Sonos Roam im Test

Im März hat Sonos seinen neuen Lautsprecher vorgestellt, den Roam. Was macht den Sonos Roam neu und anders? Der Lautsprecher erweitert das Sonos-Universum um etwas Kompaktes. Der Roam ist Lautsprecher für drinnen und draußen zugleich, quasi ein kleiner Sonos Move, den man für 179 Euro kaufen kann. Der Roam ist portabel nutzbar, hat einen Akku und ist über die Sonos-App im heimischen Netzwerk, via Apple AirPlay, aber auch per Bluetooth erreichbar. Ich hatte die Möglichkeit, mich schon ein wenig mit dem Lautsprecher zu befassen, diesen also zur Probe zu hören. Soweit möglich, versuche ich hier, meine subjektive Meinung zum Klang zum Besten zu geben – inklusive einer Funktionsbeschreibung.

Aber der Reihe nach und ganz von vorne.

Wie beim großen Bruder, so setzt Sonos auch beim Roam auf ein Zusammenspiel aus WLAN und Bluetooth für das Sonos-System zu Hause bzw. das Streamen unterwegs. Zudem steht, wie beim Move auch, dem Roam das automatische Trueplay, also eine automatische Anpassung an Raum bzw. Umgebung, zur Verfügung. Hierbei werden die Aspekte der Umgebung mit einbezogen und der Lautsprecher versucht so, den besten Klang zu liefern.

Trueplay ist beim Roam sowohl fürs Streaming über Bluetooth (5.0) als auch über WLAN verfügbar. Mit seinen Abmessungen von 168 x 62 x 60 mm und einem Gewicht von unter einem halben Kilo (430 Gramm) ist der Sonos Roam der nun kleinste Lautsprecher im Sonos-Universum. Verbaut im Roam sind zwei Verstärker der Klasse H sowie ein angepasster Racetrack-Mitteltöner und ein Hochtöner. Anpassungen an eigene Vorlieben können über einen Equalizer getätigt werden. Für die integrierten Sprachassistenten (wahlweise Alexa oder der Google Assistant) stehen zudem Fernfeld-Mikrofone mit Mehrkanal-Echounterdrückung zur Verfügung.

Sonos Roam ausgepackt

Der Sonos Roam kann über USB-C oder drahtlos geladen werden. Sonos packt kein Netzteil ins Paket, allerdings findet man ein USB-A-auf-C-Kabel vor, um den Lautsprecher aufzuladen. Ein Handbuch ist auch dabei. Hier wird das Setup für den Lautsprecher beschrieben, welches ich hier im Test aber ausspare, da es selbsterklärend ist. Was ihr allerdings mal abseits des Sonos-Setups machen solltet: Koppelt den Roam mit einem Mobilgerät, indem ihr die Einschalttaste gedrückt haltet, bis ihr den zweiten Ton hört. Er verbindet sich dann über Bluetooth mit einem Smartphone, sobald ihr außer Reichweite des WLANs seid.

Der Sonos Roam ist aus solidem Kunststoff, der robust wirkt.  Er besitzt vier gummierte Füße und auch die Seiten sind gummiert. Eine der Seiten beherbergt die Steuerelemente. Rückseitig sitzen der USB-C-Anschluss sowie die Schaltfläche, um den Roam zu aktivieren, bzw. in den Tiefschlaf zu versetzen. Der Roam besitzt eine IP67-Zertifizierung und ist demnach staub- und kurzzeitig auch wasserdicht. Ich habe ihn in der Dusche ausprobiert – funktioniert immer noch.

Sonos Roam Sonderfunktionen ausprobiert

Wie erwähnt: Der Roam darf nass werden. Nun werden sicherlich nur wenige bis gar keine Menschen unter Wasser Musik hören wollen, aber sie können es – zumindest zeitweilig. Die Schutzklasse IP67 erlaubt das zeitweilige Untertauchen des Sonos Roam für eine Dauer von bis zu 30 Minuten in geringer Tiefe.

