Update-Pflicht für smarte Produkte rückt näher

Im Blog hatten wir das Thema ja schon, dass eine Update-Pflicht für smarte Produkte geplant ist. Die Große Koalition soll nun eine Einigung zum Thema erzielt haben, die dann z. B. Produkte wie Fernseher, Fitnesstracker aber auch Smartphones beträfe. Das entsprechende Gesetzespaket sei von den Parteien abgenickt worden. SPD und Union können sich dies aber nicht selbst als Innovation auf die Fahnen schreiben, denn man setzt im Grunde nur EU-Richtlinien um.

Die Regelungen sollen dann noch in dieser Woche im Bundestag beschlossen werden und ab 1. Januar 2022 gelten. Dann würde die besagte Update-Pflicht also greifen und auch die Gewährleistungsansprüche der Käufer stärken. Der Branchenverband Bitkom kritisiert jedoch offene Fragen an den kommenden Regelungen. So fehlt nämlich noch Klarheit dazu, wie lange die besagte Update-Pflicht denn nun gelten sollte – ein ziemlich erheblicher Punkt.

Genau da bleibt man in den potenziellen Gesetzen vage. Da ist lediglich von einem Zeitraum die Rede, welchen der Käufer durchschnittlich erwarten könne. Das kann aber freilich je nach Produkt unterschiedlich sein. Auch werden keine Angaben zur Häufigkeit der Updates gemacht. Sonst wäre es ja möglich, einfach einmal im Jahr ein Update zu verteilen und das war es dann eben.

Natürlich schwenkten die Industrievertreter auch das Schwert der Preissteigerungen: Sollte die Update-Verpflichtung unverhältnismäßig lange gelten, müsste man Produkte und Anwendungen natürlich verteuern, worunter die Kunden am Ende leiden würden.

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27 Kommentare

  1. „Natürlich schwenkten die Industrievertreter auch das Schwert der Preissteigerungen: Sollte die Update-Verpflichtung unverhältnismäßig lange gelten, müsste man Produkte und Anwendungen natürlich verteuern, worunter die Kunden am Ende leiden würden.“
    Nö, der Kunde würde gewinnen. Wenn nichts mehr hilft wird mit Preiserhöhung oder Wegfall von Arbeitsplätzen gedroht.

    • Ja genau und wenn Arbeitspätze wegfallen haben die Arbeitslosen kein Geld mehr sich den Krempel zu kaufen wenn sies teurer machen ^^.

      Am Ende hat der gebildete Bürger alle Zügel in der Hand. Ist aber sicherlich nicht immer ganz einfach dem neuesten Techkrempel zu widerstehen.

  2. Der Kunde würde an höheren Preisen leiden. Ja natürlich. Apple bringt für das iPad Air noch Sicherheitsupdates und mittlerweile sind doch die Androidfraktionen in ähnlichen oder höheren Preisregionen angekommen. Da können die mir nicht erklären, dass die kein Geld für Software-Support übrig haben.

    • Du bekommst bei nahezu allen Herstellern eine Update-Garantie für einen Zeitraum. Hingegen garantiert Apple als einer der wenigen Hersteller keine Updates, dort beruht es nur auf Hoffnung und Erfahrungen.

      • Diese Update-Garantie ist wie ein Versprechen eines Kindes, dass es sich gut benehmen und Hausaufgaben machen will, und zwar nachdem es sich ein Jahrzehnt lang nicht gut benommen und keine Hausaufgaben gemacht hat.

        Mit Apple gab es vom Anfang an keine Probleme damit, daher erwartet man auch kein Versprechen.

        Und mehr als ein Versprechen ist diese Update-Garantie auch nicht.
        Kann man das Gerät beim Händler zurückgeben und den Preis erstattet bekommen, wenn kein Update kommt?

      • Und Erfahrungen zeigen ja deutlich, das Apple beim Software Support alles richtig macht. Selbst ein 6 Jahre altes iphone bekommt noch updates.
        Andere Hersteller sind beim Preis auf Apple Niveau angelangt und man muss schon froh sein ein Jahr später noch Updates zu bekommen und noch schlimmer: Sicherheitsupdates kommen oder kommen eben nicht oder Monate später. Habe da schon meine Erfahrungen mit den üblich bekannten Herstellern gemacht. Lieber billige und halb aus­ge­go­ren Hardware Woche für Woche auf den Markt werfen…. Man kann es ja und viele (nicht alle) sind auch du…… genug sie zu kaufen.

