Microsoft will nach der Übernahme alte Marken von Activision Blizzard frisch aufziehen

Microsoft wird Activision Blizzard übernehmen. Dadurch stoßt ein reichhaltiges Portfolio von Marken zum Unternehmen. Jenes hatte der Publisher in den letzten Jahren arg vernachlässigt und sich hauptsächlich auf die nächsten Teile von „Call of Duty“ eingeschossen. Laut Microsofts Leiter der Gaming-Sparte, Phil Spencer, wolle man aber für mehr Vielfältigkeit im Spieleangebot sorgen.

So enttäuschte Activision Blizzard viele Spieler und sicherlich auch Entwickler in der Vergangenheit: Toys for Bob etwa zog man nach „Crash Bandicoot 4“ zu „Call of Duty“ ab, während man Vicarious Visions, die „Tony Hawk’s Pro Skater 1 + 2“ entwickelt hatten, in Blizzard aufgehen ließ. Spencer hat nun angedeutet, dass er den Studios mehr Freiraum geben werde. Er selbst würde gerne Marken wie „Guitar Hero“ oder „King’s Quest“ wiederauferstehen sehen.

Der Xbox-Manager erklärte, er wolle gerne Franchises wiedersehen, die er noch aus seiner Kindheit kenne und welche auch den Teams am Herzen lägen. Er freue sich schon auf die entsprechenden Gespräche und die Sicherstellung, dass für solche Projekte ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt würden. Zu den weiteren Marken, die Microsoft dann wohl bald gehören werden, gehören beispielsweise auch „Pitfall“, „Soldier of Fortune“, „True Crime“ oder „Spyro the Dragon“.

Der aktuelle CEO von Activision Blizzard, dessen Rücktritt nach Abschluss der Übernahme erwartet wird, erklärte ebenfalls, dass die Übernahme durch Microsoft viele Chancen eröffne. Beispielsweise habe er bisher gezögert, „Guitar Hero“ weitere Anläufe zu gönnen, da es dann auch darum gehe, die Herstellung entsprechender Peripherie zu sichern. Dies würde Microsoft deutlich leichter fallen.

Phil Spencer gab sich zudem versöhnlich Richtung Sony: Man schätze die Beziehung zu den Japanern und habe die Absicht „Call of Duty“ weiterhin auch auf PlayStation-Plattformen zu bringen. Zudem werde man natürlich alle bestehenden Vereinbarungen honorieren. Allerdings wäre es sicherlich naiv zu glauben, dass Microsoft einige der Marken nicht am Ende exklusiv zu Xbox und PC zieht. So handhabt man es ja auch mit kommenden Bethesda-Titeln wie „Starfield“ und „The Elder Scrolls VI“.

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12 Kommentare

  1. Warzone (wie minecraft bspw.) wird sicherlich bei Sony bleiben, die Kampagnen und neuen Multiplayer werden, außer es gibt verträge dazu, irgendwann exklusiv

  2. Vielleicht wird Blizzard dann auch wieder etwas eigenständiger oder wieder von Activision getrennt? Wäre meiner Meinung nach zu begrüßen.

    • Ich glaube die Firma soll eh unter Microsoft Gaming aufgehen… da gäbe es Activision so gesehen nicht mehr und Blizzard würde als Marke oder Studio beibehalten. So der perfekte Traum derzeit.

  3. starcraftler says:

    wenn die Starcraft in irgend einer weise scheisse machen werde ich zu linux wechseln

  4. Ist aktuell zwar nur Gelaber und PR, aber grundsätzlich ist das ja das aktuelle Konzept von MS bezüglich Gamepass. Möglichst Vielfalt schaffen und für jeden was haben. Egal ob Diablo, Starcraft, Warcraft, Tony Hawks war als Reboot auch cool, da könnte schon was kommen.

    Was ich mir wünschen würde, was aber nicht passieren wird, weil Microsoft Activision ja unter anderem WEGEN King und Mobile Games gekauft hat – dass Phil Spencer Diablo Mobile einstellen lässt. Quasi als Message, dass Blizzard wieder Blizzard sein darf und sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren soll, sofern sie noch da sind. Wie bei Bioware hat ja fast jeder gekündigt oder wurde gekündigt, der da mal leitend war.

    Achso und Spyro the Dragon ist auch witzig, weil das für mich oder in meinem Kopf ein Playstation-Spiel war.

    • Das Problem an Diablo Immortal ist nicht das Spiel selbst. Diablo ist eine Marke, die auf dem mobilen Endgerät gut funktionieren kann und es gibt bei Blizzard garantiert Entwickler, die gerne an mobilen Titeln arbeiten. Das soll auch deren gutes Recht sein.
      Hearthstone Fans sind ganz glücklich darüber, dass sie das Spiel auch unterwegs zocken können, weil es sich dafür ganz gut eignet.
      Das Problem war, ein mobiles Diablo auf einer Veranstaltung in den Mittelpunkt zu rücken, die sich ganz klar zu 99% aus Hardcore PC Fans zusammensetzt, welche eigentlich auf Diablo IV warteten.

      • Das stimmt so nicht. Das Problem war, dass das genau so aussah wie das andere Asia-Spiel (weiß nichtmal mehr den Namen, aber kam vom selben Partner von Blizzard) und nicht wie Diablo. Das Problem war, dass Blizzard unbedingt in Richtung China wollte, weil da mehr Geld zu finden ist. Das es auf einer Bühne mit Core-Gamern aufgezogen wurde, war kein Problem, das war einfach nur komplett dumm. Aber das ist halt das Problem, wenn all die leitenden Entwickler gehen… irgendwann hast du dann nur noch Leute, die die Marke anscheinend nicht verstehen oder rein nach Vorgabe des Publishers arbeiten.

        Sieht man auch übrigens bei Battlefield gerade schön. Dice will und Dice ist in diesem Falle ja komplett in EA aufgegangen und hat null Identität mehr, auf Krampf ein Trendspiel aus Battlefield machen, was Battlefield aber nie wahr oder sein kann. Nicht indem man alles rausnimmt, was Spieler mögen und was künstliches draufsetzt. Gleiches Spiel bei Bioware gewesen, weil EA alles in eine Richtung lenkte, die Bioware nie war. Aber das Thema ist zu groß und komplex.

        • André Westphal says:

          Bioware ist für mich immer das schlimmste Beispiele, weil ich deren Games früher echt geliebt habe. Mittlerweile ist aber keiner der alten Garde mehr dabei und es gibt nur noch den Namen. Ein paar sind ja zu Obsidian übergelaufen, die machen glücklicherweise auch immer noch gute Spiele.

  5. Sie könnten ja versuchen, das Warcraft 3 Debakel zu fixen. Hoffnung mache ich mir aber keine.

    • Ich könnte mir schon vorstellen, dass da was passiert. Ich denke nicht, dass Microsoft so eine Leiche im Keller liegen haben will.

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