Google News könnte in Europa eingestellt werden


Google News ist für viele eine der besten Anlaufstellen, um über das Weltgeschehen informiert zu werden. Man sieht bei Google News einen kleinen Anreißer des Artikels, kann bei Interesse dann die jeweilige Webseite direkt anspringen. Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, gefällt dies nicht allen Webseiten, bzw. deren Betreibern. Sie fordern im Zuge des sogenannten Leistungsschutzrechts, dass Google für die Ausschnitte bezahlt.

Dass Google für diese Newsseiten auch ein Traffic-Bringer ist, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Das ist auch kein Märchen oder so, sondern hat sich in Spanien schon gezeigt. Dort wurde nämlich ein entsprechendes Gesetz erlassen, woraufhin Google seinen News-Dienst eingestellt hat. Der Traffic der News-Seiten brach signifikant ein.

Aktuell wird über solche Zahlungen für die gesamte EU diskutiert. Und Google droht bereits damit, Google News in Europa einfach einzustellen, wenn das Gesetz tatsächlich so kommt. Zwar könne man jetzt noch keine endgültige Entscheidung treffen, da man erst abwarte, wie genau das Gesetz formuliert wird, aber es wird deutlich, dass Google keinesfalls bereit ist, für die Texthappen in Google News zu bezahlen.

Google und die EU sind generell nicht sehr gut aufeinander zu sprechen. Das sah man schon bei dem Hickhack um Android und die vorinstallierten Apps. Das Ende vom Lied ist hier, dass Android in Europa den Hersteller jetzt Geld kostet, wenn er bestimmte Google-Dienste verwendet. Was dann wiederum am Ende beim Käufer hängen bleibt.

Während Google aber mit der Nutzung von Android Geld verdient, sieht dies bei Google News anders aus. Das Angebot ist werbefrei, bringt dem Unternehmen keinen Profit. Dafür eine Linksteuer zu bezahlen, wäre wohl sehr unpassend. Man kann aber davon ausgehen, dass Google bei entsprechender Entscheidung der EU nicht lange fackelt und den Dienst einfach einstellt.

Google sieht aber nicht nur die Linksteuer als Problem, sondern warnt auch davor, dass durch die Einstellung von Google News auch weniger Auswahl bei Newsinhalten vorhanden sein wird. Kleinere oder neuere News-Seiten würden dann schwieriger von Nutzern gefunden, was die Auswahl einschränken würde. Weniger Auswahl ist natürlich auch gefährlich, so kann im Newsbereich viel einfacher manipuliert werden.

Durchaus spannend und es wird sehr interessant, wenn die EU tatsächlich so entscheidet, dass Angebote wie Google News etwas an die News-Seiten abtreten müssen. Vielleicht siegt ja in der EU doch noch die Vernunft und nicht die Gier der Newsseitenbetreiber, allen voran Springer und Konsorten.

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*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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84 Kommentare

  1. Es gibt sicherlich viele Seitenbeitreiber, die sich freuen, überhaupt bei Google News aufzutauchen. Das ist doch kostenlose Werbung. Sollen Google doch einfach die Verlage etc. rausschmeißen, die Geld für die Verwendung der Ausschnitte haben möchten. Oder nur noch den Titel ohne Teaser-Text darstellen. Aber das würde die Lobby dann sicherlich auch wieder nicht gut finden.

  2. Also ich sehe mal wieder die EU wie sie schön die Informatiosvielfalt einbremmst. Ich nutze Google NEWS. Weil dort die Themen eingeblendet werden die ich in den Einstellungen festgelegt habe.

    Außerdem was spricht denn dagen, wenn man von Google auf eine News geschikt wird und der Betreiber sei es nu Chip die connect oder Spiegel möchte denn 0,99€ haben um den Artikel zu lesen.

    Ich sehe ehr das Problem wieviel Papier jeden Tag in den EU Haushalten in die Paiertonne wandert. Stichwort Tageszeitung. die NWZ find ich zu teuer um dann gefühlt vielleicht ganze 2 Seiten zu lesen.

    Im Zeitalter von großen Smartphones und Tablets finde ich die aber Millionen Tonnen Papier überflüssig. Eine ganze Zeitung kaufen wenn mich 2-3 Artikel intressieren?

    Ich denke die EU sollte sich mal umsowas kümmern. Zumal weiß ich das es in der EU eine richtige Altpapiermafia ist die ein „schw..“ Geld damit macht das LKW´s voll mit altpaier durch Europa gondeln.

