DSGVO: Max Schrems legt 7,6 Mrd. Euro schwere Beschwerde gegen Facebook und Google ein

Es war zu erwarten. Heute war Stichtag zur Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und bereits vorab wurde gespannt erwartet welchen der Großen es wohl als erstes erwischen wird – mit einem Vorgehen gegen die Datenverarbeitung durch Unternehmen. Max Schrems ist offenbar nicht so gut auf Facebook zu sprechen, schon 2011 stänkerte er gegen das Social Network, 2014 kam es dann zu einer Klage.

Aber in diesem Fall sind es nicht nur Facebook sowie WhatsApp und Instagram (beide zu Facebook gehörend), sondern auch Google soll gegen die Verordnung verstoßen. Wie The Irish Times berichtet, wurden drei Beschwerden bei den Datenschutzbehörden in Österreich, Belgien und Deutschland gegen Facebook eingereicht. Die Beschwerde gegen Google landete bei der französischen Datenschutzbehörde.

Insgesamt geht es um 7,6 Milliarden Euro, allerdings dürfte das eher nebensächlich sein. Denn es geht vor allem um die Daten der Nutzer. Schrems ist der Ansicht, dass Facebook dem Nutzer nicht genügend Wahl gelassen hat. Entweder löscht er seinen Account oder er akzeptiert die Nutzungsbedingungen. Mit der Akzeptanz der Nutzungsbedingungen stimmt der Nutzer aber auch der Verarbeitung von Daten zu, die nach Meinung von Schrems nicht für den Betrieb des Dienstes nötig sind, sondern nur für Werbeprofile genutzt werden, damit das Unternehmen Gewinne macht.

Gleiches gilt für Google. Wobei es Schrems offenbar auch nicht so richtig um den Nutzer geht. Denn vielmehr ist seine NOYB-Gruppe (None of your Business) offenbar ein Ehrenmann für kleinere Anbieter. Sie möchte verhindern, dass große Anbieter sich quasi einen Datenvorteil verschaffen, indem sie mehr abgreifen als eben für den Betrieb nötig ist.

Im Fall Google geht es übrigens um Android. Es kann ja nicht angehen, dass ein Nutzer, sobald er ein Android-Smartphone einschaltet, in Googles Ökosystem gezwungen wird. Man könne ein Android-Smartphone nicht nutzen, ohne seine Zustimmung zu geben. Diese Dinge werden nun von den Behörden untersucht und man wird irgendwann mal wieder davon hören.

Und hier ein Cut und ein paar Worte zu dieser ganzen DSGVO-Geschichte, die uns allen seit Wochen auf den Zeiger geht. Euch vermutlich auch und sei es nur, weil Eure Mail-Postfächer übergequollen sind.

Ja, es ist schlimm, wie mit Nutzerdaten in manchen Fällen umgegangen wird. Allerdings können auch nur solche Daten verwendet werden, die man verursacht. Google und Facebook sind beides keine Wohltätigkeitsvereine. Es sind Unternehmen, die Dienste bieten, die von Milliarden Menschen offenbar gerne genutzt werden. Aber keiner ist gezwungen, die Dienste zu nutzen.

Das, was manche heute gerne als Nutzungszwang interpretieren, ist ein typisches „fear of missing out.“ Man muss WhatsApp nutzen, sonst wäre man ja nicht erreichbar. Schreib doch einen Brief, dauert länger, aber funktioniert. Urlaubsfoto? Schick doch eine Postkarte. Aber verschlüssele bitte den Text und die Adresse, nicht dass Facebook heimlich nachsieht.

Kein Mensch ist gezwungen, irgendetwas im Internet zu nutzen. Warum der Nutzer dann aber dem profitorientierten Unternehmen, von dem er eine Leistung im Austausch gegen Datenerhebung erhält, seine Vorgehensweise vorschreiben zu wollen? Ich verstehe oft nicht, wie man sich als Einzelperson oder auch Gruppe sich einfach das Recht herausnehmen kann, so zu agieren.

