Samsung Galaxy S8+ ausprobiert: Sexy Kurven und ein Display so weit das Auge reicht

Seit dem ersten Modell der Galaxy S-Reihe aus dem Jahr 2010 hat sich viel getan bei Samsung. Die Flaggschiff-Serie bekommt mit den beiden Modellen Galaxy S8 und Galaxy S8+ dieses Jahr selbstverständlich eine Aktualisierung. Ich war bereits vom Galaxy S7 edge sehr angetan, jetzt habe ich das Galaxy S8+ eine Weile ausprobiert. Ich hatte auch die kleinere Version hier, nutzte aber hauptsächlich das S8+, die Geräte sind technisch bis auf die Display- und Akkugröße praktisch identisch.

Samsung hat sich dieses Jahr etwas mehr Zeit gelassen, stellte sein High-End-Smartphone für die Massen nicht zum Mobile World Congress vor. Erst Ende März war es dann an der Zeit, Vorbesteller erhalten ihre Geräte bereits. Ob sich diese Zeit gelohnt hat? Um es einfach einmal kurz und knapp vorwegzunehmen: Ja. Warum dies so ist, versuche ich in den folgenden Zeilen zu beschreiben.

Mit dem Galaxy S8 zeigt sich Samsung durchaus mutig. So wandert zum Beispiel der Fingerabdruckscanner auf die Rückseite des Gerätes, dort noch an eine Position, die bereits auf viel Unverständnis gestoßen ist. Für bestehende Samsung-Nutzer kann das schon ein Dealbreaker sein, ebenso wie es manche potentielle Käufer abschrecken könnte, dass Bixby – Samsungs neuer persönlicher Assistent – erst im 4. Quartal in vollem Umfang nutzbar sein wird.

Aber solche Änderungen werden natürlich nicht grundlos vollzogen, womit wir auch schon zum ersten großen Punkt kommen:

Optik und Haptik

Glas, Metall, Glas. Das beschreibt das Galaxy S8 eigentlich ganz gut. Die Vorderseite wird mehr als je zuvor vom Infinity-Display eingenommen, oben und unten sind sehr schmale Ränder. An den Seiten sind auch Ränder, diese sind designtechnisch aber so geschickt umgesetzt, dass man während der Nutzung tatsächlich den Eindruck eines „randlosen“ Displays hat. Dazu beim Punkt Display aber noch einmal mehr, es gibt so viel dazu zu sagen.

Oberhalb des Displays sitzen noch Lautsprecher (Hörmuschel) sowie Sensoren und die Frontkamera. An den Seiten geht das Display durch die Rundung quasi nahtlos in den Rahmen über. Dieser ist an den Seiten gerade breit genug, damit die Buttons eingefasst werden können. Denn auch von der Rückseite kommt das Glas in einer Rundung dem Rahmen entgegen.

Oben und unten ist der Rahmen etwas dicker, bietet somit aber auch Platz für einen normalen Headset-Anschluss, Mikro, USB-C und Lautsprecher auf der Unterseite sowie den SIM- / microSD-Slot auf der Oberseite. Die Rückseite des Galaxy S8 ist fast so clean wie die Vorderseite. Im oberen Bereich befinden sich in der Mitte die Kamera und daneben der Fingerabdruck-Scanner.

Den Übergang zum Rahmen hat Samsung bislang nicht besser hinbekommen. Zwar spürt man immer noch den Übergang von Glas zu Metall, allerdings ohne störende Kanten. Das Smartphone wirkt fast wie aus einem Guss, so wird das Galaxy S8 zum Handschmeichler.

Zum Handschmeichler, den man besser nur mit Handschuhen anfasst. Ich habe die schwarze Version hier. Dabei handelt es sich nach meinem Geschmack um die schönste der zur Verfügung stehenden Farben. Vorne Glas, hinten Glas und dazwischen glänzendes Metall, das schreit förmlich nach Fingerabdruckmagnet. Und so ist es auch.

Beim einen wird es später passieren, beim anderen früher. Aber das Galaxy S8 wird, sofern man keine Schutzhülle nutzt, verschmieren. Unansehnlich sein. Auf der Rückseite schlimmer als auf der Front. Das ist bei glänzenden Oberflächen logisch, lediglich bei der Farbwahl kann man etwas entgegensteuern, auf helleren Smartphones fallen die Schmierereien nicht so auf.

Das ist für mich kein Nachteil des Smartphones, sondern einfach eine Gegebenheit, mit der man als Nutzer umgehen muss. Sei es durch regelmäßige Reinigungsmaßnahmen oder eben durch eine Schutzhülle oder einen Skin oder was auch immer.

