Gerichtsurteil: DWD WarnWetter-App darf nicht kostenlos angeboten werden

Ihr kennt die App vermutlich, viele dürften sie sogar auf ihrem Smartphone installiert haben: Die kostenlose WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes. Ein Gericht hat nun entschieden, dass die App nicht mehr kostenlos angeboten werden darf, wie die Westfalenpost berichtet. Die Begründung ist der erweiterte Inhalt, der über Warnungen hinausgeht. Laut Gericht informiert die App umfassend über das Wetter. Geklagt hatte ein privater Anbieter aus Bonn, der in dem Angebot eine steuerfinanzierte Wettbewerbsverzerrung sieht.

Das sieht auch das Landgericht Bonn so. Zwar verfolge der DWD keine Gewinnabsichten mit der App, agiere aber wie ein wirtschaftliches Unternehmen. Denn mit dem Angebot wird die Bekanntheit des DWD gesteigert, was letztendlich zu einer Steigerung der Markmacht führt. Gegen das Urteil kann allerdings noch Berufung eingelegt werden.

Der DWD äußerte sich zunächst nicht direkt, man müsse erst die vollständige Urteilsbegründung abwarten. Aber ein Sprecher des DWD betonte noch einmal, dass keine kommerziellen Ziele verfolgt werden, vielmehr möchte man dem Nutzer Hintergründe zu Wetterwarnungen über ein zeitgemäßes Medium präsentieren.

Noch kann die App kostenlos geladen werden und ich gehe davon aus, dass dies auch künftig so sein wird. Verstehen kann man durchaus beide Seiten, eine sehr spannende Sache, die ein wenig an die Streitereien mit den Meidathek-Apps der öffentlich-rechtlichen TV-Sender erinnert.

WarnWetter
WarnWetter
Preis: Kostenlos+
WarnWetter
WarnWetter
Preis: Kostenlos+

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

46 Kommentare

  1. na toll. Eine Bundebehörde verklagen.. Daten die mit Steuergeldern finanziert werden ..

  2. zweiundvierzig says:

    Schön wäre zu wissen, welche Firma dagegen geklagt hat. Mein Abo bei der Süddeutschen habe ich nach der Klage ( an der sich die Süddeutsche beteiligt hat) gegen die App der ARD/Tagesschau gekündigt. Was hat das mit Warnwetter zu tun? Die sollen einfach eine bessere ( auch Datenschutz) App bauen und aufhören die Gerichte mit so einem Scheiß zu bemühen.

  3. Wenn ich mich nicht irre habe ich alle Daten und Dienste die der DWD mir/uns mit der App zur Verfügung stellt bereits mit meinen Steuern bezahlt. Somit gehören die Daten uns allen. Es ist also nur logisch, dass zumindest alle Bundesbürger diese kostenfrei nutzen dürfen.
    Außerdem gibt es zig andere WetterApps die auch nichts kosten sondern sich bspw. über Werbung finanzieren. Insofern kann ich das Urteil nicht im geringsten nachvollziehen.

  4. Die App muss kostenlos bleiben. Immerhin finanzieren wir die mit unseren Steuergeldern! Bezahlt haben wir schon!

  5. Irgendwie muss ich grade an Opera denken…

  6. @zweiundvierzig
    Das war WetterOnline…..

  7. „Wetter Online“ ist hier der Kläger. Interessant wird es, sollte sich das Urteil durchsetzen, ob man eine einmalige Zahlung leisten muss oder so wie bei vielen professionellen Wetterdiensten ein Monatsabo.
    Ganz ehrlich, ich hab mich mit dieser App so sehr angefreundet und werde auch bereit sein einen kleinen Obolus zu zahlen. Eigentlich ein Widerspruch in sich, denn somit kommerzialisiert sich ja der DWD…

  8. Toll, eine Bundesbehörde darf die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht denjenigen, die sie finanzieren – nämlich dem Steuerzahler – zur Verfügung stellen?