Und ich finde es stark, was die L.A. Times gemacht hat. Die hat europäische Nutzer nämlich einfach ausgesperrt. Dicker Mittelfinger gegen Dinge wie die DSGVO und gegen Typen wie Max Schrems. Wenn das so weiter geht, wird es nicht ewig dauern und aus dem Internet werden Splitternetze. Nichts, worauf ich persönlich Bock hätte, ich würde Webseiten auch gerne weiterhin ohne VPN ansurfen können – was ja heute schon nicht immer so einfach ist. Falls sie denn überhaupt noch verfügbar sind und nicht in einer panischen Kurzschlussreaktion gelöscht wurden.

Was haltet Ihr von so harscher Regulierung, dass Seitenbetreiber bestimmte Nutzer aussperren? Oder passt das schon so und die haben gefälligst das zu machen, was der Nutzer (oder die EU) möchte?

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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178 Kommentare

  1. Forentroll says:

    Wäre es hier nicht kommuniziert worden, dass diverse Zeitungen aus AMI-Land den europäischen User einfach ausgesperrt hat, hätte ich wohl etwas verpasst.

    So what, wer es denn braucht…

    Und dann das böse, böse VPN… uhhh, uhhh, uhhh…

  2. Schattenprofile werden in dem „Beitrag“ auch in Gänze ausgespart. Heißt es dann als nächstes: „Zieh doch in den Wald!“ oder wie?

    • checkit53 says:

      Ist Facebook daran schuld, dass der Webseitenbetreiber das Tool welches in seinem Land illegal ist einsetzt?
      Verstehe ohnehin nicht wie man solche Like-Button usw. einsetzten kann, anstatt mal eben eine manuelle Verlinkung zu erstellen oder selbst ein Script zum erstellen zu schreiben. Das ist keine hohe Kunst.

  3. @Gonzo
    Google mal den Begriff „Darknet“. Du wirst überrascht sein, das gibt es schon. Krass, oder?

    Ich persönlich beschäftige mich beruflich schon eine ganze Weile damit. Und es ist ein Segen für uns alle. Es geht nämlich nicht, um nicht dabei sein, sondern um Kontrolle. Ich persönlich möchte nämlich die Kontrolle behalten, wer was über mich speichert. Und ich möchte selbst entscheiden dürfen, wie das läuft. Ich will informiert werden, bevor etwas gemacht wird (mit meinen Daten). Damit ich dann entscheiden kann, ob ich es nutze.

    Es ist nämlich leider so, dass ich gezwungen werde, bei der Nutzung uninformiert zu bleiben. Und das ist falsch, und seit heute glücklicherweise eben nicht mehr straffrei.

    Oder möchtest Du mir ernsthaft erzählen, dass Facebook, WhatsApp oder wer auch immer seine Nutzer vorher und ausreichend informiert.

    Und was ich am meisten an der DSGVO mag, ist das sie endlich ein Bewusstsein schafft, sowohl bei den Nutzern, wie auch den Anbietern. Ich war in den letzten Wochen in mehreren Firmen, in denen jetzt endlich über Datensicherheit und Datensparsamkeit nachgedacht wird. Und das ist gut so!

  4. Wow – was für ein extrem ignoranter Kommentar! Das lässt recht gute Rückschlüssel auf das eigene Weltbild zu, und das ziemlich zum schlechten.

    Max Schrems ein Stänkern vorzuwerfen – ist ja nicht so, dass der lediglich auf bestehende Gesetze hingewiesen hat, und daher vom EUGH Recht bekommen hat. Vllt mal weniger Tech News lesen, und wenns soweit ist, mit der Tochter in die Schule gehen und Politik und Gesellschaft zuhören, wie das mit der Demokratie und den Gesetzen funktioniert…

    Dazu kommt: Schremms arbeitet ehrenamtlich. Sehe auch nirgends, dass er nicht für sondern für kleine Player agiert…

    Über die fundamentale Bedeutung der Großen, für bspw Wahlen und deren Manipulation, hast Du Dir auch noch nie Gedanken gemacht?

    Letztlich hat auch keiner ein Problem, dass FB und Google Geld verdienen wollen, es geht darum wie, aber das scheinst Du noch nicht erfasst zu haben.

    Ich staune weiterhin über die Ignoranz – hättest Du geschwiegen, wärst Du Philosoph geblieben. So weiß ich wenigstens, dass ich um Deine Artikel in Zukunft einen dicken Bogen mache…

  5. Einige Leute haben scheinbar zu viel Zeit.Mich nervt dieses Thema nur. Tonnen von Mails und überall diese Hinweise wegen der Cockies. Wenn einer Sorgen wegen seiner Daten hat, soll er halt das Internet meiden.