Das Gesamtdesign des Galaxy S8 gefällt nicht jedem, meinen Nerv trifft es. Es ist auch tatsächlich die Gesamtheit und nicht an einem Punkt wie beispielsweise dem Display festzumachen. Bei mir geht es sogar so weit, dass mir mein iPhone 7 Plus nach Nutzung des Galaxy S8 einfach nur plump vorkam. Es ist schwer zu beschreiben, aber ein Galaxy S8 fühlt sich einfach mehr nach 2017 an, ich hoffe Ihr versteht, was ich damit meine.

Hier kann man nur jedem empfehlen, sich selbst einmal ein Bild davon zu machen. Dann kann man sich auch gleich für die passende Größe entscheiden, denn trotz der verhältnismäßig großen Displays fühlen sich die beiden Smartphones durch ihre schmale Bauweise recht kompakt an. Mein ursprünglicher Plan war, das S8 zu nutzen, durch die erfreulichen Abmessungen des S8+ habe ich mich dann aber für das größere der beiden entschieden.

Um es einmal auf den Punkt zu bringen: Das Galaxy S8+ ist eine ganze Ecke schmaler als ein iPhone 7 Plus und nur einen Hauch länger. Ebenso verhält es sich mit den Nicht-Plus-Varianten der beiden Modelle.

Das Display

Infinity-Display, so bewirbt Samsung das QuadHD+ SAMOLED-Display. Beim S8+ gibt es 6,2 Zoll in der Diagonalen, beim S8 sind es 5,8 Zoll. In beiden Fällen beträgt die Auflösung 2960 x 1440 Pixel. Was soll ich sagen? Wow. Das Display ist der Hammer. Also nicht nur wie es im Gerät verbaut ist, sondern auch in Sachen Darstellung.

Die Auflösung sorgt für eine gestochen scharfe Darstellung jeglicher Inhalte. Die Farbwiedergabe ist für meinen Geschmack in den Standardeinstellungen etwas übertrieben (früher hätte man gesagt „typisch OLED“). Das lässt sich im System jedoch ändern, ich fand das Profil „Einfach“ für meinen Geschmack am augenfreundlichsten.

Ebenso kann man in den Einstellungen die Auflösung ändern, was sich wiederum auf die Akkulaufzeit auswirken kann. Standard ist hier FHD+ mit 2220 x 1080 Pixeln, man kann zudem WQHD+ (2960 x 1440) und HD+ (1480 x 720) auswählen. Auch hier habe ich es beim Standard belassen – so wie es viele der Käufer des Galaxy S8 tun werden.

Wie schon erwähnt sind die abgerundeten Displaykanten nicht nur Designelement, sondern bieten auch Zugriff auf die Seiten-Paneele. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten, häufig genutzte Apps oder Kontakte immer griffbereit zu hinterlegen. Auch gibt es an dieser Stelle Zugriff auf Smart Select, einem Screenshot-Tool, das auch Animationen aufnehmen kann.

Im Prinzip kann man sich mit den Seiten-Paneele in vielen Fällen den Gang in tiefere Ebenen des Smartphones sparen, häufig sind es sowohl die gleichen Apps, die wir immer wieder nutzen, ebenso wie wir mit den gleichen Personen in Kontakt stehen. Die Seiten-Paneele würden aber auch ohne runde Displaykante funktionieren, insofern fraglich, ob man diese Funktionen dem Display zuschreiben sollte. Praktisch sind sie aber allemal.

Auch ein Always-On-Display ist wieder nutzbar. Heißt, das Display zeigt auch dann Informationen an, wenn das Display eigentlich aus ist. Das Always-On-Display kann man sowohl deaktivieren als auch anpassen, verschieden Uhren-Styles stehen zur Verfügung und man kann sogar einen Zeitplan festlegen, wann das Always-On-Display aktiv sein soll.

Das Display kann sehr hell leuchten, ab einem bestimmten Punkt gibt es sogar einen Warnhinweis von Samsung. Große Helligkeit bedeutet in der Regel eine bessere Ablesbarkeit bei Sonne, so ist es auch hier der Fall. Nicht nur spiegelt das Display recht wenig, es leuchtet gleichzeitig auch hell genug, damit man im Sommer keinen eigenen Schattenspender für das Smartphone benötigt. Wundert nicht wirklich, DisplayMate hat dem Galaxy S8-Display bereits Bestnoten bescheinigt.

Übrigens, auch so etwas, das im Vorfeld für Fragen sorgte: Unbeabsichtigte Taps durch das abgerundete Display gab es bei mir nie. Entweder ich habe das Smartphone automatisch so gehalten, dass ich das Display nicht berühre (es sind ja dennoch Ränder da) oder Samsung erkennt diese „Fehleingaben“ so gut, dass nie versehentlich ausgelöst wurde.