      • Sagen wir mal so, wenn ein Hersteller noch immer 5 Jahre sofortige Updates geliefert hat, dann kann man schon so einer quasi Garantie sprechen :).

      • Peter Brülls says:

        Bei welchen und in welchem Umfang?

  3. brathering says:

    Hindert das Gesetz Unternehmen daran Scheinupdates auszuliefern? Also Farbänderungen als Update zu verkaufen?

    • Christian says:

      Die Befürchtung hab ich auch. Wie sonst bei App Updates immer „diverse Bugfixe“ angegeben wird, so wird das dann auch laufen

  4. > Da ist lediglich von einem Zeitraum die Rede, welchen der Käufer durchschnittlich erwarten könne.

    5 Jahre für Smartphones finde ich angemessen. 10 Jahre für Fernseher.
    Also so lange, wie man sie normalerweise benutzt. Ja, mein iPhone 6S und ein LG Fernseher aus 2008 funktionieren noch.

    > Auch werden keine Angaben zur Häufigkeit der Updates gemacht.

    Nach Bekanntwerden von Sicherheitslücken. Bei Smartphones spätestens nach 4 Wochen soll ein Patch erscheinen, bei weniger anfälligen Geräten wie Fernsehern vielleicht 3 Monate als Frist?

    • Wieso sollte ein Fernseher weniger anfällig sein? Dort läuft ein vollwertiges OS.
      Manchmal dauert das Beheben einer Lücke auch länger, weil man erstmal eine Lösung erarbeiten muss, die andere Systemteile nicht stört oder möchtest du dann aus Zeitdruck ein Update „Fehler in Netzwerkverkehr, Internetverbindung dauerhaft deaktiviert“?

      • Weil die meisten Fernseher nicht dafür benutzt werden, jeden Tag Hunderte Nachrichten über Messenger zu empfangen, mehrere Internetseiten aufzurufen, mehrere neue Apps zu installieren etc.
        Die Fernseher werden nicht mit öffentlichen WLANs verbunden.
        Man guckt damit halt fern.
        Es ist schon schwierig, eine Sicherheitslücke da auszunutzen.

        • mmmm Bei vielen ist ja nicht einmal das private WLAN richtig abgesichert. Passwort 123456 etc.. weil es ja zu Hause ist und da nichts pasieren kann 😉

    • 10 Jahre für Fernseher ist zu lange. Erstens halten die Dinger nach meiner Erfahrung eh nicht so lange, und zweitens würdest Du damit den technischen Fortschritt ausbremsen wenn die Hersteller zu steinzeitlichen Fernsehern immer noch Wartungsupdates bereitstellen müssten.

      • Der technische Fortschritt ist zu gering, wenn die neuen Funktionen den Benutzer nicht davon überzeugen können ein neues Produkt zu kaufen.

      • Mein Panasonic von 2013 erfreut sich bester Gesundheit und dessen Vorgänger, ein Samsung von 2005, läuft bei meinem Onkel als Hauptgerät. Als Zweitgerät haben wir noch einen weiteren Panasonic, der deutlich über 10 Jahre alt ist. Welcher Hersteller baut Geräte, die so schlecht sind, dass die keine 10 Jahre halten?

  5. Am besten ist in dem Papier die Berechnung des Erfüllungsaufwands:

    > Die Programmierung von Sicherheitsupdates hat in ihrem Zeitaufwand eine sehr große Spannweite. Kleine
    > Funktionspatches sind innerhalb weniger Stunden erstellbar, bei größeren Schwachstellen oder Sicherheitslücken
    > kann die Programmierung mehrere Monate dauern. Es wird angenommen, dass an einem Update durchschnittlich für
    > zwei Arbeitswochen gearbeitet wird, das entspricht 80 Stunden (8 Stunden*10 Tage = 4 800 Minuten).
    > Zur Programmierung der Sicherheitsupdates werden die Lohnkosten für ein hohes Qualifikationsniveau in diesem
    > Bereich in Höhe von 59,20 Euro zu Grunde gelegt.
    > Der jährliche Erfüllungsaufwand beträgt somit 137 775 Tausend Euro (4 800 /60 Minuten *59,20 Euro*29.091).

  6. Eine vollkommen überflüssige Überführung der Hirngespinste irgendwelcher EUrokraten in deutsches Recht. Den „Erfüllungsaufwand“ werden sich die Hesteller dann schön über Preiserhöhungen ihrer Produkte beim Endverbraucher abholen. Danke für Nichts!