  6. Den Zirkus hatten wir schon mal bei Microsoft. Und seitdem die Auswahl bei den Browsern. Die ganze Industrie hängt in einer Loop Schleife fest, die Technologie entwickelt sich, aber die Fehler, die aus unseren analogen Gesetzen entstehen, bleiben.

  7. Was soll man von Stänkern wie Sascha Ostermeier auch anders erwarten als solch einen Kommentar wenn es um ein Datenschutzthema gehen.
    So gerne ich hier im Blog lese und auch mal kommentiere, sämtliche Artikel, die sich mit Datenschutz und evtl. kritischem Inhalt dazu beschäftigen sind einfach nur lachhaft. Schreib doch mal einen Brief? Was ein dämlicher Vergleich.

  8. Das Problem ist eher unsere unfähige Regierung die es verpennt hat die europäische Richtlinie passend für Deutschland umzusetzen.

    Die hätten noch den Spielraum gehabt es sinnvoll in deutsches Recht zu giessen.

    Doch dazu war man zu blöd.

    • Der Kommentar ist ja noch sachunkundiger als der Artikel: Die DSGVO basiert auf dem deutschen Datenschutz, und bisher hatten wir das Problem, dass der Datenschutz sich sogar je nach Bundesland unterschieden hat. Jetzt gibt es ENDLICH eine Richtlinie für die ganze EU! Wer sich schon vorher an geltende Gesetze gehalten hat, hatte kaum was zu tun.

      Aber dir Regierung ist schuld und alle anderen außer dir zu blöd! Aha!

    • Christian says:

      Die DSGVO ist, wie jede Verordnung der Europäischen Union, unmittelbar geltendes Recht, genau wie ein Gesetz der Bundesrepublik Deutschland. Gerade weil die bisherige Richtlinie sehr uneinheitlich und in vielen Fällen eher unzureichend umgesetzt wurde, ist es ja zu diesem Gesetz bekommen.

      Dass z.B. in Österreich Regierung und Parlament dieses neue Recht nicht nur in Form von Präzisierungen ergänzt haben, sondern Teile der DSGVO geradezu außer Kraft setzen bzw. uminterpretieren wollen, wird zwar zunächst Leuten wie Schrems Probleme bereiten, während es Facebook & Co. bei Datenschutzverstößen leichter haben sollen. Dies mag zwar im Sinne von Sascha Ostermaier sein, doch es könnte durchaus zu weiteren rechtlichen Konsequenzen führen, wenn einzelstaatliches Recht gegen europäisches Recht verstößt …

  9. Die Politik agiert beim Thema Internet nach der Devise „Wenn wir nicht gewinnen können, treten wir eben drn Rasen kaputt.“ das fing mit dem Leistungsschitzrecht an und geht jetzt mit dem Datenschutz weiter. Es ist zum kotzen.

  10. Bastian B. says:

    Das einzige anerkannte Zahlungsmittel für Waren und (wie hier) Dienstleistungen, ist in westlichen Gefilden seit Ewigkeiten das Geld. Dienstleistungen mit persönlichen Daten zu bezahlen ist absolut unmoralisch! Jeder der in der EU Dienstleistungen anbietet, müsste meiner Meinung nach gezwungen werden, diese immer gegen Geld anzubieten oder vollständig gratis. Wenn jemand diese Dienstleistungen mit seinen persönlichen Daten bezahlen möchte, kann(!) er das gerne tun, muss aber nicht. Die Realität sieht aber anders aus. Verstehe nicht wie man sowas gutheißen kann.

  11. Während die DSGVO ja schon seit zwei Jahren gilt, erhält die GEZ vollen Zugriff auf die Daten der Einwohnermeldeämter.
    Das ist gelebter Datenschutz! Nicht.

  12. Ebberhart says:

    Schrem hat Recht und Ostermaier ist einfach nur naiv. Es ist höchste Zeit das Google, Faceboiok und Co, mal auf die Finger geklopft wird. Zuerst fixen diese Datendealer die Bürger an und erzählen dann, dass man ja nicht gezwungen ist, ihre Dienste zu nutzen. Der naive Tchnie übernimmt dann natürlich auch noch diese perfide Aussage seiner Götter. Trautig.