  9. Wie ich sowas hasse

  10. Schöne kostenlose Werbung für die App. Der Schuss ging wohl nach hinten los

  11. Unserer bester Freund der Markt wir es richten. Danke auch.

  12. Wetter Online hat sich damit einen BÄRENDIENST erwiesen.

    TSCHÖÖÖÖÖÖ Wetter Online.

  13. Selbst wenn die einmalig Geld kostet, würde ich mir die kaufen. Top Anwendung und Vorhersagen!

  14. Die beste Wetter-App. Ich hoffe, sie bleibt weiterhin kostenlos.

  15. Wer auch immer dagegen geklagt hat, hat sich bestimmt keinen Gefallen getan. Ohne den Post hier, hätte ich wahrscheinlich nie davon erfahren.

  16. Gerade Wetter Online hätte das nicht nötig gehabt. Jetzt fliegen sie bei mir vom Smartphone. Lieber klagen statt zu überzeugen ist relativ schwach.

  17. Dann darf ja die Deutsche Bahn auch keine kostenlose App mehr anbieten, es sei den sie hat keine Gewinnabsicht und die Fahrkarten werden in Zukunft verschenkt…

  18. Was für eine Schweinerei!
    Der DWD wird von Steuergeldern bezahlt und ist eine der wenigen deutschen Behörden, die uns direkt eine wirklich gute App und guten Service zur Verfügung stellen. Der DWD erhebt seinen eigenen Daten und ist wahrscheinlich noch verpflichtet, diese kostenlos zur Verfügung zu stellen und dann werden sie von einem Schmutzunternehmen verklagt, weil sie gute Dienste für die Bürger leisten?

    Wann kommt der erste Sicherheitsdienst, der die Polizei verklagt, weil diese den Wettbewerb verzerrt und kostenlos die Bürger schützt? Oder müssen wir ein Abo bei der Polizei ODER dem Sicherheitsdienst abschließen?

    Ich hoffe der Dienst wird noch genannt und hart zurückgeklagt und in die Schranken gewiesen.

  19. Auf Twitter gehts übrigens auch schon los gegen Wetter Online. Hoffentlich auch auf anderen Portalen, z.B. App Stores oder Social Media Seiten.

  20. Die Lösung hieße eigentlich Open Data ähnlich etwa dem Norwegischen Wetterdienst, und ich las vor ein paar Monaten, dass sich der DWD in diese Richtung bewegen will. Aber was der DWD auf seiner Website anbietet wie Wetterkarten etc, kann sie auch per App verbreiten, in einem anderem Nachrichtenbericht las ich, das es da eher um zugekaufte Daten wie Blitzmeldungen etc. geht….

  21. Zur Not wird die App halt für paar Cent vertrieben 🙂
    Anderseits die app pushed so und so nur falsche Informationen. App ist somit schon lange bei mir wegen totaler Unauigkeit geflogen

  22. Gleich mal 1 Stern bei WetterOnline dagelassen.

    Die DWD-App ist wirklich klasse, und sie ist mit Steuergeldern bezahlt. Hier geht es ums Prinzip und nicht um 10 Cent.

  23. Muss mich etwas revidieren: laut n-tv: Nach Überzeugung der Bonner Richter verstößt das Angebot der DWD-App gegen das Gesetz über den Deutschen Wetterdienst (DWDG). Danach habe der DWD für seine Dienstleistungen in der Regel eine Vergütung zu verlangen. Einzelne im Gesetz geregelte Ausnahmen seien im vorliegenden Fall nicht einschlägig. Die Richter verwiesen in diesem Zusammenhang darauf, dass in der App nicht nur über amtliche DWD-Warnungen, sondern umfassend über das Wetter informiert werde. Auch nach einer Novelle des DWDG in diesem Jahr sei das Angebot einer unentgeltlichen Wetter-App durch den DWD nicht zulässig. Zitatende