Das 18,5:9-Format des Displays fügt sich gut in das Gesamtgerät ein, der Nutzen eines solch langen Displays hat sich mir aber nicht wirklich erschlossen. Vorteilhaft für den Hersteller: Durch das geänderte Seitenverhältnis lässt sich problemlos die Diagonale steigern, was auf dem Papier natürlich beeindruckend aussieht.

Im Gerät ist es dann aber so, dass man bei einem 6,2 Zoll Infinity-Display doch nur die Breite eines 5,5 Zoll 16:9-Displays vorfindet und nur nach oben und unten ein Mehr an Display hat. Das ist nicht schlimm, nur sollte man sich nicht von der Displaydiagonalen blenden lassen.

Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist und den ich einfach mal gleich beim Display verbaue: Nicht alle Apps werden auf dem Display füllend dargestellt. So zeigen beispielsweise der Twitter-Client Fenix oder auch Apple Music oben und unten jeweils einen schwarzen Balken. Das sieht nicht schön aus, fällt allerdings auch erst dann auf, wenn man über eine solche App stolpert.

Aber selbst dann ist das nicht so schlimm, in den Displayeinstellungen findet sich auch ein Punkt, der Apps in den Vollbildmodus zwingt. Hat bei Apple Music und Fenix gut funktioniert, allerdings warnt Samsung bei Aktivierung, dass möglicherweise Probleme mit solch eingestellten Apps auftreten können. War hier bislang nicht der Fall.

Ich habe in den letzten Jahren zahlreiche Smartphone-Displays gesehen, was Samsung hier im Galaxy S8 verbaut, ist auf jeden Fall das beste, das ich bislang nutzen durfte. Das Display selbst, ebenso wie seine Integration in das Gerät, sorgen dafür, dass man ein S8 lieber noch einmal in die Hand nimmt anstatt es wegzulegen.

Home-Button, Fingerabdruck-Scanner und Gesichtserkennung

Schon im Vorfeld der Vorstellung kristallisierte sich heraus, dass Samsung in Sachen Smartphone-Entsperrung neue Wege gehen wird. Statt vorne ist der Fingerabdruck-Scanner nun hinten, die Entsperrung soll ein Scan des Gesichts erledigen. Ich war skeptisch, weder mag ich rückseitige Fingerabdruck-Scanner, noch vertraue ich einer theoretischen Gesichtserkennung.

Bei der Einrichtung entschied ich mich dann natürlich für das Entsperren per Gesicht. Das erfordert gleichzeitig das Einrichten einer PIN. Als Brillenträger steht man solchen Technologien wohl häufig skeptisch gegenüber, Sachen wie Iris-Scanner versagen gerne einmal beim Blick durch das Brillenglas. Samsung scannt gleich das ganze Gesicht und das sogar hervorragend.

Ich weiß nicht, ob es an meiner schlampigen Einrichtung lag, aber die Entsperrung funktionierte in der Testphase zu 99 Prozent (einmal natürlich dann nicht, als ich jemandem die Funktion zeigen wollte…). Nun muss das Smartphone aber natürlich erst einmal wissen, dass es entsperrt werden soll, hierfür genügt ein beherzter Druck auf den Home-Button.

Den Home-Button, den es physisch nicht mehr gibt, stellt Samsung nun direkt auf dem Display dar. Eine Berührung reicht nicht aus, er muss tatsächlich gedrückt werden, das Galaxy S8 bestätigt dies mit einer kurzen, aber kräftigen Vibration. Im System selbst reicht ein einfacher Druck, dann gibt es kein Feedback, ein kräftiger Druck bringt auch an dieser Stelle haptisches Feedback hervor. Das empfinde ich durchaus als gut gelöst. Man kann weiterhin vorne auf das Smartphone drücken, um es zu entsperren, also die Gesichtserkennung auszulösen.

Die Gesichtserkennung ist dabei nicht unbedingt schneller als der Scan des Fingerabdrucks, zumal man ja sowieso drücken muss. Aber sie ist zügig genug, um – zumindest von meiner Seite her und ich bin da echt „anspruchsvoll“ – nicht als störend oder verzögernd wahrgenommen zu werden. Zügiger als eine PIN- oder Mustereingabe ist es auf jeden Fall.

Sicherer indes nicht zwingend, frühe Tests haben bereits gezeigt, dass sich die Gesichtserkennung mit einem Foto überlisten lässt. Muss man natürlich selbst entscheiden, ob man den Kompromiss zwischen Komfort und Sicherheit eingeht.