    • „Auf die Finger klopfen“ finde ich auch völlig in Ordnung, was aber hier im Moment geschieht, ist das gezielte erschweren bis unmöglich machen, Dienste, die unbestritten von sehr vielen Menschen genutzt werden, auch zukünftig noch in einer Form anbieten zu können, dass sie für die Nutzer interessant sind. Und es ist auch in keinster Weise naiv, die Aussage zu übernehmen, dass man die Dienste ja nicht nutzen muss, sondern einfach ein Erkennen der Realitäten. Und in der Realität muss tatsächlich niemand diese Dienste nutzen, wenn er nicht möchte oder die Konditionen nicht genehm sind.

      • phantomaniac says:

        Möglich wäre es schon diese Dienste zu nutzen. Nur müssten Sie halt von Facebook und Co mal sauber abgegrenzt werden und klar definiert, was mit welchen Daten wann passiert.
        Aktuell sammeln und verarbeiten die klar Daten, die nichts damit zu tun hat, was man bei Ihnen nutzt. Also zuviel.

  13. Welcher Datenschutz?
    Schufa, GEZ, Finanzamt, KFZ-Steuer, Einwohnermeldeamt, (Behörden allgemein), Ärzte, Krankenversicherungen, TÜV, Banken, Kreditkarten, Strom-, Wasser-, Telefonanbieter etc…..

    Alles jammert wegen ihrer Blogs/Pages oder Kleinbetrieben mit Kundendaten.
    Wie schauts denn mit den oben genannten „Groß-Schnüfflern“ aus? Die dürfen wohl wie bisher?! Also ist das DSGVO eine Farce zu Lasten des Bürgers.

    • Ja, die dürfen wie bisher, weil das durch die entsprechenden Gesetze genau so geregelt ist.

    • Warum soll die Verordnung für die genannten nicht gelten? Daten sind Daten.

      Die Schufa zum Beispiel erteilt zur Zeit einmal im Jahr Auskunft, und das nur auf Papier. Wer mehr will muss zahlen. Ab gestern müssen sie die Daten auf Anfrage in einem elektronischen Format rausrücken, solange sie nicht exzessiv mit Anfragen bombardiert werden. Wenn sie dem nicht nachkommen, dann werden sich schon einige finden, die dagegen Beschwerde einlegen.

      Gleiches gilt für Finanzamt, Einwohnermeldeamt und andere Behörden. Bürger haben das Recht, zu erfahren, welche Daten über sie gespeichert sind, und aus welchem Grund.
      Ich kann mir gut vorstellen dass sich viele kleinere Behörden noch nicht im klaren sind, wie sie die Anfragen entgegen nehmen sollen und so Chaos entsteht. Aber das schon okay. Die allermeisten werden nach ein paar Wochen die richtigen Wege finden.
      Und selbst bei den größeren Behörden wird es nicht anders sein. Der Rundfunkstaatsvertrag wird schon seit einer Weile an die DSGVO angepaßt. Aber nach kurzer Suche habe ich nichts gefunden.

  14. Selten so einen Scheiß gelesen.
    Natürlich nerven mich auch die ganzen Mails und sehr wahrscheinlich wurden diverse Dinge nicht bis ins letzte Detail geplant, was jetzt zu Unsicherheiten führt, aber es wurde verdammt nochmal Zeit für so ein Gesetz.

    „Allerdings können auch nur solche Daten verwendet werden, die man verursacht.“

    Wie naiv. Verursachen klingt in dem Fall wie eine aktive Handlung. Dass aber auch ohne ein aktives Posten eines öffentlichen Textes mit meinem aktuellen Standort o.ä. alle möglichen Daten gesammelt werden, die man irgendwie in die Finger bekommen kann, auch über Dritte (andere User, Websites, Apps), und zu einem Profil verwurstet wird, ist dann doch nicht mehr so eine aktive Handlung.

    „Google und Facebook sind beides keine Wohltätigkeitsvereine.“

    Dann sollen sie doch optional Geld dafür verlangen und im Austausch die Werbung und Sammlung von Daten einstellen oder auf das Mindeste beschränken!
    Machen sie nicht? Oh, welchen Grund könnte das wohl haben…

    Die L.A. Times zeigt den Mittelfinger? Quatsch. Das Statement klingt eher als hätten sie momentan einfach keine Idee wie sie damit umgehen sollen. Wenn ich dann mit einem Mittelfinger reagiere, wirke ich eher verunsichert und mittellos.

