Philips Hue Play HDMI Sync Box ausprobiert – macht euer Heimkino farbenfroher

Mitte September stellte Signify mit der Philips Hue HDMI Sync Box eine Möglichkeit vor, das Heimkino unter Nutzung der im Haushalt vorhandenen Hue-Beleuchtung mit der Hue-Sync-Funktion noch erlebnisreicher zu machen. Ganz platt gesagt, holt die Box euch das von Philips-Fernsehern bekannte Ambilight ins Haus. Nun werden einige sagen, dass es da ja auch schon andere Lösungen gibt, die vielleicht auch weniger als die Box von Philips Hue kosten, aber dabei handelt es sich meist um irgendwelche Bastellösungen unter Zuhilfenahme eines Raspberry Pi oder man hat mit ein paar Latenzen zu kämpfen.

Für den Otto Normalverbraucher, der eh schon die smarte Beleuchtung von Philips Hue im Haus hat, verspricht die Sync Box eine einfache Einrichtung und reibungslosen Spaß. Ich habe mir das Ganze mal etwas näher angeschaut.

Zuerst sei euch an dieser Stelle gesagt, dass ihr für die Hue Play HDMI Sync Box zwingend ein bestehendes oder neu eingerichtetes Hue-System mit Hue Bridge benötigt. LIFX-Lampen oder smarte Leuchtmittel anderer Hersteller (es sei denn sie können an die Hue Bridge gehangen werden) funktionieren damit nicht.

Öffnet ihr die Verpackung, findet ihr darin ein Netzteil, etwas Papierkram, ein Netzkabel, ein HDMI-Kabel und natürlich die Box selbst. Gut ist übrigens, dass ihr an das Netzteil nicht nur die Box hängen könnt, sondern noch zwei Hue Play Light Bar, die ihr vielleicht neben den Fernseher stellen wollt. Ihr spart euch damit ein Netzteil.

Die Box an sich ist unspektakulär, besteht aus Kunststoff, der oben und an den Seiten matt und an der Rückseite poliert ist. Oben ist der Hue-Schriftzug eingeprägt, vorn befinden sich eine Status-LED und ein Button, der gleichzeitig als IR-Empfänger dient. Die Seiten sind clean gehalten und hinten befinden sich noch ein paar Anschlüsse.

Dort sitzt neben dem Ladeanschluss auch der HDMI-Anschluss für die Box zum Fernseher und vier weitere HDMI-Eingänge für Zuspieler. Die Box wird also zwischen eure Medienquellen und den Fernseher gehangen, analysiert den Input und kommuniziert die Farbeinstellungen an die Hue Bridge, die dann die Lampen steuert.

Großes Plus: Die Box ist gleichzeitig ein HDMI-Splitter, der automatisch erkennt, welche Quelle gerade aktiv ist und dahin schaltet. Möchtet ihr manuell die Quelle wechseln, benötigt ihr die Hue-Sync-App, zu der ich gleich komme. Eine kleine Fernbedienung wäre toll gewesen, mit der man, auch ohne das Handy in die Hand zu nehmen, die Quelle wechseln könnte. Gibt es aber leider nicht. Aber kommen wir zur Einrichtung generell.

Die Box wird, wie eben schon erwähnt, direkt an den HDMI-Anschluss des Fernsehers gehangen und kann den Input von bis zu vier HDMI-Geräten (2.0b mit HDCP 2.2) analysieren. Die zugespielten Inhalte können dabei maximal 4K-Auflösung mit 60 Hz und HDR10 haben.

Mit Dolby Vision hatte die Box bei mir arge Probleme und synchronisierte nicht. Die Lichter blieben dann weiß oder lila. Abhilfe schafft da nur die Einstellung beim Apple TV, den Output nicht nach Inhalt dynamisch einzustellen und zwischen HDR und Dolby Vision zu wechseln. Sollte euch Dolby Vision stark am Herzen liegen, dann ist die Box wohl nichts für euch.

