Dreame L10 Pro im Test: Saugroboter mit Laser-Navigation und 4.000 pa

Dreame ist ein Hersteller, der wie gefühlt jedes zweite Tech-Unternehmen aus China auch mit Xiaomi verbandelt ist. So könnt ihr deren Saugroboter über die App Mi Home einbinden. Bisher hatte ich hier im Blog bereits den F9 mit optischem Sensor sowie den D9 mit Laser-Navigation getestet. Letzterer gefiel mir bereits sehr gut. Nun kommt der Dreame L10 Pro auf den Markt, der in allen Belangen eine Schippe rauf legen soll. Ob das klappt, habe ich mir im Test für euch angeschaut.

Im Gegensatz zum Dreame D9 ist der L10 Pro ganz in Schwarz gehalten. Ansonsten fällt das Design durchaus ähnlich aus, wie man z. B. gut am Laser-Turm oder an den Staub- und Wasserbehältern festmachen kann. Abseits der Optik hat sich aber noch mehr geändert. So beherrscht der Dreame L10 Pro nun die 3D-Hinderniserkennung. Er kann also auch kleinere Objekte, z.B. Kinderspielzeug oder Kabel, erkennen und umfahren. Zusätzlich erhöht sich die Saugleistung auf maximal 4.000 pa.

Technische Daten des Dreame L10 Pro

  • Saug- und Wischroboter mit Laser-Navigation (LiDAR Slam) und 3D-Hinderniserkennung
  • 4.000 pa
  • Staubbehälter: 0,57 l
  • Wasserbehälter: 0,27 l
  • Akku: 5.200 mAh
  • Objekterkennung (z. B. Kabel, Schuhe oder kleinere Möbel)
  • App: Xiaomi Mi Home
  • Weitere Features: Deutsche Sprachausgabe, Erstellung von Zeitplänen, Teppichkennung, Etagenreinigung, Kartenerstellung, Festlegen virtueller No-Go-Areale, Zonenreinigung, selektive Raumeinteilung
  • Maße / Gewicht: 35,0 x 35,0 x 9,6 cm / 3,7 kg

Der Dreame L10 Pro beherrscht vier Saugmodi: Leicht, Standard, Stark und Turbo. Nur im zuletzt genannten Modus kann er seine maximale Leistung ausspielen. Es gibt auch die Möglichkeit, unabhängig von der gewählten Saugstufe eine Teppicherkennung zu aktivieren. Dann schaltet der Roboter auf maximale Leistung, wenn er erkennt, dass er auf einem Teppich zu Werke geht. Nach Verlassen des Teppichs schaltet der L10 Pro dann automatisch wieder herunter. Bevor ich auf die weiteren Features eingehe aber zunächst ein paar Worte zu Ausstattung und Verarbeitung.

Ausstattung und Verarbeitung

Der Dreame L10 Pro kommt in der Farbe Schwarz daher. Das sieht erst einmal angenehm dezent aus, dafür nimmt man sehr schnell Staub auf der Hochglanz-Oberseite wahr. Der Laser-Turm ist aus mattem Plastik und an der Vorderseite sitzt ein zusätzlicher Sensor zur 3D-Erkennung. Drei Buttons sind die weiteren Merkmale an der Oberseite des Saugroboters: einer für Power / Reinigung starten bzw. stoppen, ein zweiter für die Rückkehr zur Ladestation und ein dritter, welcher den Robo an seiner aktuellen Position zur Zonenreinigung abkommandiert.

Den Staubbehälter mit der überdurchschnittlichen Größe von 570 ml lässt sich nach oben herausziehen. Dafür müsst ihr die Oberseite aufklappen. Integriert ist innen auch ein herausnehmbares Reinigungswerkzeug. Außerdem sind kleine LED zu sehen, die einen erfolgreichen Reset bzw. die Wi-Fi-Verbindung signalisieren. Das alles ähnelt sehr bisherigen Modellen von Dreame.