    • Oder man zeigt damit einfach, dass man nicht bereit ist, jeden Sch… mitzumachen.

      • phantomaniac says:

        Oder man will vertuschen, das man es nicht versteht, weil es in Ami-Land sowas überhaupt nicht gibt.

  15. Internet nicht verwenden ist ja auch keine Option, sogar das Finanzamt verlangt eine onlineübertragung. Facebook legt Profile auch von nicht Mitgliedern an. DSGVO, alle machen Panic, verabschiedt worde es doch schon 2016, Zeit war da genug da…

    • Stimmt, im Grunde war genug Zeit da. Aber auch nur, wenn man davon wusste, und genau das dürfte bei vielen nicht der Fall gewesen sein. Oder informierst du dich tatsächlich regelmäßig über neue Gesetze und Verordnungen auf EU-Ebene?

      • Hm,

        das ist jetzt schwierig, gebe ich zu. Aber wenn es neue Verkehrsregeln gibt, dann wirft dir auch keiner einen Brief in den Kasten auf dem steht: Achtung, Sie sind Verkehrsteilnehmer und es gibt was neues.

        Als Internetteilnehmer, ist man vermutlich auch in der Holschuld…

        Einfacher machts des ned, ich weiss…

  16. Der Maddin says:

    Hoffentlich geht es sich nich so aus wie bei Google Earth in Deutschland.
    Der Dienst wurde eingestellt weil alle die besorgten Ihre Häuser verpixeln lassen wollten. Wegen German Angst und deutschen Datenschutz.

    Na ja.
    Mal sehen was wäre wenn Google Maps eingestellt wird…

  17. Dieter Müller says:

    So so, wenn ich nicht zustimme, dann soll ich halt einfach die Google-Suche nicht mehr nutzen?! Dann soll ich halt einfach mein Smartphone wegwerfen? Das ist etwas kurz gedacht, zumal da man vieles auch beruflich braucht – WhatsApp mit Sicherheit nicht, die Google-Suche alle 5 min.
    Wenn es eine Änderung Sinn machte, dann die des Kopplungsverbotes.

    • checkit53 says:

      Solch ein Schwachsinn, was hat Google mit deinem Handy zu tun?
      Dann geh doch zu Bing, DuckDuckGo oder ähnlichen..
      Niemand ist auf die Google Suche angewiesen, es gibt genug Alternativen und wenn dir bei keiner die Nutzungsbedingungen zusagen, dann ist das nunmal dein Problem. Wenn genug Leute gegen solche Dienstleistungen (und die damit verbundene Finanzierung) wären, dann hätte es diese nie gegeben.

      • Android = Google ???

        Bei Facebook und insbesondere WhatsApp ist es fast schon unumgänglich um gesellschaftlich relevant zu existieren, zur Teilhabe. Bereits Schülergruppen etc. organisieren/unterhalten sich mit WhatsApp, wer da nicht mitmacht ist ausgeschlossen.

        • checkit53 says:

          Android eben nicht gleich Google.
          iOS = Apple JA
          Android = Google NEIN

          Oder hast du auf dem FireTV Stick oder den Tablets von Amazon schon mal ein Google Konto hinterlegen müssen. Und selbst Geräte von Samsung und Co. benötigen für den Betrieb eben KEIN Google Konto. Es steht jedem frei alternative App Stores zu nutzen, ebenso wie alternative Webbrowser und Suchmaschinen.

          Das mit WhatsApp ist eher ein gesellschaftliches Problem. Alternativen gibt es genug und wer nicht ohnehin irrelevant ist, wird auch gesondert angeschrieben (via Mail etc.).

        • Ich denke auch, dass es sich um ein gesellschaftliches Problem handelt. Natürlich kann man sagen, dass man nahezu ausgeschlossen ist, wenn man die großen diskutierten Dienste nicht nutzt. Auf der anderen Seite aber nutzen die Leute diese Dienste offenbar sehr zahlreich und auch sehr gerne, und diesen Erfolg kann man doch den Unternehmen jetzt nicht zu ihrem Nachteil anlasten.

