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Reolink Lumus mit Flutlicht-LED im Test

Die Reolink Lumus ist derzeit noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich, der Anbieter listet sie aber schon auf seiner Webseite für knapp 75 Euro. Es handelt sich hierbei um eine WLAN-Kamera für den Außenbereich, die gemäß IP65 gegen allerhand Wettereinflüsse geschützt ist und dieses Mal nicht auf ein Solarpanel, sondern ein knapp 3 Meter langes Stromkabel zur Stromversorgung setzt.

Während sowohl das Äußere der Kamera als auch deren Spezifikationen sehr an die Argus-Reihe des Herstellers erinnern, bietet diese nun zusätzlich auch ein LED-Flutlicht, das mit rund 180 Lumen (6.500k) für hilfreiche Beleuchtung in der Dunkelheit sorgt und euch somit ein farbiges Nachtsichtbild liefert. Hier einmal der Blick auf die Specs der Reolink Lumus:

  • Video/Audio
    • Bildsensor: 1/2,8″ CMOS Sensor
    • Videoauflösung: 1920 x 1080 (2,0 Megapixel) bei 15 FPS
    • Objektiv: f=2.8 mm, F=2.0, mit IR Cut
    • Videoformat: H.264
    • Sichtfeld: Horizontal: 100 Grad, Vertikal: 54 Grad
    • Tag & Nacht: automatische Umschaltung mit IR Cut Filter
    • Nachtsicht: bis zu 10 m (LED: 6pcs/14mil/850nm)
    • Audio: 2-Wege-Audio
  • Hardware
    • Strom: DC 5.0V/2A, <6W, Spotlight 1.6W, 6500K, 180 lm
    • Schnittstellen: USB 2.0, microSD-Kartenslot (unterstützt bis zu 64 GB), eingebaute Mikrofone und Lautsprecher, Reset-Taste
  • Software
    • Mainstream: Auflösung: 1080p, Bildfrequenz: 2 ~ 15 FPS (Standard: 15 FPS), Bitrate: 1024 kbps ~ 2048 kbps (Standard: 2048 kbps)
    • Substream: Auflösung: 704 x 480, Bildfrequenz: 4 ~ 15 FPS (Standard: 10 FPS), Bitrate: 128 kbps ~ 768 kbps (Standard: 384 kbps)
    • Browser: Nein
    • Betriebssystem: PC: Windows, Mac OS; Smartphone: iOS, Android
    • Aufzeichnungsmodus: Bewegungsaktivierte Aufzeichnung
    • Protokoll & Standard: SSL, TCP/IP, UDP, UPNP, SMTP, NTP, DHCP, DNS, DDNS, P2P
    • Max. Benutzerzugriff: Unterstützt bis zu 4 simultane Videostreams (2 x Substream & 2 x Mainstream)
    • Arbeitet mit: Google Assistant, Reolink Cloud
  • WLAN
    • Standard: IEEE 802.11 b/g/n
    • Betriebsfrequenz: 2,4 GHz
    • WLAN-Sicherheit: WPA-PSK/WPA2-PSK
  • Arbeitsumgebung
    • Temperatur: Betriebstemperatur: -10 Grad Celsius ~ 55 Grad Celsius, Lagertemperatur: -40 Grad Celsius ~ 70 Grad Celsius
    • Feuchtigkeit: Betriebsfeuchtigkeit: 20 % ~ 85 %, Lagerfeuchtigkeit: 10 % ~ 90 %
    • Wasserfest: gemäß IP65
  • Abmessungen
    • Größe: 99 x 91 x 60 mm
    • Gewicht: 185 g

Die Lumus verfügt über ein ¼-Zoll-Gewinde auf der Rückseite, kann damit also unter Umständen auch in Innenräumen an Stativen, etc. genutzt werden. Gedacht ist sie allerdings vorrangig für den Außeneinsatz, der Montagefuß erlaubt hier jedoch nicht eine so flexible Anbringung, wie man es von der Argus-Reihe gewohnt ist.

Die Einbindung der Kamera erfolgt wie gehabt simpel und sogar durch Sprachansagen geführt über die App. Hier gehe ich nicht noch einmal genauer darauf ein. Da es noch immer keinen offiziellen Weg gibt, um den Reolink-Cloud-Dienst zu nutzen, muss die Speicherung der Aufnahmen vorerst weiterhin lokal über eine microSD-Karte erfolgen.

Da wir kürzlich unser Carport zu einer Stellfläche für Fahrräder, etc. umgebaut haben, platzierte ich die Reolink Lumus direkt an dessen Stirnende, um nicht nur alarmiert zu werden, falls sich da mal jemand an den Rädern zu schaffen machen will, sondern auch, um dort einen Bewegungsmelder mit LED-Beleuchtung zu haben. Soweit sei euch versichert: Die LED ist hell, keine Frage. Für die Maße unseres Carports reicht diese aber dennoch nicht aus, um auch am hintersten Ende noch so viel Beleuchtung zu haben, dass ich dort problemlos agieren kann. Für Videoaufnahmen bei Nacht ist das kleine Flutlicht aber wirklich gut, sorgt es doch nicht nur für farbige Bilder, sondern vor allem auch dafür, dass potenzielle Einbrecher auch direkt im Bilde sind, dass es für sie gleich eng werden könnte.