Mit dem gleichen Update, das den Bixby-Button nicht mehr anpassen lässt, wurde auch die Gesichtserkennung geändert. Es gibt nun eine sicherere Methode, die bei Bildern und Videos nicht mehr funktionieren soll. Das habe ich durch Zufall herausgefunden, als das Galaxy S8+ nach dem Update plötzlich nicht mehr entsperren wollte. Die „sichere“ Einstellung war dann aktiviert, nach Deaktivierung funktioniert die Gesichtserkennung bei mir wieder wie oben beschrieben.

Die Position des Fingerabdruck-Scanners ist zweifellos ein Punkt, über den man streiten kann. Beim Galaxy S8+ sieht es bei mir so aus, dass ich beim normalen Halten des Smartphones meinen Zeigefinger automatisch an die versetzte Position lege. Die Gerätegröße sorgt dafür, dass ich meinen Zeigefinger unnatürlich in die Mitte bewegen müsste.

Nun hat nicht jeder Mensch gleich lange Finger und jeder hält ein Smartphone vielleicht auch ein bisschen anders. Da fällt mir ein, weil es in einem anderen Test schon einmal Diskussionen gab: Ich halte das Smartphone mit der rechten Hand (bin Rechtshänder), nutze entsprechend den rechten Zeigefinger. So passt das mit der Position des Scanners bei mir, allerdings würde ich den Scanner im Fall des S8 eben erst gar nicht nutzen.

Die dritte Möglichkeit zum Entsperren ist ein Iris-Scan. Für Brillenträger eher ungeeignet und in der Anwendung auch nicht so komfortabel wie die Gesichtserkennung, da man das Smartphone schon sehr genau anschauen muss. Gesichtserkennung und Iris-Scan können nicht gleichzeitig zur Entsperrung verwendet werden, wohl aber kann man Fingerabdruck und Iris- oder Gesichts-Scan parallel nutzen.

Ich fand es im Vorfeld durchaus mutig von Samsung, eine solche Repositionierung vorzunehmen und auch primär auf Gesichtserkennung zu setzen. Was soll ich sagen, mich überzeugt das ganze Konstrukt. Hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, aber es ist immer wieder schön, sich von Technik überraschen zu lassen.

Kamera

Während der Vorstellung hat Samsung nicht allzu viel über die Kamera erzählt. Diese kommt mit der gleichen 12 Megapixel-Auflösung wie beim Vorgänger-Modell, ist meines Erachtens aber noch einmal einen Ticken besser. Das Galaxy S7 hatte schon eine grandiose Kamera, beim Galaxy S8 macht sie gleich noch einmal mehr Spaß.

Ja, es macht wirklich Spaß, mit der Kamera Bilder aufzunehmen. Ob Pro- oder Automatik-Modus, die Ergebnisse sind durch die Bank sehr gut, auch wenn man sich nicht auskennt. Großen Spaß macht auch der superschnelle Fokus, der auch im Automatik-Modus eine tolle Figur abgibt. Samsung hat beim Galaxy S8 auf ein Dual-Kamera-Setup verzichtet, wie es LG, Huawei oder Apple anbietet, schlimm ist das aber nicht.

Die Kamera macht gute Bilder, vor allem auch, wenn diese locker aus der Hüfte geschossen werden. Man kann mit den meisten Smartphone-Cams gute Bilder machen, je nachdem, wie viel Aufwand man betreibt. Aufwändig muss es beim Galaxy S8 gar nicht sein, Auslöser drücken reicht oftmals aus, um ein tolles Bild zu erhalten.

Ich hatte in den Tagen des Tests leider fast durchgehend schlechtes Wetter, sodass die Beispielbilder entsprechend „grau“ wirken. Auf den Blumenbildern sieht man aber sehr gut die Farbdarstellung der Kamera, mir gefällt das sehr. Auch eine Auslösezeit ist praktisch nicht vorhanden, ideal für schnelle Schnappschüsse, die ja oftmals mehr Erinnerungspotential bieten als aufwändig erstellte Bilder.

Die Frontkamera ist ebenfalls sehr gut, wer also in dieser Hinsicht viel nutzt, sei es für Selfies oder um diverse Story-Angebote zu befüllen, kann auch dies in einer sehr guten Qualität machen. Samsung springt hier ein bisschen auf den Snapchat-Trend auf und liefert auch Masken, mit denen man sich in Bildern oder Videos verzieren kann. Die sind gar nicht mal so schlecht – falls man so etwas denn gerne nutzt.

Neben dem manuellen Modus bietet die Kamera auch die Funktionen Panorama, Selektiver Fokus, Zeitlupe, Hyperlapse, Essen und Virtual Shot. Wischt man im Aufnahmemodus nach links, kann man direkt auf diverse Filter zugreifen. In den Einstellungen findet man dann noch einmal viele Dinge, die sich feinjustieren lassen, die Standardeinstellungen sollten dem normalen Nutzer aber völlig ausreichen.