Als Beispiel habe ich hier einmal ein kleines Video hochgeladen, welches meinen Sohn zeigt, der den Roam im Teich versenkt. Ihr seht, dass der Roam das Wasser auch wieder loswerden möchte, nach dem Auftauchen solltet ihr euch nicht wundern, wenn der Sound ein paar Sekunden mistig ist. Für Freunde des Duschradios ist er aber auf jeden Fall etwas. Übrigens: Dass das Wasser herausgedrückt wird, wie in meinem Video, ist keine Sonderfunktion. Die Musik unterstützt es zwar, aber auch ohne Töne kommt das Wasser schon irgendwie von alleine heraus.

Sound-Übergabe an andere Lautsprecher: Halte beim WLAN-Streaming die Play-/Pause-Taste auf der Oberseite deines Roam gedrückt und schicke den Sound über das brandneue Sound Swap Feature an den nächstgelegenen Speaker in deinem System. So beschreibt es Sonos. Funktioniert sogar. Aber: Ich habe im Garten eine alte Play:3 (aber im S2-System), da funktioniert es nicht. Swappen ist nicht möglich auf: Play:3, Play:1, Port, Connect, Connect:Amp und Boost.

Auf neuere Lautsprecher von Sonos, wie die Arc, war es aber möglich. Funktioniert auch genau andersrum, quasi von einem anderen Lautsprecher auf den Roam zurück. Ebenfalls später möglich: den Roam per Bluetooth daheim anpingen und dann mit anderen erreichbaren Sonos-Lautsprechern koppeln. Wann kann dies Sinn ergeben? Zum Beispiel, wenn man lokal vom eigenen Smartphone was abspielt – wobei Nutzer von iOS vermutlich eher direkt auf AirPlay gehen würden.

Sonos Roam: Klang

Klang ist immer so ein subjektives Ding. Ich finde den Klang ausgewogen, auch ohne, dass ich den Equalizer benutzen muss. Trueplay funktioniert überraschend gut, sodass man den Roam auch gut als Lautsprecher im Arbeitszimmer nutzen könnte. Der Roam kann, und da muss ich seine Größe halt auch berücksichtigen, gut mit allem um: Höhen, Mitten und auch die Bässe sind gut ausbalanciert und klingen gut. Sonos erlaubt sich da keine Schwächen. Dennoch – auch wenn nicht alles, was hinkt, ein Vergleich ist: Für 179 Euro bekommt ihr schon Bluetooth-Lautsprecher mit mehr Wumms. Der Roam ist aber kein einfacher Bluetooth-Lautsprecher, sondern natürlich schon mehr. Für mich ist er auch kein Einstieg in ein neues Sonos-System, sondern eher eine Ergänzung.

Sonos Roam Akku:

Sonos verspricht bis zu 10 Stunden Akku-Laufzeit – die kann man sicherlich erreichen, wenn man unter für Sonos optimalen Bedingungen unterwegs ist. Ich kam damit nicht ganz hin, nach knapp 9 Stunden mittelmäßiger Benutzung im Dauerlauf war Feierabend. Wird bei sicherlich jedem Nutzer immer etwas anders laufen, je nachdem, wie laut der Lautsprecher ist und wie er angebunden wurde. Für Indoor vielleicht spannend: das Platzieren auf einem kompatiblen QI-Ladepad. Geht der Akku zur Neige, bekommt ihr das übrigens über eine LED mitgeteilt, diese befindet sich unten, bzw. gegenüberliegend rechts vom Sonos-Schriftzug.

Sonos Roam auf der optional erhältlichen Ladestation (drahtlos, QI-Standard, 49 Euro). Der Akku des Roam wird mit dem kabellosen Sonos Ladegerät in etwa zwei Stunden von 0 % auf 50 % geladen. Alternativ wird über USB-C aufgeladen. Der Akku des Roam wird mit einem USB-C-Kabel in etwa einer Stunde von 0 % auf 50 % geladen.

Pro-Tipp für Bald-Besitzer und Gelegenheitshörer: Der Sonos Roam ist immer im Lauschmodus. Er geht nach einer Zeit in den Standby-Modus, aktiviert sich aber jedes Mal, wenn die Sonos-App aufgerufen wird. Erinnert ein bisschen an die AirPods Max von Apple. Das sorgt dafür, dass der Lautsprecher im Ruhemodus auch Saft verliert. Das kann ärgerlich sein, wenn er denn mal mitgenommen werden soll und vielleicht leer ist. Deshalb: Wenn ihr wisst, dass ihr länger nicht hört, 5 Sekunden den Power-Knopf drücken, dann wird der Lautsprecher komplett ausgeschaltet.