    Demnach wäre auch die Exekutive, sprich unsere Bundesregierung gefragt…

  24. Mei wie alle losbashen… ohne die Hintergründe zu kennen. Danke Ecki… ich hatte im Leben schon einige Male mit dem DWD zu tun und dessen Daten kosten schon immer richtig viel Geld. Um so mehr hatte mich die App gewundert, da sie sehr umfassend und kostenlos war. Dass das dem Gesetz zuwiderhandelt (das natürlich von unserer Regierung geändert werden kann und vlt auch sollte) wird natürlich von privatwirtschaftlich arbeitenden Unternehmen (die ja selbst ihre Daten u.a auch beim DWD kaufen müssen) dagegen geklagt.

    Bitte Leute kümmert euch um details, gerade bei Gerichtsverfahren.

  25. Da ich Wetter Online im Browser normalerweile nutze fliegt dieser endgültig raus, an alle bekannte ist die Info schon raus. Normal machen die bei sowas gerne mit und kicken solche Seiten auch aus dem Hausgebrauch raus.

  26. @Lukas: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2017/20170725_dwd-gesetz.pdf%3F__blob%3DpublicationFile%26v%3D6

    “ Außerdem wird der DWD seine Wetter- und Klimainformationen weitgehend entgeltfrei zur Verfügung stellen“

    Abgesehen davon: Die WarnWetter App ist für uns Bürger, die letztendlich auch mit ihren Steuern die Dienste und die App finanzieren. WetterOnline und anderen Dienste würden die Wetterdaten jedoch nutzen, um anders bzw. noch mehr Kohle damit zu machen, sei es durch Premium Abos oder indirekt durch Werbung oder die Daten der Besucher.

  27. Ich habe Wetteronline gerade eben auf die Blacklist für den Wifi-Hotspot bei mir im Betrieb gesetzt. 🙂 Privat sind die Wetteronline-Domains auch auf meine Fritzbox-Filterliste geflogen.

  28. Tito (@_T1t0_) says:

    Was für Pfosten… Habe bislang auch Wetter Online genutzt. Das „Regenradar“ ist ja ziemlich bekannt von denen. Funktionierte ja auch gut. Aber jetzt sehe ich, dass man beim DWD viel weiter reinzoomen kann.

    Dann werde ich wohl mal wechseln. Wenn DWD wirklich kostenpflichtig werden sollte, dann können sie sich ja für 10 Cent oder so entscheiden. Bleibt dann dank Google Umfrage App trotzdem ein Freebie! 🙂

  29. Die App ist teilweise etwas umständlich anzusehen, aber die Wettervorhersagen sind wenigstens sehr genau, während wetter.com etc nur scheiße vorhersagen

  30. Ok, ich versuche es mal. Die Richter werden sich schon irgendwas dabei gedacht haben, auch denen ist klar dass der DWD sich unter anderem durch Steuergelder finanziert. Sicherlich ist nicht die gesamte App das Problem, sondern nur ein Aspekt innerhalb der App und wenn der DWD diesen Teil aus der App entfernt wird das Ding auch weiterhin kostenlos bleiben und sicher auch weiterhin anzeigen vor Unwettern warnen usw.

    JustMy2Cents

  31. Super, man kann nicht editieren und ich habe im letzten Satz einen Fehler gemacht.
    @Redaktion: Kann man nicht wenigsten ein Zeitfenster von 5 Min. gewähren um sein Kommentar zu editieren? Bütte 🙁

