Eve Outdoor Cam im Test

Eve hat eine Outdoor-Cam in den Handel gebracht. Eine Kamera mit Flutlicht, die sich mit der Eve-App nutzen lässt, in HomeKit eingebunden wird und dort auch HomeKit Secure Video unterstützt – mit seinen Schwächen und Stärken. Ich konnte mir in den letzten zwei Wochen ein Bild von der Kamera machen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kameras ist die Eve Outdoor Cam keine Akku-betriebene Kamera, die ihr flexibel irgendwo aufhängen könntet. Stattdessen muss sie an den blanken Kabeln angebracht werden, die ihr irgendwo aus eurer Hauswand herauskommen habt. Die Eve Outdoor Cam hat dafür einen separaten Sockel, der an der Hauswand angebracht werden muss. Auf der Rückseite werden halt die Kabel eingesteckt und mit der Kamera verbunden.

Falls ihr selbst nicht so versiert seid, holt euch einen ran, der die Kamera anbaut. Kritik gibt’s gleich direkt für den Sockel, denn es wäre flexibler gewesen, hätte der eine Aussparung für das Kabel, damit man nicht hinten durch muss. Es soll Menschen geben, die Aufputzkabel draußen haben oder die Kamera vielleicht mit einem klassischen Kabel an die Steckdose bringen können.

Kommt bei euch kein Kabel aus der Wand, dann müsst ihr auf die Kamera verzichten oder eben den Sockel irgendwie so bearbeiten, dass ein Kabel durchpasst – der Dremel lässt grüßen. So viel zur Kritik, Lob gibt’s dafür, dass auch Wago-Kabelklemmen im Lieferumfang dabei sind – neben Schrauben, Dübeln und Inbus.

Nach der Installation scannt man einfach den HomeKit-Code mit einem iPhone. Das funktioniert wie bei jedem HomeKit-Zubehör und wird deshalb nicht besonders von mir erklärt. Die Kamera lässt sich mit der Home-App von Apple nutzen oder mit der von Eve. Aufgezeichnet wird auf Wunsch in der Cloud, das setzt dann das iCloud-Abo mit 50 GB voraus – ab da greift HomeKit Secure, sprich, das Aufzeichnen in der Cloud. Ich bin eigentlich Fan von HomeKit und HomeKit Secure. Eigentlich.

Apple lässt aber auch wirklich viel liegen, was man dem Nutzer hätte geben können, oder müssen. Und da leidet dann auch die Eve Outdoor Cam drunter. So eine HomeKit-Cam kennt ein paar Zustände. „Wenn Zuhause, dann“ oder „Wenn Person(en) nicht Zuhause, dann“. Ich kann es erlauben zu streamen, also nur das Bild zu sehen. Ich kann aber auch aufnehmen und streamen. Und das ist zu wenig. Beispiele: Ich kann der Kamera sagen: Nimm auf, wenn keiner daheim ist.

Oder auch: Nimm auf, wenn die letzte Person das Zuhause verlassen hat. Dazu kann ich noch sagen, dass ich Benachrichtigungen haben möchte, wenn Personen erkannt werden etc. Ich kann HomeKit aber nicht wie folgt automatisiert befehlen: Nimm immer auf, wenn ich nicht da bin, aber erst ab 22 Uhr bis 6 Uhr morgens, wenn ich daheim bin. Das ist schon ungünstig gelöst. Das müsste ich dann immer von Hand in der Home-App ändern, was völliger Humbug ist.

HomeKit bietet einiges, lässt aber auch Dinge vermissen

Aus: Die Kamera kann nicht aufnehmen, kein Livebild streamen, keine Mitteilungen über erkannte Bewegung senden und keine Automationen auslösen. Bewegen sich Personen, Tiere oder Fahrzeuge im Sichtfeld, bleibt das Flutlicht aus.

Aktivität entdecken: Die Kamera entdeckt Bewegung und kann auf dieser Basis das Flutlicht aktivieren, Automationen auslösen und Mitteilungen senden.

Stream: Neben Automationen und Mitteilungen bietet dieser Modus dir und eingeladenen Personen auch Zugriff auf den Livestream.

Streamen & Aufnahme erlauben: Die Kamera liefert einen Livestream und kann Aufnahmen erstellen – entweder bei jeder Bewegung, oder nur bei Menschen, Tieren, Paketen und/oder Fahrzeugen.

Abseits dessen, funktionieren Automationen und Funktionen natürlich. Sprich: Status auf Aufnahme ändern, wenn niemand daheim ist, Abgleich mit einer Fotobibliothek (bekannte Gesichter), Flutlicht anstellen, wenn Bewegung entdeckt wird, das Einrichten einer Aktivitätszone und so weiter.

Wer mit HomeKit und HomeKit Secure Video und seinen jetzigen Funktionen gut leben kann, der könnte glücklich werden. Da muss ich nicht großartig ellenlange Texte schreiben, das funktionierte alles wie versprochen, alles 1a. Das Licht ist sehr hell und lässt sich bezüglich der Helligkeit durch euch regeln – und es ist natürlich auch automatisierbar. Auch der Bewegungssensor der Kamera lässt sich nutzen und so mit andren Geräten in Apple HomeKit koppeln.

