ZTE rettet sich durch Zahlung von 1 Mrd. US-Dollar Strafe an die USA

Der Handelsminister der Vereinigten Staaten, Wilbur Ross, hat mit dem chinesischen Hersteller ZTE offenbar ein Abkommen getroffen. Dadurch sollen die Sanktionen gegen das Unternehmen ein Ende finden. Teil des Deals ist es aber auch, dass ZTE rund 1 Mrd. US-Dollar Strafe zahlen soll. Zudem will man seitens der US-Regierung ein Compliance-Team zusammenstellen, das dann innerhalb von ZTE dafür verantwortlich sein soll, dass der Hersteller sich quasi keine weiteren, krummen Aktionen erlaubt. Entsprechend fordert Ross auch, dass ZTE innerhalb von 30 Tagen das Management austausche und den Verwaltungsrat auswechsele.

ZTE solle das Compliance-Team, auch wenn die US-Regierung es zusammenstellen werde, selbst bezahlen. Allerdings erstattet das Team dann auch dem neuen Vorsitzenden Bericht. ZTE muss zudem auch noch 400 Mio. US-Dollar in einem Treuhandfond hinterlassen. Das soll als Vorsichtsmaßnahme dienen, falls der Hersteller wider Erwarten nochmal rückfällig werden sollte. Laut dem US-Handelsminister wolle man mit dem Abkommen, das für ZTE ganz bewusst sehr streng ausgefallen sei, auch andere Unternehmen abschrecken.

Stein des Anstoßes war, dass ZTE Geschäfte mit sowohl dem Iran als auch Nordkorea gemacht hatte – trotz der gegen jene Länder verhängten Sanktionen. Als Folge durfte ZTE zeitweise keine Komponenten mehr von US-Zulieferern erhalten. Darunter fielen auch Corning, Google und Qualcomm. Das führte dazu, dass ZTE quasi vor dem Aus stand. Hier schaltete sich dann sogar der US-Präsident Donald Trump persönlich ein, um klarzustellen, dass man den Hersteller keinesfalls absichtlich in den Ruin treiben wolle.

Wie es aussieht, konnte man das nun auch vermeiden. 1 Mrd. US-Dollar Strafe sind wiederum auch kein Pappenstiel. Was sagt ihr dazu? Ist ZTE hier glimpflich davongekommen oder empfindet ihr die Auflagen der USA als strikt?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Michel Ehlert says:

    Trump das Trampeltier.. heut hü morgen hot morgen hotehü.. .. Zölle gengen die EU. soller doch America first machen und amiland zu einer wirtschaftlichen insel machen bitte..

  2. Mit Geld lässt sich alles regeln ………

  3. AnDieLatte says:

    Also 1 Milliarde Dollar oder Insolvenz?
    Denke doch dass sie glimpflich davon gekommen sind. Ob man das gutheißen kann sei dahin gestellt. Aber sie haben wissentlich Geschäfte gemacht zum wiederholten Male obwohl sie wussten das es nicht erlaubt war seitens der US Regierung mit amerikanischer Hardware (Qualcom) und Software (Android) mit den sanktionieren Ländern Geschäfte zu machen. Da war die Gier der Geschäftsführung wie so oft wohl größer als die Vernunft.

  4. Denke das sie mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Allerdings muss man auch sehen das ZTE notfalls eventuell auch alle Komponenten die sie aus den USA beziehen von anderen Herstellern hätten kaufen können, so dass es sich hierbei um eine Win win Aktion handelt.

    • AnDieLatte says:

      Die Komponenten ja, Software eher nein. Ein Android Phone ohne Playstore kannst du direkt vergessen. Damit erreichst du keine nennenswerten Stückzahlen.

    • Nein, keine Chance. Manche Komponente, und vor allen Dingen die Software sind nicht durchgängig von nicht US-Unternehmen zu bekommen.

  5. Da hat ZTE mit dem Feuer gespielt und sich verbrannt.
    Es ist nun wirklich kein Geheimnis in der Branche, dass die USA absolut keinen Spaß beim Verstoß gegen die Sanktionspolitik verstehen. Nicht einmal ansatzweise, da wird schon für kleinere Verstöße gleich der große Hammer ausgepackt.

  6. schön wäre es gewesen wenn das geld einem gemeinnützigen zweck zugefallen wäre

    die summe ist sehr hoch

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