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Freispruch für Alexa: Nächtliche Party wurde per App initiiert

Sicherlich ist auch euch nicht entgangen, dass sich in der Nacht auf den 4. November 2017 ein gar mysteriöses Ereignis zugetragen hat. Mitten in der Nacht musste die Polizei in Pinneberg anrücken, da aus einer einzelnen Wohnung derart laute Musik zu hören war, dass es sich dabei doch nur um eine Party hätte handeln können. Nur: niemand war anzutreffen. Die laute Musik wurde derweil von Alexa aus einem Amazon Echo gestreamt. Und dem ersten Anschein nach muss sich die gute wohl selbst gestartet haben, vielleicht aus Einsamkeit?

Doch denkste! Amazon bekam vom Alexa-Nutzer die Erlaubnis, etwas tiefer zu investigieren und wurde schnell fündig:

„Der mysteriöse DJ war dann auch schnell ausgemacht: Gerade einmal drei Minuten, nachdem der Kunde seine Wohnung verlassen hatte, wurde die Musikwiedergabe auf dem Amazon Echo aus der Mobil-App eines Musik-Streaming-Anbieters heraus aktiviert und die Party ging los… kurze Zeit später wurde dann auch noch über diese App die Lautstärke von 77 auf volle 100 Prozent hochgeregelt.“ – Mitteilung von Amazon

Wie genau die App nun gestartet wurde – ob nun aus Versehen in der Hosentasche oder weil das Handy eventuell bei einem Kind in der Hand lag – keine Ahnung, ist ja aber auch nicht so dramatisch wichtig. Viel interessanter empfinde ich die Diskussionen, die direkt nach der Erstmeldung losgetreten wurden, auch hier in meinem Bekanntenkreis. Hacker, Viren, was nicht alles. Nur einen Anwenderfehler, den wollten viele nicht sehen 😉

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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31 Kommentare

  1. Mich interessiert ja jetzt, wie steuer ich Alexa von unterwegs? Wenn ich es richtig verstehe, war der Typ schon weit weg und nicht mehr in seinem WLAN?!

  2. @Markus: So wie ich das verstanden habe, geht es nicht darum, Alexa zu steuern. Vielmehr hört es sich so an, als hätte er beispielsweise aus Spotify heraus die Wiedergabe gestartet und den Echo als „Connect“-Lautsprecher ausgewählt.
    Steht dort ja… Wiedergabe aus der App eines Streaming-Anbieters gestartet. Hat also irgendwie gar nix mit Alexa zu tun. Hätte auch ein Sonos Gerät oder sonst etwas sein können….

  3. @Yannik Ah, okay. Allerdings wusste ich bisher auch nicht, dass ich über Spotify die Lautsprecher von unterwegs steuern kann. Dachte, dafür müsste ich ebenfalls im WLAN sein. Muss ich gleich mal probieren.

  4. @Thalon
    Marketing? Ich weiß ja nicht. Wie üblich hat sich auch die traditionelle Presse darauf gestürzt und vorschnelle Urteile gefällt – die scheren sich in der Regel nur selten darum dann später auch noch eine Richtigstellung zu drucken. In sofern wird es bei vielen noch immer als „der Roboter der Nachts radau macht“ in Erinnerung sein.

  5. @Markus
    Er könnte sogar noch in der WLAN Reichweite gewesen sein. „Drei Minuten nachdem er die Wohnung verlassen hatte“ – da stand er vielleicht gerade unten an der Straße und wollte seine Musik starten.

  6. @Leif Sikorsky
    In Zweifel ist auch schlechte Presse eine gute Publicity 🙂

  7. @marksn: Spotify connect kann man auch nur auf lokale WLAN begrenzen.

  8. Tja, früher mussten Experten engagiert werden um Wanzen zu installieren. Heute machen das die Opfer selbst und bezahlen auch noch Geld dafür. Wie faul muss man eigentlich sein um sich so einen Dreck in die Hütte zu stellen?

  9. Wenn sich dann das Mikrophon von selbst einschaltet ist es wahrscheinlich auch nur ein „Anwenderfehler“.

  10. Die Frage ist im Nachhinein nicht, ob es ein System- oder Anwendungsfehler war, sondern welche Daten Amazon speichert und wie lange – und vor allem, was mit diesen Daten passiert?

  11. War mir von Anfang an klar, dass das keine mysteriös eigenmächtige Eingebung Alexas war und wüsste auch nicht wer, wenn nicht Spotify Connect das ganze ausgelöst haben sollte.
    Dass das aber auch, wie von anderen schon berichtet, genauso mit jedem anderen „connected“ Wiedergabegerät hätte passieren können, das will der hauptberufliche Hobby-Verschwörungstheoretiker natürlich nicht wissen und der „Schlagzeilen“-Journalismus von heute ebenso wenig, mit „Irgendein Typ startet im Suff Party daheim“ verdient man ja keine Brötchen mehr bei den krassen Kids von heute und den likegeilen Allespostern.

    Dabei soll der „Hate“ aber nicht in Richtung dieses tollen Blogs, sondern in Richtung „Mainstreammedien“ und gegen die Kommentatoren, welche sich unter solchen Artikeln tummeln gehen.

    Die Statistiken die Amazon sich auf Nachfrage angeschaut hat kann sich auch jeder selbst in der App anschauen inklusive aller Sprachaufnahmen die an die Amazonen geschickt werden. Klar muss man dafür Amazon glauben schenken, dass auch wirklich nur diese verschickt wurden und die gute auch wirklich taub ist, wenn man das rote Knöpfchen drückt, aber da ist es mir lieber bessere Werbung zu bekommen, als dass jeder weiß was mein Hund im Zoo auf den Pommes hatte während schön entspannt zu Hause die Bude leer geräumt wird. Aber das will ja keiner mehr wissen, immerhin bekommt man dafür ja Likes a.k.a. „Bestätigung“ von den Followern. Oder hat man je wieder was von dem großen Aufreger, dass Facebook doch gar keine Daten löscht wenn man auf Löschen klickt gehört? Nein, stattdessen hat man sich den Messenger, Instagram und Snapchat noch dazu installiert um besser über das verwanzte Leben mit den bösen Scheinintelligenzen wettern zu können.

    Ich will hier keinen davon überzeugen sich ’nen Echo in’s Haus zu stellen, aber mehr als Ihr auf Facebook, Instagram oder in den Kommentarfunktionen irgendwelcher Foren postet, weiß der Echo auch nicht.

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