Google Pixel Slate: Tests loben die Hardware und schimpfen über die Software

Anfang Oktober 2018 wurde das Google Pixel Slate offiziell vorgestellt. Es handelt sich hier um ein Tablet mit gewissen Notebook-Ambitionen, das auf Chrome OS als Betriebssystem setzt. Mittlerweile sind die ersten Tests erschienen. Jene loben das neue Gerät von Google größtenteils für die Hardware, an der Software wird aber viel Kritik laut.

Beispielsweise mag man bei The Verge nur 5,5 von 10 Punkten vergeben. Lob gibt es für die Lautsprecher, zwei Anschlüsse für USB Typ-C und den Bildschirm. Allerdings bescheinigt man dem Gerät zahlreiche Software-Bugs, eine nicht gerade optimale Tastatur und schlechte Einbindung der Android-Apps. Am Ende halten die Kollegen fest, dass das Pixel Slate aktuell nur etwas für Hardcore-Fans von Chrome OS sei. Selbst jene sollten aber abwägen eventuell lieber zu einem Pixelbook zu greifen.

Auch TechCrunch zeigt sich etwas ambivalent. Hier lobt man ebenfalls die Einbindung von zweimal USB Typ-C, zieht aber ebenfalls das Fazit, dass insgesamt die Hardware deutlich ausgereifter sei als die Software des Pixel Slate. Chrome OS sei mittlerweile zwar ein ordentliches Betriebssystem,erweise sich für die produktive Arbeit oder gar für professionelle Anwender und Geschäftskunden aber einfach immer noch nicht als ausgreift genug.

Bei 9to5Google verweist man ebenfalls darauf, dass das Pixel Slate zwar kein schlechtes Produkt sei, allerdings das Pixelbook derzeit ein deutlich besseres Preis- / Leistungsverhältnis biete. Zumal Google das Pixel Slate zwar als Tablet vermarkte, es aber erst mit angedockter Tastatur seine Stärken ausspielen könne. Genau dann könne es sich aber nicht ausreichend vom Pixelbook abgrenzen. Der Preisunterschied sei einfach zu groß, um das Pixel Slate gegenüber dem Pixelbook wirklich empfehlen zu können.

Etwas positiver klingt Android Authority. Dort hebt man etwa Design und Verarbeitung positiv hervor und erfreut sich am exzellenten Bildschirm, den Lautsprechern sowie dem schnellen Fingerabdruckscanner. Allerdings stört man sich auch dort am hohen Preis, dem Fehlen eines Kopfhöreranschlusses sowie dem Verzicht auf erweiterbaren Speicherplatz. Am meisten spreche gegen das Google Pixel Slate der Preis, welcher im Vergleich mit der Preisgestaltung von Googles Pixelbook schwer zu rechtfertigen sei. Egal welches konkrete Modell man betrachte, das Pixel Slate sei schlichtweg überteuert. Für sich genommen handele es sich um ein tolles Produkt, das aber eben zu teuer sei, für das, was es biete.

Langsam kennt man nun den Tenor: Auch AndroidCentral moniert den zu hohen Preis. Lob hat man erneut für das Display aber auch die Akkulaufzeit übrig. Dazu grenzt man die Anwendungsgebiete ab. Als Tablet sei das Pixel Slate laut den Kollegen ein Genuss, als Laptop aber leider weniger. Insgesamt vergibt man aber trotz einiger Meckereien 4/5 Punkten. Auch hier rät man aber zu einem Pixelbook zu greifen, statt den hohen Preis des Pixel Slate zu löhnen.

Wired lässt sich zu 7/10 Punkten hinreißen. Dort findet man die Software überraschenderweise im Gegensatz zu den meisten anderen Tests sehr gelungen. Stattdessen hätte man sich bei den Anschlüssen mehr Vielfalt gewünscht. Außerdem ist man vom Dateimanagement weniger angetan. Beispielsweise hätte man befürwortet, wenn es möglich wäre, eine Bilddatei einfach direkt auf dem Desktop abzulegen, statt Dateien automatisch zu „Meine Dateien“ zu senden. Insgesamt sei das Pixel Slate aber ein ausgereiftes Produkt, das manche Wege in die Zukunft aufzeige.

Pocket-lint bewertet das Pixel Slate als besser für die Arbeit geeignet, als so gut wie alle Android-Tablets. Trotzdem habe Google letzten Endes den Preis zu hoch angesetzt. Manche Android-Apps laufen offenbar nicht rund, was ebenfalls zu Punkteabzug führt. Befürworten kann man die Verarbeitung, die Lautsprecher und das laut den Kollegen sehr gute Keyboard. Wäre also der hohe Preis nicht, würde man eine Empfehlung aussprechen.

Sollte man das Google Pixel Slate kaufen, fragt sich PCWorld. Auch hier kommt man wie andere Magazine aber zu dem Ergebnis, dass ein Pixelbook derzeit vorzuziehen sei. Das Design des Pixel Slate lobt man zwar ausgiebig, bemängelt aber einige Bugs in der Software. Letzten Endes zieht man das Fazit, dass man zwar niemandem den Kauf des Pixel Slate explizit ausreden würde, es aber auch nicht unbedingt eine naheliegende Empfehlung sei. Wer die gleiche Summe, welche für das Pixel Slate anfalle, in ein Chromebook oder das Pixelbook investiere, mache das bessere Geschäft. 3,5 /5 Punkten sind das Ergebnis.