Und wem der normale Ton der Sirene nicht gefällt: Die Lumus erlaubt auch das Abspielen individueller Aufnahmen, die nur nicht länger als 5 Sekunden sein dürfen. Der Hersteller verspricht bei Nacht bis zu zehn Meter Sicht durch das Flutlicht, das mag stimmen – erkennen kann ich Personen in den Aufnahmen hier aber bis maximal fünf bis sechs Meter.

Sehr nützlich ist die Tatsache, dass die Lumus nun eine Vor-Speicherung von vier Sekunden erlaubt. Es werden im Falle einer erkannten Bewegung also vier Sekunden im Sucher aufgenommen, bevor die Bewegung überhaupt registriert worden ist. Unser Kater hat die Kamera bereits das eine oder andere Mal getriggert, dank dieses Features wusste ich zumindest, warum die Kamera zu dem Zeitpunkt überhaupt ausgelöst hat.

Auf Wunsch dürft ihr in der Reolink-App auch Zonen festlegen, in denen die Bewegungserkennung ausgesetzt sein soll. Das ist zum Beispiel dann nützlich, wenn die Kamera eventuell einen Bereich eurer Nachbarn mit im Sichtfeld haben sollte, ihr aber nicht bei jedem Schritt eurer Nachbarn eine Aufnahme ausgelöst haben möchtet. Wenn eure WLAN-Verbindung nicht die stärkste sein sollte oder ihr aber regelmäßig von unterwegs über die App auf den Stream zugreifen wollt und dabei dennoch nicht gleich euer Datenvolumen aufbrauchen möchtet, dürft ihr die Qualität des Streams in der App von der Einstellung “1080p” auf “flüssig” wechseln. Wird eine Bewegung festgestellt, dürft ihr die Aufnahme im Anschluss dennoch in voller Auflösung anschauen und sichern.

In der App gibt es mittlerweile sogar eine Funktion zum Verwalten mehrerer Benutzerkonten, damit ihr anderen Familienmitgliedern den Zugriff auf den Stream der Kamera gewähren könnt, ohne dass diese vollen Zugriff auf andere Einstellungen bekommen. Beim Stromverbrauch kommt die Lumus noch recht sparsam daher, verbraucht hier in der Nacht etwas weniger als 3 Watt. Wenn sich das LED-Flutlicht dazu schaltet, steigt der Verbrauch kurzfristig auf 4,5 Watt. Am Tag kommt die Lumus auf gerade einmal 2 Watt, was sich sehr guten verkraften lässt.

Auffällig ist, dass die Nachtsicht der Lumus ohne eingeschaltete LED wirklich deutlich hinter der Qualität seiner Argus-Verwandtschaft zurück bleibt. Jene verfügt aber eben auch über einen Sternenlichtsensor.

Das Bild der Kamera mag sowohl tagsüber als auch nachts nicht atemberaubend sein, wohl aber ausreichend gut aufgelöst, weshalb ich hier gemessen am Preis nicht wirklich Kritik üben möchte. Lediglich auf größere Distanz (ab 15 Metern) ist es tagsüber nicht mehr so einfach, Gesichter oder andere Details zu erkennen. Das Flutlicht schaltet sich im Übrigen umgehend beim Erkennen einer Bewegung (hörbar) dazu, die Verzögerung ist marginal. Wer in der Nacht über die App einen Blick auf den Kamerastream werfen möchte, der kann über ein kleines Glühlampen-Symbol das Flutlicht manuell aktivieren.

Aufnahme tagsüber:

Aufnahme mit Flutlicht:

Ohne Flutlicht:

Der Ton in den Aufnahmen klingt etwas blechern und auch die Ansagen, die man über den Lautsprecher der Kamera tätigen kann, klingen eher nach alter Bandansage. Dennoch ist es gut zu wissen, dass man dem Postboten oder Bekannten auf Wunsch noch schnell “live” mitteilen kann, dass das Paket woanders abgelegt werden darf oder man gleich daheim ist.

Bis man aber über die App erst einmal einsehen konnte, wer dort den Sensor getriggert hat und man dann schleunigst die Zwei-Wege-Kommunikation initiiert bekommt, kann der Besuch auch schon wieder weg sein. Hier wäre es hilfreich, wenn man in der Benachrichtigung ein Vorschaubild angezeigt bekommt und die Möglichkeit hätte, eine Sprachnachricht an die Kamera zu senden, ohne lange in die App wechseln zu müssen. Das wird aber ganz sicher Wunschdenken bleiben.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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Ein Kommentar

  1. Peter Brülls says:

    Wenn der Bereich der Nachban erfasst wird, ist die kamera falsch platziert. Endet gerne mit dem Entfernen der Kamera und der Übernahme der Gerichtskosten durch den Anbringer.

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