Sonos Roam: Sonstiges und Fazit

Mit dem Sonos Roam hat man das Portfolio clever erweitert und eine Lücke geschlossen. Der Roam ist sympathischer im Handgepäck als der Move und ist „mal eben“ schnell mitgenommen und funktioniert sehr einfach. Der Klang ist für die Größe ok, aber natürlich nicht vergleichbar mit einem One oder so. Man kann den Roam auch mit einem zweiten Gegenpart zu einem Stereo-Paar koppeln, das war es dann aber auch. Für unterwegs, Garten, Dusche und mobil im Haus eine smarte Sache – auf Wunsch auch wie andere Sonos-Lautsprecher mit Alexa oder Assistant. Überzeugt mich insgesamt wesentlich mehr als der Move. Für mich persönlich könnte der Roam so drei bis vier andere Lautsprecher obsolet machen, die dauerhaft am Strom hängen.

Ab dem 20. April ist der Sonos Roam hierzulande erhältlich. Mit Shadow Black und Lunar White stehen zwei Farben zur Wahl. Kostenpunkt? 179 Euro. Die magnetische und kabellose Ladestation von Sonos ist nicht im Lieferumfang enthalten und schlägt (optional) mit weiteren 49 Euro zu Buche. Zu haben u. a. bei Sonos direkt, MediaMarkt, Saturn und auch Tink.

Audio

  • Zwei Verstärker der Klasse H
  • Ein angepasster Racetrack-Mitteltöner
  • Ein Hochtöner
  • Hocheffizienter Treiber
  • Verstellbarer Equalizer
  • Fernfeld-Mikrofone
  • Automatisches Trueplay Tuning
    Bietet eine optimale Raumerkennung und passt so den Sound perfekt an Ausrichtung und Standort des Speakers und wiedergegebene Inhalte an. Verfügbar über WLAN und Bluetooth.

Technische Daten

  • Abmessungen
    168 x 62 x 60 mm
  • Gewicht
    0,43 kg
  • IP-Schutzart
    Schutzart IP67 zum Schutz vor Staub und Wasser. Hält bis zu 30 Minuten lang Wasser in 1 Meter Tiefe stand.
  • Oberfläche
    Matt: In Lunar White und Shadow Black erhältlich.
  • Features auf der Oberseite
    Durch die praktischen Buttons kannst du ganz einfach und ohne Bedienfehler Musik abspielen, anhalten, Songs überspringen und die Lautstärke regeln.
  • LED-Statusanzeigen
    Zeigen Speaker-, Mikrofon- und Batteriestatus sowie Voice Feedback an.
  • Stromanschluss und Netzwerkverbindung Akku
    Bietet mit nur einer Akkuladung bis zu 10 Stunden lang ununterbrochenen Sound und hält im Ruhemodus bis zu 10 Tage lang den Akkustand.
  • Stromversorgung
    15 W, 5 V/3 A USB-C-Port
  • Aufladen
    Lade ihn mit dem mitgelieferten USB-C-Kabel und einem 2,1-A-USB-Netzteil oder einem kabellosen Qi Ladegerät auf. Verbindet sich magnetisch mit dem separat erhältlichen, kabellosen Ladegerät von Sonos.
  • WLAN-Konnektivität
    Verbindet sich über WLAN mit jedem 802.11b/g/n/ac-Router im 2,4- oder 5-GHz-Bereich.
  • Bluetooth
    Streamt mit Bluetooth 5.0 Musik und mehr.
  • Apple AirPlay 2
    Funktioniert mit AirPlay 2 auf Apple Geräten ab iOS 11.4.

In diesem Artikel sind Amazon-Links enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

16 Kommentare

  1. Danke @Caschy.
    Kannst du beantworten, ob ich den Roam ins WLAN hängen kann aber trotzdem über BT musik spielen kann ?
    Leider untertützt nicht jedes App Sonos, weswegen ich gerne Podcasts direkt an den Lautsprecher streamen will.

    Lässt sich Alexa/Google eigentlich abschalten ?