Da klingt der Test von Digital Trends mit einer Gesamtwertung von 7/10 ähnlich. Erneut erntet der Bildschirm Lob und auch die Lautsprecher begeistern. Ebenfalls sei die lange Akkulaufzeit ein Pluspunkt. Vom Design ist man hier spannenderweise weniger angetan. Auch der hohe Preis sowie Fehler in der Software fallen hier auf. Das Fazit lautet, dass das Pixel Slate ein besseres Notebook sei als das Apple iPad Pro und ein besseres Tablet als ein aktuelles Surface Pro. Trotzdem seien die Geräte von Apple und Microsoft jeweils überlegen, weil sie dafür in den jeweils anderen Disziplinen auftrumpfen. Am Ende sei Interessierten zu raten, lieber für den Preis, den Google für das Pixel Slate ausrufe, separat ein Notebook und ein Tablet zu erwerben. Da habe man am Ende mehr davon. Nur wer extrem scharf auf Chrome OS sei, werde mit dem Pixel Slate glücklich.

Als letztes haben wir noch The Guardian, die 4/5 Punkten zücken. Hier kritisiert man, dass es mit Android-Apps am Pixel Slate ein Glücksspiel sei, was am Ende funktioniere und was nicht. Chrome OS benötige außerdem weiterhin Feinschliff. Der hohe Preis sei zudem ebenfalls etwas, was einem Kopfzerbrechen bereite. Dafür erhalte man aber mit dem Pixel Slate ein Tablet mit langer Akkulaufzeit, großartigem Bildschirm, regelmäßigen Updates und zwei Ports für USB Typ-C.

In Deutschland ist das Google Pixel Slate derzeit nicht zu haben. Wäre das Gerät für euch eine Überlegung wert?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. Ich habe mich heute tatsächlich erstmalig nach einem Chromebook umgesehen und bin auch am Slate hängengeblieben. Der Preis hat mich dann allerdings doch abgeschreckt und mittlerweile bin ich nichtmal mehr sicher, ob ich überhaupt ein Chromebook brauche. Werde da wohl noch ein bis drei Tage drüber nachdenken. Aber das Slate wirds eher nicht.

  2. Habe ich dann wohl doch zurecht ein Huawei Mediapad 5 10,8 bestellt? Andererseits, wozu noch 1 Jahr warten bis es das Slate bei uns gibt oder Google sich endlich entscheidet welches der mittlerweile 3 OS in Zukunft bevorzugt wird.

  3. So eine Meinungszusammenfassung von verschiedenen Portalen find ich als Artikelformat spannend. Danke dafür… Habe auch schon öfter mit einem Chromebook geliebäugelt. Leider gerade in Deutschland sind die dann Schrott & alt oder zu teuer.

  4. Ich selber bin begeisterter Chromebook user.
    Nutze das „alte“ acer Chromebook 13 und bin noch immer fan davon.

    Da ich mein Job zu 98% im Browser erledigen kann ist das Chromebook das Perfekte Arbeitsgerät.
    Ich habe auch schon mit dem Slate geliebäugelt. Denke aber ich warte noch auf die 2. Generation (falls es die irgendwann gibt)

  5. Zu dem Satz „erweise sich für die produktive Arbeit oder gar für professionelle Anwender und Geschäftskunden aber einfach immer noch nicht als ausgreift genug.“ möchte ich Capos Aussage noch ergänzen:

    Nicht das OS ist nicht ausgereift, die Anwendung sind entweder nicht geeignet oder ausgereift! Wer eine moderne Browser basierte Software nutzt (und selbst im Helathcare Bereich würde alles Browser basiert funktionieren: Das Fuji Pacs ist seit Jahrzehnten im Browser, das Krankenhausinformarionsstem von EDL auch , Personaleinsatzplaning und alles andere was man braucht , würde man von mindestens einer Firma als Browser-Version finden) oder alternativ der Arbeitgeber Citrix im Einsatz hat (Citrix Abteilungsdesktop läuft hervorragend auf dem Chromebook, da kann man dann entsprechend auch alle älteren Windows-Basierten Clients nutzen), dann gibt es kein besseres Arbeitsgerät für produktive und professionelle Anwender, als ein Chromebook oder Chrom OS Box.

  6. Softwareprobleme kann man beheben. Mich kotzt viel mehr an, dass man auch dieses Google-Tablet wieder nicht in Europa bekommen wird.

  7. Mein Versuch das Pixel Slate bei Google UK zu bestellen, scheiterte daran, dass meine Adresse als nicht korrekt erkannt wurde.

  8. Ich hab mir Chrome OS angeschaut.. für Testzwecke chronium OS auf dem Laptop aber da ist mittlerweile android druaf aber. Nutze nur noch mein Mediapad M5 pro

  9. Florian Reichl says:

    Acer Chromebook Spin 13
    16 GB RAM, 128 GB Flash-Speicher, Core i5 CPU, 200 PPI-Display
    Auf diesem Chromebook kann man wunderbar unter Chrome OS arbeiten und nebenbei auch Linux-Anwendungen laufen lassen. Bei mir z. B. Visual Studio Code und LibreOffice.
    So kann ich endlich mein altes MacBook ablösen und habe einen nahezu vollwertigen Ersatz. Nur ein guter Ersatz für Adobe Lightroom oder Capture One fehlt mir noch.

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