Google will Verlagen mit neuen Finanzierungsmöglichkeiten unter die Arme greifen

Google will Verlagen und anderen Website-Betreibern unter die Arme greifen, damit sie verlorene Einnahmen zurückgewinnen können. So sind AdBlocker nicht nur bei unseren Lesern beliebt, sondern allgemein mittlerweile für viele Anwender eine Standard-Erweiterung des jeweiligen Browsers. Hier kann man viele Verlage nicht von einer Verantwortung freisprechen: Nervige Autoplay-Videos, penetrante Pop-Ups oder plötzliche Soundeffekte haben über die Jahre dazu geführt, dass Werbung auf Websites einen immer schlechteren Ruf genießt. Dennoch finanzieren sich die meisten Websites, so auch dieses Blog, nun einmal über Werbung. Hier will Google nun ansetzen und Verlagen / Websitebetreibern neue Optionen anbieten, zugleich aber die Anwender schonen.

Google will in diesem Rahmen sein Projekt „Funding Choices“ vorantreiben. Im Wesentlichen ist damit gemeint, dass beim Aufruf einer Website mit aktiviertem AdBlocker eine Nachricht erscheint, wie ihr sie etwa oben im Screenshot erblickt. Dort wird dem Besucher ja offeriert entweder den AdBlocker zu deaktivieren oder aber Geld springen zu lassen. Allerdings ist die Nachricht im obigen Fall auch einfach wegklickbar. Funding Choices steckt aktuell noch in der Beta und war bisher nicht in Deutschland verfügbar. Nun will Google die Beta aber auf 31 weitere Länder erweitern.

Derartige Messages ploppen ja bereits jetzt auf vielen Websites auf, auch unabhängig von Googles Projekt. Funding Choices soll bei Implementierung eben dank Vernetzung mit Google auch Statistiken für Admins bereithalten und den Anwendern websiteübergreifend eine einheitliche Oberfläche kredenzen. Zudem können Leser zu Google Contributors werden und eben auf diesem Wege zahlen, um die Werbung zu entfernen. Bald sollen Verlage aber auch ihre eigenen Abonnements einbinden können.

Verlage können sich auch entscheiden, eine bestimmte Anzahl an Artikeln festzulegen, welche der jeweilige User abrufen kann (siehe Screenshot oben), bis eine Zahlung fällig wäre. Laut Google funktioniere das Modell von Funding Choices bisher hervorragend: Im Durchschnitt ließen nun 16 % der Nutzer, welche eine entsprechende Meldung aufploppen sehen, die Werbung doch zu. Bei einigen Websites liege die Rate gar bei bis zu 37 %. Dadurch lassen sich natürlich bei entsprechender Besucherzahl spürbare Mehreinnahmen generieren.

Google erlaubt den Verlagen auch härter vorzugehen: Eine Nachricht kann auch darauf hinweisen, dass Werbung zugelassen werden muss, oder aber ein Obolus fällig wird – sonst kommt der jeweilige Besucher gar nicht erst weiter. Auch diese Art der Nachricht wird von einigen Magazinen, etwa Forbes, bereits unabhängig von Googles Programm für Funding Choices eingesetzt.

Letzten Endes ist verständlich, dass viele Anwender keine Lust auf anstrengende Werbung haben, die womöglich den eigentlichen Website-Content überlagert. Allerdings sind die Betreiber von Websites in der Regel auf die Einnahmen durch Werbung angewiesen. Hier gilt es den richtigen Balanceakt zu finden. Vielleicht steuern Googles Funding Choices hier ja etwas Sinnvolles bei. Wie ich schon erwähnte, nutzen zwar ohnehin viele Verlage derartige Messages, die Vereinheitlichung durch Google könnte das Vertrauen der User aber eventuell stärken und auch die Bereitschaft für Abonnements erhöhen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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2 Kommentare

  1. Die Werbeanzeigen als solche wären ja nicht das Problem, wenn damit nicht Cookies, Tracker, Fingerprinting usw. einher gehen würden.
    Solange eine Seite so geartete Werbung ausliefert, wird diese blockiert, ganz egal wie sehr ich den sonstigen Content schätze. 😉

  2. Michael Ziegert says:

    Es wird immer so geschrieben, als ginge es nur um die nervige Werbung. Dabei werden zwei Themen vermischt, nämlich Werbung und Tracker.
    Gegen Anzeigen habe ich gar nichts. Aber ich möchte nicht getrackt werden, möchte nicht Anzeigen auf meine Interessen hin „optimiert“ haben.
    Schaltet Anzeigen ohne Tracker und die Welt ist in Ordnung. Ging bei Print-Werbung ja schließlich auch.

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