    EU die bist echt auf dem falschen Weg. Überings hab ich auch noch News Republik und ntv als App´s zum Lesen von News installiert.

    • Nochmal: Das Problem ist nicht „die EU“, sondern Lobby-gesteuerte Politiker BESTIMMTER PARTEIEN, die ihr gewählt habt. Allen voran die CDU/CSU, die die Fraktion der christdemokratisch-konservativen EVP im Europaparlament dominiert.

      Da hilft kein unpolitisches Jammern und Meckern auf „die EU“. Sondern WÄHLEN gehen!

      • Man sollte so fair sein und SPD, Grüne etc. dann gleich ebenfalls erwähnen, da auch die Jungs und Frauen in den Vorständen vertreten sind 🙂

        Aber wie immer gilt.. Volk hat sie gewählt.

  3. Wer nicht will der hat schon.

  4. Gordon Smith says:

    Jeder Verlag/Newsseite kann ja selber entscheiden ob er eine Paywall einrichtet oder nicht. Wenn ich auf einer Newsseite wie Bild.de (die ich normalerweise nie lesen würde) oder rp-online.de lande blockiere ich diese Seite und das war es. Auf den „QualitätsJournalismus“ kann ich gut verzichten, soll doch jede Seite ihr „Glück“ versuchen, entweder es funktioniert das User für die Inhalte zahlen oder eben nicht. Wenn die Newsseiten platt gehen, so what… kommen eben neue.

  5. Was ich nicht ganz verstehe, Google hat doch mittlerweile sein „Kiosk-Angebot“ in Google News integriert. Mich würde wundern, dass Google mit abgeschlossenen Abos nicht auch Geld verdient (natürlich geht der Großteil an die Contentanbieter, aber als Dienstleister bekommt Google doch sicherlich einige Prozente). Bei dem Marktanteil von Android würden sich die Verlage zudem ins eigene Fleisch schneiden, wenn auch die Abos wegfallen würden und nicht jeder Nutzer wird kostenpflichtige Alternativangebote (auch seitens der Verlage) nutzen wollen. Auf der anderen Seite könnte es ja eine Art Querfinanzierung geben, also die Finanzierung der Snippets durch einen (geringen) Aboaufschlag seitens Google…

    Zu Alternativen: ich nutze mit Vorliebe einen RSS-Reader und kann eigentlich den Inoreader sehr empfehlen (und A. Springer wird ohnehin boykottiert)…

  6. Luca Müller says:

    Bezüglich der Aussage das Google News kleineren News Seiten hilft. Ich hab euch erst durch Google News gefunden und daraufhin auch Freiwillig Geld gespendet weil mir eure Arbeit gefällt 😉

  7. Ricardo Cescon says:

    Seht traurig

  8. mblaster4711 says:

    „Weniger Auswahl ist natürlich auch gefährlich, so kann im Newsbereich viel einfacher manipuliert werden.“

    Gebau sowas kommt doch Berlin und der EU zugute.

  9. Meckerfritze says:

    Es wäre eigentlich schön eine ordentlich redigierte News-Seite zu bekommen. Auf Google findet man eigentlich auch nur die großen (Welt, Spiegel, Zeit) und daneben eine Menge Mist…

  10. Google News ist ein seriöses und bekanntes Portal, das auch mal andere Zeitungen verlinkt als Bild und Welt. (auch wenn das in letzter Zeit stark nachgelassen hat, seit Google dem Zensurdruck immer weiter nachgibt)
    Was passiert, wenn man Gesetzesvorhaben umsetzt, wie die in Spanien, sieht man ja. Google schließt die Seite.
    Wenn also Springer weiterhin die Politik beeinflusst, solche Gesetze europaweit durchzusetzen, ist die Absicht wohl klar. Google soll die News dichtmachen. ‚Bild‘ finden die Leute mittelfristig auch so wieder und wenn ein bekanntes Portal verschwindet, das oft die kleine Konkurrenz verlinkt, ist es für die großen Verlagsseiten ein Fest.
    Es gibt aber halt viele Leute, auch hier, die geifern und sabbern, einen auf progressiv machen und auf der Datenschutzwelle reiten. Nur wenn man genauer hinschaut, sieht man im Hintergrund, wie die reaktionärste Springerpresse ihr hässliches Haupt erhebt. Dummheit oder Absicht? Ich weiß es nicht.
    Wer mehr lesen will, kann ja Stefan Niggemeier Lügen fürs Leistungsschutzrecht googeln.

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