeden Entwickler von Smart TVs, Set-Top-Boxen oder Spielen öffentlich zugänglich. Darüber hinaus hat Google angekündigt, dass die SHED-Optionen um AV-Receiver, Streaming-Boxen, Streaming-Sticks, Soundbars, Streaming-Soundbars und Lautsprecher erweitert werden.

Zu den weiteren Infos, die Google teilte, gehörte dann noch einmal der Bereich Smart-Home-Steuerung in Android 11. Hier werden sich die Bedienelemente ja arg verändern und über einen langen Druck auf die Einschalttaste des Smartphones aufrufen lassen. Interessante Einblendung im Video zum Start der neuen Home-Möglichkeiten: 8. September 2020. Gleichzeitig auch der Start von Android 11? Könnte in diesem Bereich liegen.

Ebenfalls in diesem Jahr wird eine andere Funktion für weitere Geräte kommen, wobei man natürlich bei Google nie weiß, wann oder ob etwas nach Deutschland kommt. So gibt es bereits seit über einem Jahr die Routine, sanft aufzuwachen. Gentle Sleep & Wake nennt sich dies und lässt den Nutzer eine Routine einstellen, die Philips Hue Smart Lights über einen Zeitraum von 30 Minuten schrittweise ein- (aufwachen) oder ausschaltet (schlafen) oder auch den Sonnenaufgang nachahmen lassen kann. Diese Möglichkeiten will Google weiteren Smart-Lights zugänglich machen.

Persönliche Routinen werden auch durch die Unterstützung von benutzerdefinierten Routinen erweitert, die von Smart-Home-Partnern entworfen wurden. Laut Google werden Entwickler in der Lage sein, benutzerdefinierte Routinen zu erstellen und vorzuschlagen, die mit anderen Geräten in der Wohnung eines Benutzers funktionieren können. Die Nutzer können die vorgeschlagenen Routinen durchsuchen und sich dafür entscheiden, ihr Nest-Gerät oder andere Smart-Home-Geräte an dieser Routine teilnehmen zu lassen.

Ähnlich ist das ja schon unter iOS 14 gelöst, da schlägt die Home-App auch Routinen vor, wobei es egal ist, wer der Gerätehersteller ist, es geht einzig und allein darum, dass Geräte untereinander in einem Ökosystem sind. Und ab Herbst dann auch verbessert im Google-Ökosystem. Da hat man sicher Nachholbedarf, denn aus meiner Beobachtung heraus, sind Alexa-Nutzer sowie HomeKit-Betreiber in der Überzahl.

Mal schauen, was Google noch so zeigt, ein paar Sessions stehen ja noch aus.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Für Gerätehersteller und Konsumenten sicher interessant, aber für Entwickler, aber auch Tüftler weiterhin frustrierend. Das Local Home SDK ist auch weiterhin nur ein halbherziger Versuch. Es gäbe auch viele Unternehmen bei denen es Tätigkeiten gibt, wo Sprachsteuerung viele Erleichterungen bringen würde. Googles Lösung mit seiner exzessiven Abhängigkeit zur Cloud kann man dafür aber vergessen.

    • Stimme zu, deshalb nutze ich ausschliesslich Apple HomeKit.
      Google hat, wie viele kleinen Anbieter, seine Käufer bereits im Stich gelassen und von heute auf morgen Hardware im Wert von tausenden Dollar kaputt gemacht. Indem sie die Server abschalteten.

      Cloud gerne für Unwichtiges, wie Datenspeicher oder Musik. Aber essentielle Hardware, die ohne „Smart“ 100 Jahre funktionieren könnte? Nein, danke.

  2. Black Mac says:

    Irgendwie bin ich beim Thema “Smart Home” nie über die Philips Hue hinausgekommen – und das wird sich vielleicht nie ändern. Für die privaten Anwendungen ist es in meinen Augen einfach nicht sinnvoll, Rollläden oder Garagentore zu steuern, weil Aufwand, Kosten und Nutzen weit auseinander driften. Und wenn man sich auch noch mit geistig unterbelichteten Assistenten wie Siri herumschlagen muss …

    Oder was habt Ihr für Ideen, die mehr als nur eine Tech-Demo sind, um die Besucher zu beeindrucken?

    • Pete Fuchs says:

      Also ich finde es ganz praktisch, mit einem Sprachbefehl direkt mehrere Geräte zu steuern.
      Z.B. über Harmony und Alexa: Beamer an, Leinwand runter, AV-Receiver an, Sat-Receiver an oder Xbox an…
      Aber ich gebe dir schon Recht, dass das meiste nur Spielerei ist. Meine Hue-Lampen habe ich sogar wieder weggeschickt…
      Ist teilweise eher „Komfort“ als „Smart“ würde ich sagen.
      Wenn ich an „Smart-Locks“ denke, stellen sich mir die Nackenhaare hoch.
      Die lokale Sicherheit möchte ich ungerne über eine externe Cloud laufen haben…

    • Ja, das meiste ist Spielerei. Licht und Rolläden finde ich aber praktisch per Sprache (oder Harmony) bedienen zu können. So kann ich einfach beim Schlafengehen alle Rolläden runterfahren lassen. Ist eher Komfort. Smarthome ist das aber eigentlich nicht, da sollte das „Haus“ selbst wissen was zu tun ist und nicht nur meine programmierten Regeln abarbeiten.

      Ansonsten nutze ich den Google-Home zu 95% für Internetradio. Das klappt aber auch ziemlich gut :-).

  3. Wie jetzt? Echt keine Hardware? 🙁 Noch kein Sabrina? 🙁

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