Deutsche Post: Deshalb wurde die Postfach-Briefankündigung mit Bildvorschau deaktiviert

Wir berichteten in den letzten Tagen von zwei unterschiedlichen Dingen, die Deutsche Post / DHL betreffend. Wir haben diesbezüglich auch Leserzuschriften erhalten, weil es noch Fragen gab. Wichtig zu wissen ist, dass die Themen mit dem Postfach und der „Post & DHL“-App zwei unterschiedliche Dinge sind. Wenngleich es in beiden Fällen um einen Briefankündigungs-Service geht, handelt es sich hier um unterschiedliche Sachverhalte und Produkte.

Beim Service „Anzeige der Briefankündigung in der Post & DHL App“ ist in wenigen Fällen fälschlicherweise ein Bild eines Briefumschlags angezeigt worden, welcher nicht an den jeweiligen Nutzer adressiert war. Deshalb hat man den Service sofort nach Bekanntwerden des Problems außer Betrieb genommen und arbeitet an der Fehlerbehebung. Im Übrigen ist die Briefankündigung in Kooperation mit den E-Mail-Providern GMX und WEB.DE nicht von der Störung betroffen.

Bei der Postfach-Briefankündigung ist der Sachverhalt komplett anders gelagert. Hier liegt keine Störung vor. Es ist aber so, dass die Post auf Anordnung des Bundesdatenschutzbeauftragten die Anzeige von bis zu 5 Sendungsbildern in der Ankündigungs-E-Mail abschalten musste. Es wird jetzt nur noch die Menge der Briefe angekündigt, die ins jeweilige Postfach zugestellt werden. Die Kunden haben aber weiterhin die Möglichkeit, die Bilder der Briefumschläge in ihrem Kundenkonto einzusehen.

Grund für die Anordnung des BfDI ist, dass bei dem Service „Briefankündigung Postfach“ jegliche E-Mailadresse angegeben werden kann, also auch von E-Mail-Anbietern außerhalb der EU, bei denen es keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der E-Mails gibt und bei denen nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Daten auf Servern außerhalb der EU landen.

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21 Kommentare

  1. Hä, aber das ist doch dann mein „wille“ das die Daten auch woanders landen wenn ich eine dritt-staat-mail angebe? Ich kann doch mit meinen Daten machen was ich will…

    • aber der Absender muss dem auch zustimmen – sein Daten landen ohne sein Wissen ja auch woanders 😉
      immer ein Blick über den Teller 🙂

    • Ja mit deinen Daten schon, aber da sind auch Daten des Absenders drauf.

      Jetzt verstehe ich das auch mit der Aussage, die Daten des Absenders schützen zu wollen.

    • Florian Schulte says:

      Es geht da vermutlich eher um den Absender und die Tatsache, dass er einen Brief geschrieben hat. Je nachdem was dann noch über den Empfänger bekannt ist (z.B. ein Arzt der auf eine bestimmte Krankheit spezialisiert ist, ein Anwalt etc. pp.), könnte jemand externes der die Mails/Briefe sieht, da schon einiges herauslesen. Gut, ist man in der EU auch nicht vor gefeit aber da gibt es theoretisch zumindest Gesetze über die man Kontrolle hat.

    • Auf den Bildern steht aber auch der Absender bzw. dessen Adresse und darum geht es im Kern. Nur weil man selbst kein Problem damit hat, heißt es nicht dass der Absender dies auch so sieht.

    • Die Interpretation war wohl, dass es nicht (nur) Deine Daten sind. Denn: Das Foto enthält ja auch den Absender und seine Adresse. D.h. jemand schickt Dir einen Brief innerhalb Deutschlands und kann nicht damit rechnen, dass deshalb seine Adressdaten auf non-EU Servern landen. Klingt lächerlich, ganz verkehrt finde ich die Bedenken aber nicht.
      Problematisch finde ich aber die Lösung: Der proaktive Login in ein Portal klingt nicht sehr praktikabel. Warum nutzt man nicht vorhandene technische Möglichkeiten, um weiterhin eMail zu ermöglichen? In Caschys Text oben fällt ja schon das Stichwort „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ (die per se auch bei EU-Servern nicht gegeben ist). Man hätte der Post ja zur Auflage machen können, dass jeder, der die Fotos per Mail empfangen möchte, eine PGP oder S/MIME Identität bei der Post hinterlegen muss und die Post die Fotos dann nur noch verschlüsselt verschickt. Dann kann man auch ohne Bedenken an böse US-Server oÄ. schicken.

      Abgesehen davon: Wer hat schon ein Postfach? 😉 Immerhin funktioniert es im Privatbereich (an die Privatadresse) noch über die DHL-App. Das finde ich persönlich praktikabel.