    • Ja, es geht beides. Also BT und WLAN. Kannst sogar von BT streamen und mit anderen Speakern koppeln. Und einen Sprachassistenten musst du nicht nutzen 🙂

      • Danke, dann bin ich mal gespannt, wenn die Preise Purzeln teste ich den Spaß mal.

        Bei meinem aktuellen Speaker fehlt mir einfach der Bass. Hoffe das der Roam da etwas mehr liefert. Richtung Sonos One

  2. Sebastian says:

    Vielen Dank für den Test! Ich erwarte vielleicht zu viel vom Sound, bin aber trotzdem gespannt und voller Vorfreude, habe 2 bestellt, einen für Draußen und einen als Ergänzung im Flur, der dann mobil in der Wohnung ein einem der Bäder oder Schlafzimmer eingesetzt werden kann, wo noch kein One steht.

  3. 1. Du schreibst, dass die Box sich aktiviert, sobald man die Sonos-App startet – kann man zum Abspielen über Bluetooth die Sonos-App benutzen?
    Ich bin davon ausgegangen, dass man die Apps der Anbieter nutzen muss, weil die Sonos-App bei mir ohne WLAN nicht funktioniert.

    2. Kann man die Box mit mehreren Geräten über Bluetooth verbinden? Oder muss man jedes Mal manuell die Box von einem Gerät trennen und mit dem anderen verbinden?

  4. Der Markt für Lautsprecher (aller Art) jenseits der 100 Euro Preisgrenze dürfte sehr klein sein. Das sieht man an den ganzen smarten Lautsprechern immer wieder. Ich fürchte, das Teil macht da keine Ausnahme und könnte in ein paar Jahren ein Auslaufmodell sein, für das man selbst ein Probierfeld war, das nicht groß genug ist, um weiter bedient zu werden.

  5. Jonas Wagner says:

    „Man kann den Roam auch mit einem zweiten Gegenpart zu einem Stereo-Paar koppeln, das war es dann aber auch.“ Aber leider nur im WLAN Mode laut Website. Schade, denn zB UE Booms kann man auch so verbinden (zwar nicht zu Stereo, aber zu einem Verbund um größere Flächen zu beschallen. Hoffe das wird in einem Update noch verbessert.

  6. Konntet ihr testen,ob der Roam sich in einem zweiten WLAN anmeldet, bzw. ob man ein zweites Wlan konfigurieren kann?

    Damit meine ich unterschiedliche Wlans Zuhause und bspw im Garten.

    • Jonas Wagner says:

      Ich glaube ich habe in einer Reddit Diskussion mal gelesen, dass dies mit dem Move schon ging. Jedoch nicht für den Sprachassistenten. Der hat immer nur in einem Netz funktioniert. Wäre für mich okay wenn das beim Roam auch so wäre.

  7. Der Roam nutzt doch auch das SonosNet (Mesh), wenn dies eingerichtet ist? Also eine Sonos Komponente per LAN eingebunden ist.

    • Nein, er wird es vermutlich ebenso nicht nutzen, wie auch der Move. Beide werden nur per 2,4 Ghz Wlan eingebunden. Dies ist auch in der Sonos (Desktop-)App ersichtlich: Alle Sonos-Net Clients sind WM:0, der Move ist immer WM:1 = WLAN

  8. Ich würde gerne wissen, ob man auch handelsübliche QI Ladestationen nutzen kann ( meine es gelesen zu haben) und, wie ein Vergleich mit dem Böse Soundlink mini II ausfallen würde?

    Vielen Dank

    • Es sollten so gut wie alle Qi Ladestationen gehen. Und vom Klang her etwa in einer Liga mit dem Soundlink Mini II. Muss aber auch dazu sagen, dass ich den Bose schon länger nicht in der Hand hatte. Aus dem Gedächtnis kann ich nicht sagen, welcher da wirklich besser klingt.

  9. Hat das Ding AptX und AAC? Oder hab ich diese Info im langen Text übersehen?

  10. Hallo,
    könnte man den Roam auch dauerhaft auf der QI Ladestation als indoor speaker stehen haben und bei bedarf mit in den Garten nehmen? oder ist das für den Akku nicht zuträglich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.