Oculus Quest 2 Elite Strap – lohnt sich das Accessoire noch?

Man könnte meinen, dass die Aufbruchsstimmung hinsichtlich Virtual Reality vorbei sei: Head-Mounted-Displays werden kompakter, das Kabelgewirr schrumpft oder fällt teilweise schon ganz weg und auch der Einstiegspreis in die Welt der virtuellen Realität wird überschaubarer. Schon früh waren Drittanbieter die stillen Helden mit Cape, was Komfort und Funktionsumfang hiesiger VR-Headsets betraf. So war bei der Oculus Quest (1) bereits Rule of Thumb: Wer mehr Komfort brauchte, musste viel Geld für einen Elite-Headstrap von HTC, ursprünglich für die hauseigene VR-Brille Vive vorgesehen, hinblättern. Dieses Add-on musste zudem umständlich an die Quest angebracht werden; weshalb sich zurecht in der Szene die Begrifflichkeit „Frankenquest“ durchgesetzt hatte.

Auch heute gibt es viele Drittanbieter, die für das aktuelle VR-Headset aus dem Hause Oculus bzw. mittlerweile Meta entsprechende Accessoires anbieten. Doch der Hersteller selbst schlief nicht und hat das die Quest 2 direkt so gestaltet, dass ein Wechseln des Kopfbandes leicht von der Hand geht. Nicht ohne Grund: Mit dem Elite Strap gibt es ein optionales Kopfband für mehr Komfort. Passend zum Design der Virtual-Reality-Brille kann das (eigentümlich von Oculus „Riemen“ genannte) Elite Strap für 49 oder 109 Euro, dann mit integrierter Batterie und Tragetasche, bezogen werden.

Doch da stellt sich zwei Jahre nach Erscheinen legitimerweise die Frage, ob der „Oculus Quest 2 Elite-Riemen“ für 49 Euro auch heute noch lohnenswert ist, wenn es mittlerweile Alternativen von Drittanbietern hagelt.

Gerät aus einem Guss

Vorweg sollte man erwähnen, dass der Hersteller bei der Gestaltung des Elite Strap nicht gekleckert hat und alles – von der Verpackung bis hin zu den verwendeten Materialien – an die Oculus Quest 2 angeglichen hat. Alles wirkt sauber verarbeitet und hochwertig. Eine Design-Sprache, die Oculus bzw. Meta mittlerweile perfektioniert hat. Das Anbringen des Elite Strap ist einfach: Wie eingangs erwähnt, wurde die Quest 2 in Hinblick auf Modularität entwickelt und so lässt sich das Kopfband an den beiden Achsen abtrennen und dort der Elite Strap anbringen. Keine Schrauben, kein Öffnen, das die Optik oder Garantie in Gefahr bringen könnte.

Wurden beim Standard-Kopfband Kosten gedrückt, was sich bei längerer Nutzung unangenehm bemerkbar macht, nähert man sich mit dem Add-on der Bauweise einer PlayStation VR oder Oculus Rift S. Statt eines schlichten Gurtes schmiegt sich ein Plastik-Ring um den Kopf, der per Rad auf der Rückseite enger gezogen werden kann.

An der Oberseite befindet sich zwar auch noch ein Gurt, dieser hilft aber per Klett bei der entsprechenden Größeneinstellung. Einmal angebracht, wirkt alles wie aus einem Guss: Die Quest 2 wirkt mit dem Elite Strap wie ein Gerät, das genau so hätte ausgeliefert werden können. Ich wette, dass vielen Betrachtern nicht auffällt, dass es sich hier um ein umgebautes Gerät handelt.

Ein essenzielles Upgrade

Grundsätzlich lässt sich sagen: Genau so hätte die Quest 2 verkauft werden sollen. Den potenziellen Aufpreis hätten viele Konsumenten sicherlich gezahlt. Ohne Add-On sind die Frontlastigkeit und das Eigengewicht der VR-Brille für manche sicherlich ein Manko, das den VR-Spaß erheblich trüben könnte. Bei falschen Einstellungen kann ein Druckgefühl entstehen – mit möglicherweise Kopfschmerzen als Folge.

Der „Oculus Quest 2 Elite Riemen“ hilft hier aus: Das Gewicht und der Druck werden nun gleichmäßiger auf dem Kopf verteilt. Die klassischen Abdrücke im Gesicht (vornehmlich auf Stirn und Wangen) fallen leider nach wie vor nicht weg, aber diesen Preis muss man leider zahlen. Mittlerweile gibt es natürlich Drittanbieter-Headstraps, die zusätzliche Scharniere zwischen Headset und Riemen einbauen, ähnlich wie es bei Sonys PlayStation VR. Das fällt hier allerdings weg.

