Gerichtsurteil: DWD WarnWetter-App darf nicht kostenlos angeboten werden

Ihr kennt die App vermutlich, viele dürften sie sogar auf ihrem Smartphone installiert haben: Die kostenlose WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes. Ein Gericht hat nun entschieden, dass die App nicht mehr kostenlos angeboten werden darf, wie die Westfalenpost berichtet. Die Begründung ist der erweiterte Inhalt, der über Warnungen hinausgeht. Laut Gericht informiert die App umfassend über das Wetter. Geklagt hatte ein privater Anbieter aus Bonn, der in dem Angebot eine steuerfinanzierte Wettbewerbsverzerrung sieht.

Das sieht auch das Landgericht Bonn so. Zwar verfolge der DWD keine Gewinnabsichten mit der App, agiere aber wie ein wirtschaftliches Unternehmen. Denn mit dem Angebot wird die Bekanntheit des DWD gesteigert, was letztendlich zu einer Steigerung der Markmacht führt. Gegen das Urteil kann allerdings noch Berufung eingelegt werden.

Der DWD äußerte sich zunächst nicht direkt, man müsse erst die vollständige Urteilsbegründung abwarten. Aber ein Sprecher des DWD betonte noch einmal, dass keine kommerziellen Ziele verfolgt werden, vielmehr möchte man dem Nutzer Hintergründe zu Wetterwarnungen über ein zeitgemäßes Medium präsentieren.

Noch kann die App kostenlos geladen werden und ich gehe davon aus, dass dies auch künftig so sein wird. Verstehen kann man durchaus beide Seiten, eine sehr spannende Sache, die ein wenig an die Streitereien mit den Meidathek-Apps der öffentlich-rechtlichen TV-Sender erinnert.

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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46 Kommentare

  1. na toll. Eine Bundebehörde verklagen.. Daten die mit Steuergeldern finanziert werden ..

  2. zweiundvierzig says:

    Schön wäre zu wissen, welche Firma dagegen geklagt hat. Mein Abo bei der Süddeutschen habe ich nach der Klage ( an der sich die Süddeutsche beteiligt hat) gegen die App der ARD/Tagesschau gekündigt. Was hat das mit Warnwetter zu tun? Die sollen einfach eine bessere ( auch Datenschutz) App bauen und aufhören die Gerichte mit so einem Scheiß zu bemühen.

  3. Wenn ich mich nicht irre habe ich alle Daten und Dienste die der DWD mir/uns mit der App zur Verfügung stellt bereits mit meinen Steuern bezahlt. Somit gehören die Daten uns allen. Es ist also nur logisch, dass zumindest alle Bundesbürger diese kostenfrei nutzen dürfen.
    Außerdem gibt es zig andere WetterApps die auch nichts kosten sondern sich bspw. über Werbung finanzieren. Insofern kann ich das Urteil nicht im geringsten nachvollziehen.

  4. Die App muss kostenlos bleiben. Immerhin finanzieren wir die mit unseren Steuergeldern! Bezahlt haben wir schon!

  5. Irgendwie muss ich grade an Opera denken…

  6. @zweiundvierzig
    Das war WetterOnline…..

  7. „Wetter Online“ ist hier der Kläger. Interessant wird es, sollte sich das Urteil durchsetzen, ob man eine einmalige Zahlung leisten muss oder so wie bei vielen professionellen Wetterdiensten ein Monatsabo.
    Ganz ehrlich, ich hab mich mit dieser App so sehr angefreundet und werde auch bereit sein einen kleinen Obolus zu zahlen. Eigentlich ein Widerspruch in sich, denn somit kommerzialisiert sich ja der DWD…

  8. Toll, eine Bundesbehörde darf die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht denjenigen, die sie finanzieren – nämlich dem Steuerzahler – zur Verfügung stellen?

  9. Wie ich sowas hasse

  10. Schöne kostenlose Werbung für die App. Der Schuss ging wohl nach hinten los

  11. Unserer bester Freund der Markt wir es richten. Danke auch.

  12. Wetter Online hat sich damit einen BÄRENDIENST erwiesen.

    TSCHÖÖÖÖÖÖ Wetter Online.

  13. Selbst wenn die einmalig Geld kostet, würde ich mir die kaufen. Top Anwendung und Vorhersagen!

  14. Die beste Wetter-App. Ich hoffe, sie bleibt weiterhin kostenlos.

  15. Wer auch immer dagegen geklagt hat, hat sich bestimmt keinen Gefallen getan. Ohne den Post hier, hätte ich wahrscheinlich nie davon erfahren.

  16. Gerade Wetter Online hätte das nicht nötig gehabt. Jetzt fliegen sie bei mir vom Smartphone. Lieber klagen statt zu überzeugen ist relativ schwach.

  17. Dann darf ja die Deutsche Bahn auch keine kostenlose App mehr anbieten, es sei den sie hat keine Gewinnabsicht und die Fahrkarten werden in Zukunft verschenkt…

  18. Was für eine Schweinerei!
    Der DWD wird von Steuergeldern bezahlt und ist eine der wenigen deutschen Behörden, die uns direkt eine wirklich gute App und guten Service zur Verfügung stellen. Der DWD erhebt seinen eigenen Daten und ist wahrscheinlich noch verpflichtet, diese kostenlos zur Verfügung zu stellen und dann werden sie von einem Schmutzunternehmen verklagt, weil sie gute Dienste für die Bürger leisten?

    Wann kommt der erste Sicherheitsdienst, der die Polizei verklagt, weil diese den Wettbewerb verzerrt und kostenlos die Bürger schützt? Oder müssen wir ein Abo bei der Polizei ODER dem Sicherheitsdienst abschließen?

    Ich hoffe der Dienst wird noch genannt und hart zurückgeklagt und in die Schranken gewiesen.

  19. Auf Twitter gehts übrigens auch schon los gegen Wetter Online. Hoffentlich auch auf anderen Portalen, z.B. App Stores oder Social Media Seiten.

  20. Die Lösung hieße eigentlich Open Data ähnlich etwa dem Norwegischen Wetterdienst, und ich las vor ein paar Monaten, dass sich der DWD in diese Richtung bewegen will. Aber was der DWD auf seiner Website anbietet wie Wetterkarten etc, kann sie auch per App verbreiten, in einem anderem Nachrichtenbericht las ich, das es da eher um zugekaufte Daten wie Blitzmeldungen etc. geht….

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