          • „kann man doch den Unternehmen jetzt nicht zu ihrem Nachteil anlasten“
            Aber warum denn bitteschön nicht? Diese sind Dienstleister in einer Monopolstellung, hier MUSS der Gesetzgeber ganz genau hinschauen. Menschen wollen mit anderen in Verbindung stehen, dieses kannst du diesen Menschen nicht zum Nachteil anlasten, insbesondere wenn es in diesem Segment gar keine signifikante Konkurrenz geben kann, da die Ausgangslage (alle wollen miteinander kommunizieren, sich austauschen -> ergo gleiche Software) ein Monopol voraussetzt um zu funktionieren.

            • Marvin, auch das ist falsch. Es gibt dezentrale Lösungsansätze, die kein Monopol benötigen. Und ich weiß, dass du diese Dinge hier in der Diskussion gerne wegschiebst, weil du der Meinung bist, dass das nicht praktikabel ist. Aber es ist doch falsch, wenn du immer wieder wiederholst, dass es keine Alternativen gibt. Die gibt es sehr wohl, sie kosten halt Geld, denn irgendwer muss die Server bezahlen, auf den diese dezentrale Lösung liegt. Diese Server können untereinander kommunizieren, sie wären also keine Insel, sondern vernetzt. Dass du diese Lösungen andauernd ignorierst, zeigt, dass du dich entweder mit diesen Alternativen nicht auseinander gesetzt hast oder du diese einfach nicht zulassen möchtest, weil dann ein Teil deiner Argumentation nicht mehr funktioniert.

              Keinen Hunger zu leiden, dass wäre ein Menschenrecht. Es werden sogar genügend Lebensmittel produziert, um alle derzeit auf der Erde lebenden Menschen zu versorgen, nur ist der Kapitalismus darauf eben nicht ausgelegt, er möchte dieses Problem nicht lösen. Und die westlichen Gesellschaften schotten sich immer mehr vor geflüchteten Menschen ab, sie wollen dieses Problem also auch nicht lösen, aber einen Anbieter eines (von vielen) Kommunikationskanälen willst du diese kapitalistische Logik vorhalten? Da ist irgendwie die Schwerpunktsetzung eine falsche.

              Versteh mich nicht falsch. Ich bin durchaus der Meinung, dass es irgendwann darauf hinauslaufen wird, dass Dienste wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. irgendwann in eine demokratische Selbstverwaltung der Nutzer übergehen werden. Das wird aber erst geschehen, wenn der Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschaftssystem abgelöst wurde. Bis dahin kannst du einem Unternehmen aber eben nicht vorwerfen, dass es nach den kapitalistischen Marktregeln funktioniert und solange es Alternativen gibt, musst du die Nutzer fragen, warum sie ein solches Monopol zulassen.