Der Wasserbehälter ist mit 270 ml etwas klein geraten, die Wischfunktion hier aber auch nicht das Argument, das Dreame im Marketing auffährt. Das ist eher die Saugleistung von 4.000 pa, gekoppelt mit der 3D-Objekterkennung. An der Unterseite ist neben der Haupt-Walze auch eine einzelne Seitenbürste zu finden. Im Wesentlichen ist die Verarbeitung dabei gut gelungen, hebt sich aber kaum von der Masse ab.

Praxistest

Der Dreame L10 Pro ist in das Ökosystem Xiaomi Mi Home eingebunden. Er kann also über die Smart-Home-App von Xiaomi gesteuert werden. Über die Anwendung ist es möglich, virtuelle No-Go-Areale zu erstellen, den Saugroboter gezielt in bestimmte Räume zu schicken oder sogar Zimmer in einer ausgewählten Reihenfolge abfahren zu lassen, sowie die vom Roboter automatisch erstellte Aufteilung der Räume manuell anpassen. Auch Zeitpläne lassen sich natürlich erstellen. Ebenfalls ist die Etagenreinigung möglich, solltet ihr in einem mehrstöckigen Haus wohnen, dann könnt ihr somit Karten für mehrere Stockwerke vorhalten.

Auch spricht der Dreame L10 Pro Deutsch – mit einer angenehmen Frauenstimme. Die Saugstärke könnt ihr natürlich auch in der App konfigurieren. Der L10 Pro ist allerdings auf den höheren Stufen wesentlich lauter als der ebenfalls von Dreame stammende D9 und produziert zudem ein unangenehmes Pfeifen. Zudem würde ich die Angabe von 4.000 pa, deutlich mehr als das Gros der Konkurrenzmodelle, mit etwas Vorsicht genießen.

Tatsächlich waren die Saugergebnisse besser als beim D9 oder auch Konkurrenzmodellen wie dem 360 S9. Doch das kann auch an der verbesserten Navigation liegen. Was uns zu der Objekterkennung führt: Die funktioniert tadellos. Um den Dreame L10 Pro auf die Probe zu stellen, platzierte ich vor den Saugvorgängen kleinere Objekte, wie z. B. eine Rolle Paketband, auf dem Fußboden. Tatsächlich erkannte der Sauger derlei Gegenstände und stellte sie sogar in der App als kleine Hindernisse dar. Konsequent umfuhr er jene Objekte.

Profitieren werdet ihr am meisten von der erhöhten Saugleistung, wenn ihr den L10 Pro über Teppiche jagt. Da habe ich etwa einen unter dem Wohnzimmertisch liegen. Allerdings klappte auch Dreames neues Modell den Teppich beim Herauffahren nach oben, was zu einigem Hin- und Hergefahre führte, bis er dann die umgeklappte Kante überqueren konnte. Da ist es immer ganz spannend zu beobachten, wie dumm / intelligent sich der Saugroboter anstellt. Der Dreame L10 Pro zählte hier zu den schlaueren Kandidaten und schaffte es relativ schnell, sich sicher auf dem Teppich fortzubewegen und etwa seitlich herunterzufahren.

Ihr habt die Wahl aus fünf Saugmodi: Leicht, Standard, Stark, Turbo und Auto. Der zuletzt genannte Modus sorgt dafür, dass der Dreame L10 Pro auf Teppichen automatisch die Saugstärke erhöht. Ansonsten steigt eben mit erhöhter Saugleistung jeweils auch die Lautstärke. Das erwähnte Pfeifen des Saugers ist vor allem in den Stufen Stark und Turbo wahrnehmbar. Da müsst ihr abwägen, was euch wichtiger ist: gründlicheres Saugen oder geringere Lautstärke. Ich entschied mich im Testzeitraum für Ersteres und ließ den L10 Pro meistens auf höchster Stufe ans Werk gehen.