Trotz der vielen Funktionen wirkt das User Interface der Kamera-App aber nicht überladen. Wirklich etwas, das ich sehr gerne genutzt habe. Bilder sagen mehr als Worte? In diesem Google Fotos-Album findet Ihr noch einmal mehr Bilder in voller Auflösung und ohne „Blog-Optimierung“ als unten in der eingefügten Galerie. Die Kamera ist top, Samsung zeigt hier deutlich, dass man auch mit einer Hauptlinse im Smartphone auskommen kann.

System und Leistung

Android 7.0 Nougat setzt Samsung auf dem Galaxy S8 ein. Dazu gibt es das Samsung Experience UI in Version 8.1. Zusammen ergibt dies – jetzt mal von Stock-Android weggedacht – ein sehr ansehnliches System, das sich zudem gut nutzen lässt. Nichts für Puristen, aber das wissen diejenigen ja selbst. Und das ist ja auch der Vorteil von Android, man kann es sich so zurechtbiegen, wie man es selbst gerne möchte.

Viele Käufer des Galaxy werden es beim Standard-UI belassen, das heißt es gibt nun Homescreens und keinen Button für den App-Drawer mehr (kann man in den Einstellungen zurückholen). Alle Apps erreicht man trotzdem sehr schnell, dazu muss man auf dem Homescreen nur nach unten oder oben wischen. Das ist alles sehr anwenderfreundlich gestaltet, wer nicht möchte, kommt so auch wenig mit dem System direkt in Berührung.

Überhaupt lässt sich das System mit dem Galaxy S8 ganz gut umgehen. Die Seiten-Paneele und die Homescreens sorgen dafür, dass alles Wichtige stets wenige Taps entfernt ist, man bei Bedarf aber fast genauso flott in den Einstellungen ist. Alles sehr aufgeräumt und auch für den Laien nicht überfordernd.

Auszug Technische Daten Galaxy S8 und S8+
Display: S8: 5,8 Zoll QuadHD+ SAMOLED (2960 x 1440, 570 ppi); S8+: 6,2 Zoll QuadHD+ SAMOLED (2960 x 1440, 529 ppi)
Abmessungen und Gewicht: S8: 148,9 x 68,1 x 8 mm, 152 Gramm; S8+: 159,5 x 73,4 x 8,1 mm, 173 Gramm
Speicher: 64 GB UFS 2.1, erweiterbar per microSD
Prozessor: Exynos 8895, 4x 2,3 GHz + 4x 1,7 GHz, Mali-G71 GPU
Arbeitsspeicher: 4 GB LPDDR4
Kamera: 12 Megapixel Dualpixel Kamera mit OIS, f/1.7
Front-Kamera: 8 Megapixel Autofokus, f/1.7
Akku: S8: 3.000 mAh; S8+: 3.500 mAh
Betriebssystem: Android 7.0 Nougat, Samsung Experience 8.1
SIM-Karte: Nano-SIM
Weiteres: USB Typ-C, Wireless Charging, LTE Cat 9 (Cat 16 in anderen Ländern), Iris-Scanner, Fingerabdruck-Scanner, IP68, NFC, WLAN ac, Bluetooth 5.0, ANT+, GPS, Galileo, GLONASS, BeiDou, diverse Sensoren

Anpassen lässt sich das System auf unterschiedliche Weise auch direkt von Samsung, man muss also nicht zwingend zu einem anderen Launcher oder ähnlichem greifen, um den persönlichen Geschmack zu treffen. Aber hier gilt vermutlich dasselbe, die wenigsten Käufer werden dies überhaupt machen.

Insgesamt ist das System sehr flott, was sicher auch der potenten Hardware geschuldet ist. Man kann nur hoffen, dass dies auch auf Dauer so bleibt, eine Woche Test spiegelt natürlich nicht unbedingt eine Langzeitnutzung wider.

Wer viel Leistung benötigt, bekommt diese mit dem Galaxy S8 auch geliefert. Der Exynos-Chipsatz liefert eine ordentliche Performance ab, im Alltag bedeutet dies, dass es wenig Wartezeiten gibt und sich auch aufwändigere Games ohne Probleme zocken lassen.

Wer es eher mit Zahlen als mit Einschätzungen hat, findet hier noch die Benchmarkergebnisse von AnTuTu und Slingshot Extreme von 3DMark. Das Galaxy S8 spielt auch bei diesen Tests (für die gerne einmal seitens der Hersteller optimiert wird) ganz oben mit, etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet.