  18. sehe ich ein wenig anders. Kritiker der DSGVO malen Horrorszenarien aus, die mit der Realität nichts zu tun haben (werden). Wer bisher einen guten Umgang mit Daten gepflegt hat, wird mit der DSGVO auch nicht viel Arbeit haben (abgesehen davon waren 2 Jahre Zeit). Wer aber eine chaotische teils digitale Zettelwirtschaft getrieben hat, der ist auch irgendwo selber Schuld und verdient auch Misstrauen seiner Kunden. Digitalisiert euch, pflegt einen konsequenten sauberen Umgang mit Daten, dann habt ihr jetzt auch keine Probleme.
    Zu Facebook: die Erstellung von Schattenprofilen war vorher illegal und kann jetzt endlich richtig Sanktioniert werden (ja, ich bin nicht auf FB), ich will nicht dass meine Daten ohne meinen Willen ausgewertet werden, alleine deswegen: Danke Max Schrems.
    Ok: Whatapp benutze ich, weil ich keine Alternative habe, bei gewissen Gruppen dabei zu sein, den Ansatz offene Schnittstellen für andere Anbieter zu schaffen (auch um Datenmonopole aufzubrechen) halte ich für richtig. Nur möchte ich nicht, dass FB meine Whatsapp Daten mit nem‘ Schattenprofil von FB überlagert, dem habe ich nicht zugestimmt.
    Nebenbei: Hauptsächlich benutze ich Threema, dafür habe ich bezahlt und ich vertraue dem Unternehmen und dafür zahle ich sogar gerne und dies würde ich mir generell wünschen: entweder ich bezahle mit Daten (wobei sich die Menschheit nicht bewusst ist, welchen Preis man teilweise zahlt) oder mit Geld; dies wäre die datenschutzrechtlich saubere Alternative zu teilweise/größtenteils dubiosen Geschäftsmodellen. Also liebe Anbieter lasst den Nutzern die Wahl: wollt ihr abhaken, ausspioniert zu werden (ist dramatisiert formuliert) oder zahlt einen gewissen Anteil. Dies ist letztenendes die konsequente Umsetzung der DSGVO.
    Und wenn gewisse Datenkraken den europäischen Markt verlassen, so ist es halt auch nicht verkehrt. Ich treuere Cambridge Analytica jedenfalls nicht hinterher.
    Und bevor das BigData-Thema als Wirtschaftskraft kommt: hier liegen defenitiv riesige Chancen (angefangen bei Krebs,…), aber macht es so, dass Daten soweit wie möglich Anonymisiert werden (was nicht ganz trivial ist) und macht transparent, wie ihr mit den Daten umgeht, dann spricht da auch nichts dagegen.
    Ich habe die Hoffnung, dass Transparenz der große Gewinner der DSGVO sein wird und was bisher illegal war auch endlich abgestellt werden kann.
    Letztenendes habe ich aber die Hoffnung, dass ein Internet sich eher durchsetzen wird, wie es einmal war: dezentralisiert und offen. Zum Glück entstehen ja immer wieder neue Plattformen und vielleicht wird Facebook ja einestages wie Altavista und Yahoo…

  19. Hallo Sascha,
    ich möchte deinem Satz „Kein Mensch ist gezwungen, irgendetwas im Internet zu nutzen“ widersprechen. Das Internet gehört zu den wichtigsten Kommunikationsmitteln der heutigen Zeit und wird so intensiv und weitflächig eingesetzt, dass dieses Argument nicht zieht. Es wird genutzt zur Informationsgewinnung, Arbeitssuche, politischem Diskurs und vielem mehr.

    Online-Werbeunternehmen muss und soll es geben, aber als Nutzer möchte ich Transparenz und Kontrolle darüber haben, welche Daten aufgezeichnet und wie diese verwendet werden. Diesen Anspruch unterstützt die EU jetzt mit der DSGVO. Es gibt gute Gründe Bargeld zu mögen, eine Payback-Karte abzulehnen oder lieber beliebige statt personalisierte Werbung im Internet zu sehen. Das darf jeder für sich persönlich entscheiden. Dennoch schließt man eine Vielzahl an Menschen direkt aus, wenn man sagt „Stimm den Regeln zu oder nutz es eben nicht“.

    Liebe Grüße
    Peter

    • Ich bin auch für Transparenz dafür, dass man weiß, worauf man sich ein lässt. Aber die Möglichkeit, bestimmte Daten von bestimmten Verwendungen ausschließen zu können, gleichzeitig aber den Anbieter dazu zu verdonnern, den Dienst diesen Nutzern trotzdem zur Verfügung zu stellen, obwohl man ihm damit unter Umständen die Geschäftsgrundlage entzieht, finde ich einfach weit über das Ziel hinaus geschossen.

      • Wir reden hier von Monopolen, zu behaupten damit diesen Monopolen die Geschäftsgrundlagen kaputt zu machen ist lächerlich. Vielleicht führt das ganze ja zu mehr Konkurrenz. Einen Schaden gibt es hier nicht.

        • Ich habe ganz bewusst keine Namen genannt, was für die Großen gilt, gilt für die Kleinen genauso, auch wenn diese keine Monopolstellung immer haben. Dass durch den neuen Regelungen mehr Konkurrenz und damit auch Alternativen für die Nutzer entstehen, glaube ich nicht, denn diese Alternativen hatten es bisher schon schwer, aber jetzt dürfte das Interesse für irgendwelche Anbieter, überhaupt mit einem alternativen Angebot zu starten, gegen Null gehen.