Dreame gibt bis zu zweieinhalb Stunden Laufzeit an. Wie so oft ist das auf die geringste Saugstufe gemünzt. Diese Angabe konnte der L10 Pro bei seinen Touren durch meine Wohnung also nicht erreichen. Da ist bei maximaler Stufe also mit deutlich kürzeren Laufzeiten zu rechnen. Weniger als anderthalb Stunden halte ich nach meinen Erfahrungen für realistischer. Hängt aber eben stark davon ab, welchen Saugmodus ihr auswählt. Geht die Ladung zur Neige, kehrt der Saugroboter automatisch zur Station zurück, lädt auf und setzt seine Arbeit dann nach ausreichender Erholungsphase fort.

Die Wischfunktion ist nur etwas für Zimmer mit größeren Fliesen- / Kachelbereichen. Leichte Verschmutzungen können mit dem nassen Mikrofasertuch des L10 Pro entfernt werden. Doch für angetrocknete Flecken, z. B. Essensreste nach dem Kochen oder auch Kaffeeflecken, über die mehrfach gefahren werden müsste, fehlt dem Saugroboter schlichtweg der Druck. In der App könnt ihr übrigens den Wasserzufluss anpassen.

Fazit

Der Dreame L10 Pro ist qualitativ aus meiner Sicht das bisher interessanteste Produkt von Dreame: Die Saugleistung ist sehr gut, auch wenn die Unterschiede zwischen diesem Saugroboter mit 4.000 pa und Konkurrenten mit 2.000 bis 2.500 pa geringer ausfallen, als man das vielleicht anhand der reinen Zahlenwerte erwarten würde. Auch die 3D-Objekterkennung funktionierte in meinem Test tadellos. Gerade in Haushalten mit Kindern, in denen vielleicht mal achtlos ein Spielzeug liegen bleibt, kann das Erkennen und Umfahren kleiner Gegenstände sicherlich nützlich sein.

Die Wischfunktion sehe ich hingegen nur als geringen Mehrwert. Dafür hat mir die Anbindung an die Xiaomi-App Mi Home wirklich gut gefallen. Sie dürfte sicherlich für einige Nutzer ein Kaufargument sein, denn die App ist mittlerweile sehr ausgereift. Über sie könnt ihr dann z.B. auch die Raumaufteilung in den Karten anpassen, einzelne Etagen speichern oder virtuelle No-Go-Areale anlegen.

Allerdings ist der Dreame L10 Pro aktuell auch eines der etwas teureren Saugroboter-Modelle aus China. Bei AliExpress kostet der L10 Pro aktuell 549,99 US-Dollar (Affiliate-Link). Es soll jedoch einen Early-Bird-Preis geben, der ab dem 8. Mai 2021 (19 Uhr) bis 11. Mai 2021 (9 Uhr) gilt und der dann nur 379,49 US-Dollar beträgt. Mit dem Code „DREAMEL10PR0“ erhaltet ihr nochmals 10 US-Dollar Abzug – auf der Page solle es laut Hersteller außerdem noch einen Rabattcode über 20 US-Dollar zum Start geben, sodass dann als Endpreis 349,49 US-Dollar verbleiben werden. Ja, das ist mal wieder unnötig kompliziert, so kennen wir es aber ja von den chinesischen Herstellern.

Insgesamt kann ich den Dreame L10 Pro im Hinblick auf die Saugergebnisse, die App-Anbindung und die Funktionen definitiv empfehlen. Das Design ist nichts Besonderes, aber das ist bei einem Saugroboter wohl auch nicht das Wichtigste. Solltet ihr den Robo also zu einem guten Kurs erblicken, dann ist der L10 Pro auf jeden Fall eine Alternative zu Xiaomi, Roborock, eufy und Co.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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Ein Kommentar

  1. Sieht auf dem ersten blick dem Roborock S6 MaxV sehr ähnlich (von den Schlitzen neben der Kameraeinheit mal abgesehen)

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