    • Das glaubst Du…

      In Deutschland darfst Du mit Deinen Daten nur machen was Dir die allmächtigen, unfehlbaren, ja fast gottgleichen (der hat weniger Befugnisse) Datenschutzbeauftragten gnädigerweise erlauben.

      • Wolfgang D. says:

        @henning
        Schwätzer. Ich erlaube dir, eine Bank auszurauben, dann ist es nicht mehr strafbar?

    • Richard Rosner says:

      An sich natürlich. Die Frage ist eher, inwiefern es den Leuten dann überhaupt bewusst ist, dass ihre Daten außerhalb der EU gespeichert werden.

      Außerdem ist der Speicherort Dank solcher Konstrukte wie dem US Cloud Act irrelevant. Selbst wenn die Daten bei einem US Unternehmen in der EU liegen und selbst wenn sie hoch und heilig versprechen, die Daten nicht in die USA oder ein anderes Land zu transferieren, dürfen sie sich nicht mehr an das versprechen halten, sollte eine US Behörde auf die Idee kommen, da dran kommen zu wollen.

      • Wolfgang D. says:

        „US Cloud Act“
        Ist man da bei den Verhandlungen schon weiter, oder lässt die EU stillschweigend den illegalen Austausch weiter zu? Dann sollte man Wichtiges wohl wirklich nur noch bei EU Unternehmen lagern, wenn sowas überhaupt geht. Die USA haben sicher auch Druckmittel, hiesige Unternehmen zur Herausgabe der gewünschten Daten zu bewegen.

        • Richard Rosner says:

          Mir sind keine Durchbrüche bekannt. Man schaut weiterhin einfach zu und tut nichts. Gilt aber auch für den im allgemeinen ohnehin stattfindenden Datenaustausch mit den USA. Legal aktuell kaum möglich, findet aber dennoch statt

    • Wolfgang D. says:

      Dein Wunsch entbindet nicht den Dienstleister vom Einhalten der Gesetze.

    • Der Wille des Nutzers ist schon lange nicht mehr das Maß der Dinge, in diesem Fall weder der des Absender noch der des Empfängers – ganz besonders nicht, wenn es um datenschutzrelevante Belange geht.

  2. Kann mir bitte jemand vernüftig und sachlich erklären wozu dieser Dienst gut ist? Bei Paketen verstehe ich es ja, da ich die Möglichkeit habe anwesend zu sein oder mein Nachbar bitten kann es in Empfang zu nehmen. Bei Briefen habe ich einen Briefkasten. Entweder nach der Arbeit kurz in den Briefkasten schauen oder bei nächster Gelegenheit.
    Mir erschließt sich das ganze irgendwie nicht.

    • Richard Rosner says:

      Kommt drauf an, welchen der beiden Dienste du meinst. Beim Postfach sollte es klar sein, dann sieht man, wie dringend man Mal wieder hin sollte. Denn anderen Dienst finde ich besonders praktisch für mich. Bis letztes Jahr hat es die Post wenigstens nur gut ein Mal im Jahr nicht geschafft,, Briefe zuzustellen. Seit letztem Jahr gehen aber mehr Briefe an den Absender zurück, als bei mir ankommen. Und nicht einmal alle gehen zurück an den Absender. Über die Funktion könnte ich also sehen, wenn Mal wieder ein dringender Brief verschlampt wird. Zumindest wenn sie zuverlässig genug ist.

  3. Find ich ganz sinnvoll. Da scheint mal jemand von der Datenschutzbehörde wirklich nachgedacht zu haben…

  4. Also ich bekomme die Vorschau weiterhin und darüber bin ich auch froh,
    denn immer mit E-Mail und Passwort und noch ein Captcha ist mir zu viel!

  5. Ist die Ankündigung denn nun wieder aktiv oder nicht? Seit einigen Tagen ist der Fehler bei der Ansicht entfernt, und es erscheint wieder zu funktionieren. Dem kann ich aber NICHT ZUSTIMMEN! Ich habe die Tage Briefe erhalten, die nicht (mehr) in der Ankündigung auftauchen!

    • Richard Rosner says:

      Das System war auch vorher schon nicht so gut, dass alle Briefe angezeigt wurden.

      Mir wird gerade ein Brief angezeigt, sogar doppelt. Bin ja Mal gespannt, ob der wenigstens ankommt. Allem Anschein nach ist das die Reaktion der Post auf meine Beschwerde bei der BNetzA darüber, dass seit ich hier wohne Briefe nicht ankommen, seit einem Jahr gehen mehr Briefe an den Absender zurück als ankommen. Würde der jetzt also auch nicht ankommen, wäre das schon sehr bezeichnend…

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