Bixby

Von Samsung groß angekündigt und sogar mit einem extra Button beim Galaxy S8 vertreten: Bixby. Samsungs smarter Assistent, der in Deutschland noch gar nicht allzu smart ist. Man kann verstehen, dass ein Unternehmen eine neue Technologie – gerade wenn es um ein komplexes Thema wie einen persönlichen Assistenten geht – nicht gleichzeitig in allen Ländern zur Verfügung stellen kann.

Aber man sollte sich dann als Unternehmen vielleicht auch überlegen, ob man für eine solche Technologie dann einen zusätzlichen Hardware-Button verbaut. Denn auch da, wo Bixby bereits zum Start verfügbar sein sollte, funktioniert der Assistent noch nicht in vollem Umfang. Das soll sich noch bis zum vierten Quartal so hinziehen, für das gleiche Quartal sind auch mehr Funktionen für Deutschland angekündigt.

Bixby ist in seiner aktuellen Funktionsweise ein Google Now-Abklatsch, so einfach lässt sich das beschreiben. Einen Mehrwert hatte ich durch Bixby absolut nicht, ich kann mir die Nutzung aber durchaus angenehm vorstellen, wenn Bixby denn einmal vollumfänglich funktioniert. Ja, der Button lädt durchaus zur Nutzung ein, umso ärgerlicher, dass eben nicht alles funktioniert.

Aber, das Galaxy S8 läuft bekanntlich mit Android und da gibt es ja für alles eine Lösung. Wer mit Bixby in der jetzigen Form nichts anfangen kann, kann auch andere Funktionen auf den Button legen. Entwickler waren schnell dabei, Apps zu veröffentlichen, die das ermöglichen. Für mich ist Bixby der größte Minuspunkt am S8, vielleicht hätte Samsung einfach noch eine Generation warten sollen bis es einen Hardware-Button für den noch nicht ausgereiften Assistenten gibt.

Das war ein kurzer Spaß mit dem umfunktionierten Bixby-Button. Samsung hat mit einem System-Update dafür gesorgt, dass sich dieser nicht mehr für andere Funktionen nutzen lässt. Klar, das passierte noch vor dem Release des Smartphones, macht das Ganze rund um Bixby aber noch ärgerlicher. Einen Beta-Hardware-Button benötigen wohl die wenigsten Nutzer.

Sound

Den Sound hätte ich eigentlich in „Sonstiges“ gepackt, allerdings muss ich mir da noch einmal gesondert Luft machen. Ja, das Galaxy S8 ist super flach und sicher gibt es im Inneren wichtigere Bauteile als einen Lautsprecher. Aber mittlerweile ist es eigentlich so, dass man auch bei „teuren“ Smartphones durchaus einmal Musik über die integrierten Lautsprecher hören kann, ohne dass einem gleich die Ohren bluten.

Die Ohren bluten beim Galaxy S8 zwar nicht, allerdings ist der Sound auch nicht gerade hörenswert. Schon bei mittleren Lautstärken klingt das sehr blechern und kraftlos, auch wenn die Lautstärke an sich schon vorhanden ist. Nichts, was man sich länger als einen Song antun würde.

Oder man greift eben zu einem Headset. Egal ob das mitgelieferte oder andere, der Sound über Klinke oder Bluetooth ist natürlich sehr gut, alles andere wäre auch seltsam. Wer gerne direkt aus dem Smartphone „laut“ Musik hört, ist allerdings mit jedem günstigen Bluetooth-Speaker besser bedient. Nichts, was einem Gerät dieser Preisklasse gerecht wird.

Akku

Gerade bei Samsung ist der Akku aktuell ja ein sensibles Thema, verzichten kann man logischerweise auf das Bauteil nicht. Samsung setzt auf eine Schnellladetechnik, die gut funktioniert. Das Galaxy S8 wird auch beim schnellen Aufladen nicht warm, die meiste Zeit habe ich es einfach über das Netzteil meines MacBook Pro geladen, was erfreulich flott vonstatten ging,

Durchgehalten hat der Akku gut – bei mir. Das ist immer so eine Sache, man kann das nur für sich selbst einschätzen, jeder nutzt ein Smartphone anders. Man bekommt auch den Akku des Galaxy S8 schnell leer, man muss es nur entsprechend mit Anwendungen fordern oder permanent das Display auf Gesichtsbräuner-Stufe eingestellt haben.

Das Galaxy S8+ war mein täglicher Begleiter, hier hielt der Akku ein bisschen länger durch als der meines iPhone 7 Plus. Das ist ein Vergleich, mit dem ich etwas anfangen kann, Ihr aber nicht. Mit dem iPhone komme ich gut über den Tag, mit dem Galaxy S8+ noch ein Stück weiter. Das kleine Modell habe ich nicht im Alltag ausprobiert, hier kann ich Euch nur den synthetischen Wert liefern.