  32. Für das Handy nutze ich DWD und meine Smarthomesteuerung FHEM nutzt Proplanta https://www.proplanta.de/.

  33. @ B M , wie es ja hieß akzeptiert das Gericht diese Gesetzes-Novelle nicht… Das ist nun vermutlich eine Auslegungssache (die ja auch evtl in der nächsten Instanz wieder gekippt werden kann). Ich bin kein Jurist, aber wie heißt es so schon „vor Gericht und auf hoher See…“. Vlt muss nur am Gesetzestext noch genauer gefeilt werden, damit es passend gemacht ist? Ich ärger mich nur, wenn hier Leute nun wetteronline die Schuld geben, dass sie etwas rechtlich prüfen lassen. Die zahlen ja auch Steuern und müssen für die Daten Gebühren zahlen an den DWD und wollen dann Geld verdienen… Ist doch voll okay, steckt ja auch Arbeit drin. Ich find deren App auch nicht so dolle, aber das Recht etwas juristisch prüfen zu lassen, ob ein Konkurrent im gesetzlichen Rahmen handelt, gestehe ich ihnen schon zu. Vielleicht liegt ja das Problem nur im Namen „WarnWetter“… vlt sollten sie das „Warn“ weglassen, wenn sie doch umfassender über das Wetter informieren, statt nur zu warnen.

    Übrigens: Nur weil „wir“ alle möglichen Steuern zahlen, heißt es nicht, dass „uns“ Sachen gehören. Mit dem gleichen kruden Argument behaupten ja Hundesteuerzahler immer, dass sie die Kacke nicht wegräumen müssten; macht doch der Staat, den sie angeblich dafür bezahlen.

    Naja, weltbewegend ists auch nicht. Warten wir doch einfach ab, welches Urteil letztendlich rechtsgültig wird.

  34. Sehr erfrischend ist die Einstellung von Jörg Kachelmann, der ja bekanntlich ebenfalls einen Wetterdienst betreibt:

    https://twitter.com/Kachelmann/status/806510937003933696?lang=de

  35. „Verstehen kann man durchaus beide Seiten“
    What the actual fuck? Wie kann man für den Kläger hier auch nur einen Funken Verständnis aufbringen?

  36. Diese sinnlosen Klagen gegen Mitbewerber die keine sind. Einfach mal das eigene Produkt so verbessern, dass es die bessere Lösung gegenüber der DWD-App ist. Aber um sich Mühe zu geben müsste man sich ja Mühe geben.

  37. Es sieht so aus das DWD den Auftrag hat mit der App zeitnah Warnhinweise bezüglich Wetter und Radioaktiviät darzustellen. Alles was darüber Hinaus geht ist Gegenstand dieses Verfahrens!

  38. Wie wäre es denn, die App auf Github zu werfen, MIT Lizenz dran, und gut ist. Um gesetzestreu zu sein kann man dann ja eine Light-Version bauen, die nur vor Wetterphänomenen warnt.

  39. WetterOnline gelöscht, DWD installiert.

  40. Mal sehen wie lange es dauert bis private Schulen die öffentlichen, kostenlosen Schulen verklagen- mit dieser Begründung kann man ja alles aus Steuergeldern finanziertes gegen kommerzielle Angebote….. (bei Twitter so ähnlich gepostet worden)

  41. Es ist schon erstaunlich und auch irgendwie erschreckend, womit sich Gerichte heutzutage auseinandersetzen müssen … 🙁

  42. Das Kachelmann-Interview ist enorm empfehlenswert. Danke für den Link.

  43. Soweit ich weiß wurde sogar gegen den DWD geklagt das die die Daten herausgeben (geht um 1h Mittelwerte) und da war Herr Kachelmann auch mit daran beteiligt. Es gibt in Deutschland nun mal nur zwei große Messstationen-Anbieter und das ist der DWD und Meteomedia (nun Mediogroup).

  44. ich werde nun alles von der klagenden Firma „Wetter Online“ deinstallieren….

  45. Wetter Online soeben deinstalliert.
    DVD installiert.
    Der Kunde hat die Macht, nicht das Unternehmen. Das begreifen sie scheinbar immer noch nicht.

  46. Sollte natürlich DWD lauten.
    Da hat die Fehlerkorrektur wieder zugeschlagen. 😉

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.