Google treibt Bewegungssensor auf Radarbasis für mobile Endgeräte voran

Die US-Behörde Federal Communications Commission (FCC) hat Google eine recht interessante Sondergenehmigung erteilt: So darf das Unternehmen einen speziellen Bewegungssensor weiter entwickeln, der auf Radar-Technologien basiert. Der Sensor läuft unter dem Codenamen Project Soli und soll es ermöglichen, Geräte ohne direkte Berührung nur mit Gesten zu bedienen.

Laut der FCC habe man Google eine Sondergenehmigung erteilt, damit der Sensor mit höheren Stärken verwendet werden könne, als es aktuell normalerweise erlaubt sei. Auch die Verwendung an Bord von Flugzeugen sei laut der Behörde möglich. Google selbst hat sich zu Project Soli und der Genehmigung durch die FCC allerdings bisher nicht offiziell geäußert.

Laut der FCC werde Project Soli „dem öffentlichen Interesse dienen, da innovative Bedienungsmöglichkeiten für Geräte über mit den Händen ausgeführte Gesten entstehen„. Project Soli kann offenbar im dreidimensionalen Raum Bewegungen via Radar erkennen. Offenbar ist angedacht, dass User etwa einen unsichtbaren Knopf zwischen den Fingern drücken könnten oder aber quasi in der Luft einen Regler fernsteuern, indem beispielsweise der Daumen am Zeigefinger gedreht wird.

Implementieren könnte man den Sensor nach aktuellem Stand der Dinge in Computer, Smart Cars aber auch mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets bzw. sogar Wearables. Google hatte offenbar bereits im März 2018 um eine entsprechende Sondergenehmigung gebeten, um diesen Kurzdistanz-Bewegungssensor testen zu dürfen. Die Genehmigung zog sich wohl auch hin, weil Facebook Zweifel daran aufwarf, dass die Techniken von Project Soli sicher implementierbar seien, ohne andere Komponenten in Mitleidenschaft zu ziehen.

Das Ende vom Lied war, dass Google und Facebook sich absprachen und einigten: Der Sensor kann deswegen mit höheren Stärken genutzt werden, als eigentlich üblich bzw. erlaubt wäre, aber nicht in dem Ausmaß, wie es sich Google ursprünglich wünschte. Erst einmal sind das aber natürlich nur spannende Hintergrundinformationen. Bis Project Soli dann tatsächlich am Markt in Geräten werkeln könnte, dürfte noch Zeit vergehen.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Im Kopf der Deutschen spielt sich gerade folgendes Szenario ab…

    Google: wir wissen wo User sich befinden, was sie sich gerade angucken, aber nicht was sie vor dem Bildschirm so treiben. Wir brauchen ein Radar.

    Facebook: gute Idee, wäre aber gut, wenn das Radar noch mehr erfassen könnte.

    Google: das ist evil, wir wollten es eigentlich nicht mehr sein.

    Facebook: einfach sagen, dass ein stärkeres Radar nötig ist, da sonst die Google Suche und der Facebook Chat nicht mehr funktionieren.

    Google: +1

    • Du bist bestimmt der hellste Kopf im betreuten Wohnen und hast deswegen einen eigenen Internetanschluss bekommen. Cool und jetzt frag den Betreuer nach nem Keks weil du hast was ganz tolles gesellschaftskritisches gepostet.

  2. Und was hat Facebook da zu melden ??????

  3. Naja wenn die Erkennung genausoo gut wie Google Lens bin ja mal gespannt

  4. Hat die automatische Schreibhilfe im Text aus der FCC Facebook gemacht?

  5. Was hat facebook sich mit Google über die Stärke von deren Radar zu einigen? *wunder*

  6. Wer es wagt, den im Text angegeben Link zu nutzen wird u.a. folgendes dort finden:
    „Facebook Inc (FB.O) raised concerns with the FCC that the Soli sensors operating in the spectrum band at higher power levels might have issues coexisting with other technologies….“

    • Ach tatsächlich, stimmt.
      Ich dachte, da hätte sich eher ein Fehler der automatischen Texterkennung eingeschlichen.

      Da hätte man dann mMn etwas mehr recherchieren können, warum Facebook sich da einmischt.
      Nun ja.

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