macOS: TextEdit als Schreibwerkzeug

Es gibt so ungefähr 10.000 Apps, mit denen man Texte festhalten kann. Die Ansprüche an so einen Editor sind natürlich unterschiedlich. Manche Menschen – so wie ich – die schreiben vielleicht temporär abgeschlossene Texte in recht kurzer Form, wiederum andere schreiben Bücher und müssen zusätzlich noch Inhaltsverzeichnisse, Notizen, farbliche Anmerkungen und ähnliches beachten. Wer mich so ein bisschen kennt, der weiss, ich arbeite gerne mit Bordmitteln. Nicht nur in Sachen Text, auch in Sachen Bild. Formate oder die Größe ändern, drehen – für all so etwas benötige ich keine Apps, ich greife zur genialen Vorschau, bzw. zu ein paar Skripten.

Aber ich schaue natürlich hier und da und vergleiche Apps. Aber nicht jede App passt mir. Und nicht jede App erledigt alles, was ich möchte. Das ist nicht nur eine Sache des Funktionsumfanges, sondern auch der persönlichen Befindlichkeiten. Ausprobiert habe ich zig Schreib-Apps wie IA Writer, die das störungsfreie Schreiben in „schön“ erlauben und Markup unterstützen. Markdown brauche ich aber eigentlich gar nicht.

Evernote? Könnte ich nutzen, habe den Dienst aber schon vor längerem gekickt. Apple Notizen? Ja, auch eine Option aber eben nur auf Apple-Geräten, des Weiteren mag ich den Editor nicht so. Dann kam mir neulich noch die Idee, ich könne Bear nutzen. Was eine tolle App für macOS und iOS. Editor und Notizen, echt schick und sehr funktionell. Die meisten Funktionen sind kostenlos nutzbar, die Text-Synchronisation via iCloud erfordert aber das Abo, das kostet 16 Euro im Jahr. Ich glaube, das ist für frequente Nutzer ein guter Preis.

Letzten Endes schreibe ich meine Texte derzeit in dem heimlichen Star namens „TextEdit“. Rudimentäre App, die nicht einmal die geschriebenen Wörter oder Zeichen anzeigt. Zudem im Ursprung noch ziemlich hässlich aussieht. Aber: Man kann den Editor etwas anpassen und dann recht störungsfrei schreiben. Und: Ich schreibe in reinem Text, so kann ich echt überall schreiben. Synchronisiere ich via Dropbox meine Texte, dann kann ich die Dateien mit jedem Editor überall bearbeiten.

Im Falle von iCloud sieht es etwas anders aus. Da fehlt leider auf iOS-Seite ein TextEdit-Pendant. Nun könnte ich mit einer anderen App notfalls die Texte importieren, dann wieder exportieren, das empfinde ich aber als anstrengend. Da greife ich lieber zu meiner eierlegenden Wollmilchsau namens Documents, denn die App kann Dateien in der iCloud öffnen. Auch die Textdateien. Und ein Editor ist auch mit drin. Quasi: Documents öffnen, in den iCloud-Bereich mit euren Dokumenten wechseln, auswählen, öffnen und bearbeiten – fertig. Bearbeitungen landen in der iCloud.

Falls ihr jetzt TextEdit mal eine Chance geben wollt, dann habe ich euch mal meine Einstellungen angehangen. Nichts Wildes eigentlich. Andere Schriftart, Reintext und das war es schon. Ach ja, im Menü Darstellung hab ich noch die Tab-Leiste ausgeblendet.

Ansonsten, wie bereits erwähnt: Viele Wege führen nach Rom und zu eurem perfektem Schreibutensil. Ich will keinem TextEdit für macOS aufs Auge drücken, denn es gibt so viele wunderbare Alternativen. Wollte euch aber trotzdem einmal zeigen, wie ich es hier momentan halte.

Ich brauche keine Formatierungen oder Bilder, denn diese landen in den meisten Fällen erst im finalen Produkt – was dann eben mein WordPress-Editor ist. Nachteile will ich natürlich auch nicht verheimlichen: Unter iOS gibt es wohl keine Möglichkeit, die in der iCloud befindlichen Textdateien via Spotlight durchsuchen zu lassen, das wäre dann mit anderen Apps, wie dem bereits genannten Bear möglich.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. TextEdit nutze ich auch recht häufig. Was meiner Meinung nach ein weiteres vollkommen unterschätzen Tool ist, ist Vorschau.

  2. cool, Synch funktioniert selbst bei geöfneten Dateien, die Änderungen werden direkt im geöffneten Dokument angezeigt

  3. „Rudimentäre App, die nicht einmal die geschriebenen Wörter oder Zeichen anzeigt“
    Wow. Ok, das wäre mir dann doch etwas zu rudimentär.

  4. Wenn TextEdit den zoom einstellen könnte, würde ich damit Briefe schreiben, um sie zu drucken und zu verschicken.

    Schriftgrösse 16 ist aber zu groß um es zu drucken. Ich habe jedoch keine Lust jedes Mal entweder ranzuzoomen oder die Schrift wieder auf 11 einzustellen. Ich benutze seit dem ich mein MacBook habe Pages. Dort ist 125% Zoom eingestellt, was für mich einfacher zum schreiben und lesen ist.

    TextEdit benutze ich um schnell Notizen zu machen die ich nur offline möchte. Meistens sind es keine langfristige Notizen. Dafür benutze ich die Notiz App.

  5. boah… danke für den Tipp zur Einstellung „Reiner Text“!

  6. Finde TextWrangler und TextMate, beide für Lau, am Mac viel sinnvoller. Vorschau ist top.

  7. Ich liebe Ulysses. Kostet zwar neuerdings 30 € im Jahr, aber hat alles, was man sich wünschen kann. macOS- und iOS-App sind im Preis inbegriffen, iCloud-Synchronisation selbstverständlich, geschrieben wird in Markdown, gewohnte drei-Spalten Ansicht wie „Notizen“ oder Mail, exportiert in alle Textformate einschließlich PDF, html, epub (alles mittels leicht modifizierbarer CSS-artiger Vorlagen, von denen es auch eine Menge fertige zum Download gibt), Achtung, jetzt kommts!: Export direkt in WordPress, Archivierung aller Texte ohne Datei-Gepfriemel, stündliche Backups, Mac-on-board Rechtschreibprüfung, Spotlight-Indexierung und vieles mehr. Qualitäts-App aus Leipzig mit promptem und freundlichen Support.

  8. @Hape: magst Recht haben,aber einen unpassenderen Vergleich zu Caschys geschilderter Intention hättest du vmtl. gar nicht finden können

  9. Atom ist mein Favorit für gute und kostenlose Texteditoren und kann auch mehr…

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