Der Rest meiner Erfahrungen und Anmerkungen lässt sich tatsächlich in Kurzform wiedergeben.

Die Kamera unterstützt 1080p bei 24 fps. Das Bild der Kamera ist tagsüber, sowohl nachts mit Infrarot als auch nachts mit Flutlicht gerade noch „gut“. Fühlt sich nicht wirklich nach tollem 1080p an. Bei Gegenlicht ist es auch etwas matschig. Generell mag die Kamera nicht wirklich Gegenlicht. Ich habe die Kamera zum Test auf einer Terrasse angebracht, der Himmel hatte viel prozentuale Abdeckung im Bild. Das merkt man doch schon – mein Tipp daher: nicht zu viel Himmel ins Bild bringen. Am Ende bleibt aber für mich: Bildtechnisch ist Luft nach oben, finde ich, wenngleich auch die Farben sehr natürlich dargestellt werden.

Die Front des IP55-zertifizierten Aluminium-Gehäuses von Eve Outdoor Cam ziert eine weiße Blende, hinter der die LEDs des dimmbaren Flutlichts arbeiten, inklusive der Funktionen Helligkeits-Boost sowie Infrarot-Nachtsichtbeleuchtung. Darunter angeordnet sind die Full-HD-Kamera mit ihrem weitwinkligen Sichtfeld von 157°, der Infrarot-Bewegungssensor mit einer Reichweite von 9 m und einem Erfassungswinkel von 100° (bei einer Montagehöhe von 2,50 m), Mikrofon und Lautsprecher der Gegensprechanlage sowie die Status-LED.

Angekündigt war die Kamera mit 5 GHz, auf den Markt kommt das Gerät aber leider nur mit Unterstützung für 2,4 GHz. Klar, 2,4 GHz hat eine höhere Reichweite und das ist bei Outdoor-Kameras interessant – aber 5 GHz wären trotzdem sehr nett gewesen. Haben ist immer besser als brauchen.

Thread oder Matter? Nein. Eve unterstützt dies generell bei vielen und neuen Produkten, aber: „Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch keine Pläne für unsere Wi-Fi-fähigen Produkte.“

Die Gegensprechanlage, also das Kommunizieren über die Kamera funktioniert auch „gut“, im Rahmen der vorhandenen Quäker.

Das Video der Eve Outdoor Cam erscheint durch HomeKit fast sofort auf einem iPhone, iPad oder Apple TV, nachdem man die Taste zum Anzeigen gedrückt hat.

Was bleibt am Ende? Eigene Cloud, nur Abo-Kosten, wenn man nicht eh iCloud nutzt, gute Verarbeitung, zeitlose Optik, die erwähnten Kritikpunkte des Sockels und HomeKit, keine Daueraufzeichnung möglich. Für HomeKit-Fans sicher der bessere Deal als die Netatmo-Lösung. Mit 250 Euro lässt sich die Eve Outdoor Cam auch gut bezahlen, schade, dass man da nicht unter 200 Euro bleibt.

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9 Kommentare

  1. Danke für den differenzierten Test! Wie groß ist denn etwa der Winkel, den man die Kamera zur Seite (in Richtung Wand) neigen kann? Habe die Netatmo Presence. Da reicht mir der Winkel nicht, und die Halterung sieht ziemlich ähnlich aus.

  2. Sehe ich alles genauso. Die Halterung ist sehr „unflexibel“. Setzt zwingend ein Kabel aus der Wand voraus und damit ist auch nur Wandmontage möglich. Ich habe sie unterm Traufkasten zu hängen und dafür eine Halterung selbst gedruckt.
    Das Bild ist auch nicht das was ich von 1080p erwarte. Auf der 20cm Terrassenuhr kann man von 5m Entfernung nicht mal die Uhrzeit erkennen. Auf TV sieht der Stream aus wie SD, aber niemals wie ein FullHD Bild.

  3. Hallo Carsten, warum meinst Du: „Für HomeKit-Fans sicher der bessere Deal als die Netatmo-Lösung“ – wg. Preis oder Funktionalität?

  4. Versteh ich das richtig, wenn man das an seine GebäudeEingangTür anbringt und damit den privaten Weg zum Haus anvisiert. Und das Ding immer nur dann angeht, wenn es Bewegung erkennt oder der Klingelschalter aktiviert wird, und man ein Schild mit „Hier wird gefilmt“ anbringt, dann ist der Einsatz solch eines Geräts in Deutschland erlaubt?

    • Auch wenn ich nur mein Eigentum mit filme, muss ich so ein Schild anbringen?

    • Richtig, wenn man nur seine Privatgrundstück filmt, öffentlicher Grund (Straße…) oder andere Privatgrundstücke oder -gebäude nicht im Bild sind, und ein Schild Besucher darauf hinweist, dann ist es erlaubt

  5. Erst letztens ein Artikel erschienen mit Cloud device wird eingestellt und gleich das nächste bewerben…

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