Mit PCMark testen wir die Akkuleistung unserer Testgeräte. Während wir die Displays immer auf 50 Prozent stellen, heißt dies nicht, dass jedes Display gleich hell ist. Das Galaxy S8 hat bei 50 Prozent schon eine enorme Leuchtkraft, man wird sich in der täglichen Nutzung eher weiter unten einpegeln. Insofern sind auch unsere Zahlen von PCMark nur ein Richtwert, hier schlug sich das Galaxy S8+ folgendermaßen:

PCMark misst die Dauer von 100 auf 20 Prozent. Geht man davon aus, dass der Akku die restlichen 20 Prozent genauso fit ist, kommt man bei einem Benchmark von 9 Stunden 54 Minuten auf 12 Stunden und 22 Minuten. Das ist beachtlich, spiegelt aber nicht das wider, was ich im Vergleich zu anderen Smartphones unserer Liste erlebt habe. Der Akku hält gut, aber es ist sicher kein Wunder-Akku, der die Konkurrenz des Feldes verweist.

Der Wert des Galaxy S8 liegt mir noch nicht vor. In den vergangenen zwei Tagen lief der Test kein einziges Mal komplett durch. Ich probiere es noch mit dem aktuellen Update und reiche den Wert gegebenenfalls nach. Als ich mit beiden Smartphones auf Fototour war, haben sich die Laufzeiten allerdings „gefühlt“ nicht sonderlich unterschieden. Hauptsächlich wurde da aber eben die Kamera genutzt.

So, nun ist auch das Ergebnis des Galaxy S8 da. Wie erwartet ist es ebenfalls sehr stark, 11 Stunden und 35 Minuten hält das Gerät mit 100 Prozent Akku durch. Starker Wert, der sich so in der reellen Nutzung aber wohl nicht bemerkbar machen wird.

Ich kann mit der Akkulaufzeit leben und ganz ehrlich: Wer ist denn heutzutage so lange von einer Steckdose oder einem Akkupack entfernt, dass eine Laufzeit von ein oder zwei Stunden mehr eine so große Auswirkung haben würde? Für mich passt der Akku, so wie er vermutlich auch für die meisten Nutzer passen wird.

Fazit

Samsung hat mit dem Galaxy S8 mal wieder ein Smartphone in Umlauf gebracht, das man haben möchte. Man braucht es nicht. Wer ein aktuelles Smartphone besitzt, das passt, findet keinen logischen Grund, sich auf ein Galaxy S8 zu stürzen. Aber vielleicht wird er nach Gründen suchen,

Das Galaxy S8 ist mal wieder ein Smartphone, das Spaß macht. Klar, daran ist auch das tolle Display schuld, es wirkt eben alles irgendwie neu, das gab es Jahre nicht. Aber es ist eben auch nicht so, dass das Display nun ein Killer-Feature wäre, das man unbedingt benötigt.

Wer auf moderne Technik steht und gerne Smartphones kauft, oder eben einfach ein neues Gerät ansteht, der macht mit dem Galaxy S8 sicher nichts verkehrt. Tolle Verarbeitung, tolle Funktionen und ein noch tolleres Display lassen andere Smartphones sprichwörtlich alt aussehen.

Hat man sich einmal an die schmale Bauform gewöhnt, kommt einem danach jedes andere Smartphone erst einmal unglaublich altbacken vor. Ränder fühlen sich gleich doppelt so breit an und sie fallen auch gleich mehr auf. Sehr geschickt gemacht von Samsung.

Müsste ich mich heute für ein neues Android-Gerät entscheiden und Geld würde keine Rolle spielen, würde es ganz klar das Galaxy S8 werden. Für mich ein erfrischendes Gerät, das eine komplett neue Generation Smartphones einleiten dürfte.

Die Kritikpunkte, die im Vorfeld aufkamen, sind für mich keine. Gerade das Thema Fingerabdruckscanner hat sich erledigt, sobald man sich mit der super funktionierenden Gesichtserkennung angefreundet hat. Einzig der Sound ist etwas sehr dünn für die Geräteklasse, da hätte man sicher besseres verbauen können.

Insgesamt bin ich positiv überrascht vom Galaxy S8. Es wirkt in der Hand noch einmal besser als auf Bildern und es macht Spaß sich mit dem Gerät zu beschäftigen. Da im Test auch alles toll funktionierte, gibt es nichts zu klagen. Top Smartphone, das Samsung da auf die Beine gestellt hat. Das perfekte Smartphone gibt es nicht, dazu sind alleine die Ansprüche der Nutzer zu verschieden. Das Gesamtpaket ist hier aber schon sehr stimmig.