  7. Die Produkte würden nur scheinbar teurer werden, denn dadurch, dass sie länger genutzt werden, relativiert sich der höhere Anschaffungspreis.

    Und wenn ich wüßte, dass mein Android-Handy garantiert fünf Jahre OS-Upgrades und Security-Updates bekommen würde, würde ich ohne Probleme doppelt so viel zahlen, wie jetzt für ein Gerät, das nach zwei Jahren aufs Abstellgleis geschoben wird.

  8. Rechtliche Unsicherheit schaffen, Ziele/Wirkung verfehlen, Kosten und Bürokratie verursachen, einfach unfassbar.

    Wieder ein Paradebeispiel dafür, dass die unfähige Politik das Thema Digitalisierung auch weiterhin überhaupt nicht versteht. Es fehlt selbst an den grundlegensten Ketnissen. All die teuren Berater und dann kommt so ein inkonsequenter und nicht richtig definierter Unsinn dabei raus, als hätte man nicht verstanden worum es überhaupt geht.

    Außerdem fehlt nicht nur die Dauer sondern auch die Abgrenzung zwischen Feature-Updates und Sicherheitsupdates. Das sind essentielle Themen aus denen man sich wieder verantwortlich herausstiehlt. Das sich diese faulen überbezahlten Juristen immer darauf verlassen dass das schon die Gerichte klären werden, ist auch ein ewiges Armutszeugnis.

    • Ich denke so funktioniert aber die Gewaltenteilung in Deutschland. Der Gesetzgeber gibt die Rahmenbedingungen vor und die Gerichte entscheiden letztlich wie die Gesetze im Einzelfall auszulegen sind.

      Kann man kritisieren, hat aber auch was für sich. So können auch immer wieder neue Geräte quasi mit aufgenommen werden und wir verharren nicht auf ewig auf dem Status quo zum Zeitpunkt des Gesetzsschreibens.

      • verstrahlter says:

        @Oki

        Deinem ersten Absatz stimme ich absolut zu.
        Insgesamt liegt bei Kenntnis bestehender und Festlegung neuer Gesetze aber einiges im Argen.

        Bei der teilweise recht aufwändigen und langen Vorbereitungszeit kann man aber schon mehr als Wirtschaftsfreundlichkeit alleine erwarten.

        Auf neue Geräte können bestehende Gesetze nämlich eben oft nicht angewandt werden, weil diese Kategorisierung als einzige einschränkend formuliert ist/war.
        Was fehlt, ist … die eigentlichen Regeln klar und nicht mehrdeutig festzulegen; es kann doch nicht sein, dass z.B. Gerichte Beamten soziale Normalität (er)klären müssen, weil Behörden sich soweit vom Bürger entfernt haben, dass sie keinerlei Vorstellung mehr abseits ihres Schubladendenkens haben.
        Wenn man sich – jedes Mal, wenn ein Politiker wieder nach neuen Gesetzen schreit – mal damit beschäftigt sieht man auch schnell, dass das noch nicht passiert sein kann, weil es diese längst gibt.
        Nicht zu vergessen, dass mit viel Pech auch Richter teilweise das Prozessthema nicht nachvollziehen können, wenn sie nie mit sowas in Berührung kamen.

        Fair und eindeutig ausformuliert – falls möglich – ist also immer noch am effizientesten.

  9. Aktuell trauriges Beispiel sind die wirklich teuren OLED Modelle von LG, die erhalten praktisch keine Updates, und in meinem Fall das 2017er Modell, hat nicht ein einziges funktionales Update bekommen.

    Für ein technologisches Spitzenmodell und für 1.600€ Anfang 2018 gekauft, ist das schon bitter. Da ist auch nichts dran zu beschönigen. Ein TV-Gerät ist auch kein 24-Monate-Gerät.

    Die Kehrseite dieser Forderung wird sein, dass kleine / junge Tech-Unternehmen dies nicht in jeder Situation werden stemmen können. Damit erhöhen sich die Markteintrittsbarieren.

    Auf der anderen Seite: Heizung, Licht, TV, Kühlschrank, Garagentor…Sicherheitsupdates und Anpassung an neue Gegebenheiten sollten verpflichtend sein. Idealerweise mit Vergabe des CE Kennzeichens auch Umfang der Verpflichtung europaweit.

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