Ist die Verkabelung abgeschlossen, muss die Box noch ins Hue-System gehangen werden, wofür ihr die Hue-Sync-App benötigt.

?Philips Hue Sync
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Preis: Kostenlos
Philips Hue Sync
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Mit dieser wird die Box nach dem Einschalten per Bluetooth erkannt, dann mit dem WLAN (802.11 b/g/n/ 2.4 GHz) verbunden und schlussendlich noch an die Hue Bridge gehangen.

Nun müsst ihr noch in der Hue-App einen Entertainment-Bereich definieren. Ihr platziert also die Lichter in der App so, wie sie in der Realität auch in eurem Wohnzimmer stehen, wählt dabei aber nur die Leuchten aus, die die Box ansteuern soll. Schlussendlich werden noch die vier HDMI-Quellen benannt, damit ihr in der App auch wisst, dass HDMI 1 der Apple TV ist, 2 die Switch und so weiter. Das war es auch schon.

Nun könnt ihr in der Hue-Sync-App den Sync Mode (Video, Gaming oder Musik) auswählen, je nachdem ob ihr einen Film schaut, spielt oder Musik hört, stellt die Intensität (Subtle, Moderate, High und Extreme) ein und regelt noch die Helligkeit der Lampen, bis es euch genehm ist.

Soll das Spektakel losgehen, wählt ihr den Eingangsanschluss aus und betätigt den Start-Button. In den Einstellungen könnt ihr auch festlegen, ob der Sync immer starten soll, wenn ihr von einer bestimmten Quelle schaut oder an der Konsole hockt. Dann spart man sich den Aufruf innerhalb der App. Außerdem gibt es auch eine Einstellung, die euch die Möglichkeit gibt, festzulegen, in welchen Modus die Lampen gehen sollen, wenn der Sync stoppt. Funktionierte in meinem Test recht gut alles.

Noch etwas zum Empfinden der verschiedenen Intensitätsstufen. Mein Setup besteht aus je einer Go und einer Play Light Bar links und rechts neben dem Fernseher und einem Light Strip über dem Fernseher.

In der niedrigsten Stufe tut sich fast gar nichts, ich würde fast sagen, dass man sich die Box dann auch gleich sparen kann. Je nachdem wie mir persönlich zumute gewesen ist, bin ich meist bei moderat oder hoch hängen geblieben. Extrem schaut man sich ein paar Mal an, findet es toll, doch dann schaut man andauernd auf die Lichter und irgendwann wird es einem zu hektisch. Sinn und Zweck der Sache ist ja die Untermalung des Filmes durch Licht und nicht andersherum. Übrigens konnte ich keine Verzögerungen in der Lichtanimation feststellen, die Lichter reagierten also nahezu in Echtzeit, was ich wirklich beachtlich finde.

Ansonsten tut die Box genau das, was sie soll und es macht schon irgendwie Spaß Filme und Spiele mal etwas anders wahrzunehmen. Hier sollte aber jeder für sich mal ausprobieren, wie das persönliche Empfinden des bunten Gewusels ist, denn den einen oder anderen unter euch wird es vielleicht beizeiten nerven und man hat die Box dann in der Ecke stehen. Und für 249 Euro wäre das dann ein ziemlich teurer HDMI-Splitter. Dafür bekommt man jedoch eine Lösung, die funktioniert und die man vor allem ohne viel Bastelarbeit installieren kann.

Die Philips Hue Play HDMI Sync Box bei Media Markt

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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15 Kommentare

  1. Just my two cents says:

    „LIFX-Lampen oder smarte Leuchtmittel anderer Hersteller (es sei denn sie können an die Hue Bridge gehangen werden) funktionieren damit nicht.“
    Sicher mit dem Teil in der Klammer? Mit Hue Sync am PC funktionieren nur originale Hue Lampen. Ebenfalls an der Hue Bridge betriebene Tradfri oder Innr Lampen funktionieren da nicht – gehen die wirklich bei der Sync Box – kann ich mir nicht vorstellen.

