Deutsche Telekom: Smartphone-Diebstahl soll dank öffentlicher Sperrlisten für IMEI-Nummern komplizierter werden

Wie die Deutsche Telekom informiert, plane das Unternehmen gemeinsam mit dem Partner Camelot Innovative Technologies Lab, Smartphone-Diebstahl eine ganze Spur uninteressanter zu machen, den „Handy-Dieben mit Hightech den Spaß verderben“ heißt es dort.

Aktuell teste das Unternehmen ein neues Sperrverfahren für als gestohlen gemeldete Handys, bei der die IMEI-Nummern der geklauten Geräte auf eine interne Sperrliste gesetzt werden und der vermeintliche Dieb somit keine Chance mehr hat, sich mit dem Gerät im Netz der Deutschen Telekom einzuwählen. Dieser kann mit der SIM eines anderen Providers aber natürlich weiterhin das „Problem“ umgehen.

Daher möchte die Telekom im Rahmen der Initiative „SAP Co-Innovation Program on Blockchain“ die selbstentwickelte Anwendung „Global IMEI Storage and Services“ testen und weiter etablieren. Die Idee setzt auf eine dezentral geführte Sperrliste der IMEI-Nummern gestohlener Geräte, welche dann auch anderen Partner, wie Netzbetreibern zur Verfügung steht.

Kaufinteressenten könnten mithilfe der Liste bereits im Vorfeld prüfen, ob ein zum Verkauf angebotenes Gerät eventuell als gestohlen gemeldet worden ist, so die Telekom. Dazu bedarf es aber natürlich der IMEI, die sicherlich nicht jeder Verkäufer so ohne weiteres preisgibt. Der vorgestellte Dienst basiert auf der SAP Cloud-Plattform Blockchain und wird erstmals öffentlich auf der SAP-Jahreskonferenz SAPPHIRE in Orlando präsentiert.

Die Blockchain-Technologie beruht auf dezentralen Datenbanken, die von mehreren Partnern betrieben werden. Alle Transaktionen innerhalb der Datenbanken werden in fortlaufenden Transaktionsketten unveränderlich dokumentiert. Da die jeweiligen Partner die Daten gemeinsam verwalten und verifizieren, schafft diese Vorgehensweise höchste Transparenz.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. Macdefcom says:

    Das hätte man auch schon vor Jahren einrichten können, denn die Geräte übertragen ihre IMEI auch an den Netzbetreiber. Aber wenn einer anfängt, dann ziehen hoffentlich die anderen Netzanbieter nach. Und warum sollte der Verkäufer eines Gebrauchtgerätes etwas dagegen haben, dem potentiellen Käufer die IMEI-Nummer zu verraten?

    • Finde es eine gute Sache, dass eine solche Sperrliste geführt wird.
      Bisher hatten die Netzbetreiber daran ja nicht wirklich Interesse, weil auch mit gestohlenen Geräten telefonierten wird…

  2. SAP, Cloud, Blockchain – warum fehlt „KI“? So kann man doch nicht vernünftig Bullshit-Bingo spielen!

    • Christian says:

      GANZ meiner Meinung…. allen möglichen Mist jetzt mit der BlockChain zu hypen…
      Ich weiß gar nicht wie unsere IT bisher alle Aufgaben lösen konnte ohne die BlockChain… ich sags ja immer wieder… die Amis waren NIE auf dem Mond… wie auch? 😀

  3. Mehh 🙁 und was hindert den Dieb daran die IMEI zu ändern? Ja, ist illegal aber egal da eh schon geklaut.

    • Christian says:

      Und wie willst du sowas machen?

    • Bernd Bob says:

      Das ist schon mit starkem Aufwand verbunden. Bei iOS wohl unmöglich, bei Android nur mit bestimmten Qualcomm Chipsätzen, wo man mit dem Qualcomm Flash Image Loader (QFIL) ein modifiziertes Firmwarebackup aufspielen kann. Musste ich bereits einmal (ungewollt) durchziehen, weil ich die Firmware zerschossen hatte und auch die Partition, wo die IMEI (NV Partition) lag. Modifizieren eines anonymisierten Backups der IMEI-Partition von einem anderen Besitzer ging aber nicht, da das Backup signiert ist.
      Habe dann ein weiteres Backup eines Users aus einem anderen Land eingespielt und die IMEI gibt’s jetzt weltweit quasi doppelt :p Dürfen wohl nur nicht im gleiche Netz sein, damit das nicht auffällt.

  4. und was passiert, wenn das Handy seinen ursprünglichen Besitzer wiederfindet? Wenn das eine richtige Blockchain ist, kann der Eintrag ja nicht mehr rückgängig gemacht werden.

    • Das machte Vodafone zu d2 Zeiten mit der IMEI Sperre. Nur Telekom hatte kein Interesse daran. Jetzt nach Jahren plötzlich doch, nach dem Vodafone seinen Dienst eingestellt hat….

      • Das dachte ich auch gerade. Das war vor über 10 Jahren schon Standard, bevor es irgendwann mangels Akzeptanz eingestellt wurde.

        Aber die Idee ist super.

  5. Soetwas in der Art ist in UK und Australien seit glaube ich mehr als 5 Jahren Standard. Funktioniert bestimmt auch super auf Inseln. Leider wird das in Deutschland bestimmt nicht funktionen. Da sollte eine EU Lösung her, da sonst die Handy einfach in andere Länder gebracht werden. Ist bei geklauten Fahrrädern schon sehr lange so und Handys sind etwas leichter zu transportieren.

  6. Wenn die IMEI tatsächlich eindeutig wäre, ist das eine klasse Idee. Meistens halten sich aber Hersteller nicht unbedingt an die Vorgaben… Noch mehr Sperrlisten? Wieviele Smartphones werden denn so statistisch gestohlen? Lohnt sich der Aufwand oder ist es nur wieder ein Baustein für gefühlte Sicherheit und kontrolle?

  7. Na zum Glück gibt es für Android Smartphones die Möglichkeit, die IMEI Nummer zu verändern. Root vorausgesetzt und ein bisschen basteln am Smartphone. Eine Stunde und jedes ach so tolle Bling Bling Kamera Smartphone mir PIN und Wischgesten ist geknackt. Selbst der GMAIL Acc bei der Abfrage ist dann platt

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