Was schnell auffällt, vor allem wenn man Vorgänger-Headsets nutzte, ist, dass das Einstellungsrad des Riemens auf der Rückseite hochwertig ist und nicht knackst. Auch hilft ein starrer Ring aus hartem Silikon am Hinterkopf enorm, um den Druck weiterzuverteilen. Bedauerlicherweise bestand für mich bisher keine Möglichkeit, die Variante mit integrierter Batterie zu testen. Diese wird mit einem nach vorne geführten USB-C-Kabel an der linken Front der Quest 2 angeschlossen. Das Gewicht des hinten integrierte Akkus dürfte gegen die Frontlastigkeit helfen und den Komfort steigern. Außerdem ist die mitgelieferte Tasche separat nicht mehr zum Kauf erhältlich. Daher würde ich raten, direkt zur höherpreisigen Variante zu greifen, auch wenn der Elite Strap mit Batterie mehr als das Doppelte kostet.

Für die Zukunft würde ich mir allerdings Dinge wie ein anderes Scharnier an der Front oder gar zusätzliche Polster an der Oberseite wünschen. Dass die Tasche nur bei der doppelt so teuren Variante mit Batterie beiliegt, ist eben schade. Insbesondere, wenn die offizielle Tragetasche selbst einzeln weltweit vergriffen zu sein scheint.

Fazit

Grundsätzlich ist ein besseres Kopfband / Riemen bei der Anschaffung einer VR-Brille der Sorte Oculus / Meta Quest 2 essenziell. Das Eigengewicht der Brille und das mitgelieferte Kopfband sorgen schnell für Kopfschmerzen bzw. Unzufriedenheit bei längeren Sitzungen. Gerade für Leute, die ihren ersten Ausflug in die Welt der virtuellen Realität starten, dürfte so ein Ersteindruck ziemlich abschrecken.

Ein Ersatz für das Standard-Kopfband ist also so gesehen die Rettung. Denn erst hiermit wirkt die Quest 2 nicht mehr wie ein experimentelles Spielzeug. Praktischerweise wurde bei der Quest 2 im Gegensatz zur ersten Generation daran gedacht und das Gerät entsprechend gestaltet: Der Wechsel auf den Elite Strap geht kinderleicht von der Hand. Im Anschluss fällt wohl niemandem auf, dass an der VR-Brille „herumgedoktert“ wurde.

Das Upgrade hilft enorm und mit einem „Elite Riemen“ lassen sich VR-Sessions länger bequem genießen. Der Einstiegspreis von 49 Euro weicht ab von den Modellen anderer Hersteller. Allerdings sollte man beachten, dass Drittanbieter oftmals hinsichtlich Funktion und Komfort nochmal eine Extra-Meile gehen. Allerdings dann wieder häufig auf Kosten des Designs und der Materialbeständigkeit.

Summa summarum lässt sich mit Fug und Recht sagen: Wer nicht experimentieren oder sich allzu viele Gedanken machen möchte und die Meta Quest 2 für 49 oder 109 Euro aufwerten will, kann blind zur offiziellen Lösung greifen.

Über den Autor: Timo – per Definition ein nachtaktiver Vater, Ehemann und Hobby-Game-Dev. Betrat das Metaverse schon, bevor Meta überhaupt verse war. Schreibt hier, dort und überall.

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Der Gastautor ist ein toller Autor. Denn er ist das Alter Ego derjenigen, die hier ab und zu für frischen Wind sorgen. Unregelmäßig, oftmals nur 1x. Der Gastautor eben.

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6 Kommentare

  1. Sich jetzt einen Strap für die Quest 2 zu kaufen, wenn es nicht mehr lang bis zur Quest 3 dauern dürfte, mag wirtschaftlich nur eingeschränkt Sinn machen. Hätte man im Artikel erwähnen können.

    • So ein Quatsch. Die Quest 3 wird nicht vor 2023 erscheinen, wenn überhaupt. Und wer jetzt die Quest 2 hat wird sich nicht notwendigerweise gleich auf die 3 stürzen. Solange man sich mit dem Strap Komfort erkaufen kann, sollte man das tun.

      Ich habe ein Drittanbieter Kopfband für weniger Geld, bin damit aber hochzufrieden.

  2. Ich persönlich habe das BoboVR M2 Pro und bin sehr zufrieden. Habe auch schon von vielen anderen gehört , dass es besser sein soll. Vor allem stabiler, da der Oculus Elite Headstrap schon bei mehr Leuten kaputt gegangen ist. Habe nun zwar kein Vergleich aber das mit der magnetischen Powerbank hnten ist ein echt cooles Konzept und ich würde es jedem weiterempfehlen.

    • Ja, die Bobo VR M2 Pro habe ich auch. Super!

    • BoboVR M2 Pro ist deutlich deutlich besser als der Elite Strap. Allein die Möglichkeit große Kopfhörer zu verwenden! Und dann nimmt der Aufbau den Druck vom Gesicht weil der „Halo“-Ring auf dem Kopf aufliegt. Das war DAS Upgrade schlechthin!

  3. Absolut keine Empfehlung.
    Das Ding ist so billig verarbeitet und mir innerhalb von 2 Monaten kaputt gebrochen.
    Und der Support kann keine Entschädigung senden da Deutschland nicht unterstützt wird.

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