          • Stimmt, Konkurrenten in Monopolstellungen haben es schwer, aber dann kann man es den Monopolisten wenigstens schwerer machen. Das Problem ist ja eben dass die Nutzer keine Alternativen wollen weil dort die Nutzerbasis fehlt. Wer möchte bitte ein Dienst nutzen den sonst keiner hat? So macht es auch Amazon, so lange billig sein bis es keine Konkurrenz mehr gibt. Deshalb muss da der Gesetzgeber eingreifen.

            • Das ist genau der Punkt: Die Nutzer haben entschieden, dieses oder jenes Angebot zu nutzen und haben dazu beigetragen, dass dieser oder jener Anbieter erfolgreich wird und sozusagen ein Monopol inne hat. Keiner dieser Nutzer wurde gezwungen, so zu entscheiden. Wieso also sollte der Gesetzgeber da eingreifen oder gar die zwingende Notwendigkeit dazu bestehen? Ist es nicht eigentlich eher so, dass es ausdrücklich gewollt ist, dass „der Markt es regelt“, also die Kunden oder Nutzer entscheiden, welches Angebot sich durchsetzt oder eben auch nicht? Genau das aber wird jetzt bemängelt und damit den Nutzern auch ein Stück weit das Recht abgesprochen, eine eigene Entscheidung zu treffen.

              • Du verstehst doch was ein Monopol ist… Der „Kunde“ hat sich mal für etwas entschieden, stimmt, und nun gibt es keine wirklichkeitsnahen Alternativen mehr, das ist das Problem. Eine eigene Entscheidung kann dieser nicht mehr treffen. Es muss zwangsweise das nutzen was auch alle anderen nutzen. In einer Welt in der jeder miteinander vernetzt sein will kann es nur zur Monopolstellung kommen, zwangsläufig. Die Großen werden immer größer und größer, von dieser Entwicklung gibt es gar kein zurück und das ist auch gar nicht das Problem, wie gesagt wir alle wollen miteinander kommunizieren, uns austauschen, und das einfach. Für mich ist das ein Grundrecht der Moderne (auch wenn dieses noch etwas dauern wird bis es auch der Rest so sehen wird). Und deshalb ist der Gesetzgeber gefragt. Ich hätte schon vor 10 Jahren erwartet dass die EU eine eigene unabhängige Plattform hochziehen würde, als Gegenpol zu den Amerikanischen, aber da hat man mal wieder geschlafen und nun sind wir hier.

      • phantomaniac says:

        Es steht nirgendwo, das er den Dienst dann kostenlos zur Verfügung stellen müsste.

        • Der Nutzer der nicht einwilligt, darf laut DSGVO keinen Nachteil haben:

          “Es sollte nur dann davon ausgegangen werden, dass sie ihre Einwilligung freiwillig gegeben hat, wenn sie eine echte oder freie Wahl hat und somit in der Lage ist, die Einwilligung zu verweigern oder zurückzuziehen, ohne Nachteile zu erleiden.“

          An dieser Stelle wird also noch klargestellt, dass es darauf ankommt, dass eine Einwilligung auf der freien Entscheidung des Betroffenen beruhen muss. Der Betroffene muss eine tatsächliche Wahl haben und keine Nachteile befürchten müssen.

          Wenn Facebook & Co dann Geld für Ihren Dienst verlangen würden, wäre das ein entscheidener Nachteil. Wegen DSGVO und solchen Typen wie Max Schrems klebt bald über allen guten Inhalten und Diensten ein Preis- oder Spendenschild.

  20. Ich finde es langsam auch nicht mehr vertrettbar, wie leichtsinnig und oberflächlich hier mit wirklich relevanten Themen/Entwicklungen aus der Tech-Branche umgegangen wird. Ich will auch so eine Meinung nicht noch finanziell unterstützen. Also heisst es Adieu Bremerhaven! Es waren schöne Jahre, aber wir haben uns auseinander gelebt …

    Pa.: Jemand einen Tipp für eine Alternative?

    • Bei diesem Facebook soll man sich in Meinungsblasen befinden, die einen nicht mit abweichenden Haltungen belästigen.

      • checkit53 says:

        Selbiges habe ich mir beim lesen des Kommentars auch gedacht

      • Es geht nicht um verschiedene Meinungen, sondern um die Herabwürdigung in dieser Meinungsmache die gar keine andere Meinung duldet, bzw. diese von vornherein lächerlich macht, da am Ende ein „was ist eure Meinung“ zu setzen ist lächerlich.

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