Das Samsung Galaxy S8 koset zum Start in Deutschland 799 Euro, das Samsung Galaxy S8+ liegt bei 899 Euro.

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24 Kommentare

  1. Ich verstehe gar nicht, was manche Leute haben.
    Ewig lange wird darüber geredet, dass jeder eine bessere Screen-To-Body-Ratio möchte. Es hieß immer „mehr Display, guckt euch doch mal das blöde iPhone an!“.
    Jetzt hat Samsung ein super schickes Gerät auf den Markt gebracht, das genau diese Kriterien erfüllt, und alle kommen aus ihren Löchern gekrochen und blöken direkt, wie hässlich das Gerät doch ist. Freunde. Hattet ihr das S8(+) mal in der Hand? Habt ihr euch das Ding mal angeschaut? Ich nicht, aber ich kann es kaum erwarten.

    Ich weiß nicht, was hier manche Leute erwarten. Wo soll denn noch viel herkommen außer mehr Leistung, besseres Display, bessere Kamera, vielleicht noch sinnvolle Softwarefeatures…? Sollen die Dinger fliegen können?

    Samsung macht alles richtig. Sinnvolle Weiterentwicklung, das Optimum an Leistung (komisch, sonst will auch immer jeder High-End, hier scheinbar nicht. Oder ist es etwa nur Samsung bashing? ;)), ein neues Design, das den Weg in die Zukunft aufzeigt (wenn sogar Google sagt, passt eure Apps an 18:9 an). Klar, das G6 ist auch noch da.
    Aber für 50€ weniger ältere, schwächere Technik? Deutlich weniger Akkulaufzeit (das haben die Kollegen von Golem in ihrem Test festgestellt)…? Und, komisch, da läuft auch noch Android 7.0…. Dann kauft euch halt ein Pixel. Oder iPhone. Wir wissen nun mal seit Jahren, dass es bei Android & den Herstellern anders läuft. Aber das ist auch ein anderes Thema (und ja, es kotzt mich auch an).

    Klar, die Dinger sind sau teuer. Aber, Freunde. Es ist wie überall. Der eine fährt Porsche, weil er Bock drauf und die Kohle hat, der andere… was anderes, preiswerteres. Jeder so wie er will. Aber für mich ist das Smartphone DAS Technikgerät, das ich mit Abstand jeden Tag und ständig nutze. Warum dafür nicht mal etwas mehr Geld in die Hand nehmen? Aber gut, dass auch hier jeder frei wählen kann.

  2. Habe mir das Teil mal im Laden angesehen: Also abgesehen davon, dass ich dieses Edge-Design nicht leiden kann, rutscht einem das Teil bei etwas kühleren Temperaturen doch viel zu leicht aus der Hand. Eine vernünftige Hülle kann man aufgrund der abgerundeten Ränder von Bildschirm und Rückseite auch nicht anbringen, weil es dann ein Teil des Bildschirms verdeckt würde, z.B. das Menü. Fazit: Unbrauchbarer, überteuerter Schnickschnack, wenn man mich fragt … ganz im Gegensatz zum Note 4, dass ich auch gerne noch weitere zwei Jahre lang benutze.

  3. Habe das Smartphone seit Release und auch wenn es allgemein ein sehr gutes Gerät ist, gibt es ein paar Punkte, die wirklich sehr stören und bei dem Preis einfach nicht passieren dürfen.

    1. Die Stärke der Antennen ist im Vergleich zu meinem alten Nexus 5 wirklich schlecht. Sowohl das GSM, als auch das WLAN Signal kommen beim Galaxy S8 teilweise deutlich schwächer an.

    2. Das automatische Umschalten zwischen LTE/H+/3G sowie das Verbinden zum WLAN Netzwerk geschieht teilweise extrem langsam, was zu Verbindungsabbrüchen führt bzw. im Falle von WLAN zu unnötigem Datenverbrauch des monatlichen Volumens führen kann.

    3. Die Samsung Software hat sich seit meinem Galaxy S4Duos deutlich gebessert, allerdings ist sie immer noch viel zu überladen und fehlerhaft, was sich sowohl auf manche Apps direkt auswirkt (Abstürze und/oder Performanceprobleme) aber auch deren Benachrichtigungsfunktionen beeinträchtigt. So funktioniert z.B. bei WhatsApp keine LED-Benachrichtigung, solange kein Ton eingestellt ist (sinnfrei) und was besonders gefährlich ist, dass die Kalenderbenachrichtigung öfter komplett weg fällt.

    4. Der Bixby-Button nervt teilweise gewaltig und zwar nicht weil er da ist, sondern weil er nicht komplett deaktiviert werden kann und der Unsinn jedes Mal startet, wenn man zufällig drauf kommt.

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