  2. Gibt es irgendeine Möglichkeit die Box auch anders zu starten als via Sync App? Z.B. als Szene via Hue App angelegt und somit auf die programmierbare die Hue Fernbedienung gelegt?

    So wäre es deutlich einfacher der Familie zu erklären, wie sie die Funktion an/aus schalten.

    Bzw. wozu der IR-Empfänger, wenn keine Fernbedienung beiliegt? Meiner AV-Receiver Fernbedienung kann ich auch andere Fernseher antrainieren, doch ich zweifle, dass die Hue Sync Box einen Code hat, den die Fernbedienung bereits kennt.

    • bezüglich IR-Empfänger:
      laut Support gibt vorerst keinen Zugriff auf die IR-SCHNITTSTELLE
      die Box wird auch nicht mehr als über IR steuerbar beworben
      ist also derzeit ein totes Bauteil in der Box

    • Ja, genau die gleiche Frage habe ich auch.
      Meine Frau hatte letztens sogar schon alle Lampen abgebaut, weil sie nicht „in Ruhe Fernehen“ konnte. Ich bin diesbezüglich auch mit Philips in Kontakt, jedoch gibt es bisher noch keine Lösung.

      Auch eine Logitech Harmony Integration wäre ja denkbar und äußerst wünschenswert…

      • Um ehrlich zu sein hätte ich die Harmony Integration felsenfest erwartet und bin leicht geschockt, dass diese nicht wenigstens existiert.

        Wie steht es um die Programmierbarkeit der Hue Fernbedienung zum Aktivieren/Deaktivieren der Hue Sync Box?
        Falls auch das nicht gehen sollte, so werde ich wohl verzichten. Schade, Philips.

  3. Und was bringt das an einem Fernseher ohne externe Zuspieler wie Fire TV? In meinem Samsung TV sind alle relevanten Streaming Dienste schon integriert.

  4. Wie sieht das Setup mit einem AV Receiver aus? Einfach nur den einen Ausgang vom AVR in die Box und diese an den TV? Sollte ja klappen oder hab ich was nicht bedacht?

  5. Schade dass es keinen separaten Tonausgang gibt. Ich weiß immer noch nicht wie ich meine Sonos Beam vernünftig integrieren. (Hab keinen klassischen Fernseher)

  6. Leider hat die Box bei mir noch Probleme den Eingang automatisch umzuschalten (zwischen AV Receiver und Fire TV). Das geht aktuell nur über die App und meine Frau weigert sich diese zu installieren. 😉

  7. Größter Kritikpunkt bei dem Preis, das sie kein HDMI 2.1 verbaut haben.

  8. Ich versteh nur nicht warum noch kein TV Ambilight rundum hat also 4 Seiten. Heutzutage kann und macht man auch immer mehr eine Wandaufhängung. Heißt TV steht an eine einsame Wand… da bietet sich doch 4-seitiges Licht perfekt an und ERST dadurch macht man Beamern konkurenz. Ich guck derzeit auf 2,75m Diagonale = 108″, leider noch n alter 300 Lumen LED Teil für HD also nicht mal FullHD und kann nicht meckern, klaro würd es Besser gehen… irgendwann 4K wenn bezahlbar. Mein kleingerät hat keine 400€ gekostet und ist Winzig und ist nicht ganz 10,5×10,5x4cm groß.

  9. Danke für den Bericht! Gefällt mir inhaltlich wirklich gut, aber eine Kleinigkeit muss ich doch anmerken: „Die Box wird also zwischen eure Medienquellen und den Fernseher gehangen.“ – da rollen sich mir die Fußnägel hoch. 😉 Es heißt „gehängt“.

    Kommt auch noch an zwei weiteren Stellen vor …

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